Notwendigkeit Underquilt / Tarp

  • Hey zusammen,


    als absoluter Neuling in der Hängematten-Welt hab ich ein paar Unsicherheiten und würde mich über Euren Rat freuen. Ich lese zwar gerade auch "The ultimate hang", bin aber erst am Anfang.


    Mein Equipement besteht aus einer (Billig-?) Hängematte mit Mosquitonetz, mit zwei Baumstraps, zwei Seilen zum ggf. Verlängern aus einem Baumarkt und einem Schlafsack (Komforttemp. 1Grad C). Eigentlich habe ich mich erst im Anschluss an den Kauf ernsthaft angefangen zu informieren, sehr schlau 8o. Aber je mehr ich lese, desto faszinierter bin ich davon. Bevor ich mir ggf. nach und nach gescheites Equipment zulege, würde ich das gerne aber mal ein/zwei Nächte testen, vorallem hinsichtlich Liegekomfort über eine ganze Nacht. Für Temperatur und Wetter gibts Lösungen, aber wenn mir die Liegeweise nicht taugt, dann hilft alles nichts. Wohnung ist hierbei aber keine Option. Keine Chance das Teil aufzuhängen.


    In einem anderen Thread habe ich gelesen, dass die meisten unter 20Grad nur mit zusätzlicher Isolation schlafen würden, welche mir abgesehen von einer alten Isomatte fehlt. Hier möchte ich auch kein Billig-Teil mehr kaufen. Wenn mir das HM-Schlafen taugt, dann gleich ein gescheites Underquilt. Gibt es irgendeine einfache Weise mich trotzdem von unten vor Kälte zu schützen? Isomatte plus Wolldecke oder so? Oder hilft sonst nur frieren oder auf eine warme Nacht warten?


    Bei den meisten Bildern von Schlafplätzen sind Tarps mit aufgebaut. Das habe ich bisher noch nicht eingeplant, sondern erst, wenn sich das ganze als gute Sache für mich rausstellt. Hat das neben Schutz vor Regen und ggf. freundlichen Grüßen von Vögeln noch weitere Vorteile oder kann ich das anfangs getrost weglassen?


    Vielen Dank für Eure Hilfe :)

  • Einen Underquilt aus einer alten Decke selbst zu basteln ist nicht schwer (Suchbegriffe: Poncho Liner, PLUQ), auch wenn das Ergebnis sicher in Sachen Gewicht und Komfort nicht ideal ist. Wichtig ist hauptsächlich, dass du die Isolation nicht platt machst... Denn was isoliert ist nicht das Material selbst, sondern die stehende List, die darin eingeschlossen ist.


    Das Tarp schützt neben allerhand fallenden Objekten mit geringem Gewicht (und variabler Konsistenz :D ) vor Allem auch vor Wind. Letztendlich gilt das gleiche wie bei der Isolation. Bei entsprechenden Temperaturen und stabilem Wetter lasse ich es allerdings durchaus auch weg und freue mich am freien Blick in die Sterne.

  • Ich habe mir zum Ausprobieren zuerst nur eine vernuenftige Haengematte besorgt, mir bei einem sonnigen WE die vorhandene Isomatte und den Schlafsack geschnappt und zwei Probenaechte verbracht und es hat fuer mich gepasst. Dann folgten weitere Anschaffungen (Tarps, Quilts, etc.). Ich denke, wenn Du das Probeliegen gut ueberstehst, dann wird die Sache mit Underquilts etc. nur noch weitere Verbesserungen bringen. Eine aufs Uebernachten ausgelegte HM sollte meiner Meinung nach aber schon vorhanden sein und die Isomatte sollte auch so duenn und anschmiegsam wie moeglich sein.

  • Willkommen!

    Also am Anfang habe ich einfach eine Wolldecke doppelt gefaltet und in die HM gelegt. Dann habe ich mich in den Schlafsack gewurschtelt und versucht mich auf die Decke zu legen, ohne dass alles verrutscht. Ganz schön sportlich! Ist gut für als Bauchmuskelübung!

