- Offizieller Beitrag
Tag 1 - Anfahrt mit der Bahn
Nach der Arbeit gab ich meinem Gepäck noch den letzten Schliff.
Hängematte oder Zelt? An der Neiße gibt es Bäume, an der Oder wird es schwierig werden, welche zu finden. Auf Nummer sicher gehen und die ganze Zeit im Zelt schlafen? Nein, nur wenn ich muss. Das Gatewood Cape mit Serenity Net Tent nehmen doch nicht so viel Platz weg. Die NeoAir Isomatte auch nicht. Also beides mitnehmen? Ja. Dann bleibt eben das Kissen zu Hause.
Moskitonetz für die Hängematte? Ach was, hab ich schon ewig nicht mehr gebraucht. Vielleicht das Half-Bug-Net? Gut, am Fluß gibt es vielleicht doch ein paar Mücken. Oh, ein Tarp brauche ich noch, falls es regnet. Das kleine leichte oder das 3x3 Tarntarp? Lieber das große, da kann ich das Fahrrad besser verstecken. Mann, sind die Taschen voll! Jetzt müssen noch 3 Liter Wasser mit rein. Und was mache ich mit den Tomaten und den beiden Gurken? Die werden doch schlecht zu Hause. Mitnehmen. Die beiden Äpfel auch. Okay, fliegt eben der Pullover auch noch raus, dann passen sie noch mit rein. Ist das schwer! Jetzt aber schnell zum Zug!
Im Zug nach Dresden bin ich das einzige Fahrrad. Umsteigen geht einfach. Abfahrt rund 10 Minuten später am Nachbarbahnsteig. Aber was ist das? Ich will doch nach Zittau und an der Anzeige steht Görlitz / Liberec. Hm, Abfahrtszeit und Bahnsteig stimmen. Egal, schnell rein, hier kommen noch fünf Fahrräder. Schnell die drei Packtaschen abmachen, damit die anderen Räder auch reinpassen. Jetzt kommt die Schaffnerin und schimpft, daß zu viele Räder im Zug wären. Egal, er fährt schon. Bei der Fahrscheinkontrolle frage ich sie, ob der Zug nach Zittau fährt. Ja schon, aber mein Waggon wird abgekoppelt und fährt nach Görlitz. Das vordere Fahrradabteil wäre aber eh schon voll. Ich müsse dann sehen, ob mich der nächste Zug mitnimmt. Die Chancen stünden aber eher schlecht. Urlaubszeit.
Vier der anderen Radfahrer wollen auch nach Zittau. Und mein Rad steht ganz hinten. ![]()
Beim nächsten Halt versuchen wir unser Glück und zwängen uns ins andere Fahrradabteil. Mit dem Fahrrad in der einen und drei Packtaschen in der anderen Hand nicht einfach. Aber wir helfen uns gegenseitig. Zum Glück ist die Schaffnerin anderweitig beschäftigt und sieht den total verperrten Durchgang erst, als der Zug wieder fährt. Sie schreit eine Weile rum, aber als die fahrradlosen Mitreisenden ihr Solidarität mit uns ausdrücken beruhigt sie sich etwas. Wir hatten alle einen anstrengenden Tag.
Zittau. Endlich raus aus dem Zug! Es wird schon langsam dunkel. Schnell nach Hirschfelde radeln und dort am Neißehang ein Plätzchen für die Nacht suchen.
Hier biegt ein Waldweg vom Radweg ab. Den nehme ich, auch wenn er sehr zerfurcht ist. Murks, hier ist er mit Absicht versperrt worden. Durch das Astwerk komme ich mit dem Rad nicht durch.
Also Fahrrad zurücklassen und gut tarnen.
Ja, hier sieht es besser aus. Ich hänge mich quer über den Weg. Aua, was war den das? Ich bin von Mücken umringt. Schnell in die Hängematte, Topquilt über die Beine und Netz über den Kopf. Ist das warm! Doch was hilft's? Lieber schwitzen als gestochen werden.