Umgang mit nächtlicher Feuchtigkeit im Herbst?

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Ich habe einen superdünnen Climashield Apex Topquilt (Apex 67 g/qm), den ich gerne auf den Schlafsack lege. Der bringt etwas zusätzliche Wärme, und hält die Feuchtigkeit von der Daune ab. Ich habe allerdings noch keine Erfahrungen mit extremen Wetterbedingungen.

    Ich habe auch gemerkt, dass Feuchtigkeit in meinen Kufa-Schlafsack einzieht und der Loft viel länger braucht um sich aufzuwärmen, und die Wärme schlechter hält.

    Extreme Wetterbedingungen sind in dem Fall kalte Nächte um die 0C° mit hoher Luftfeuchtigkeit. Starke dichte Nebelbildung ist ein Indikator dafür. Ab November, Dezember ist das zu erwarten. Wenn Du mit Deiner Kopflampe nur max. 5m weit gucken kannst, dann hast Du dichten Nebel.

    Vielleicht bist Du bei solchen Bedingungen mal draußen. Mich würde interessieren welchen Ansatz Du dabei verfolgen würdest.

  • Moin,

    ich bekomme durch Instagram immer noch ganz gute Einblicke in Storys usw von "da Oben". In Fjällnäs sind die Temperaturen nachts nun um Null. Das ist zwar noch etwas höher als der Finnskogsleden, aber der Herbst ist definitiv da.

    Luftfeuchte von nahezu 100% hatte ich in Windstillen Nächten definitiv auch IM Innenzelt. Sobald die Sonne weg war ging es von jetzt auf gleich los mit Klamm auf dem Schlafsack usw. Denke das dass ganze Moos und der Untergrund so viel Feuchte speichert, das einfach die ganze Luft vor Nässe steht. Mein Tipp wäre auf jeden Fall ein Spot wo immer etwas Wind geht. Das kann bei einstelligen Temperaturen natürlich auch diverse Nachteile haben.

  • Also die Wahl des Lagerplatzes scheint kritisch zu sein. Manchmal sind die schönen Hängeplätze nicht die guten. Das muss ich wohl so hinnehmen.

    Nichts desto trotz habe ich jetzt einen Panikkauf getätigt und mir einen Daunenschlafsack mit Membran bestellt. Das wird nun mein neuer Winterschlafsack. Es ist der WM Antelope GWS geworden, allerdings mit 50% Rabatt.

    Mein alter Haglöfs Schlafsack, der mich Mitte der 90er im patagonischen Frühling laut Datenblatt bis -10 Grad C warm gehalten hat, wiegt dann doch 2338g. Und auch wenn mein Taiga 480 auch recht warm ist, fand ich es unschön, wenn gerade bei Minustemperaturen beim Umdrehen die kalte Luft von der Seite reinzieht. Entweder landet der Taiga nun bald im Marktplatz oder bei meinem Sohn im Schrank.

    Ich ahne jedoch, dass die Schlafplatzwahl der entscheidende Faktor bleibt.

  • Noch eine Überlegung: Würde es helfen, ohne Moskitonetz unterwegs zu sein, damit die Feuchtigkeit sich hier unter nicht fängt, bzw. leichter vom Wind wieder weggeweht werden kann?

    Oder schützt das Netz davor, dass sich hier mehr Feuchtigkeit absetzt?

    Kennt jemand die Physik dazu?

    Natürlich bringt das Netz ein wenig Wärmegewinn, aber für gegen Mücken bräuchte ich es nicht. Von daher könnte ich auch darauf verzichten.

  • Möglicherweise wäre ein Kompromiss angebracht. Moskitonetz bis in Hüfthohe geschlossen, um von außen kommende Luftfeuchtigkeit zu „fangen“ und oberhalb der Hüfte offen, damit die Feuchtigkeit aus der Atemluft besser nach außen entweichen kann.

    Aber das sind Vermutungen ohne praktische Erfahrungen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Moin,

    Ich würde aus mehreren Gründen immer ein Mückennetz verwenden............

