Zecken, eine Zusammenrechnung

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  • Echt keinen Bock mehr auf die Viecher, das verleidet mir gehörig das draußen sein in Deutschland. Auf Tour im Ausland hatte ich da noch nirgends derartige Probleme.

    Meine Besucher aus dem UK sind immer wieder erstaunt, wenn sie in Deutschland zum ersten Mal in ihrem Leben einen Zeckenbiss bekommen und ärgern sich, dass sie vorher nie irgendwo gelesen haben, dass diese Bisse gefährlich sein können.

    Deutsche nationale und regionale Tourismus-Websites sowie offizielle englischsprachige Besuchermaterialien erwähnen Zecken oder durch Zecken übertragene Krankheiten nicht, selbst in ausgewiesenen Risikogebieten für Outdoor-Aktivitäten (z.B. Frankenjura). Auf germany.travel und den wichtigsten regionalen Tourismus-Websites (z. B. Bayern, Schwarzwald) gibt es für internationale Besucher keine Hinweise oder Warnungen zu Zecken oder Prävention. Sucht man auf diesen Seiten nach Begriffen wie „Zecke“, „FSME“, „Borreliose“ oder „Krankheit“, findet man keine relevanten Ergebnisse.

    An wichtigen internationalen Ankunftspunkten (Flughäfen, Bahnhöfen) habe ich nie eine Zeckenwarnungen für internationale Touristen gesehen. Hinweisschilder vor Ort zu Zecken, wenn überhaupt vorhanden, sind immer nur auf Deutsch.

    Ob die deutsche Tourismusbehörden bewusst die Entscheidung treffen, internationale Touristen in ihren offiziellen Informationsmaterialien nicht auf Zecken oder durch Zecken übertragene Krankheiten hinzuweisen?

  • Mich würde interessieren wieviele Menschen wirklich "Zeckenmagnete" sind. Ist das nur eine kleine, ziemlich verschwindende Minderheit? Ich hatte in meinen inzwischen erreichten 62 Jahren genau 2 Zecken d.h. mich mögen sie nicht. Und bei der Mehrzahl der Leute, die ich kenne (außer meiner Mutter), ist das ähnlich.

    In meinen Augen wird die Zeckengefahr schon übertrieben. Nur eine ganz kleine Minderheit der Zecken überträgt FSME, etwas mehr Borreliose, aber die Wahrscheinlichkeit, eine der beiden Krankheiten zu bekommen ist für die meisten Leute (abgesehen von den "Zeckenmagneten") doch eher klein. Und die letztgenannten können sich ja impfen lassen und sich mit Kleidung und Sprays schützen.

    Jetzt sogar eventuelle Touristen extra auf Zecken hinzuweisen wäre zumindest in meinen Augen ziemlich übertrieben.

  • Jetzt sogar eventuelle Touristen extra auf Zecken hinzuweisen wäre zumindest in meinen Augen ziemlich übertrieben.

    Ich bin oft mit Touristen in Deutschland unterwegs und viele habe wenig Verständnis dafür, dass es keine Infos zu Zecken (FSME, Borreliose) auf Englisch gibt – selbst ein Bild würde reichen. Sie reisen dann in Länder zurück, wo man sich mit diesen Krankheiten nicht auskennt oder nicht daran denkt.

    Es ist nicht witzig, wenn in einer ausländischen Gruppe niemand eine Zeckenkarte hat oder weiß, wie man Zecken entfernt oder was eine Wanderröte bedeutet. Ich kann Zecken zwar gut entfernen, will danach aber nur noch duschen und nicht mehr draußen schlafen.

    Selbst für Kletterer (Risikogruppe) im Risikogebiet Frankenjura gibt es keine Hinweise. Bei einem Kletterfestival wurde nur über Zecken nur auf Englisch gesprochen. Ich hasse sie wirklich, denn Briten, alle Briten, sind für Zecken sehr lecker.

  • In Grossbritannien sind Zecken verschiedenerorts ein Thema und es wird auch darauf aufmerksam gemacht. Übrigens auch auf Kreuzottern (wegen Hunden).

