Warum ist Ridgeline Spannung relevant?

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  • Hallo,

    ich hab jetzt direkt zum Anfang eine Verständnisfrage, da ich immer möglichst gern alles technisch/physikalisch verstehen will.

    Und zwar hab ich jetzt hier öfters gelesen, dass anscheinend die Ridgeline Spannung Einfluss auf die Bequemlichkeit hat. Das verstehe ich nicht. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Ridgline vernachlässigbar stark dehnt (bei meiner neuen ist sie aus Dyneema), sollte die Matte unter der Ridgeline doch immer gleich hängen, egal wie stark die Ridgeline belastet ist. Als Gedankenexperiment kann man sich ja mal vorstellen, dass statt der Ridgeline ein Stahlträger benutzt wird, an dem die Hängematte befestigt ist. Wie dieser Stahlträger jetzt mit welcher Spannung zwischen die Bäume gehängt wird, sollte für die Hängematte darunter doch völlig egal sein. Sie hängt immer gleich. Oder ist es doch nur die minimale Dehnung die den Unterschied macht? Oder hab ich einen anderen Denkfehler?

    Mir geht es jetzt wie gesagt nur um die Bequemlichkeit. Dass es nicht besonders sinnvoll ist, die Ridgeline zu stark zu belasten, kann ich mir vorstellen.

    Grüße

  • Wie Du schreibst ist es nicht sinnvoll, die Ridgeline zu stark zu belasten. Warbonnet zb gibt deswegen die Ridgelinespannung vor und definiert dadurch den Durchhang, der von Ihnen für optimal gehalten wird, und der Durchhang ist eben größer als der bei maximaler Ridgelinespannung. Da geht es natürlich nur um wenige cm oder gar Millimeter hin oder her, aber der gefühlte Unterschied ist ja auch nicht sehr groß.

    Einmal editiert, zuletzt von grobinger (28. Juni 2023 um 10:11)

  • Ok, hauptsächlich hatte ich das aus diesem Video.

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    Da wirkt es eben so, als ob die Spannung ziemlich wichtig ist für das optimale Liegen. Aber wenn es also wirklich nur die Dehnung der Ridgeline ist, was ja vermutlich bei Dyneema wirklich nur wenige Millimeter sind, kann ich mir kaum vorstellen, dass man das großartig merkt.

  • Wenn du immer das gleiche Liegegefühl in der Hängematte haben willst, sollte die Ridgelinespannung der betreffenden Hängematte logischerweise immer gleich sein. Die Ridgeline soll es dir ja ermöglichen, die Hängematte unter total verschiedenen Umständen immer gleich aufzuhängen. D.h. wenn du mit dem Liegekomfort zufrieden bist, solltest du dir die Ridgelinespannung merken, um sie beim nächsten mal replizieren zu können. Wenn die Ridgeline locker hängt, merk dir wie locker. Wenn die Ridgeline stramm gespannt ist, merk dir wie stramm.

    Wenn deine Hängematte kein integriertes, von der Ridgeline gespanntes Netz hat, kannst du die Ridgelinelänge so anpassen, dass sie leicht gespannt ist, wenn die Hängematte (für dich) optimal hängt. Das Gefühl einer leichten Spannung kann man sich meist leichter merken als wie weit die Ridgeline durchhängt.

  • Danke für die Antwort. Aber genau diese Aussage verstehe ich eben nicht. Nach meinem Verständnis sollte es eben egal sein, wie stark die Ridgeline gespannt ist, solange sie nicht durchhängt. Der Liegekomort sollte sich daruch nicht merklich ändern, da sich an der Geometrie eigentlich nur die minimale Dehnung ändert. Allein, dass man eine Ridgeline hat müsste doch für de Reproduzierbarkeit des Setups reichen und für immer gleiche Bedingungen sorgen (wie gesagt mal unabhängig davon, dass man die Ridgeline natürlich nicht überbelasten sollte).

    Einmal editiert, zuletzt von duckstance (28. Juni 2023 um 11:07)

  • Bei meiner XLC macht es einen deutlich spürbaren Unterschied. Allerdings hat man vor allem am Anfang so viele Parameter und Neues, dass man gar nicht genau sagen kann was wie warum passt oder nicht.

    Mit der Zeit und ausprobieren wird das besser. Ist wie in der Fahrschule. Anfangs ist man mit Schalten, Bremsen etc. so eingespannt, dass man vom Verkehr wesentlich weniger mitbekommt als jmd. der das Auto aus dem ff kennt.

    Offline ist am schönsten!

  • Das Problem mit einer detaillierten Erklärung, warum die exakte Ridgelinespannung einen Unterschied macht, ist, dass es ein komplexes Zusammenspiel von vielen Faktoren ist. Die Hängematte besteht aus flexiblem Stoff, der von einem 100 kg schweren Nutzer anders gespannt wird als von einem 50 kg schweren Nutzer. Auch die Länge und Dehnbarkeit der Aufhängung hat einen großen Einfluss auf das Verhalten der Ridgeline.

    Ich gehe nicht davon aus, dass dir jemand eine Antwort wie E = mc2 geben kann. Wenn es eine Formel geben sollte, ist sie mit Sicherheit sehr komplex, und auch ziemlich sinnlos. Probier es einfach selbst aus und sammle Erfahrungen.

  • Im Großen und Ganzen ist es schon so, dass die Ridgeline dir den Durchhang vorgibt. Den Unterschied beim Liegen zwischen superstramm, superduperstramm und stramm wird man nicht merken. Wenn man die Ridgeline etwas lockerer hängen hat, hat man logischerweise wieder etwas mehr Durchhang, was dann Nuancen beim Liegegefühl ausmacht. Das ist vorallem bei Matten mit integriertem Netz der Fall, weil man die Ridgeline dort eben nicht verlängern oder verkürzen kann und durch die Spannung dann doch etwas Spielraum gewinnt. Allerdings sollte die Ridgeline auch nicht allzu doll auf Zug gebracht werden, weil die Belastung auf Baum und Material viel größer wird. Am besten ist daher ein optisch knickfreier Übergang von Hängemattenstoff zu Aufhängung.