    - ein Teil der Luftfeuchtigkeit kondensiert am Netz noch besser wäre vielleicht ein atmungsaktives Topcover anstatt das Netz

    - das Mückennetz dient ein wenig als Windblocker

    - es kann deutlich schwerer etwas aus der Hm auf den Boden fallen und schmutzig oder feucht werden

    - es schützt natürlich auch vor Mücken

    - falls man mal ohne Tarp den Sternenhimmel betrachten möchte hält es Blätter, Vogelkacka, kleine Äste usw aus der Hm

    um mal ein paar Beispiele zu nennen.............

    Eine größere Bodenplane unter der Hm hält schon mal einiges von der direkten Bodenfeuchte unter der Hm zurück.

    Die Hängematten Platzwahl, wie weiter oben ja schon mehrfach erwähnt, kann großen Einfluss auf Feuchtigkeit im Inneren der Hm haben.

    Lange Unterwäsche für Nachts, die einen Teil deiner Köperfeuchtigkeit speichert z.B. aus Wolle hilft sehr, daß dein Topquilt/Schlafsack von innen nicht so feucht wird. Genauso wie ein Schlafsack Inlett.

    Und natürlich das vielleich wichtigst unterwegs: die Ausrüstung so gut wie möglich trocknen bzw trocken halten.

    Falls es das Packvolumen und/oder Gewicht zulässt, würde ich unter feucht-kalten Bedingungen Kufa gegenüber Daune den Vorzug geben

    Alles zusammen genommen solltest du auch unter sehr widrigen Bedingungen klar kommen ...........

    Gruß von weiter nördlich

  • Zur Physik kann ich ein bisschen was sagen, falls es jemanden interessiert. Die Menge an Feuchtigkeit, die von der Luft aufgenommen werden kann, hängt von der Temperatur und dem Luftdruck ab. In der freien Atmosphäre sollte der Luftdruck nur in relativ kleinen Bereichen schwanken, von daher würde ich ihn hier gedanklich einmal ausklammern. Wie viel Feuchtigkeit die Luft dann also aufnehmen kann, hängt von der Temperatur ab. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als Wärme Luft.
    Wenn wenn sich also bei einer gegebenen Feuchtigkeitsmenge in der Luft die Temperatur der Luft ändert, ändert sich auch die relative Luftfeuchtigkeit. Das heißt wenn die Luft eine relative Luftfeuchtigkeit von beispielsweise 80% hat und sich dann abkühlt steigt die Luftfeuchtigkeit, auch ohne das weiteres Wasser hinzukommt. Die Temperatur, bei der die Luftfeuchtigkeit dann die 100% Marke knackt, nennt man den Taupunkt. Dann fängt das Wasser in der Luft an auszukondensieren und es bilden sich die ersten Tautröpfchen. Da die Temperatur in der Nacht meist abfällt, die Feuchte aber gegebenenfalls bleibt, bilden sich in der Nacht und den Morgenstunden gerne Tautropfen. Kondensation beginnt an Kondensationskeimen, das können Feststoffpartikel in der Luft sein, oder auch eine Oberfläche, wie die Zeltwand, das Tarp, oder eben auch der Schlafsack. Deswegen kondensiert auch morgens Wasser auf dem Spiegel im Bad aus. Die warme, feuchte Luft trifft auf die kalte Spiegeloberfläche und kühlt sich ab, wodurch die Luftfeuchte steigt und letztendlich Tropfen auskondensieren.

    Um Kondensation zu vermeiden muss die Luftfeuchtigkeit abgesenkt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    Der Luft die Feuchtigkeit entziehen, zum Beispiel durch einen Luftentfeuchter. Das ist sicher keine Option Outdoor.

    Eine andere Möglichkeit wäre es, die Temperatur der Luft zu erhöhen, wie z.B. durch eine Heizung. Auch keine Option.

    Was du dann noch machen könntest, wäre Lüften und zwar mit Luft die trockener ist, als die Luft unter deinem Tarp. Daher würde ich auch probieren das Tarp etwas höher aufzuhängen um mehr Durchzug zu bekommen.

