mehr Komfort beim Tarp

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  • Ich gehöre, wie ihr ja wißt, nicht zur UL Fraktion und habe gern etwas mehr Komfort. Als ich mein Tarp (Superfly) erst kurze Zeit hatte, habe ich es einfach abgespannt und fertig. Durch die schrägen Wände fühlte ich mich aber eingeengt, bei stärkerem Wind wurde das Tarp an die HM gedrückt, so dass ich später die Alustangen kaufte, mit denen man die seitlichen Abspannpunkte am Tarp nach außen/oben ziehen kann, um mehr Platz unter dem Tarp zu bekommen.

    Diese Konstruktion hält aber bei Sturm nicht gut: mehrmals sind die Stangen herausgerutscht, so dass ich eine neue Lösung brauchte.

    Zuerst habe ich mich an der Ein-Bogen-Lösung orientiert, bei der eine lange Alustange in der Mitte des Tarps von rechts nach links eingeklemmt wird, aber dann fand ich, dass zwei sich überkreuzende Bögen viel stabiler sind und mehr Platz schaffen.

    Bei den Alustangen handelt es sich um das Zeltgestäge meines uralten North Face VE 25 Zeltes: Alu T9 Stangen. Diese mußte ich am Tarp befestigen und habe das zur Probe erstmal ganz einfach gemacht: passende Unterlegscheiben angeknotet und die Stangenenden dort abgestützt. Da diese Lösung einfach und sehr praktisch ist habe ich es dabei belassen, obwohl man das sicher mit kleineren Scheiben oder sonstwie leichter hinkriegen würde.

    Die beiden Stangen verrutschen an dem Kreuzungspunkt in der Mitte allerdings stark, wenn man sie nicht gut miteinander verbindet: aber: nur verbinden reicht nicht. Deshalb habe ich beide Stangen rechts und links von der Mitte umwickelt und sie dann miteinander verbunden. So hält es super und die Stangen verschieben sich nicht mehr gegeneinander. Die ganze Konstruktion ist sehr stabil und bietet bestmöglichen Komfort unter dem Tarp mit optimaler Raumausnutzung.

  • Da diese Lösung einfach und sehr praktisch ist habe ich es dabei belassen, obwohl man das sicher mit kleineren Scheiben oder sonstwie leichter hinkriegen würde.

    Aus der UL-Ecke kommend kann ich dir sagen: Die Unterlegsscheiben sind bei dem System dein leichtestes Problem :D

    Aber mal ehrlich... die Spitzen lassen nicht wirklich nur eine Schlaufe mit Slipknot im Continious Loop anzubringen zu sodass deine Lösung hier schon sehr optimal ist. Außerdem wären das ja auch vll. maximal 20g Einsparung - was wiegt das Gestänge?

  • Ah super, vielen Dank für deinen Bericht, barfuß ! Ich bin nämlich auch gerade am Überlegen, wie ich bei meinem Tarp mit Türen den Raum besser nutzen kann. Die Aussen-Stöcke-Variante finde ich nicht so überzeugend, wegen Sturm und so. Außerdem müsste ich Schlaufen mitten an das Tarp nähen. Darum habe ich an eine zentrale Stange gedacht, das wäre ungefähr gleich schwer wie zwei Außengestänge (da ich keine Trekkingstöcke mit mir führe). Wie siehst du den Raumgewinn im Vergleich zwischen ein oder zwei Gestängen?

    Deine Lösung mit den U-Scheiben ist wirklich super. Das ist halt auch einfacher, einfach sowas an die Abspannecken zu knoten (für zwei Gestänge) als in der Mitte eine Schlaufe anzunähen (für die ein-Gestänge-Variante). Hmm. Muss ich mir nochmals gut überlegen. Leider habe ich kein altes Zelt dessen Gestänge ich nehmen könnte, ich muss es neu kaufen …

    Und noch ne Frage: Wie lang sind deine Stangen (und wie lang/breit dein Tarp)?

  • Lass dir die Idee und Konstruktion lieber mal patentieren - wer weiß..

    In Amerika ist das schon lange bekannt als „End Pole Tarp Mod“, und mit einer zentralen Stange als „Center Pole Tarp Mod“. Du kannst sogar Tarps mit solchen Modifikationen fertig kaufen, z.B. bei SimplyLightDesign ... Der einzige Unterschied ist, dass bei der „End Pole Tarp Mod“ die Stangen nicht gekreuzt werden, sondern die zwei Halbbögen sich im Zentrum treffen.

    Schade um's Patent ... :P

  • RoyalHang die beiden Stangen wiegen zusammen 470 g (statt 174 g für die beiden kurzen, außen über den First laufenden Stangen)

    Viertelindianer siehe hier: Napsack Hammocks

    Wie siehst du den Raumgewinn im Vergleich zwischen ein oder zwei Gestängen?

    Zwei Stangen bringen deutlich mehr Raum und vorallem sind sie viel stabiler, was bei Wind deutlich bemerkbar ist. Ich hatte es ja auch mit einem Bogen versucht, hätte dann aber auch das Problem gehabt, in der Mitte des Tarps unter dem First und an beiden Seiten Schlaufen annähen zu müssen. Und Unterlegscheiben ranknoten ist viel simpler....

    Wie lang sind deine Stangen (und wie lang/breit dein Tarp)?

