Bikepacking vs. Radwandern

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  • Ja, ich denke auch, dass die Gepäckmenge die gleiche bleibt. Ich sehe auch keinen Unterschied zwischen Wander- und Bikegepäck, vielleicht abgesehen von Helm, etwas Werkzeug und Ersatzschlauch. Essen wird man in Straßennähe auch öfters nachkaufen können, als wenn man eine reine Wildniswanderung macht. Das Gewicht orientiert sich ebenfalls am UL-Basisgewicht. Allenfalls die Bikepackingtaschen sind in der Summe etwas schwerer als der UL-Rucksack.

  • Ich verstehe ja die Sache mit dem Bikepacking. Aber müssen es Gravelbikes mit Rennlenkern sein? Warum? Ich sehe die Leutz immer nur oben den Lenker greifen.

    Prinzipiell hätte ich schon Lust, das mal auszuprobieren, mit einem echt leichten Bike, und so wenig Klimbim wie möglich. Aber mit einem Rennlenker werde ich mich nie anfreunden....

    Das ist eigentlich ziemlich einfach erklärt. Weil man dann ordentlich Tempo machen kann. Erstens bietet man dem (resultierenden) Gegenwind weniger Angriffsfläche und zweitens bekommt man deutlich mehr Druck auf die Pedale und es lässt sich besser kraftvoll pedalieren. Weiterhin bietet ein Gravellenker viele Griffpositionen, was die Hände entlasten kann. Ein Gravellenker ist weiterhin breiter und die Griffe sind nach außen gebogen (Flare). Das gewählte Lenkerband ist auch dicker und griffiger. Einfach mal ausprobieren. Anfangs ist es sehr ungewohnt, später ist es nicht mehr vorstellbar, warum man vorher anders gefahren ist. Oder man kommt im Idealfall mit allen Variationen klar. PS. Und vorher abspecken, falls nötig. Mit Wanne wird es mit der Atmung schwierig, wenn das obere Lungendrittel nicht ausreichend Kapazität hat. ;) PS. Fahre auf Tour auch zu 70% im Obergriff. Aber im Gelände oder wenn es vorwärts gehen soll oder der Gegenwind stark ist, dann im Untergriff. In diesen Momenten bin ich für diese Griffvariante sehr dankbar.

  • der Hauptunterschied

    Der Hauptunterschied zeigt sich vor allem in der Konsequenz dessen, was möglich ist - und was nicht. So unterwegs sein müssen tut man nicht, da spielt die Tourlänge keine Rolle, siehe Christine Thürmer.

    Mit dem LKW ist man an Straßen und idealerweise Asphalt gebunden. Wenn es rollt, dann rollt es, idealerweise geradeaus. Agilität ist da dann Fremdwort.

    Mit dem gravel kommt man wie beim Wandern eben auch auf deutlich naturnähere Pfade und entflieht mehr der Zivilisation. Natürlich auch in Grenzen, es ist ja kein fatbike/Downhiller, aber ein guter Kompromiss, wenn man auch noch von Fleck kommen will.

    Denn die zweite Konsequenz ist die Energie, die man reinsteckt und die daraus resultierende Fahrdynamik und Geschwindigkeit. Der eine powert sich auf Distanzen aus, die ein Leichtwanderer fast noch zu Fuß schafft, der andere fährt relativ unbeschwert das doppelte und mehr - und hat auch mal explizit Spaß an Geschwindigkeit, wenn ein Abschnitt sich dafür anbietet.

    Mir liegt es wie beim Wandern eher, möglichst unbeschwerlich unterwegs zu sein, dabei kann ICH meine Umgebung deutlich besser wahrnehmen als im inneren Kampf mit mir und meinem Hausstand.

    Und wie auch beim Wandern mag ich streckenweise auch die sportliche Fortbewegung. Und wie schon von vielen angesprochen - mir fehlt es auch nicht an irgendetwas, aber ich muss meiner Briefmarkensammlung von zu Hause halt auch nicht die große, weite Welt zeigen auf Kosten des unnötigen Mehrgewichts.