    Außerdem wäre es hilfreich, wenn du zu der Feuchte, die sowieso in der Luft vorhanden ist, möglichst wenig zusätzliche Feuchte aus deinem Körper bringst. Der Tipp mit der feuchtigkeitsaufnehmenden Kleidung ist daher auch guter Hinweis.

    Beides bringt aber nur dann etwas, wenn die Luftfeuchtigkeit unter 100% liegt. Oder anders gesagt, wenn du mitten im Nebel oder einer Wolke liegst hast du keine Chance und wirst nass. Bei starken Nebel, kann man die kleinen Tautropfen die auskondensieren sogar mit bloßem Auge erkennen.


    Angenommen die Luftfeuchte liegt unter 100%, dann helfen die beiden oben genannten Methoden aber. Zusätzlich zur feuchtigkeitsaufnehmenden Kleidung, um die Luftfeuchtigkeit nicht noch durch den eigene Verdunstung zu steigern, gab es hier auch den Tipp mit einer Bodenplane um Feuchtigkeit vom Boden abzublocken, oder von Anfang an einen Boden zu wählen, der nicht so viel Grünzeugs hat, welches zusätzliche Feuchtigkeit in die nähere Umgebung abgibt.

    Daher sollte man es auch vermeiden, in Senken zu schlafen. Kalte Luft hat eine höhere Dichte als warme Luft und sinkt daher ab. In einer Mulde sammelt sich die kalte und feuchte Luft besonders gut und kann eventuell auch schlechter weggeweht werden.


    Den meisten erzähle ich hier sicher nichts Neues, aber vielleicht findet irgendjemand die Hintergründe ja doch interessant.

    Grüße Alex

  • Das meiste war ja schon erwähnt - aber was ich interessant finde - du würdest den Luftdruck tatsächlich gedanklich als unerheblich ausklammern?

    Jetzt nur modellhaft oder findest Du den tatsächlich auch praktisch vernachlässigbar bei den Überlegungen zu Feuchtigkeit und Lagerwahl?

    Wenn ich auf ein paar tausend Metern lagere, was ja in den Bergen schnell geht, ist der Luftdruck ebenso fix ein paar hundert hPa niedriger, womit man afaik leicht bei einem Viertel und mehr Feuchtigkeit ist, die weniger bis zur Kondensation aufgenommen werden kann.

    Und dann kommt noch die niedrigere Temperatur im höheren Lagen hinzu, womit der Taupunkt noch mal niedriger ist und die Luft entsprechend schneller gesättigt.

    Wer jetzt nicht nur Flachlandtiroler oder Strandcamper ist, der sollte die Höhe des Luftdrucks und der Temperatur mmn. durchaus mitdenken, wenn es um Kondensation geht.

    Hier mal ein Rechner, mit dem sich die Unterschiede darstellen lassen - modellartig werden dafür wiederum andere Einflüsse auf den Luftdruck wie das Wetter ausgeklammert. https://www.bergfreunde.de/hoehenabhaengi…gungen-rechner/

    Einen Rechner zur verringerten Sättigung je nach Luftdruck habe ich auf die schnelle nicht gefunden, wer da etwas entdeckt, fände ich zum herumspielen interessant.

  • Motte148 Das würde für die Frage "mit oder ohne Moskitonetz" bedeuten, dass

    - es von Vorteil ist, wenn die Luft zwischen Netz und Quilt etwas wärmer ist, da diese dann mehr Luftfeuchtigkeit halten kann.

    - Die Feuchtigkeit am Netz auskondensieren könnte, weil hier die wärmere Luft von innen auf die kältere Luft von außen trifft.

    - Ein dritter Faktor könnte noch sein, dass das Moskitonetz den Luftaustausch verschlechtert.

    Vermutlich hat jedoch der Boden unter dem Tarp mehr Einfluss.

    Danke für deine ausführliche Antwort!

    Das mit dem Nebel, bzw. Wolken habe ich jetzt im Urlaub erlebt. Es fühlte sich so an, als würde es regnen, aber es waren nur die Wolken, um uns herum.