    Und auch in den Cévennen habe ich beim Wandern Hinweisschilder entdeckt.

    hangloose mein Mittleid und mich nerven die Viecher auch. So sehr, dass ich den Winter schon fast zu meiner bevorzugten Outdoorjahreszeit erkoren habe. Hat dann auch weniger störende Mitmenschen unterwegs 😁

  • In meinen Augen wird die Zeckengefahr schon übertrieben.

    Wie man‘s sieht. Die Fallzahlen (Link) sind je nach Region stark unterschiedlich, aber die übertragenen Krankheiten extrem hässlich. Eine Information kostet nicht viel, kann aber über das Schicksal eines Menschen entscheiden. Weiterhin aktiv, gesund und glücklich oder Schmerzen, Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken?

    Wie gesagt, eine Information kostet nicht viel.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Kleine Inseltreffenbilanz:

    Nach einer mittleren, einstelligen Zahl bereits in den ersten Minuten nach Ankunft auf der Insel abgesammelten Zecken (jepp, ich bin wohl wirklich ein Zeckenmagnet) unter den ungläubigen Augen der bereits am Vortag angereisten ohne eine einzige, habe ich dann für den Rest des Inseltreffens wieder mit Nosilife Socken und Hose darin die Schotten dicht gemacht.

    In den letzten Jahren hatte ich immer AntiBrumm auf der Insel benutzt und insbesondere meine Hose/Knöchel/Socken damit besprüht. Hatte nie eine Zecke exportiert.

    Habe dieses Jahr zwar auch AntiBrumm dabei gehabt aber komplett vergessen zu benutzen. Ergebnis: Zuhause habe ich in den ersten zwei Tagen nach Ankunft acht (8!) Zecken mit dem Haken abpflücken müssen 8| Die waren so klein und versteckt, dass ich sie abends vorm Schlafengehen in der Hängematte auch nicht entdeckt hätte unterm Tarp.

    Teilweise waren die Biss-Stellen gerötet, habe die Stellen gleich nach dem Abpflücken mit Teebaumöl behandelt. Die Rötungen sind nach ein paar Tagen dann aber alle auch wieder abgeklungen. Hoffe mal, dass ich mir nichts eingefangen habe ...

  • Ich bin leider auch ein Zeckenmagnet. Mein trauriger Rekord sind über 20 Stück an einem Tag..

    Meine Mitcamper haben meist viel weniger. Wenn man annimmt, dass sich alle gleich gut schützen und gleich vorsichtig verhalten, liegt das ja wahrscheinlich am Geruch.

    Meint ihr da kann man, neben Abwehrspray, durch das "richtige" Duschzeug, vielleicht auch Ernährung vorbeugen?

  • Ich habe heute Zecke Nummer 8, 9 und 10 in diesem Jahr gezogen. Alle habe ich mir im Garten geholt, teilweise obwohl ich nur einmal kurz über den kurzgemähten Rasen gegangen bin. Das Wetter (warm und nass) sorgt wohl für beste Bedingungen. Selbst für mich ist das ein Rekord, und ich überlege, ob ich mir Zeckenhalsbänder um die Hosenbeine schnalle um mich nicht immer einsprühen zu müssen.

    Zumindest hier in Bayern habe ich gelegentlich Warnschilder gesehen.

  • Meint ihr da kann man, neben Abwehrspray, durch das "richtige" Duschzeug, vielleicht auch Ernährung vorbeugen?

    Prinzipiell funktioniert das mit der "zeckenfeindlichen" Ernährung:
    Es gibt Tabletten gegen Flöhe, Milben und Zecken — die sind aber afaik nicht für Menschen zugelassen.
    Schwarzkümmelöl wirkt auch abschreckend, aber wahrscheinlich nicht so zuverlässig wie die chemische Keule.

