Zoll und Mehrwertsteuer bei Bestellungen aus den USA

  • Mittlerweile bietet Ripstopbytheroll eine optionale Versandversicherung an: Route Shipping Insurance. Sie schreiben "By deselecting shipping protection, Ripstop by the Roll is not liable for lost, damaged, or stolen items." Das klingt für mich so, als ob Paypal nicht für verschollene oder beschädigte Pakete aufkommt.


    Cross Hammock - ist dein Paket noch aufgetaucht?

  • „for items that have not been shipped“ würde ich aber mit „für nicht versendete Artikel“ übersetzen.


    Nachtrag:

    So, hier der Wortlaut der Regelung:

    „4.1. Item Not Received

    Der Artikel wurde bei einem vereinbarten Versand durch den Verkäufer nicht versendet oder nachfolgend in dieser Ziffer 4.1. beschriebene sonstige Verpflichtungen des Verkäufers wurden nicht eingehalten.

    Der PayPal-Käuferschutz wegen nicht versandter Artikel gilt nicht für Artikel, die während des Versands verloren gehen. Falls der Verkäufer einen gültigen Versandbeleg fristgerecht (wie im Detail in der PayPal-Verkäuferschutzrichtlinie beschrieben) oder ein entsprechendes zwischen Verkäufer und PayPal vereinbartes geeignetes Äquivalent vorlegt, lehnt PayPal den Antrag auf PayPal- Käuferschutz ab.

    Vor einem Antrag auf PayPal-Käuferschutz muss der Käufer dem Verkäufer einen ausreichend langen Zeitraum von mindestens einer Woche für den Versand und die Lieferung eingeräumt haben und zunächst versuchen, den Konflikt durch direkte Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer zu klären.“

    Quelle: https://www.paypalobjects.com/…DE/de/buyerprotection.pdf

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

    Edited once, last by Mittagsfrost: Ergänzung ().

  • Ja eben - sollte der Verkäufer die Ware nicht verschicken, dann wird die Buyer Protection aktiv. Verschickt der Verkäufer aber die Ware, und sie geht unterwegs (in Transit) verloren, kommt die Buyer Protection dafür nicht auf.

  • Das würde ich dann so interpretieren, dass Paypal sich das Geld in jedem Fall vom Verkäufer zurück holt. Der Verkäufer kann nur versuchen, sich den Schaden vom Versandanbieter ersetzen zu lassen. Gut zu wissen. Dann bin ich gespannt, wann andere Shops ebenfalls extra Versandversicherungen anbieten.

  • TreeGirl , leider nein, das Paket vom September ist nicht mehr aufgetaucht. Es sind damals noch einige Emails gewechselt worden und dieser Fall war ausschlaggebend, dass Ripstop die Versicherung ins Boot geholt hat. Die gibt es schon seit dem 20. September. Am 22. schrieb mir Kyle:

    Note that to combat this and make things easier on us both, we're moving to a low-cost shipping protection option that you can elect to add at checkout for all orders. This will cover you 100% if your order is lost, damaged, stolen, or even stuck in customs. Claims can be filed online and approved within 24 hours. You can check out more info on that new option here.

    Dass ich das Geld zurückerhielt, verdanke ich - das weiß ich jetzt - doch nicht Paypal, wie ich damals vermutete, sondern einzig und allein der Kulanz von Ripstop (bei denen ich allerdings auch schon etliche tausend Dollar gelassen habe).

  • Mich wundert, dass internationale Pakte nicht automatisch vom Versandanbieter versichert sind. Bei DHL ist ab einem Gewicht von über 2kg gar kein unversicherter Versand mehr möglich. Ob man in so einem Fall tatsächlich eine Entschädigung bekommt steht natürlich auf einem anderen Blatt. Es scheint ja so, als ob das Paket beim Zoll verloren gegangen ist.

  • Das hat mich auch gewundert, aber die meisten Pakete aus den USA gelten bei der Post als normaler Brief. Ich habe nach dem Hinweis von Waldläufer70 auch noch eine Nachforschung bei der Post aufgegeben. Die haben mir folgendes geantwortet:

    Und diese angesprochene Zusatzversicherung bietet Kyle inzwischen an. Ich hoffe, dass andere Shops ihm da folgen werden.

    Der noch aktive Trackinglink meiner Sendung sagt übrigens immer noch: "Held in Customs" - das ist wahrlich keine Heldentat des Zolls.

  • Es scheint ja so, als ob das Paket beim Zoll verloren gegangen ist.

    Die ebenfalls spannende Frage ist auch: warum ist der Zoll nicht haftbar? Er hat Ware in seine Obhut genommen. Wäre es nicht so dass er haftbar wäre, könnten Mitarbeiter des Zolls beispielsweise nach Belieben Pakete abfangen und deren Inhalt bei eBay verkaufen. Nie wäre eine Haftung angesagt. Das klingt ein wenig "seltsam".


