Kochen bei erhöhter Waldbrandgefahr

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  • mal ne Frage aus der Praxis, am Wochenende im recht trockenen Wald bei Blankenrode vom Meerurlaub erholt. Buchen, Kiefern und Fichten soweit die Gedanken fassen können.

    Ich bin Holzvergaserfan, Trangia-Nutze und mag morgens meinen Kaffee heiß.

    Aber in so einer Umgebung, die ja unser eigentliches Habitat darstellt, traue ich mich nicht mal heiße Gedanken zu denken, geschweige denn Feuer zu machen.

    Wie macht ihr das?

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Ich stelle meinen Spirituskocher auf einen Tisch oder am Ufer eines Gewässers in den Kies. Feuer - auch im Picogrill - mache ich nur, wenn keine oder nur geringe Waldbrandgefahr herrscht.

    Den Bushbuddy nutze ich nahezu so tolerant wie einen Spirituskocher, selbst im Holzbetrieb, da er aufgrund der Konstruktion gegen unten keine Glut verlieren kann und unten auch kaum heiss wird.

    • Offizieller Beitrag

    In solchen Situationen ist Feuer für mich auch nur bedingt eine Option (wenn ich eine sichere Feuerstelle finde schon, sonst nicht). Je nach Ausrüstung (Jahreszeit, Aktivität) habe ich manchmal noch chemische Heizpads von Barocook dabei. Für löslichen Kaffee oder Fertiggerichte zum erhitzen funktioniert das System ziemlich gut, die Pads sind aber teuer. Kochen (bzw Wasser abkochen) ist damit auch nicht. Dafür halten sie praktisch ewig (jedenfalls solange die Pads nicht feucht werden) und sind nicht brandgefährlich oder besonders umweltschädlich.

  • Sacki hat mal in einem Vierteiler gezeigt, wie man die Barocook-Pads selber herstellen kann... Findet man auf YouTube:

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  • Aber in so einer Umgebung, die ja unser eigentliches Habitat darstellt, traue ich mich nicht mal heiße Gedanken zu denken, geschweige denn Feuer zu machen.

    Wie macht ihr das?

    Ich raeume den Waldboden frei, lege gefaltete Alu Folie unter den Spirituskocher und los gehts. Bei meinen Holzvergasern lege ich gewoehnlich nichts drunter, drehe aber beim fuettern nicht durch und halte immer ein Auge drauf. Wenn Du auf Nummer sichern gehen willst, dann koenntest Du den Boden noch etwas abloeschen (sofern Wasser in der Naehe ist). Im Holzvergaser darf dann natuerlich zum Schluss nur noch Asche drin sein. Wenn es extrem trocken ist, bevorzuge ich den Spirituskocher.

  • Ah, danke!

    Das mit den Heizpads ist in so einer Situation wahrscheinlich die beste Methode. Jetzt wo ihr das schreibt kann ich mich erinnern das schon mal irgendwo gesehen zu haben. Das dürfte für mich die passende Lösung sein wenn Feuer nicht möglich ist.

    Gruß

    Thomas

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Aber in so einer Umgebung, die ja unser eigentliches Habitat darstellt, traue ich mich nicht mal heiße Gedanken zu denken, geschweige denn Feuer zu machen.

    Wenn ich meinen Bushbuddy/Solo Stove, sowie das verfeuerte Holz gut kenne, mich ausnahmslos auf den Kocher konzentriere und mir gleichzeitig der Gefahr eines möglichen Brandes bewusst bin, sehe ich für mich persönlich keinen Grund, ihn nicht zu benutzen.

    Solange der Kocher nicht umkippt, seitlich umgebenes Material berührt oder Glut herausspringt, kommt die Hitze nicht auf den Boden. Vielleicht gibt es noch andere Szenarien, derer ich mir noch nicht bewusst bin, aber diese kommen mir wesentlich vor.

    Manche Hölzer neigen zu kleinen Explosionen (Knacken), z.B. recht häufig Eiche und Lärche, wodurch oft Glut herumfliegt. Das finde ich schon wegen meiner Kunstfaserklamotten und den resultierenden Brandlöchern lästig. Allerdings schmelzen diese Kunststoffe deutlich früher, als ein Brand entfacht wird.

    Das vollständige Ausbrennenlassen bis zur kalten Asche ist natürlich am sichersten, dauert aber auch je nach Glutmenge bis zu 30min. Unbewachsene Steine oder feuchte Baumstümpfe vertragen auch mal heiße Glut aus dem Kocher, die dann recht schnell abkühlt und leider sichtbare Holzkohlespuren hinterlässt. In trockener Umgebung würde ich solch ein Abkühlen beobachten.