  • Das meiste war ja schon erwähnt - aber was ich interessant finde - du würdest den Luftdruck tatsächlich gedanklich als unerheblich ausklammern?

    Jetzt nur modellhaft oder findest Du den tatsächlich auch praktisch vernachlässigbar bei den Überlegungen zu Feuchtigkeit und Lagerwahl?

    Ich habe den Luftdruck gedanklich ausgeklammert, weil ich zum einen davon ausgegangen bin, dass man während der Schlafplatzsuche nicht mehr wirklich viele Höhenmeter macht, zum anderen aber, weil der Einfluss des Luftdrucks, vor allem im Vergleich zum Einfluss der Temperatur, verschwindend gering ist.

    Da sich die Temperatur ja auch mit der Höhenlage ändern wird, ist die Temperatur auch bei dieser Betrachtung die führende Größe.

    Wenn ich auf ein paar tausend Metern lagere, was ja in den Bergen schnell geht, ist der Luftdruck ebenso fix ein paar hundert hPa niedriger, womit man afaik leicht bei einem Viertel und mehr Feuchtigkeit ist, die weniger bis zur Kondensation aufgenommen werden kann.

    Ehrlich gesagt hatte ich mir, bei der Frage nach einem HM-Schlafplatz, kein alpines Gelände vorgestellt. Hierzulande wirst du bei 2000 m Höhe bestimmt keine Bäume zum Dranhängen mehr finden. Aber sicher interessant wenn man mit dem Zelt, Biwaksack etc. unterwegs ist. Da wäre aber, wie oben erwähnt, auch die Temperatur maßgebend.

    Wenn man sich nicht sehr sehr gut auskennt, würde ich unabhängig davon jedem abraten hoch im Gebirge zu übernachten..

    Was das Viertel an aufnehmbarer Feuchtigkeit angeht, stimme ich dir nicht zu. Der Luftdruck hat nur indirekt einen Einfluss und würde nicht ansatzweise ein Viertel ausmachen.

    Einen Rechner zur verringerten Sättigung je nach Luftdruck habe ich auf die schnelle nicht gefunden, wer da etwas entdeckt, fände ich zum herumspielen interessant.

    Den wirst du wahrscheinlich leider nicht finden können. Soweit ich weiß besteht da kein direkter Zusammenhang.

    BTW ich bin keinesfalls ein Experte oder so ;)

    Vermutlich hat jedoch der Boden unter dem Tarp mehr Einfluss.

    Ich würde auch vermuten, dass hauptsächlich der Lagerplatz entscheidend ist, das Moskitonetz wird bestimmt einen eher kleinen Einfluss haben.

    Das mit dem Nebel, bzw. Wolken habe ich jetzt im Urlaub erlebt. Es fühlte sich so an, als würde es regnen, aber es waren nur die Wolken, um uns herum.

    Voll cool :)

  • BTW ich bin keinesfalls ein Experte oder so ;)

    Ich auch nicht, deshalb war ich ja so gespannt.

    Ehrlich gesagt hatte ich mir, bei der Frage nach einem HM-Schlafplatz, kein alpines Gelände vorgestellt. Hierzulande wirst du bei 2000 m Höhe bestimmt keine Bäume zum Dranhängen mehr finden.

    Den Eindruck hatte ich auch, das Dir da der Horizont fehlte, deshalb ja mein Hinweis, die Höhenkomponente mitzudenken. Denn natürlich finden sich dort Bäume - die natürliche Baumgrenze liegt in den Alpen zwischen 1800 und 2200m. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wald-_und_Baumgrenze

    Give or take, aber wirft man den obigen Rechner an, landet man in dieser ungefähren Höhe wie beschrieben bei der Einfachheit halber rund 200hPa weniger Luftdruck als im Flachland auf Null.

    Soweit ich weiß besteht da kein direkter Zusammenhang.

    So weit ich weiß durchaus. wie gesagt - auch nicht vom Fach, aber ein Druckabfall hat mwn. durchaus einen Einfluss auf Kondensation und Feuchtigkeitsaufnahme der Luft.


