Hallo zusammen!
Nach langer Funkstille möchte ich mich wieder zurückmelden und von meiner letzten Nacht erzählen.
Da es sich lange Zeit leider nicht ergeben hat und irgendwie auch immer etwas dazwischenkam (oder ich nicht hartnäckig genug war), ward es nun endlich dazu gekommen, dass ich mal nicht im Garten hinter'm Haus sondern im Freien übernachtet habe:
Ja, für 90% 99,9% der hier Eingesessenen ist das ein alter, alter Hut und mit nicht zuviel Aufregung und Abenteuer verbunden - für mich aber schon und daher eine kleine Schilderung meines Erlebens. ![]()
Als ich also den Entschluss gefasst hatte, mal die Nacht draußen in einem von mir zuvor erkundschafteten und mir genügend abgelegenen Waldstück (abgelegen genug, keine Straßengeräusche) zu verbringen, folge die Umsetzung: Rucksack gepackt und raus!
Der Wetterbericht hatte für die Region hier Regen, Wind und nächtliche 14 °C vorhergesagt, also Nichts, was man nicht auch als Rookie bewältigen können sollte.
Also eingepackt das DD SuperLight Tarp (von dem ich noch immer überzeugt bin), die selbstgebastelten Abspann- und Befestigungsleinen (haben sich ebenfalls, was Zuverlässigkeit und Auf-/Abbaukomfort betrifft, bewährt), natürlich die Hängematte (TTTM Lightest) mitsamt Befestigung sowie einen recht leichten (preisgünstigen, Synthetik-) Schlafsack, Merinopullover, langer Schlafhose, Getränke, Lesestoff, usw.
Es sollte eine einmalige Übernachtung unter kontrollierbaren Bedingungen und mit genügend Komfort werden, um zu schauen, was mittlerweile gut klappt und wo noch Lücken sind. Mit dabei war ebenfalls ein TTTM 360° BugNet, just am Tage zuvor besorgt.
Am Waldstück angekommen habe ich mich auf die Suche nach einem Plätzchen gemacht. An den spannenderen Stellen konnte man, mit ein paar zusätzliche Schritten, direkt einen Jägersitz erspähen, also weiter ging's... Die scheinen auch einen guten Geschmack zu haben, was lauschige Ecken betrifft. Habe dann doch noch einen netten Ort gefunden, er hatte etwas Hanglage aber mit idealen Baum- und Bodenbedingungen. Also alles aufgebaut, was soweit reibungslos gekappt hat.
Das Tarp werfe ich mittlerweile über die Ridge Line, da es so ebener aufliegt und vor allem mehr Platz darunter entsteht, da es höher hängt.
Das BugNet hatte seinen ersten Einsatz, daher etwas langsamer gemacht und alles doppelt gecheckt. Die Einstellung dessen Ridge Line war etwas fummelig aber, wenn man mal kapiert hat, wie man es machen soll (erst ordentlich vorspannen, der Rest stellt sich dann von alleine ein), war's klar. Das BugNet habe ich, trotz seines nicht unerheblichen Zusatzgewichtes, auch soweit ganz lieb gewonnen. Es bietet zusätzlichen Stauraum (Dinge einfach aus der Hängematte nach unten durchfallen lassen) und zudem hat man weiterhin einen schönen Rundumblick aus der Matte, da man diese einfach wegdrücken kann, ohne dass sich das Moskitonetz mit wegschiebt oder alles verzieht. Auch der Zugriff in die Tasche: Reißverschluss auf, mit der Hand runter in den Rucksack greifen, Hand plus Wunschobjekt wieder hoch und Zuziehen fühlt sich recht komfortabel an. Die Gewissheit, dass einen nichts von außen erreichen kann war schon ein schönes Gefühl
Gerade wenn man zuvor auf Schritt und Tritt summend begleitet wurde...
Als es später, dunkler und kühler wurde habe ich mich zunächst in den Schlafsack verkrochen. Dann das langärmlige Merino-Shirt über das T-Shirt angezogen und direkt auch gleich die lange Hose an. Mit der ziemlich dehnbaren TTTM Lightest Hängematte kam ich gut zurecht, da ich mich eh beim Schlafen zusammenrolle, die Beine anwinkle u.ä. Ich bin ein echter Chaos-Schläfer ohne Seitenpräferenz (besser gesagt: alle Seiten) und bewege mich nachts recht viel.