    Ich wollte übrigens mal Danke sagen, für die Informationen in diesem Thread. Der Hinweis mit der Versicherung by RSBTR ist für mich sehr kostbar. Grund: Ich hatte einen ähnlichen Fall im September. 6 Wochen lang "Hold in customs", im Gespräch im Kyle und dann aber doch die erlösende Nachricht: Ihr Paket liegt abholbereit bei ihrem örtlichen Zollamt. Dort höflich nachgefragt wurde mir eröffnet, das solche Laufzeiten ganz normal seien. Äh, ja.

    Der finanzielle Verlust droht einem nun anscheinend dank der Versicherung nicht mehr - seine Projekte zu planen kann trotzdem schwer werden. Nochmal kurz ein Monat vor dem Urlaub eine Bahn Stoff in Übersee zu bestellen um daraus eine Hängematte zu nähen, erscheint mir aufgrund meiner Erfahrung eine schlechte Idee zu sein.

  • Mich wundert, dass internationale Pakte nicht automatisch vom Versandanbieter versichert sind. Bei DHL ist ab einem Gewicht von über 2kg gar kein unversicherter Versand mehr möglich. Ob man in so einem Fall tatsächlich eine Entschädigung bekommt steht natürlich auf einem anderen Blatt. Es scheint ja so, als ob das Paket beim Zoll verloren gegangen ist.

    Ich finde die optionale Versicherung, wie sie jetzt von Ripstopbytheroll angeboten wird, ist die beste Lösung. So kann jeder für sich entscheiden, ob er das Risiko eines Verlustes in Kauf nehmen möchte oder nicht.

  • Die ebenfalls spannende Frage ist auch: warum ist der Zoll nicht haftbar? Er hat Ware in seine Obhut genommen. Wäre es nicht so dass er haftbar wäre, könnten Mitarbeiter des Zolls beispielsweise nach Belieben Pakete abfangen und deren Inhalt bei eBay verkaufen. Nie wäre eine Haftung angesagt. Das klingt ein wenig "seltsam".

    Naive Menschen könnten auf den Gedanken kommen, daß sich durch die elektronische Sendungsverfolgung nachvollziehen ließe, daß Herr Unterzollsekretär XY am 17.10.2019 um 09:18:43 das Paket Nr. 853XY7-4618 in Empfang genommen und noch nicht an ein Transportunternehmen weitergeleitet hat.

    Ein Blick ins elektronisch geführte Bearbeitungsbuch des Zollamtes 146-E-XII/8a sollte Aufschluss darüber geben, daß der Unterzollsekretär XY am 22.10.2019 um 11:17 die Sendung vorgeprüft und an Zolloberassistentin YZ zur Nachprüfung weitergereicht hat.

    In der Theorie verwenden alle ein nach DIN ISO xxx zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem und jeder Arbeitsschritt wird lückenlos abgebildet. Soweit die Theorie.


    In der bitteren Realität sind die Menschen durch Stellen"optimierungen" so überlastet, daß gar keine Zeit zum Qualitätsmanagement bleibt. :(

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Die letzten Beiträge habe ich mal überflogen.


    Ich versende gewerblich viel, auch international und habe Paypal als Zahlungsoption.


    Paypal ist keine Transportversicherung.

    Wie schon auszugsweise die AGB zitiert wurden, ja sie springen im Rahmen des Käuferschutzes ein,

    wenn der Versender Dich betrogen hat. Aber nicht, wenn er nachweislich versendet hat und es unterwegs verschütt ging.


    Briefe sind nur noch für Dokumente da zukünftig.

    Vor allem im internationalen Briefverkehr wird dann ein Maxibrief, der schonmal so groß sein kann wie ein kleines Paket,

    nur noch Dokumente beinhalten dürfen. So der Wille der Post.

    Versendest Du Waren, worum es hier ja hauptsächlich geht, muss man eine Warenpost auswählen.

    Nicht verwechseln mit Warensendung. Das ist etwas ganz anderes.

    Zur Warenpost kann man dann unterschiedliche Dienstleistungen dazu buchen.

    Prio, Tracking bis zur Auslieferung, nicht bis zum Einwurf beim Kunden.

    Einschreiben etc.


    Wenn jetzt Ihr was kauft im Amiland, habt ihr i.d.R. doch mehrere Versandoptionen.

    Falls nicht und ihr könnt nur unversichert kaufen, dann entscheidet IHR, ob ihr euch darauf einlässt.

    Oft kann man den Verkäufer auch anschreiben und eine individuelle Versandlösung finden.

    Bleibt der Verkäufer stur, bietet nur unversicherten internationalen Briefversand an, dann würde ich woanders kaufen.

    Tust Du es denoch, selbst Schuld. Gefahr ist bekannt. Wird akzeptiert.


    Wenn jetzt etwas verloren geht, beim Zoll in Deutschland und die Post und der US Versender nicht helfen können,

    dann würde ich mal online eine Strafanzeige stellen.

    Obs was bringt? Wer weiss?
    Auf jeden Fall wird ermittelt und jemand wachgerüttelt.

    Einfach informieren, ob Du die Strafanzeige online in dem Bundesland wo das Paket verloren geht gestellt werden muss oder an Deinem Wohnort.