    Dann habe ich mir ein billiges Unterquilt selbst gemacht. Ist nicht schwer! Einfach Schlaufen annähen und Gummikordeln durchziehen! Das ist so genial! Und jetzt spare ich auf ein SimplyLightDesign Trailwinder UQ... ;)

  • Ich habe mit Sitzauflagen für Campingstühle gute Erfahrungen gemacht. Auch dicke Decken isolieren zumindest in Sommernächten recht gut gegen die Kälte von unten. Alles, was nicht steif ist und halbwegs isoliert, kannst Du in Erwägung ziehen.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Am Wochenende gibt es 30 Grad. Da könntest du ohne weiteres mal ohne UQ in der HM schlafen und schauen, ob du damit zurecht kommst. Wenn ja, kannst du dich um die restliche Ausrüstung kümmern. Ich würde dann zuerst eine gute, aber preiswerte HM kaufen wie z.B. die Lesovik (http://www.shop-016.de/camping…162h64-Lesovik-Spirit.htm). Die 75,- € sind gut angelegt und selbst, wenn du sie später nur für kurze Siestas verwenden willst, hast du sicher keinen Fehlkauf getätigt.

  • Moin,

    als ich mit dem Hängematten Camping anfing gab es so gut wie keine UQ’s+TQ’s. Auch sehr wenige vernünftige Hängematten mit Mossinetz. Das was es gab und auch was taugte war fast alles aus den USA.

    Also habe ich Anfangs alles mögliche als Isolation zweckentfremdet: Wolldecken (zu schwer), offenzellige Schaumstoffmatten (zu voluminös), Alu-Luftfolie ( nicht atmungsaktiv) usw. und auch verschiedene Isomatten ausprobiert.

    Dann habe ich einen ausgedienten, rechteckigen Schlafsack quasi halbiert und daraus meinen ersten UQ gebastelt. Das funktionierte dann recht gut.

    Mittlerweile gibt es alles als fertiges Produkt zukaufen. Wobei dann der diy Spaßfaktor wegfällt und es i.d.R. auch teurer wird.

    Wenig Sinn macht es meiner Meinung nach sich erstmal was ganz einfaches, billiges zukaufen. Weil man möchte ja erstmal testen ob dass überhaupt etwas für einen ist?!
    Ich kenne mehrere Menschen die sich erstmal eine sehr günstige, nicht so toll verarbeitete Hängematte zulegten, darin eine grausige Nacht verbracht haben und dann nicht verstehen können warum ich so gut in meiner Hängematte schlafen kann. Manche kamen dann zu der Erkenntnis: Hängematten Camping ist nichts für mich. Hätten sie aber vielleicht in einer anderen, besser passenden Hängematte geschlafen, wären sie vielleicht für immer infiziert.

    Lasse ich sie dann in meiner Hängematte Probe liegen erkennen sie schnell den Unterschied.

    Oft sind diese günstigen „no name“ Sachen die Verpackung und das Porto nicht wert.

    Wenn du also wirklich wissen möchtest ob in Hängematten schlafen etwas für dich ist solltest du dir auf jeden Fall etwas zulegen das dir passt. Vielleicht kannst du dir mal zum Testen was ausleihen!? Mit Hängematten ist es ähnlich wie mit Rucksack oder Wanderschuhen. Es muss passen.
    Es macht z. B. keinen Sinn wenn 190cm+ Hünen sich eine 9-10F Hängematte zulegen um dann zu erkennen dass sie vielleicht zu kurz ist um bequem darin zu schlafen.

    Ich würde an deiner Stelle, oder die jedes Anfängers, erstmal soviel Infos sammeln wie ich kann. Und dann entscheiden was möchte ich machen, wieviel kann ich ausgeben, kaufe ich fertige Produkte oder doch lieber DIY!?

    Viel Erfolg

  • Allen Vorrednern kann ich mich anschließen und möchte noch ergänzen, dass die erste Nacht möglicherweise nicht die allerbequemste sein könnte.


    Es sind so viele Variablen, die dauerhaftes Liegen bequem oder unbequem machen. Die Länge der HäMa ist schon wichtig, aber Winkel, und die Art und Weise zu liegen sind ebenfalls sehr ausschlaggebend. In meiner Amazons Moskito Traveller kann ich durchaus mit Isomatte sehr gute Nächte haben. Aber nur wenn das Setup stimmt. Besonders Härte der Isomatte und Aufhängewinkel entscheiden über die Qualität meiner Nacht.


