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  • Aus all den genannten Gründen fände ich es sinnvoller, wenn einfach mehr "Wildcampingplätze" geschaffen werden würden.

    Sehe ich auch so.

    Für Menschen, die die Natur respektieren, würde ich natürlich ein Jedermannsrecht begrüßen. Aber sind wir ehrlich: Ein Großteil der Menschen würde das einfach nur dazu missbrauchen, die letzten paar Fleckchen Natur, die wir noch haben, zu konsumieren, zu vermüllen oder sonst wie zu beschädigen.

    Ich spreche da aus Erfahrung. Jedes Wochenende falle Horden von Makalus (Autokennzeichen: MA - KA - LU) in der Pfalz ein.

    Am Haardtrand kann man am Wochenende vor lauter parkenden Autos den Wald kaum noch sehen und der Pfälzer Weinsteig gleicht einer Fußgängerzone. Die Gebiete rund um die Hütten und Burgen meide ich daher konsequent. Da fahren die Leute hin, die den "Event Natur" suchen und nicht die Natur selbst.

    Dank Corona ist es ein bisschen besser geworden ;)

    Boulevard Theater Deidesheim - Ruh in de Palz

    Die Idee, Deutschlandweite Trails anzubieten, fände ich im Prinzip verlockend, aber wenn ich mir anschaue, wohin das führen könnte. Der Appalachian Trail z.B. wird leider langsam zur Hipster-Waldautobahn und Youtube/Instagram Kulisse ;(

    How Crowded is the Appalachian Trail

    Also immer Vorsicht, was man sich wünscht.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

  • Viele Menschen vergessen, dass bis vor ca. 50 Jahren noch vieles in D erlaubt war oder zumindest toleriert wurde. Meine Eltern, Baujahr 30er Jahre, konnten nach dem Krieg als junge Erwachsene deutlich freier Übernachten, als es heute möglich ist

    So weit muss man gar nicht mal zurückgehen. Ich hänge mal ein Dia aus den späten achtziger Jahren an. So sah es aus, als eine Truppe frisch gebackener Braunschweiger Abiturienten per Fahrrad über die Alpen nach Italien fuhr und mit einem Harras Bier in einem Schweizer Almstadel übernachtete.

    Dann kam in vielen Ländern quasi eine Regelwut auf - vielleicht auf Grund der Hippie-Kultur,

    Das war ganz sicher nicht der Grund. Diese Kultur hat eher dazu beigetragen, dass etliche starre Regeln gelockert wurden. Die heute strengeren Naturschutzregeln haben meiner Ansicht nach mehr damit zu tun, dass eine zu große Menge Leute mit zu wenig ökologischem Verantwortungsbewusstsein in landschaftlich sensiblen Räumen gedankenlos unterwegs ist. Und diesen Leuten muss man sinnvollerweise Grenzen setzen.

  • Hallo zusammen,

    meint ihr, wir könnten vielleicht aus unserem gemeinsamen Interesse ein konkretes Projekt machen? Ich meine damit, dass wir die Schaffung von Wildcampingplätzen á la Trekking-Pfalz usw. initiieren könnten. Erfahrungen der bestehenden Platzbetreiber sammeln, Behörden, Verbände und Kommunalpolitiker kontaktieren, Umfragen machen, Planungen erstellen, etc.

    Selbst aktiv werden anstatt darauf zu warten, dass es jemand anderes macht.

    Ich fände, das wäre eine tolle Sache. Geht aber nur, wenn genug Leute mitarbeiten. Ich wäre mit bis zu einer Stunde pro Woche dabei und könnte z.B. die Verantwortlichen der Pfälzer Trekkingplätze kontaktieren.

    Was haltet ihr davon?

  • meint ihr, wir könnten vielleicht aus unserem gemeinsamen Interesse ein konkretes Projekt machen? Ich meine damit, dass wir die Schaffung von Wildcampingplätzen á la Trekking-Pfalz usw. initiieren könnten.

    Dann unterhalte Dich am Besten mal mit dem Initiator des Trekking-Pfalz-Projektes: Armin Osterheld.

    Der hat jahrelang mit Förstern, Waldbesitzern, Jägern, Umweltschützern, Feuerwehr und Behörden für die Trekkingplätze gekämpft.

    So schön die Idee ist, aber ich denke die Komplexität eines solchen Vorhabens übersteigt die Möglichkeiten einer privaten Initiative.

    P.S.

    Über Herrn Osterheld gab es mal eine Doku in 3sat: Die Waldmenschen

    Wer eine dezentrale Sicherheitskopie besitzt, der melde sich doch bitte per PM.

    Danke

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    Hesmon

  • Dann unterhalte Dich am Besten mal mit dem Initiator des Trekking-Pfalz-Projektes: Armin Osterheld.

    Mach ich, danke!

    So schön die Idee ist, aber ich denke die Komplexität eines solchen Vorhabens übersteigt die Möglichkeiten einer privaten Initiative.

