Was würdet ihr als Underquilt empfehlen, wenn es kein Wooki sein soll?

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  • Ich selber nutze seit ein paar Jahren den Incubator von HammockGear (20°F) und komme damit bis ca. 3°C recht gut zurecht. Wird es kälter, so kann ich mir mit einer zusätzlichen Wolldecke im Lenden-/Gesässbereich behelfen. Aber weit unter 0°C komme ich damit nicht. Grundsätzlich bin ich damit aber sehr zufrieden und würde den deshalb auch weiterempfehlen.

    Ich weiss, das Nonplusultra soll wohl ein Wooki darstellen. Den habe ich Freunden, die ins Hängematten-Camping einsteigen wollen, auch empfohlen und ihnen den sogar wie Honig ums Maul gestrichen. Leider gibt der Wooki aber die Liegerichtung vor. Und so wie es nun aussieht, möchten meine Freunde gerne bei Bedarf die Liegerichtung wechseln können. Und ich – als einer, dem diese Freiheit bisher selber relativ wichtig war – möchte ihnen das eigentlich nur ungern ausreden.

    Deshalb meine Frage: Welchen Unterquilt würdet ihr – sagen wir mal für 3 Jahreszeiten (Komfort bis ca. 0°C) – meinen Freunden empfehlen, wenn es kein Wooki sein soll? Und wie kommt ihr zu eurer Einschätzung?

    Wie gesagt bin ich mit meinem Incubator soweit sehr zufrieden (und kann den neben der Gathered-End-Hängematte sogar unter der Brücken-Hängematte erfreulich gut nutzen). Deshalb würde ich ihnen von meiner Seite wohl den empfehlen: in der passenden Länge und allenfalls mit etwas Overfill, um noch ein paar Grad Celsius zusätzlich zu gewinnen.

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    Wenn es Daune sein muss, aber kein Wooki sein darf: HammockGear Incubator, Locolibre Habanero bzw. Carolina Reaper oder UGQ Zeppelin. Dabei geht es weniger um das Design sondern mehr um die Details. Passen tun sie alle gleich gut bzw. schlecht.

    Wenn es Synthetik sein darf: den Trail Winder von Simply Light Designs kann man symmetrisch bestellen.

    Wenn es meine Freunde wären, würde ich ihnen klar machen, welchen Einfluss die Passform auf den Liegekomfort und die Effektivität hat, und würde fragen, wie wichtig es wirklich ist die Richtung zu wechseln. Schläfer, die während der Nacht die Richtung wechseln sind meiner Erfahrung nach selten. Meistens ist die Bedingung "ich will die Liegerichtung wechseln können" nur eine Kopfsache - ähnlich wie "ich will meine Hängematte auch auf dem Boden benutzen können wenn es keine Bäume gibt".

  • Danke für deine Einschätzung und die Tipps zu weiteren guten Marken! – Ich schätze, es wird auf Daune hinauslaufen. Ich denke kaum, dass sie gezielt in feuchten Gebieten campieren werden...

    Schläfer, die während der Nacht die Richtung wechseln sind meiner Erfahrung nach selten. Meistens ist die Bedingung "ich will die Liegerichtung wechseln können" nur eine Kopfsache - ähnlich wie "ich will meine Hängematte auch auf dem Boden benutzen können wenn es keine Bäume gibt".

    Ich denke, dass du mit deiner Einschätzung in der Mehrheit der Fälle schon richtig liegst. – Bei mir ist es allerdings tatsächlich so, dass ich schon oft, wenn ich in einer Richtung liegend keinen Schlaf gefunden habe, froh darum war, die Richtung wechseln zu können. Das hat bisher eigentlich immer Erfolg gebracht. Deshalb kann ich anderen diesen Wunsch nur schlecht "ausreden".

    Ich werde ihnen aber den Link zu diesem Faden schicken. So können sie sich selber informieren.

    • Offizieller Beitrag

    Meistens erledigt sich die Sache von selbst, wenn der Quilt-Interessent einmal den direkten Vergleich hatte. Ich hänge zu diesem Zweck meist eine Hängematte mit Wooki neben eine Hängematte mit Incubator. Dann werden die Prioritäten ganz schnell neu sortiert. Ich weiß wie gesagt, dass es Richtungswechsler gibt - und für die ist ein normaler Underquilt besser geeignet. Aber in den allermeisten Fällen wollen sich die Leute einfach alle Optionen offen halten. Das ist möglich, aber immer nur ein Kompromiss. Es gibt leider immer noch keine eierlegenden Wollmilchsäue, so praktisch wie das auch wäre. Deshalb sollte man sich bewusst sein, welchen Preis man für diese Flexibilität zahlt.