    Kurz mal die KI bemüht:

    Zitat

    Kondensation: Wenn der Luftdruck sinkt, verringert sich der Sättigungsdampfdruck, was bedeutet, dass die Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann, bevor Kondensation eintritt. Bei einem Druckabfall von 200 hPa wird die Luft schneller gesättigt, und überschüssiger Wasserdampf kondensiert eher zu Wasser.

    Feuchtigkeitsaufnahme: Die Fähigkeit der Luft, Feuchtigkeit aufzunehmen, hängt stark vom Druck ab. Bei niedrigerem Druck kann die Luft weniger Wasserdampf halten. Ein Druckabfall von 200 hPa würde die maximale Feuchtigkeitsaufnahme der Luft reduzieren.

    Um die genaue Menge der reduzierten Feuchtigkeitsaufnahme zu berechnen, benötigt man die spezifischen Bedingungen wie Temperatur und die ursprüngliche relative Luftfeuchtigkeit. Generell gilt jedoch, dass bei sinkendem Druck die Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, was zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Kondensation führt


    Ein paar Rechner habe ich dann doch noch aufgetrieben - die aber aufgrund der multifaktoriellen Natur des Zusammenhangs etwas komplexer sind.

    Process Sensing Technologies
    We specialize in measurement instrumentation and solutions that enable our clients to clearly see and monitor conditions that are otherwise invisible and pose…
    www.processsensing.com
    SUTO - Luftfeuchte / Taupunkt Online-Berechnungstool
    Einfacher Feuchte- und Taupunktrechner als kostenloses Online-Tool mit einem sehr intuitiven Eingabebereich.
    www.suto-itec.com


    Daher noch mal die KI:


    Aber es lässt sich wohl auch stark vereinfacht damit operieren, dass der Sättigungsdampfdruck vereinfacht proportional zum Luftdruck ist.

    Bei genanntem Beispiel von rund 200hpa weniger auf ungefährer Höhe der Baumgrenze waren das wohl knapp 20% geringere Feuchtigkeitsaufnahme, die auf das Konto des geringeren Luftdrucks gehen wenn man den Temperaturabfall durch die Höhe von 10-15°C nicht einmal mitdenkt - bezieht man die auch noch mit ein, ist es ja noch mal einiges mehr.

    So zumindest, was ich mir aus KI und den entsprechenden Quellen zusammengeklaubt habe:


    Wo bleibt nur der Haus-und-Hof Tarp-und-Hängematten-Physiker, wenn man ihn für gefährliches Halbwissen braucht? Waldläufer70 :saint:

  • Kurz mal die KI bemüht:

    Bei der Befragung von "Llama 3.1 70B" kam ähnliches raus:

    "Der Luftdruck und die Aufnahmekapazität für Wasserdampf stehen in einem Zusammenhang, der durch die Sättigungsdampfdruckkurve beschrieben wird.

    Bei konstanter Temperatur nimmt die Aufnahmekapazität für Wasserdampf mit abnehmendem Luftdruck ab. Das bedeutet, dass bei niedrigerem Luftdruck weniger Wasserdampf in der Luft enthalten sein kann, bevor sie gesättigt ist.

    Dies liegt daran, dass der Luftdruck die Anzahl der Moleküle in einem bestimmten Volumen beeinflusst. Bei niedrigerem Luftdruck gibt es weniger Moleküle, die den Wasserdampf aufnehmen können, was zu einer geringeren Aufnahmekapazität führt.

    Umgekehrt nimmt die Aufnahmekapazität für Wasserdampf mit zunehmendem Luftdruck zu. Bei höherem Luftdruck gibt es mehr Moleküle, die den Wasserdampf aufnehmen können, was zu einer höheren Aufnahmekapazität führt.

    Es ist jedoch zu beachten, dass die Temperatur einen viel größeren Einfluss auf die Aufnahmekapazität für Wasserdampf hat als der Luftdruck. Bei höheren Temperaturen kann die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen, unabhängig vom Luftdruck."