    Mal schauen. Hängt immer von der Anzahl der Leute ab, die sich beteiligen und von der Reichweite des daraus entstehenden Netzwerks. Es darf natürlich keine "private Initiative" bleiben, sonst wird das nix. Wir müssten auf verschiedene Verbände zugehen und die der Reihe nach vom Projekt überzeugen. Hauptakteure wären Tourismus, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz, denke ich. Anfangen würde ich beim Naturschutz (vgl. Pfalz, da war's der BUND) und bei der Tourimusbranche (die verdienen was dran).

  • Hesmon hat völlig recht. Für eine solche Initiative braucht man eine Hausmacht, wie z.B. der Herr Osterheld als Projektleiter an einem Forstamt sie hat. Eine handvoll Foristen, ohne irgendeine reale Einflussmöglichkeit hat da kaum irgendwelche Chancen etwas Vergleichbares zu bewirken. Und mit Tourismus haben Waldcampingplätze, wie ich sie mir vorstellen könnte, rein gar nichts zu tun. Es wird zwar Geld kosten, andernorts eine ähnliche Infrastruktur einzurichten, aber verdient wird daran nichts.

  • Nein nein, ihr versteht mich falsch! Nicht das Forum würde als Gesicht auftreten, sondern wir müssten schauen, dass wir ein Gesicht finden bzw. besser noch mehrere. Dann ein starkes Netzwerk aufbauen und bei den verschiedenen Interessengruppen werben und schon ist der Stein im Rollen. Kann natürlich immer sein, dass sich das im Sand verläuft, aber erst einmal müsste man anfangen und ausprobieren...

    Dass daran nix verdient wird bezweifle ich ganz stark. Die Trekkingplätze in der Pfalz haben jedes Jahr mehrere Tausend Besucher, da bleibt schon was übrig. Laut Platzwart Kalmit sind die Plätze für den Tourismusverband ein gutes Geschäft, sonst gäbe es sie längst schon nicht mehr.

    Dass es am Anfang sehr schwer war, die verschiedenen Interessengruppen in's Gespräch miteinander zu bringen, hab ich auch mitbekommen. Auch heute gibt es hin und wieder noch Probleme. Aber insgesamt hat sich die Stimmung stark gedreht, eigentlich sind alle (Natruschutz, Tourismus, Jagd und Forst) heute froh darüber und stolz darauf, dass es die Trekkingplätze im Pfälzerwald gibt. Am Anfang hat jeder gesagt, das geht nicht und wird nie was. Ähnlich wie hier. Es passiert so oft, dass jemand sagt, dass etwas nicht geht, obwohl es noch nicht probiert wurde. ;)

    Und von wegen Verein, wer-wird-der-Chef-sein, etc.: ich glaube nicht, dass es Sinn machen würde, für dieses Vorhaben extra einen Verein zu gründen. In der Pfalz sind bereits existierende Tourismusvereine (z.B. SÜW e.V.) als Betreiber gewonnen worden. Das gibt beispielsweise im Bayerischen Wald auch (Tourismusverbandes Ostbayern e.V.)., könnte man da genau so machen

    Ich werd mich mal umhören, wo sich evtl. ein Startpunkt finden lässt...

  • Also die Möglichkeit, ein gewisses Recht an freiem Campen wieder einzuführen, würde ich nicht gleich ausschliessen. Die Schotten haben sich auch wieder gelockert. Jetzt ist es aber wirklich so in D-A-CH, dass auf Grund der Dezentralisation Siedlungen quasi nur noch von ein paar Ackerfeldern getrennt werden und man sich nur in ganz bestimmten Gebieten ausreichend von der "Zivilisation" :/ distanzieren kann, um das freie Campen auch zu geniessen.

    So weit muss man gar nicht mal zurückgehen. Ich hänge mal ein Dia aus den späten achtziger Jahren an. So sah es aus, als eine Truppe frisch gebackener Braunschweiger Abiturienten per Fahrrad über die Alpen nach Italien fuhr und mit einem Harras Bier in einem Schweizer Almstadel übernachtete.

    Solche Fotos kann ich dir in Mengen zeigen - von meinen eigenen Reisen der letzten 10 Jahre. Da ist freies Campen die Regel (zwischen 2 und 4 Personen) und der Campingplatz eine Notlösung. Das heisst aber nicht, dass es erlaubt ist...

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • Jetzt ist es aber wirklich so in D-A-CH, dass auf Grund der Dezentralisation Siedlungen quasi nur noch von ein paar Ackerfeldern getrennt werden und man sich nur in ganz bestimmten Gebieten ausreichend von der "Zivilisation" :/ distanzieren kann, [...]

    Wobei in der Schweiz aktuell viel darüber diskutiert wird, das flächenmässige Wachstum der Siedlungen zu begrenzen und durch «verdichtetes» Bauen und Wohnen zu kompensieren. Eine diesbezügliche Initiative ist allerdings abgelehnt worden.