    • Offizieller Beitrag

    Mein Lieblingsunderquilt ist der an die Hängematte angenähte. Danach kommt der Wooki und an 3. Stelle der Incubator von Hammock Gear. Die Plätze 4 bis 10 sind nicht vergeben und dann kommen alle anderen Underquilts.

    Du liegst also meiner Meinung nach richtig, wenn Du den Incubator empfiehlst.

    • Offizieller Beitrag

    Da ich den direkten Vergleich zwischen Wooki und Incubator habe, melde ich mich auch mal ;) .

    Der Incubator ist definitiv nicht schlecht. Für ein paar Nächte. Bedeutet in meinem Fall, dass ich ihm in meinem Touren-Setup benutze. Dort schlägt er sich gut, auch mal für ein paar Tage. Für den Dauergebrauch ist er aber nichts, da man ihn doch sehr stramm spannen muss, um keine Luftlöcher zu haben. Langfristig machen das die Gummibänder nicht mit. Sind halt Verschleißteile. Durch die hohe Spannung drückt der Incubator einen auch immer etwas in die Mitte der Hängematte. Das bekommt man durch entsprechende Einstellung zwar in den Griff, dann ist der UQ aber auch nicht mehr vollkommen symmetrisch. Man kann die Richtung zwar ändern, aber nicht "mal eben" bei Dunkelheit.

    Der Wooki löst alle Probleme beim Incubator, indem er die Richtung festlegt. Dafür bekommt man ein Maximum an Komfort und sehr einfaches Handling. Auch bei Dauergebrauch ist die Chance, dass etwas ausleiert, ziemlich gering. Für mein Heim-Setup definitiv die einzig sinnvolle Wahl.

    Letztendlich muss man sich halt überlegen, was wichtiger ist - Komfort und Zuverlässigkeit oder Flexibilität. Ich tendiere mittlerweile zu Variante 1, habe aber mit dem Incubator inzwischen ein "ausreichend gutes" System, dass er auch funktioniert. Daher bleiben beide Setups vorläufig so, wie sie sind.

  • Kann man sich einen Wooki denn nicht auch als Sonderanfertigung machen lassen, bei dem die Isolierung halt nicht diagonal sondern einfach unter dem kompletten Stoff angebracht ist? Das hat dann zwar etwas mehr Gewicht und Packvolumen, aber die Liegerichtung bliebe offen und könnte jederzeit geändert werden.

    Das wäre sicher nichts für deine Freunde Waldläufer70 , weil es zu teuer wäre, aber für dich wäre es vielleicht eine Option? Wenn es Modelle für "Leftys" und "Rightys" gibt, müßte doch ein Modell mit kompletter Isolierung möglich sein.

  • Mein Lieblingsunderquilt ist der an die Hängematte angenähte. Danach kommt der Wooki und an 3. Stelle der Incubator von Hammock Gear. Die Plätze 4 bis 10 sind nicht vergeben und dann kommen alle anderen Underquilts.

    Du liegst also meiner Meinung nach richtig, wenn Du den Incubator empfiehlst.

    Das finde ich interessant... bist du so nett und erläuterst einmal, wie du den UQ festgenäht hast?

  • Das wäre sicher nichts für deine Freunde Waldläufer70 , weil es zu teuer wäre, aber für dich wäre es vielleicht eine Option? Wenn es Modelle für "Leftys" und "Rightys" gibt, müßte doch ein Modell mit kompletter Isolierung möglich sein.

    Ich habe mir das auch schon überlegt, mir einen solchen zu nähen. Aber im Grunde bin ich mit meinem Incubator zufrieden genug, um mir keine so grosse Arbeit zu machen.

    Ein Unterquilt wird in Längsrichtung ganz anders gewölbt als in Querrichtung. Das muss man bei der Planung berücksichtigen. Es gibt zwar Unterquilts, die Querkammern haben, aber – soweit ich das überblicke – haben die meisten Längskammern. Damit ein solcher Quilt, der in beide Liegerichtungen genutzt werden kann, wirklich funktioniert, müsste man die Kammern wohl in einem grossen X anordnen. Das finde ich für mich zu aufwändig.

    Aber zurück zum eigentlichen Thema des Fadens.

    • Offizieller Beitrag

    Das finde ich interessant... bist du so nett und erläuterst einmal, wie du den UQ festgenäht hast?