    Jeder wie er's will und braucht, your mileage will (literally) vary.

    Wollen wir das abschweifen über das Pro- und Contra des bikepackings vs LKW Transport vielleicht abschneiden und irgendwohin auslagern?

  • Ich möchte hier einmal eine Lanze für Wupitom brechen!

    Wer von euch 1984 zu Langzeitrad- (, -wander-, -paddel- oder -moped-) -reisen aufgebrochen ist, musste sich an der Ausrüstung der damaligen Zeit, dem Informationsstand und den Rahmenbedingen entlang der Route orientieren. Wer mit den ersten Versionen der wasserdichten Ortliebtaschen unterwegs war, war damits ganz weit vorne dabei. Die Fillower der verfügbaren Daune war ein Jammer...

    Der Erlebnisqualität stand aber weniger die Ausrüstung, als die individuelle Einstellung zur Tour entgegen. Gerade bei den Etappen mit temporären Reisepartnern wurde dies für mich imer deutlich.

    Der Mut aufzubrechen und den eigenen Horizont zu erweitern, hat sich in meiner Erinnerung aber immer gelohnt!

    Ich bin davon überzeugt, das es Wuppitom ganz ähnlich geht!

    Liebe Grüße,

    Andreas

  • Moin,

    meine ersten Biketaschen waren noch von Karrimor..............Ortlieb gab es da noch nicht 😄

    Der Mut aufzubrechen und den eigenen Horizont zu erweitern, hat sich in meiner Erinnerung aber immer gelohnt!

    Ich bin davon überzeugt, das es Wuppitom ganz ähnlich geht

    Absolut 👍👍👍

    Gruß von der Ostsee

  • Der Faden inspiriert mich, mal alte Fotos rauszukramen - und ich stelle überrascht fest, dass meine Vorlieben auch damals schon eher in Richtung einer Art Bikepacking (avant la lettre) gingen, natürlich mit allen Einschränkungen, die einem das (nicht) vorhandene Equipment der damaligen Zeit auferlegte.

    Angefangen habe ich eher klassisch mit meinem DDR-Diamant-Rahmen, an den ich allerdings 1986 schon eine 105er Gruppe gebaut hatte. Wenn ich den Rahmen heute sehe, werde ich ganz wehmütig: was könnte man dort für eine gigantische Rahmentasche unterbringen... Leider gibt es Rahmen in dieser Höhe heute überhaupt nicht mehr.

    Die Pannier-Taschen habe ich dann aber bald weggelassen und mein Equipment oben auf dem Gepäckträger und in einer Lenkertasche untergebracht und so knapp wie möglich gehalten, um leichter voranzukommen. Der Einwand von barfuß mit dem erhöhten Schwerpunkt mag zwar stimmen, aber er fällt beim Fahren weniger ins Gewicht als beim Abstellen des Rades - und der geringere Windwiderstand ohne Seitentaschen bleibt ein absolutes Plus. Das merkt man besonders in der norddeutschen Tiefebene. Hier bin ich Himmelfahrt 1987 in einem Tag von Braunschweig an die Nordsee bei Wremen geradelt (250 km).

    Mit diesem hinten hoch und unten gar nicht bepacktem Rad war ich zwischen Ende der 1980er und frühen 1990er Jahren von Frankreich...

    ... bis Italien viele 1000 Km unterwegs gewesen - allerdings meist eher sportlich, d.h. selten unter 100 km am Tag. Nicht dass ich etwas gegen die der-Weg-ist-das-Ziel-Philosophie hätte, aber ich habe mir meistens Ziele gesetzt - und die wollte ich bis zum Ende der Semesterferien auch erreichen.