  • Schwarzkümmelöl wirkt auch abschreckend,

    Das Märchen stirbt auch nie aus || Es gibt keinerlei Wirknachweis. Same für Kokosöl, Eigenurin oder Kopfstand. Haben wir hier meine ich auch bereits (mehrfach?) abgehandelt. Bitte Vorsicht mit Pseudofakten hier - die Konsequenz, wenn's in die Hose geht, kann gravierend sein!

    Zur Ausgangsfrage, warum manche mehr als andere befallen werden - auch das ist erst in Ansätzen erforscht, aber vermutlich multifaktoriell, habe gerade mal ChatGPT herangezogen für eine kompakte Zusammenfassung:


    Was mir bis vor kurzem auch noch neu war - für Blutgruppe könnte indirekt auch einen Einfluss haben, nochmals ChatGPT der Einfachheit halber:


  • ChatGPT ist mglw. keine wissenschaftliche Quelle, wie unlängst hier im Forum beim Thema Kesselpfeife aufgedeckt. ;)


    Aber vielleicht ist das RKI als wissenschaftliche Quelle akzeptabel?

    Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion
    Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion
    www.rki.de


    ________


    Meine persönliche Erfahrung ist, dass Zecken quasi überall in meiner Lebenswelt vorkommen. Draussen in Feld und Wald, gemähter Rasen im Garten, der Kater bringt sie mit ins Haus etc.

    Zeckenbisse jucken (mich) spezifisch und bisher immer so schnell, dass die kleinen Sauger noch winzig sind.

    Ich bin geimpft, präentiv besprühe ich mich nicht.

    An drei Orten habe ich ein Anti-Zecken-Set, bestehend aus einem kleinen Handspiegel, Octenisept und Zeckenhaken: im Bad zuhaus, im Kulturbeutel für unterwegs und in einer Schublade im Büro.

    Leider finde ich immer mal wieder einen kleinen Sauger am Körper. Und das, obwohl Schleswig-Holstein nicht als Zecken-Risikogebiet zählt.

    Grüsse,

    jenshelge

  • mglw.

    Nicht nur möglicherweise. ;) Daher auch lediglich wie geschrieben zur Textgeneration für den Post verwendet.

    Gesichert sind die Erkenntnisse bisher nicht, sondern lediglich erste Indikatoren - wie ebenso geschrieben. Eine Handlzngskonsequenz, die sich im Ernstfall rächen könnte, leitet sich daraus ohnehin nicht ab (außer vielleicht mal öfter duschen :D) weshalb ich das ganze in dieser Form durchaus bewusst so gepostet habe.:)

  • Man muss schon viele festsitzende Zecken gehabt haben, wenn die Wahrscheinlichkeit von einem Zeckenbiss krank zu werden erhöht sein soll.

    Zitat vom RKI oben:

    • Wie hoch ist das Risiko, nach einem Stich an FSME oder Borreliose zu erkranken?

      Auch in den FSME-Risikogebieten Deutschlands sind nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass das Virusvorkommen in den Zecken kleinräumig sehr stark schwanken kann, im Mittel tragen in FSME-Risikogebieten 0,1% bis 5 % der Zecken FSME-Viren in sich. Hieraus ein Erkrankungsrisiko nach einem einzelnen Zeckenstich abzuleiten, ist nicht möglich. Viele FSME-Infektionen verlaufen zudem ohne sichtbare oder mit milden Symptomen. Gegen FSME kann man sich impfen lassen, siehe hierzu die FAQ zur FSME-Impfung.

      Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt kleinräumig sehr stark und kann bis zu 30% betragen. Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen, charakterisiert durch die sogenannte Serokonversion, also das Auftreten von Antikörpern im Blut. Nur ein kleiner Teil der Infizierten erkrankt. Insgesamt ist bei 0,3 bis 1,4% der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen (Nahimana et al 2004; Heininger et al 1993; Maiwald et al 1998; Paul et al 1987)

      Für mich heißt das:

      fast keine Zecke überträgt FSME und bei Borreliose ist nur bei ca. 1% der Erkrankten überhaupt mit Krankheitssymptomen zu rechnen. Das finde ich vgl. mit allen anderen Krankheiten und Lebensrisiken total vernachlässigbar....