    Bei einem voll funktionstüchtigen Kocher bleibt der Boden bei einer Brenndauer von 15min so kühl, dass man ihn unten gerade noch anfassen kann, nach einer Stunde immerhin so kühl, dass er keinerlei Bräunung von Holz oder Blättern hervorruft. Das ist ja eine der Stärken dieser Konstruktion.

    Bei meinem Kocher dagegen ist mittlerweile nach weit über tausend Stunden Betriebsdauer der Boden der Glutpfanne korrodiert/verglüht, sodass die Glut nun leider auf den untersten Boden fällt. Das macht den Boden natürlich heißer, jedoch nicht so sehr, wie ich befürchtet hatte. Der Edelstahl läuft dort durch die Hitze kaum an und knacktrockene Blätter unter dem Boden werden braun, fangen aber nie an zu qualmen.

    Tatsächlich ist der Umgang mit Feuer nie einfach, auch wenn diese schicken Edelstahlteile einem anderes suggerieren. Mit entsprechender Erfahrung, Fähigkeit, Vorstellungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein verändert sich aber jede Risikobewertung.

  • Ich mache beim Holzvergaserbetrieb vorher den Platz schön sauber. Lege, wenn vorhanden, einen Stein drunter.

    Beim Stormin Stove habe ich ja das Titanblech unten drunter und zusätzlich ist ja fast alles seitlich abgedeckt. Nadelhölzer

    nehme ich nicht, weil die explodieren und spritzen aufgrund des Harzgehaltes sehr gerne.

    Funzt bisher sehr gut.

    Im Extremfall nehme ich beim Storming statt des Holzvergasers den Sprituskocher. Wenn dieser umfällt, geht der

    einfach aus und kein Spiritus wird verschüttet, da Keramikfleece.

    Gruss

    Konrad

  • mal ne Frage aus der Praxis, am Wochenende im recht trockenen Wald bei Blankenrode vom Meerurlaub erholt. Buchen, Kiefern und Fichten soweit die Gedanken fassen können.

    Ich bin Holzvergaserfan, Trangia-Nutze und mag morgens meinen Kaffee heiß.

    Aber in so einer Umgebung, die ja unser eigentliches Habitat darstellt, traue ich mich nicht mal heiße Gedanken zu denken, geschweige denn Feuer zu machen.

    Wie macht ihr das?

    Imho ist die sicherste Methode irgendwas mit Feuer zu erwärmen/zu kochen das gute alte Esbit. Je nachdem was gekocht werden soll nehme ich einen der beiden kocher:

    https://esbit.de/trockenbrennstoff-kocher-titan-st11-5-ti/

    Jeweils mit einer kleinen Flammschutzmatte. Ich denke damit ist man ziemlich auf der sicheren Seite wenn man verantwortungsvoll damit umgeht. Kann mir ehrlich gesagt beim besten willen kaum vorstellen, wie dabei irgendwas passieren sollte. Umkippen, umschütten, explodieren etc. wie bei Spiritus oder Gas kann da ja nix mehr. Bei erheblicher Waldbrandgefahr verzichte ich aber, vor allem da es dann meist es so heiß ist, daß ich mit kalter Küche okay bin und auch dann nicht zwingend Lust habe, Kochgeschirr rumzuschleppen.

  • Ich habe am letzten Wochenende erstmals die schwere Bushbox durch einen Pico-Grill 85 ersetzt und damit das Essen für Omorotschka und mich gekocht. Ich hatte dabei nicht den Eindruck, dass das besonders gefährlich war. Allerdings kann ich nur unterstreichen, was grobinger dazu sagte, dass man nämlich

    verantwortungsvoll damit umgeht.

    Flammschutzmatte hatten wir zwar keine, aber der Kocher stand auf einer Feuerstelle, die nicht von Bäumen überwölbt war und das Wasser, in dem ich das Ding anschließend gelöscht habe, war keine 5 m entfernt.

    Aber - und das ist auch wichtig - ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, dass ich damit trotzdem gegen geltende Gesetze verstoßen habe, denn momentan darf man gar kein Feuer machen, wenn man an den falschen Ranger oder Förster gerät, wahrscheinlich nicht mal auf dem Esbit-Kocher. Dieses Dilemma lässt sich nicht auflösen. Man sollte darüber nachdenken, erhöhte Vorsicht walten lassen und muss im Zweifelsfall auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen.

  • In der Schweiz ist das Entzünden eines Feuers im Wald grundsätzlich erlaubt, auch ausserhalb von Feuerstellen. (Es kann je nach Kanton oder Gemeinde allerdings Einschränkungen geben.) Das bedeutet aber nicht, dass man von der oben genannten Verantwortung entbunden wäre. Wer einen Waldbrand verursacht, kann dafür zur Verantwortung gezogen werden und wird das bestimmt auch. Zudem wird dieses Recht in besonders trockenen Sommern respektive bei erhöhter Waldbrandgefahr eingeschränkt. Das geht soweit, dass am 1. August (Nationalfeiertag) manchmal Feuerwerk verboten und manchmal auch auf die öffentlichen Höhenfeuer verzichtet wird, um kein Risiko einzugehen.