    Da ich auf meinem Rad keinen Platz für anderthalb Kilo Kartentasche hatte, bin ich mit nur einer 500 000er Überblickskarte meistens an Flüssen langgeradelt, hier an der Loire, aber auch an der Rhone, der Donau, der Elbe, der Mosel, dem Rhein. Was ich damit sagen will: Es gab auch schon in den 1980ern andere Radreisende als die Karrimor-Ortlieb-Fraktion.

    Aber dann ging mein schönes Rennrad bei einem Unfall kaputt (Rechtsabbieger - zum Glück ohne Schaden für mich) - und wie soll ich sagen, dann bin ich Anfang der 1990er zwischenzeitlich doch mal ins andere Lager gewechselt.

    Ein Mountainbike mit Stahlrahmen, 21er XT-Schaltung, Low-Rider, Ständer, Rollendynamo - komplett selbst aufgebaut, einschließlich Einspeichen der Räder, ich war damals sehr stolz und fand das Ergebnis eine Zeitlang ganz toll. Die Taschen habe ich mir aus Cordura und einem PVC-Rahmen selber gebaut - und als sie fertig waren, musste ja auch irgendwas rein. Ich frage mich jetzt allerdings, was das wohl alles war, denn prinzipiell hatten meine Reisen einen ähnlichen Camping-Charakter wie vorher.

    Nun ja, auch dieses Fahrrad ist längs Geschichte.

    Inzwischen bin ich heilfroh, bei halbem Gesamtgewicht mit einem bequemeren Equipment unterwegs zu sein - und kann allen Zweiflern, denen an einem möglichst wenig kräftezehrenden Vorankommen liegt, nur empfehlen, das Bikepacking einfach mal auszuprobieren.

  • Moin,

    ja so war das damals kurz nach dem Krieg 😄ich erinnere mich..........

    Auf kürzen Touren (meist 1-3 Wochen) in der Heimat oder in Mittel/Südeuropa hatte ich auch deutlich weniger Zeug mit als auf den langen Touren außerhalb Europas. Da haben mir im Sommer auch oft 2x 20l Hinterradtaschen plus 5l Lenkertasche gereicht............

    Auf den längeren Touren außerhalb Europas hatte ich alleine schon deutlich mehr Werkzeug und Ersatzteile mit.

    Um einer anderen meiner Leidenschaften auch unterwegs zu fröhnen, dem Angeln, hatte ich fast immer Rute und Rolle sowie Zubehör dafür mit an Bord.

    In kälteren Regionen oder Jahreszeiten haben die ganzen Wollsachen ordentlich Platz gebraucht ( hatte nicht immer genug Kohle für hochwertige Daunensachen).

    Mein erster diy UQ aus einem Kufa Schlafsack war auch ein Packmonster. So summierte sich das ganze oft.

    War natürlich manchmal auf schlechten Wegen und bergauf eine ziemliche Quälerei das voll beladene Rad ans Tagesziel zu bringen...........aber ich hatte ja viel Zeit und den Willen immer weiter zu machen.

    Hätte ich 2017 keinen Herzinfarkt gehabt, wäre ich bestimmt heute noch irgendwo in der Welt unterwegs 🥸😄

    In verhältnismäßig kurzer Zeit möglichst viel Strecke machen, also eher sportlich unterwegs zu sein, hat mich persönlich nie interessiert.

    Für mich war das Fahrrad hauptsächlich ein reines, günstiges Transportmittel um voran zukommen nachdem es immer schwieriger wurde per Anhalter unterwegs zu sein.

    Schnell genug um einigermaßen voran zukommen aber langsam genug um rechts und links des Weges noch alles mitzubekommen.

    Das störte mich öfter beim hitch hiking.........man wurde im Auto an vielen schönen Stellen vorbei chauffiert. Dafür hat man sehr oft hochinteressante Menschen kennengelernt.

    Ich möchte aber keine von beiden Reisearten missen.........wie sooft im Leben hat alles seine Vor-und Nachteile. 🙂

    Gruß von der Ostsee

  • Ich verstehe ja die Sache mit dem Bikepacking. Aber müssen es Gravelbikes mit Rennlenkern sein? Warum? Ich sehe die Leutz immer nur oben den Lenker greifen.