    Auf die Frage, ob man den Luftdruck demnach vernachlässigen könne, kam dann diese Ergänzung:

    "Ja, in den meisten Fällen kann der Einfluss des Luftdruckes auf die Aufnahmekapazität für Wasserdampf vernachlässigt werden. Die Temperatur hat einen viel größeren Einfluss auf die Aufnahmekapazität, und der Luftdruck spielt nur eine untergeordnete Rolle.

    In der Praxis wird oft angenommen, dass die Aufnahmekapazität für Wasserdampf nur von der Temperatur abhängt, und der Luftdruck wird als konstant angenommen. Dies ist eine gute Näherung, da die Schwankungen des Luftdruckes in der Regel nicht groß genug sind, um einen signifikanten Einfluss auf die Aufnahmekapazität zu haben.

    Es gibt jedoch einige Ausnahmen, bei denen der Einfluss des Luftdruckes nicht vernachlässigt werden kann, zum Beispiel:

    * Bei sehr hohen oder sehr niedrigen Luftdrücken, wie in Flugzeugen oder in tiefen Bergwerken.
    * In der Meteorologie, wo der Luftdruck eine wichtige Rolle bei der Vorhersage von Wetterphänomenen spielt.
    * In der Klimatologie, wo der Luftdruck über lange Zeiträume hinweg eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Klimas spielt.

    In diesen Fällen muss der Einfluss des Luftdruckes auf die Aufnahmekapazität für Wasserdampf berücksichtigt werden, um genaue Ergebnisse zu erhalten."

  • Aber es lässt sich wohl auch stark vereinfacht damit operieren, dass der Sättigungsdampfdruck vereinfacht proportional zum Luftdruck ist.

    Bei genanntem Beispiel von rund 200hpa weniger auf ungefährer Höhe der Baumgrenze waren das wohl knapp 20% geringere Feuchtigkeitsaufnahme, die auf das Konto des geringeren Luftdrucks gehen wenn man den Temperaturabfall durch die Höhe von 10-15°C nicht einmal mitdenkt - bezieht man die auch noch mit ein, ist es ja noch mal einiges mehr.

    Da würde mich sehr interessieren was du bei der KI als Frage eingegeben hast. Denn der Sättigungsdampfdruck ist eine Größe die man für einen Stoff bestimmt, Luft aber ist ein Stoffgemisch. Das bedeutet dass die Einzelkomponenten der Luft alle ihre temperaturabhängigen Sättigungsdampfdrücke haben, das Gesamtgemisch allerdings hat keinen eigenen Sättigungsdampfdruck.

    Vor allem aber ist der Sättigungsdampfdruck ausschließlich von der Temperatur abhängig. Die Clausius-Clapeyron Gleichung macht genau das. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen Sättigungsdampfdruck und Temperatur. Mit ihrer Hilfe kannst du dann die Phasengrenze beschreiben, auf der z.B. der Taupunkt liegt. (Das schreibt deine KI ja sogar selbst)

    Sind Sättigungsdampfdruck (über reinem Wasser) und Partialdruck des Wasserdampfs (in der Luft) gleich, dann fängt der Wasserdampf in der Luft an zu kondensieren.

    Ob also der einzelne Stoff Wasser aus dem Stoffgemisch Luft auskondensiert hängt vom Zusammenspiel des Partialdrucks des Wasserdampfs in der Luft und das Sättigungsdampfdrucks des Wassers ab. (Beide sehr temperatursensibel)

    Ich vermute genau da liegt ein Problem. Denn hier wird in der Literatur nicht immer mit einheitlichen Bezeichnungen gearbeitet. Der Sättigungsdampfdruck wird manchmal vereinfacht auch nur Dampfdruck genannt (gerne im Ingenieurwesen). Dummerweise wird in manchen Werken auch von Dampfdruck gesprochen, wenn der Partialdruck von Wasser in einem Gas , wie zum Beispiel Luft, gemeint ist (das macht man in der Chemie wohl öfter so). Vielleicht schreibt die KI deswegen so etwas.