    Die Stangen sind 4 m lang und bestehen aus 7 Teilstücken à 60 cm, die ineinander geschoben werden.

    Die Maße des Tarps: Länge: 335cm, Breite: 152cm

    Der einzige Unterschied ist, dass bei der „End Pole Tarp Mod“ die Stangen nicht gekreuzt werden, sondern die zwei Halbbögen sich im Zentrum treffen.

    Ich denke, dass die Kreuzung in der Mitte die Stabilität erhöht. Nicht umsonst sind die stabilsten Zelte die geodädischen bzw. die Kuppelzelte. Außerdem läuft Regenwasser so am besten ab.

    Ich bin mit dieser einfachen Konstruktion bisher sehr gut gefahren. (Vielleicht hätten wir beim Nord-Treffen doch (wie sonst) eine "HM-Wanderung" zu den verschiedenen Setups der Leute machen können...)

  • Gibts eigentlich hier in Deutschland oder so eine heimische passende, gleich lange etc Alternative zu den WB Stangen? ( Jetzt, wo mein Thunderfly sich bald auf den Weg zu mir macht, erblüht mein Interesse daran sehr...,-) )

    edit...: vielleicht sollte ich erst mal den ganzen thread lesen- wohlmöglich sprecht ihr gerade über nichts anderes? -Grins, hab ich aber noch nicht... :saint:

  • Gibts eigentlich hier in Deutschland oder so eine heimische passende, gleich lange etc Alternative zu den WB Stangen?

    Ja, selber basteln ;)

    Extremtextil

    4 x DAC Pressfit Segment, 45cm, mit Stift, 9mm (71403)

    2 x DAC Pressfit Segment, 45cm, ohne Stift, 9mm (71407)

    4 x DAC Pressfit Short Lock Tip, Gestängespitze mit Kopf, 16mmDAC 9mm (71413)

    Dazu ein paar Meter Shock-Cord (hab vergessen welche Dicke - 2-3mm sollte passen)

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

  • Das Problem, das ich mit den Warbonnetstangen hatte (aber das wäre bei anderen Stangen auch so gewesen) ist, dass sie bei starkem Wind nicht in der Aufhängung/Befestigung bleiben, sondern sich verabschieden.

    Insofern ziehe ich anders befestigte Stangen vor. Und bei meinen beiden Bögen habe ich einen sehr großen Raumgewinn.

  • Das Problem, das ich mit den Warbonnetstangen hatte (aber das wäre bei anderen Stangen auch so gewesen) ist, dass sie bei starkem Wind nicht in der Aufhängung/Befestigung bleiben, sondern sich verabschieden.

    Kann ich nicht bestätigen. Ich habe genau diese Stangen mehrfach in den letzten Jahren bei 75km/h Seitenwind (Sturm) benutzt. Es hat mir mal kurz die Heringe aus dem Waldboden gerissen, aber die Stangen und die Nähte haben gehalten (Heringe mit dicken Steinen beschwert, hat das Problem gelöst).

    Die Stangen waren lediglich mit Ankerstich per Shock-Cord am Tarp angebracht. Der Ankerstich zieht sich bei Belastung selbst zu. Bei mir hat's funktioniert. Das ist nichts raus gerutscht.

    Wer Angst hat, dass das passiert, der nehme Ösen als Gestängespitze. Dann rutscht 100% nix mehr.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

  • Ich hatte damals sehr starken Wind, der aber auch sehr böig und unregelmäßig war. Vielleicht hätte ich die Stangen auch anders befestigen können, aber ich habe danach nicht weiter rumprobiert, weil mir die beiden Gestängebögen besser gefallen haben.

    Lediglich, wenn es ums Gewicht geht sind die kurzen Stangen natürlich besser. Andererseits: wer es wirklich leicht will wird wahrscheinlich ganz auf Stangen verzichten....

  • Moin,

    warum nicht die seitlichen Pull Outs des Tarp verwenden???

    Dann braucht man doch gar keine Stangen!

    MMn. machen Tarpstangen nur Sinn bei Tarps ohne Pull Outs.....

    Aqua Quest Tarps z.B. haben in den Ecken extra Taschen für ein Stangen Tarpsystem.

    Gruß von der Ostsee

  • Mehr Platz unter dem Tarp ist natürlich toll. Aber wäre eine Alternative zu Stangen nicht auch einfach ein größeres Tarp? Wenn man schon bereit ist mehr Gewicht mit zu nehmen. Mit so einem 4x4 Tarp hat man ja im Prinzip eine halbe Wohnung und dürfte vom Gewicht her gleichauf mit kleinem Tarp+Stangen sein.

    Einziger Vorteil des kleineren Tarp+Stangen kann ich mir bei viel Wind vorstellen. Das 4x4 wird dann ja zum Segel. Aber wenn viel Wind ist, will ich nicht im Wald schlafen.

    (Und man ist vermutlich was das Übernachten im Wald angeht rechtlich nicht so einfach raus, weil mit Gestänge ist das ganze eher ein Zelt und kein Biwakieren mehr ist. Wobei das natürlich in der Realität wenig Einfluss darauf hat, ob man jetzt dafür Probleme bekommt oder nicht. Ich glaube kaum das einem Förster den Unterschied zwischen Tarp mit oder ohne Stangen interessiert.)

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