    Hier kann man die aktuelle Lage für die Schweiz einsehen.

  • Das geht soweit, dass am 1. August (Nationalfeiertag) manchmal Feuerwerk verboten und manchmal auch auf die öffentlichen Höhenfeuer verzichtet wird, um kein Risiko einzugehen.

    Ich bin öfter um Basel herum unterwegs und bin immer wieder baff, wie spät das Feuern im Wald in der Schweiz eingeschränkt wird. Regelmäßig wenn es mir schon zu heikel wird und in fast ganz Deutschland Waldbrandgefahrenstufe over 9000 ist, ist man in der Schweiz erst bei "Mahnung zu verantwortungsbewußten Umgang mit Feuer". Erscheint mir aber auch viel sinniger als ein grundsätzliches Generalverbot wie in Deutschland (a la Peterchen und der Wolf), denn wenn dann mal in der Schweiz ein Verbot verhängt wird, weiß man dass die Kacke wirklich am dampfen ist und die Leute halten sich dann auch dran...

  • wie spät das Feuern im Wald in der Schweiz eingeschränkt wird

    Wer sich die Mühe macht und eine topografische Karte Europas mit einer Niederschlagskarte vergleicht, wird schnell feststellen, dass es im Gebirge fast immer mehr regnet als im «Flachland». Mit anderen Worten: In der Schweiz ist es in der Grundtendenz immer feuchter als in Deutschland.

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    Europa – Niederschläge im Jahr © Quelle

    Ich denke deshalb nicht, dass die Schweiz diesbezüglich deutlich weniger vorsichtig ist als Deutschland. In weiten Teilen der Schweiz ist der Untergrund aufgrund der gehäuften Niederschläge tatsächlich feuchter als in Deutschland, die Waldbrandgefahr in der Tendenz also deutlich geringer. Bei meinem Besuch im April in Berlin war ich erstaunt, wie trocken das am Boden liegende Holz in den Wäldern war. In der Schweiz findet man so trockenes Holz nur selten und schon gar nicht im April.

    Letzten Sommer (2018) herrschte allerdings auch bei uns in fast allen Kantonen bis weit in den Herbst hinein ein Feuerverbot im Freien oder zumindest in der Nähe von Wäldern. Da war auch bei uns alles knochentrocken, weil es vom Juli bis in den Oktober hinein kaum Niederschläge gab.

    Noch ein Nachtrag:
    Oft herrscht in Deutschland eine Waldbrandgefahrensituation wie auf diesem Bild:

    © Quelle

    Da zeigt sich von Südwesten nach Nordosten genau der gleiche trockene Streifen wie auf der Niederschlagskarte oben. Da zeigt sich der Zusammenhang zwischen Niederschlagsmenge und Waldbrandgefahr sehr deutlich.

  • In Deutschland – so sehe ich gerade – scheinen die fünf Gefahrenstufen (WBI) seit 2014 einheitlich geregelt zu sein. Die aktuelle Lage kann beim Deutschen Wetterdienst (DWD) abgerufen werden, jeweils auch für vier Folgetage:

    https://www.dwd.de/DE/leistungen/…ldbrandgef.html

    Hier sieht man gleich den aktuellen und die vier Folgetage auf einen Blick:

    http://www.wettergefahren.de/warnungen/indizes/waldbrand.html

    So kann man sich vor jeder Tour einen Überblick über die zu erwartende Waldbrandgefahr verschaffen und entsprechend planen, ob und wie man unterwegs kochen möchte.

  • Interessantes und wichtiges Thema! Danke für die vielen Gedanken und Infos.

    Ich habe ebenfalls den Trangia und einen Solo Stove. Versuche wie ihr, die Sicherheit so hoch wie möglich zu halten.

    Aber ich glaube auch, dass ich im Extremfall auch aus Sicherheitsgründen auf den Betrieb verzichten würde und eher kalte Speisen und Getränke zu mir nehmen würde.

    Vielen Dank auch für den Waldbrandgefahr Link.

  • Hallo zusammen,

    bei entsprechender Waldbrandgefahr nehme ich einen Gaskocher mit. Irgendwo findet sich immer eine Schutzhütte, Grillplatz oder eine große Steinplatte/Schotterweg wo ich dann mein Essen/Wasser gefahrlos heiß machen kann. Kein Funkenflug und kein verschütteter Spititus.

    Gruß Andreas

  • Schon mal mit einem Storming Stove Spirituskocher, welcher mit

    Keramicfleece gefüllt ist gekocht?

    Da kann beim Umfallen nämlich kein Spiritus auslaufen und er verlöscht direkt.

    Gruss

    Konrad

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