    Bei der Isomatte solltest du, wenn du auf ihr liegst, so viel Luft rauslassen, dass sie sich unter dir gut (wirklich passgenau) anschmiegt. Das reicht in lauen Nächten zur Isolation völlig und der Komfort (der Hängematte) geht nicht gänzlich flöten. Ich war erstaunt wie viel Luft ich tatsächlich rauslassen musste.

    Auch zu versuchen, in der HäMa in den Schlafsack zu kommen, auf der Isomatte zu liegen und bestenfalls noch einen Liner für den Schlafsack... Und wenn dann endlich alles passt, merkst du nach einer Minute, dass du pinkeln musst :rolleyes:

    Es reicht, den Schlafsack als TopQuilt über sich zu legen - in lauen Nächten mit Isomatte.


    Viel Freude beim experimetieren:thumbup:

  • Ich bin ja auch Anfängerin im Hängemattencamping, und die ersten Testnächte gingen bei mir auch ohne Tarp (allerdings im Garten bei entsprechender Wettervorhersage ohne Regen...), ohne Moskitonetz und mit Isomatte in der Hängematte. Ich nehme allerdings eine wirklich große Isomatte (fast 70cm breit, aufblasbar), die ich in meiner Baumwollhängematte diagonal verkeilen kann, da rutscht nix.


    Dass es so schwierig sein soll, in der Hängematte in den Schlafsack zu steigen habe ich schon oft gelesen und kann es nicht so recht nachvollziehen - Reißverschluss auf, Hintern rein, Füße rein, zurücklehnen und Reißverschluss wieder zu. Wo genau ist da ein Problem?


    Inzwischen habe ich auch ein Tarp (das sich bei nächtlichen Regengüssen auch schon bewährt hat) und einen Underquilt (der auf dem Fahrrad weniger Platz wegnimmt als die Monster-Isomatte), damit ist es noch bequemer. Als nächstes steht ein Upgrade der Hängematte an, denn meine jetzige wiegt 1,5kg und hat kein Moskitonetz, das hätte ich für die Haupt-Mückensaison aber schon gerne. Für den Anfang geht es aber auch mit Minimalausrüstung, finde ich, dann kann man später immer noch nach und nach herausfinden, was man denn wirklich braucht und was für einen selber gar nicht so wichtig ist.

  • Dass es so schwierig sein soll, in der Hängematte in den Schlafsack zu steigen habe ich schon oft gelesen und kann es nicht so recht nachvollziehen - Reißverschluss auf, Hintern rein, Füße rein, zurücklehnen und Reißverschluss wieder zu. Wo genau ist da ein Problem?

    Ich hab's auch nie verstanden. Selbst mit einem Schlafsack ohne Reissverschluss geht es relativ einfach: Füsse in die Luft, Schlafsack bis zum Hintern hochziehen, Füsse in der Hängematte abstützen, Gesäss anheben, Schlafsack ganz hochziehen... Aber mit einem Quilt geht es definitiv einfacher.

  • Es kommt immer auf den Schlafsack an. Mumienschlafsäcke sind problematischer als weiter geschnittene Schlafsäcke. Und es ist von Vorteil, wenn der Reißverschluss nicht an einer bestimmten Stelle sein muss. Ich verwende seit 10 Jahren (weite) Schlafsäcke ohne Kapuze in der Hängematte, aber wenn ich den Schlafsack schließe, ist es schon deutlich mehr Gezappel bis ich eingepackt bin, obwohl man mit der Zeit Techniken entwickelt.

  • Update: nochmal Danke für all die Meinungen, Tips und Infos. Ich hab mich entschlossen ein uq zu kaufen. Selbst wenn ich es nur nutze um im Wald zu chillen und lesen. Da ich gerade eben dieses tue und dabei wieder fröstele, macht das für mich Sinn. Mein tarp bekommt gerade auch den ersten regen ab, obwohl es das Lt Wetterbericht nicht soll 🙈 Wollte es nur zum testen mal aufbauen und gleich lohnt es sich...

    Mit dem Handy bekomme ich es nur nicht hin, ein Bild anzufügen...

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