Moin,
das Gulf Tarp ist dem Warbonnet Mini Fly ja ähnlich und lässt sich zur Not bestimmt auch als Bodentarp verwenden. Ohne die Möglichkeit eine Ridgeline spannen zu können, wirst du aber mindestens einen Trekkingstock, Holzstock oder Tarpstange brauchen um es einigermaßen nutzbar aufzubauen...........
Ich selbst besitze mehrere größere Tarps mit Maßen von 4x3m, 4x4m, 4,5x3m, 3,5x3,5m oder 3,6x3m und alle lassen sich mehr oder weniger gut als Bodentarp nutzen, was ich auch mit allen Tarps schon ausprobiert habe.
Je größer das Tarp, je windanfälliger wird es i.d.R. natürlich ............muss es aber nicht unbedingt da viele Abspanneschlaufen auch gute Aufbaumöglichkeiten für starke Winde bieten. Dazu würde ich dir raten, auf jeden Fall noch 10-15cm lange Gummischnur Schlaufen an den Abspannpunkten zu montieren ( bei Onewind z.B. vom Werk aus schon vormontiert 👍)
Je mehr Abspanneschlaufen/Punkte ein Tarp besitzt desto mehr Möglichkeiten hast du natürlich auch um es in verschiedenen Varianten auch als Bodentarp aufzubauen.
Das Gulf Tarp hat leider nicht soviele Abspanneschlaufen wie z.B. ein Aqua Quest, Helikon Tex oder DD Tarp und dadurch bist du ein wenig eingeschränkter in den Aufbauvarianten was bei starkem Wind an ungeschützten Stellen zum Problem werden könnte........
Mehrere Aufbauvarianten zu kennen und das Aufbauen zu üben beschleunigt bei schlechtem Wetter den Aufbau erheblich 🙂
Grundsätzlich finde ich, bringt eine favorisierte Aufbauform nicht immer das erwünschte Ergebnis: nämlich 100%er Wetterschutz.
Die Finger würde ich, ohne die zusätzliche Verwendung von einem wasserdichten und atmungsaktivem Biwaksack, von sogenannten Poncho Tarps oder zu kleinen UL Tarps lassen..........ich habe sie bei Starkregen und heftigen Wind schon zu oft versagen sehen. Außerdem kannst du solche Tarps eher schlecht zur gleichzeitigen Nutzung für Hm nutzen da sie meist zu klein sind.
Beim Aufbau des Tarps passt du die Aufbauvarianten und Platzwahl vielmehr dem zu erwartenden Wetter an und nicht deiner "Lieblings Aufbauvariante".
Da ich hier an der Küste und früher auch auf meinen Reisen oft mit Wind und Regen zu kämpfen hatte, empfehle ich immer robuste Tarps mit möglichst vielen Abspannpunkten in ausreichender Größe, Gummischnur Schlaufen an den Abspannpunkten und etwas längere, stabilere Heringe als diese kurzen UL Alu/Titannägel die du in härteren Böden manchmal kaum in den Boden bekommst. Bei Starkwind halten diese eher Schönwetter-Heringe auch oft nicht im Boden.........und wer möchte bei richtigem Schietwetter Nachts raus müssen um sein Tarp in Ordnung zu bringen oder Stöcke als längere Heringe schnitzen, schwere Steine suchen o.ä.........ich nicht 😊
Selbst das in der Bushcraft Szene oft hochgelobte British Army Shelter Sheet war mir bei heftigen Wind und Regen zu klein..........robust ist es, aber bei Schietwetter einfach zu klein.
Mein weit über 20 Jahre altes Hilleberg XP10 Tarp z.B. hat mich schon bei manchem Sturm zuverlässig geschützt und ist immer noch brauchbar 👍 ohne meine Gummischnur Schlaufen und längeren Heringen wäre es wahrscheinlich schon längst auf dem Tarpfriedhof😧🥴
In diesem Sinne
Gruß von der Ostsee