      Noch ein kleiner Nachtrag: meine Mutter (89), die immer schon viele Zecken hatte, weil sie immer noch gern Heidelbeeren und Brombeeren im Wald sammelt, und die nach jedem Sammeln mehrere Zecken entfernt ( und manchmal natürlich auch welche übersieht), hatte in ihrer langen Lebenszeit noch nie FSME oder Borreliose und das, obwohl wir hier in Baden-Württemberg im Hochrisikogebiet leben. Insofern passt meine Erfahrung zu den Zahlen vom RKI oben.


    Einmal editiert, zuletzt von barfuß (13. Juni 2025 um 22:58)

  • Sorry, aber zumindest was Borreliose betrifft stimmt das einfach nicht. Oder wir haben in meiner Familie extremes Pech gehabt. Meiner Erfahrung nach haben die meisten Ärzte Borreliose gar nicht auf dem Schirm und weigern sich, darauf zu testen, weil es ja angeblich so selten ist. Als dann schließlich doch einer unter Protest getestet hat, kam heraus dass meine Mutter mehrere Borreliose-Infektionen in verschiedenen Stadien hatte, und ich eine angeblich ausgeheilte Borreliose. Keiner von uns hatte jemals Wanderröte, aber wir hatten beide immer wieder Gelenkschmerzen. Wenn andere Ärzte auch nur so widerwillig testen, ist es kein Wunder, dass die Infektionsrate so niedrig ist. Ich denke, die Dunkelziffer liegt wesentlich höher, und wer weiß, wie viele Beschwerden von unerkannten Borreliose-Infektionen verursacht werden. Ich wette jetzt mal ganz sarkastisch, in dem Moment in dem es eine Impfung gibt, mit der man Geld verdienen kann, werden die Fallzahlen plötzlich magisch ansteigen.

  • Das Märchen stirbt auch nie aus || Es gibt keinerlei Wirknachweis. Same für Kokosöl, Eigenurin oder Kopfstand. Haben wir hier meine ich auch bereits (mehrfach?) abgehandelt. Bitte Vorsicht mit Pseudofakten hier - die Konsequenz, wenn's in die Hose geht, kann gravierend sein!

    Kokosöl wirkt tatsächlich abweisend auf Zecken. Siehe z.B. GEO. Da ich quasi den ganzen Sommer lang in Icaridin baden muss (ich habe letzten Sommer mindestens 6 Flaschen verbraucht), wenn ich in den Garten gehen will, habe ich angefangen, auf der Haut Kokosöl zu verwenden, und nur die Schuhe einsprühen zu müssen. Es ist halt nicht so angenehm, ständig ölige Haut zu haben, vor allem bei den Temperaturen.

  • Kokosöl wirkt tatsächlich abweisend auf Zecken.

    Ein hoch eindeutiges Jein. Die Studienlage ist dünn, alt, lediglich laborbasiert und bezieht sich auf reine Laurinsäure, nicht auf Kokosöl, so z.b. die meist zitierte FU Studie aus 2009.

    Wie sich das auf menschlicher Haut unter Alltagsbedingunen verhält (Schweiß, Bewegung, Abrasion etc.) - und was das für Laurinsäure in Kokosöl als Träger bedeutet, ist unklar.

    Dazu kommt noch der unbekannte, Laurinsäuregehalt des jeweiligen Kokosöls, je nach Provinienz und Qualität nach Prinzip Hoffnung, wie sich dieser wie schnell und je nach Lagerung und Alter nach unten entwickelt, fehlende Erkenntnisse über Dosierung und Auftrag - und damit vor allem auch, wie lange das ganze dann - wie gut auch immer - eine abschreckende Wirkung hat...

    Wäre mir persönlich zu heikel. da setze ich lieber auf craghoppers Nosilife Klamotten - und ergänze ggf. punktuell mit Icaridin. Denn da bin ich absolut d'accord - bei Hitze die Haut voller Fett vom Kokosöl - nee, danke.

    Einmal editiert, zuletzt von hangloose (14. Juni 2025 um 12:25)

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