    Wir hatten von 2007 bis und mit 2016 ein Bevölkerungswachstum von mehr als einem Prozent pro Jahr (1.43% im Jahr 2008). In den letzten Jahren ist das Wachstum etwas zurückgegangen (2017: 0.77%, 2018: 0.71%).

    Wir müssen hier schon aufpassen, dass nicht mehr und mehr Landesfläche zubetoniert oder anderweitig versiegelt wird.

    Theoretisch gibt es in der Schweiz auch ein Gesetz, welches besagt, dass alle Seeufer öffentlich zugänglich sein müssen. Als Übergangsrecht wurde dieses Recht zugunsten von Seeanliegern vorübergehend ausgehebelt. Die Forderung nach der Öffnung des Privatbesitzes wird da und dort in letzter Zeit lauter.

  • Zitat von Womble

    Jetzt ist es aber wirklich so in D-A-CH, dass auf Grund der Dezentralisation Siedlungen quasi nur noch von ein paar Ackerfeldern getrennt werden und man sich nur in ganz bestimmten Gebieten ausreichend von der "Zivilisation" :/ distanzieren kann, [...]

    Das macht's aber auch irgendwie spannend.Wenn ich unterwegs bin halte ich ständig die Augen auf und denke denn:!

    Hier könntest Du prima hängen.

    Meist is es in Wohnortnähe .

    Auf Tour kann das natürlich anstrengend sein

  • Wer sich interessiert, wie sich das (Karten-)Bild der Schweiz seit Beginn der Kartografierung verändert hat, kann zum Beispiel mal auf der offiziellen Schweizer Landeskarte meinen Wohnort öffnen. Ich habe die Marke auf den Ortsmittelpunkt gesetzt, wo sich die früheren Hauptverkehrsverbindungen zwischen Basel und Luzern sowie Zürich und Bern kreuzen.

    Links könnt ihr unter «Zeitreise – Kartenwerke» ein beliebiges Jahr zwischen 1844 und heute wählen und schauen, wie sich Wald, Wiesen und Siedlungen Jahr für Jahr verändert haben. An meinem ersten Wohnort stimmt das haargenau: Meine Eltern sind in meinem Geburtsjahr in einen neuen Wohnblock gezogen und der erscheint in diesem Jahr erstmals auf der Karte.

    Die Entwicklung wird in Deutschland zum Teil ähnlich verlaufen sein, nur fehlt dort die rasante Entwicklung der letzten zehn, zwanzig Jahre, wie wir sie bei uns in der Schweiz hatten.

  • Moin zusammen,

    wer nach einem legalem Weg sucht um draußen zu übernachten, der könnte sich überlegen die Angelprüfung abzulegen. Mit dem Angelschein kann man sich dann Angelkarten von Gewässern in denen Nachtangeln erlaubt ist besorgen. Damit hat man dann Tag und Nacht die Berechtigung am Wasser zu sein. Ich z.B. habe eine Jahreskarte für die Eider und die Schlei. Somit darf ich legal an ca. 75km Eider und ca. 25km Schlei legal übernachten. Dazu kommt noch (ohne zusätzliche Angelkarte) die deutsche Ost-und Nordseeküste. An vielen Gewässern in Deutschland ist Nachtangeln erlaubt. Oft gibt es Wochenend-Wochen-oder Monatskarten. Ob man dann wirklich ernsthaft angelt oder nur einwirft mit einem Gänseblümchen am Haken hat bis jetzt noch niemanden interessiert. Bei Kontrollen hat das vorzeigen gültiger Angelpapiere immer gereicht. Man sollte natürlich mindestens eine Angelrute und das notwendige Pflichtzubehör (Unterfangkecher—Bandmaß—Hakenlöser) dabei haben. Nach 45 Jahren aktiv Angeln und ich weiß nicht wie viele Nächte am Gewässer, wollte das aber noch niemand sehen!

    Schlecht für Menschen aus Süddeutschland( voranging Bayern). Dort ist Nachtangeln erheblich eingeschränkt bzw. verboten. Je weiter nördlich oder östlich desto unkomplizierter wird das Nachtangeln (merkwürdiger Weise meist auch günstiger).

    Wer also ein tolles Gewässer bei sich kennt an dem er gerne legal übernachten möchte, das wäre eine Lösung. 👍

    LG wuppitom

  • In vielen Ländern ist das Wandern und 1x übernachten insbesondere in staatlich betriebenen Nationalparks geradezu ermutigt (bei Einhaltung von Regeln), nur in privaten (oder lokal regierten) Wäldern hat immer der Besitzer das letzte Wort und meist was gegen "Fremde = Vagabunden". Ich hab dazu aber gerade in Deutschland keine genaue Ahnung, ob die Nationalparkregelungen ähnlich sind? ZB. in der Sächsischen Schweiz, Alpen usw. ist es eventuell leichter/klarer?

    Dieser Tag ein Leben!

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