  • Danke euch. Mir macht es einfach Spaß mir über sowas Gedanken zu machen. Ich brauch jetzt keine exakte Formel ;)

    Okay so wie Bikepacker es jetzt geschrieben hat, habe ich es auch verstanden, das macht für mich Sinn. Da es ja eh schon so viele Stellschrauben gibt, an denen man drehen muss, ist es ja schön wenn man da eine weniger hat. Dh es reicht wenn die Spannung halbwegs im richtigen Bereich liegt und muss nicht feineingestellt werden.
    Hab grad nochmal nachgeschaut. Dyneema Dehung liegt so zwischen 1-3%. Wenn man mal im Schnitt von 2% ausgeht, macht das bei einer 3m Ridgeline 6cm aus. Da man aber ja meistens eher um eine mittlere Spannung schwankt, wird der Unterschied noch weniger sein. Aber kann schon sein, dass man diese paar Zentimeter merkt, da fehlt mir noch die Erfahrung.

  • Für mich macht es einen Unterschied, ob die Ridgeline so stramm gespannt ist, dass ich sie nicht mehr knicken kann, oder nur so gespannt ist, dass ich sie um 45° knicken kann. Ich finde es auch unbequem, wenn die Aufhängung nicht nachgeben kann, weil die Hängematte so dicht an der Wand oder im Gestell hängt. Weiterhin konnte ich eine Hängematte ohne Ridgeline nie genauso aufhängen wie eine Hängematte mit leicht gespannter Ridgeline. Das Liegegefühl ist einfach anders.

    Die Dehnung der Ridgeline ist dabei meiner Meinung nach unerheblich. Was sich ändert ist, wieviel Kraft aufgewendet werden muss, um den Winkel der Aufhängung (und damit vermutlich auch die Stoffspannung) zu verändern.

  • Ich für meinen Teil merke praktisch keinen Unterschied im Liegekomfort in Abhängigkeit von der Ridgelinespannung. Meine Ridgelines sind aus 3mm Dyneema gespleist, da dürfte sich die Länge auch unter (akzeptabler) Belastung nicht nennenswert ändern (wäre vielleicht mal ein spannendes Experiment, aber wenn ich erst einmal liege kann ich mich nicht aufraffen zu messen und straffer oder lockerer aufzuhängen und erneut zu messen...).

    Oder ich bin einfach zu unsensibel und würde auch ohne Ridgeline gut in der Hängematte liegen?

  • . Meine Ridgelines sind aus 3mm Dyneema gespleist, da dürfte sich die Länge auch unter (akzeptabler) Belastung nicht nennenswert

    Ich dehne die RL bei meinen Bedava Matten vor indem ich sie aufspanne und mein ganzes Gewicht brachial einsaetze, das Sie sich an der Matte spaeter eben nicht mehr dehnt. Dachte auch erst, das braucht es nicht, aber da kommen gut 3 bis 5 cm dazu auf meine 3 Meter

    2,5mm Dynema Schnur von Extex.

  • Bedava , klar, einmal ordentlich (aber nicht zu ordentlich) belasten bevor gespleist wird (wenn ich die Menge an Reck genau wüsste ginge natürlich auch hinterher), so bin ich mir halbwegs sicher, dass die Länge am Ende meinen Wünschen entspricht.Dehnung sollte d

  • Es gibt gute Beiträge in diesem Thread.

    Es geht lediglich um die Wiederholbarkeit. Deshalb ist Dyneema (hyperstatisch) die gängige 1. Wahl als Material. Dynamisches Material ist, was die Wiederholbarkeit angeht, schlecht. Danach geht es um Nuancen.

    Für die Meisten dient als Indikator, dass Hängematte immer gleich aufgehängt ist, das Knicken der RL. Aber das ist nicht vorgeschrieben. Für viele ein zugänglicher Anhaltspunkt. Jeder kann sein Indikator selber bestimmen. Ich habe 3mm RLs, spanne sie eher straf, sodass das Zupfen, wie eine Saite, mir persönlich mehr Feedback darüber gibt, dass die jetzige Aufbau vorige gute Aufbauten ähnelt.

  • Auch Dyneema dehnt sich eben leicht (rund 1 % bei 30 % der Bruchlast). Das macht schon einen Unterschied im Liegegefühl. Dazu kommen die anderen genannten Faktoren. Ich finde den Unterschied nicht so gross. Aber eine Hängematte ohne Ridgeline bewegt sich anders als eine mit Ridgeline, weil sich die Enden ja bei Bewegung etwas annähern und auch entfernen können.

    Ich habe mich zu Beginn auch stark für die "Physik" hinter allem interessiert. Inzwischen ist mir das eher egal. ;)

  • So nun ist meine Onewind 12' Hängematte angekommen. Nun hab ich gleich noch ne Frage zur Ridgeline, da es ja wie ich hier gelernt hab auf jeden Zentimeter ankommt. Ich hab gelesen als Startwert sind 83% der Hängemattenlänge gut. Aber wie und wo mess ich das denn genau? Nehm ich die Herstellerangabe von 12', davon wären 83% dann 3,03 m? Oder muss ich selber nachmessen und wenn ja wie? In einem anderen Thread hab ich gelesen, dass das auch mal abweicht. Und wo messe ich an der Ridgeline? Vom äußerstem Ende zu Ende?

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