    Prinzipiell hätte ich schon Lust, das mal auszuprobieren, mit einem echt leichten Bike, und so wenig Klimbim wie möglich. Aber mit einem Rennlenker werde ich mich nie anfreunden....

    ...ich darf das!

    Moin,

    das ist meines. Ich darf den geraden Lenker aber auch drauf machen, weil es ja kein Gravelbike war. Das war noch ein Cycclocross, also bevor die "Marketing" Welle über den großen Teich schwappte. 8o

    Aber wer eh nur im Oberlenker oder auf den Bremsgriffen unterwegs ist, der sollte sich so einen Umbau schon genau überlegen, oder sollte ich eher sagen ausmessen? Ja ausmessen ist da besser. Meine aktuelle Griffposition ist identisch mit der von mir vormals gehandhabten Bremsgriffhaltung. Dafür ist der Vorbau aber auch in der Länge gewachsen.

  • meine ersten Biketaschen waren noch von Karrimor..............Ortlieb gab es da noch nicht 😄

    Davon habe ich tatsächlich noch 2 Paar. Ortlieb war damals erst im Aufkommen.

    Ich denke, dass der Hauptunterschied ist, dass wuppitom als "Radwanderer" Langzeittouren gemacht hat und die meisten "Bikepacker" hier maximal Tages- bis Mehrtagestouren machen. Klar, dass man dann weniger Gepäck dabei haben muss!

    Ich kenn's vom Pilgern: Für fünf Monate Pilgern habe ich versucht, alles zu Hause zu lassen, von dem ich ausgehen konnte, dass ich es nicht brauche. Gehe ich nur drei Tage wandern, dann kann es sogar passieren, dass ich mehr mitnehme: Zum einen gebe ich mir dann vielleicht nicht gleich viel Mühe bei der Wahl dessen, was ich mitnehmen möchte/muss, zum andern ist die Versuchung gross, etwas mehr mitzunehmen, weil ich mir dann das Waschen oder andere "Organisationsarbeiten" sparen kann.

  • Sehr cool und schöne Bilder. Dieses Diamantrennrad hatte ich auch, allerdings mit originaler Schaltung, sauschlechten Bremsen, Schlauchreifen und diesen Fixierungskäfigen an den Pedalen. Damit haben wir Tagestouren von 300 km gemacht, allerdings ohne viel Gepäck..

    Die Zeit, die ich fürs Fahren nutzen konnte, war leider nicht viel länger als die, die ich mit der Suche nach einem neuem Schlauchreifen verbracht habe. Eine Kamera hatte ich damals noch nicht.

  • Kein Wunder hast du letztes Jahr so lange nach einem UQ mit möglichst kleinem Packmaß gesucht :D

    Wenn du ne Bialetti und ne "Boardküche" dabei hast wird mir einiges klar ^^

    Hi,

    ich würde ja fast dazu neigen zu sagen, daß die Boardküche stimmig ist. Wobei ich natürlich nicht verschweigen kann, mindestens eine Idee habe ich noch. Hat was mit Titan schweißen zu tun.

    Aber das nette Päckchen geht halt für's Rad und den Rucksack.

    Und ebenso natürlich linse ich schon zu einem Cumulus TQ.

    Leider habe ich aber auch mal mit den Konfigurator gespielt. || Banküberfall wäre ein Plan. ^^

  • Ja, das sind schon geile Teile und sicherlich jeden Cent wert.

    Ich bin mir aber sicher, dass im Knast kein Equipment von Cumulus zur Verfügung gestellt wird.

    ...Cumulus wird dorthin liefern wo bestellt wurde, Voraussetzung ist, die haben ihre Kohle. Im Strafvollzug muß das Teil nur durch die Sicherheitskontrolle, daß weiß ich aus sicherer Quelle. Bleibt nur die Frage, wie so sollte er in den Knast geliefert werden?

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