    So ähnlich wie hier beschrieben, Olivio .

    Waldläufer70 Erinnerst Du Dich noch an diesen Faden? Falls sich Deine Freunde an den Gummischnüren des Incubator stören, wäre die Clew-Aufhängung vielleicht eine Alternative.

  • Waldläufer70 Erinnerst Du Dich noch an diesen Faden? Falls sich Deine Freunde an den Gummischnüren des Incubator stören, wäre die Clew-Aufhängung vielleicht eine Alternative.

    Ja, da erinnere ich mich noch. Mich persönlich stören die Schnüre nicht. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich durch den Incubator stark in eine weniger diagonale Liegeposition gedrängt werde. Wie gesagt, funktioniert er für mich anscheinend wirklich gut... mit der Einschränkung bei der Temperatur. Ich kann auch innerhalb von zehn Sekunden die Liegerichtung ändern. Dazu löse ich die sekundäre Aufhängung auf der Seite, auf die ich wechsle, ein wenig und ziehe sie dort etwas an, wo der Kopf vorher lag. Das gibt dem Unterquilt noch etwas zusätzlich die gewünschte Richtung.

    Falls es aber tatsächlich Probleme geben sollte wegen der Gummikordeln, dann ist eine Clew-Aufhängung allenfalls tatsächlich einen Versuch wert. Das gilt natürlich für jeden "traditionellen" Unterquilt. Anscheinend ist der Incubator wirklich keine schlechte Wahl, wenn man den Wooki ausklammert. Ich kenne ja nichts anderes und dachte deshalb, vielleicht gibt es noch weitere Erfahrungswerte zu anderen herkömmlichen Modellen.

    • Offizieller Beitrag

    Nein, die Clew-Aufhängung funktioniert definitiv nicht (gut) für den Incubator. Die Clew-Aufhängung ist eine partielle Wooki-Aufhängung: der Stoff wird durch Gummikordel ersetzt. Das funktioniert bei breiten Underquilts akzeptabel. Schmale Underquilts wie der Incubator müssen sich zumindest minimal mit dem Schläfer drehen damit der Kopf bzw. die Füße isoliert werden. Schon bei den 8 Gummikordeln der primären und sekundären Aufhängung dreht sich der Incubator nur schwer. Und je mehr Kordel ihn halten, desto weniger dreht er sich. Ich würde sagen, dass ein Underquilt mindestens 140 cm breit sein muss, um für eine Clew-Aufhängung geeignet zu sein.

  • Soweit ich weiß, ist Jared eine One-Man-Show, so dass ich bezweifel, dass er im großen Stil produziert.

    Viele Grüße von der Ostsee

    "Ist es dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass du möglicherweise falsch liegst?" Snoopy/Charles M. Schulz

  • Mein Lieblingsunderquilt ist der an die Hängematte angenähte. Danach kommt der Wooki und an 3. Stelle der Incubator von Hammock Gear. Die Plätze 4 bis 10 sind nicht vergeben und dann kommen alle anderen Underquilts.

    Du liegst also meiner Meinung nach richtig, wenn Du den Incubator empfiehlst.

    Hallo Mittagsfrost,

    welchen UQ hast Du an Deine HM angenäht?

    Hast Du von Deinem Set auch Bilder?

    Vielen Dank im voraus, Andreas.

    • Offizieller Beitrag

    Nur ganz kurz, da nicht Thema dieses Fadens: Den Daunenunderquilt habe ich bei ebay gekauft (Verkäufer: blueskylavender), mit viel Experimentieren an eine Hängematte angenäht und hier gibt’s ein Foto. Vielleicht stelle ich die Sache mal in einem eigenen Faden vor.

    Nun aber zurück zum eigentlichen Thema!

  • Den Cumulus kann ich nach wie vor empfehlen, vielleicht nicht den 600er da hohes Gewicht (overkill bei 0Grad komfort).

    Mittagsfrost stimme ich voll zu (richtig angenäht ist das Wahre!) und habe auch vor, eines Tages eine Daunenthermomatte zu nähen.

    Bin mittlerweile auch der selben Überzeugung wie Treegirl: wenn man einmal seine Liegerichtung gefunden hat, wechselt man sie nicht mehr. Die LiegeLAGE allerdings wechsle ich nachts ständig, Zumindest wenn ich nicht einschlafen kann, was eben in unserem Alter vorkommt.

    Dieser Tag ein Leben!

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