Hierbei habe ich auch gleich bemerkt, was nicht so ideal ist: da ich somit meist meinen Rücken / das Steißbein von innen an die Hängemattenwand drücke, wurde es dort mit der Zeit recht kühl. Insgesamt war mir tatsächlich angenehm und wohlig warm - aber eben die Stellen, die Mattenberühung hatten, wurden, trotz des Abstandes, der durch den Schlafsack erzeugt wurde, unangenehm kühl und auch nicht mehr wirklich warm, trotz der recht hohen Außentemeratur von geschätzt 10 °C.
Ich habe dann Hände und Arme dorthin gestopft, um zu Wärmen und Abstand zu bekommen doch das war auf Dauer etwas unbequem und gebracht hat es leider auch nicht viel.
Den ganzen Abend und die ganze Nacht durch hat es permanent leicht bis mittelstark geregnet, das Tarp hat aber alles zuverlässig abgehalten.
Windig war es zum Glück nur ein wenig, sonst wären die ausgekühlten Stellen sicher noch kühler geworden und der ganze Rest von mir sicher auch.
So bin ich des nachts ein paarmal wachgeworden und als um circa 04:30 Uhr die Dämmerung einsetzte und die Vögel aktiv wurden, habe ich die Zeit genutzt, um in aller Ruhe wach zu werden und mich auf den Tag vorzubereiten.
Um circa 05:30 Uhr bin ich dann aufgestanden und habe das Lager abgebrochen, was in aller Ruhe und mit leidiger Ent-Schneckung rund eine halbe Stunde gedauert hat.
Auf dem Rückweg habe ich mehreren Rehen, Hasen, Morgennebeln und Tautropfen einen guten Morgen wünschen können. Ja, es war eine schöne Nacht und meine Stimmung war gut, trotz des nicht gerade üppigen Schlafes und einigen, zum Glück kurzen, Wachphasen.
New lessions learned:
- Schuhe nicht auf dem Boden stehenlassen: sie trocknen dort nicht gut und Getier findet Höhlen toll ![]()
- Rucksack immer schließen (habe ich gemacht). Spuren haben angezeigt, dass dieser beklettert und beschleimt wurde. Zum Glück gut abwaschbar ![]()
- auch die Hängemattenbefestigung wurde durch Baumbewanderer beschleimt. Muss man wohl mit rechnen; zuhause durchgewaschen, kein Problem
- ein warmer Körper bedeutet nicht, dass in der Nacht nicht auch einzelne Stellen kalt werden können und dies Einfluss auf den Schlaf hat
- das nächste Mal noch weiter raus. Einem Förster/Waldarbeiter will ich morgens nicht begegnen und mit dem diskutieren
Also alles gut handlebar soweit - bis auf die Kältegeschichte.
Daher gedenke ich nun
- einen mittelwarmen Daunenschlafsack (vermutlich keinen Quilt, nicht flexibel genug) und
- einen mittelwarmen Underquilt
zu holen.
Auf diese Weise sollte das hauptsächliche Problem der Kälte von rechts/links/unten und des potentiell durchwehenden Windes gebannt sein.
Da ich eine Daunenjacke von Cumulus habe und diese wirklich super finde, äuge ich hierbei ebenfalls in deren Sortiment.
Eine 3-Jahreszeiten-Ausrüstung würde mir vollauf reichen und so spiele ich derzeit in Gedanken mit diesen beiden Produkten:
- Cumulus Panyam 450 (alternativ Lite Line 400)
Taugen die etwas? Taugt die Kombi? Zu warm/zu kalt/hydroscopic?
Bei der Thematik würde ich mich sehr über eure Vorschläge und Einwände freuen. ![]()
Ein asymmetrischer UQ (z.B. Wookie) kommt, aufgrund meines regen Schlafes, nicht in Frage, da ich (Murphy: mindestens) die Hälfte der Zeit falschherum darin liegen werde.
Herzliche Grüße
Dirk