    Bitte versteh meine Widerrede nicht falsch. Ich versuche nur das zu beschreiben was ich kenne. Dazu muss ich sagen, dass ich kein Naturwissenschaftler, sondern Techniker bin und wir rechnen natürlich mit vereinfachenden Annahmen. Ich halte mich auch definitiv nicht für schlauer als eine KI. Deswegen habe ich das auch mal bei Chat GPT eingeklimpert. Meine KI bestätigt mir das was ich geschrieben habe. Über die KI hinaus tun das auch diverse Skripte für Thermodynamik deutscher Universitäten (einige kann man kostenlos downloaden).

    Vielleicht reden wir auch einfach aneinander vorbei, ich z.B. habe die Begrifflichkeiten nicht immer ganz sauber verwendet. Das ist oft in diesem Teilbereich ein Problem. Denn gerade Begriffe wie Feuchte bzw. Luftfeuchtigkeit werden oft ungenau verwendet. Hier macht es natürlich einen großen Unterschied ob man von absoluter Luftfeuchte oder von relativer Luftfeuchte spricht. Das was wir im Wetterbericht angegeben bekommen und womit die meisten wohl etwas anfangen können ist die relative Feuchte (das ist immer eine Feuchtigkeitsangabe in Prozent).

    Der Zusammenhang zwischen Luftdruck und Feuchtigkeit besteht natürlich schon, da der Partialdruck des Wasserdampfs in der Luft auch mit dem Gesamtluftdruck zusammenhängt. Dass der Partialdruck aber in gleichem Maße wie der Gesamtluftdruck (Summe der Partialdrücke aller Gemischkomponenten) ändert, ist nur unter der Annahme einer konstanten Feuchte gültig. Das heißt die Rechnung wird wahrscheinlich kompliziert.

    Ok, sorry, das war jetzt echt genug Nerd-Talk von meiner Seite :D

  • Leuts das ist ja alles echt schwerer interessant aber neben der Grundlagenforschung sollte auch die praktische Anwendung nicht vergessen werden.

    Können wir aus den aufgestellten Zusammenhängen Verhaltensregeln ableiten die einem Hänger ermöglich morgens möglichst trocken aus der Matte zu kommen?

    z.B. in der Art:


    Bei Feuchtem Wetter mit Taugefahr mach am besten Folgendes:

    1.) Falls irgend möglich hänge nicht in einer Mulde in der sich Kaltluft sammeln kann.

    2.) Hänge die Tarp etwas höher und ermögliche einen leichten Luftzug damit feuchte Luft abgeführt werden kann.

    3.) Lass evtl. vorhandene Türen auf und hänge das Fußende höher damit durch die Thermik unter der Tarp eine Luftbewegung entstehen kann.

    4.) Benuzte ein Groundsheet um feuche Vegitation ab zu decken dadurch steigt weniger Feuchtigkeit in die Luft auf.

    5.) Mache das Fliegennetz zu damit die Luft über dem Schlafsack wärmer bleibt als die Umgebungsluft und ausfallende Feuchtigkeit sich am Netz ablagert anstatt auf dem Schlafsack.

    6.) Lege eine dünne, leiche Decke oder ein Laken über den Schlafsack damit ausfallende Feuchtigkeit davon aufgenommen werden kann und der Schlafsack selber trocken bleibt.

    7.) Lege einen extra Lappen vor deinem Mund/Nase auf den Schlafsack damit kondensierte Feuchtigkeit aus der Atemluft nicht in den Schlafsack zieht.

    8.) Benutze einen Unterquiltprotektor damit sich ausfallende Feuchtigkeit nicht am Underquilt ablagert.

    9.) Sei vorsichtig beim Aufstehen da sowohl Fleigennetz als auch Tarp voller kleiner Tropfen sein können die bei zu starker Bewegung in Regen über gehen können.

    10.) Habe einen kleinen Lappen dabei um das Fliegennetz und evtl. die Tarp vor dem Aufstehen ab zu wischen.


    So jetzt zurück an die Theoretiker:

    Bitte korrigieren und ergänzen wo nötig/möglich;)

    Don't Panic

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!