    So würd ich das machen.

    www.gürtel-extreme.de

    Casström Messer und Jagdzubehör, Gürtel in Handarbeit, Ticket to the Moon Vertrieb


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  • Falls nicht und ihr könnt nur unversichert kaufen, dann entscheidet IHR, ob ihr euch darauf einlässt.


    Ich denke, dass es um das Bewusstsein geht, was fehlt. Jeder der einmal in eine solche Situation geraten ist, wird von sich aus genauso denken wie Du es hier beschreibst - und entsprechend wählen. Hierzulande gilt aber:


    Quote

    Verbraucher, die bei einem gewerblichen Verkäufer bestellt haben, können den Kaufpreis zurückverlangen, wenn das Paket nicht ankommt: In diesem Fall trägt grundsätzlich der Verkäufer das Transportrisiko. Und zwar solange, bis der Empfänger es in Besitz genommen hat.

    Quelle: https://www.deutsche-anwaltsho…paket-verloren-wer-haftet


    Wenn man unbedarft ist (wie ich), geht man daher erstmal immer davon aus, dass es immer so ist - der Verkäufer ist haftbar. Naiv, ich weiß. Aber ich bin mir sicher, ich bin da nicht alleine mit meiner Annahme. Genau deshalb schätze ich aber diesen Faden. Immerhin sind nun ein paar Leute schlauer.

  • Schwierig deutsches Recht auf einen US Verkäufer anzuwenden.

    Beim Kaufabschluss akzeptiert man idR deren Terms and Conditions.

    Da wird auch sowas wie Gerichtsstand drin stehen.

    Also, erstattest Anzeige bei der deutschen StA, bekommst die Antwort, nicht zuständig.

    Gehst in den USA gegen den vor... bei Warenwert XY...


    Ist halt in dem Fall doof wenn Verkäufer und Käufer in Ländern leben wo unterschiedliches Gesetze gelten.


    Ich denke mir aber, man wird sich bestimmt einigen. Jedem Händler ist sein Ruf wichtig.

    Ist man dazu noch in einem Nieschen Geschäft tätig, Hängemattengedöns, ist der gute Ruf noch wichtiger.

    In der Zeit von Youtube Channels und Blogs ist da schnell ein negatives Video online.


    Aus meinem Nähkästchen geplaudert, gingen mir auch schon Sendungen ins Ausland verloren.

    Sogar versicherte.

    Aber die Dauer und der Zeitaufwand die Transportversicherung zu nutzen ist (ich behaupte mit Absicht) so hoch,

    dass ich in der Zeit einen neuen Gürtel genäht habe.

    Kommuniziert man das noch nett zum Kunden hin, dass man ihm auf eigene Kosten ein neues Produkt schickt,

    kommt das auch gut an.

    Und aus einem verärgerten Kunden wird vielleicht einer, der einen weiter empfiehlt.


    Ob der US Verkäufer so viel Kundenverständnis hat, bezweifle ich jedoch.

    Die Yes we can, Make Amerika Strong again Mentalität ist doch zu sehr verwurzelt.


    Meine persönliche Meinung.

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  • Ob der US Verkäufer so viel Kundenverständnis hat, bezweifle ich jedoch.

    Die Yes we can, Make Amerika Strong again Mentalität ist doch zu sehr verwurzelt.

    Wie oben #88 berichtet, habe ich da eine andere Erfahrung gemacht. Ripstop hat mir eine 150 $ Bestellung anstandslos ersetzt, als diese nicht ankam, weil der deutsche Zoll sie nicht mehr rausrückt, bzw. nicht mehr finden kann. Die Motive für diese Kulanz dürften denen entsprechen, die du anführst. Meiner Erfahrung nach ist die Kundenorientierung in den USA sogar noch größer als hierzulande. Ganz ähnliche Erfahrungen habe ich mit einem Packraft gemacht, das ich direkt in den USA bestellt hatte. Da wurde nach drei Jahren auf Kulanz repariert, ohne dass dafür noch eine Gewährleistung gegolten hätte.

    Anders bei uns, da erhält man im Zweifelsfall eher einen Brief, in dem alle Paragraphen aufgezählt werden, weshalb die eigene Firma nicht verantwortlich ist (# 90)...

  • Falls jemand mal zwei Beispiele für Bestellungen aus den USA in die Schweiz haben möchte. Hier die beiden in den letzten Tagen angekommenen Bestellungen, die ich bei DutchWare getätigt hatte:


    Bestellung vom 8. Dezember 2019 – Versand am 10. Dezember 2019 – in Empfang genommen am 23. Dezember 2019

    Tarpstoff und ein Haufen Kleinkram (AmSteel, Cordlocks, etc.)

    Ware: $172.00

    Versand: $38.00

    Zoll und Mehrwertsteuer: CHF 35.80 (ca. 33 Euro)

    Dauer: 15 Tage


    Bestellung vom 10. Dezember 2019 – Versand am 16. Dezember 2019 – in Empfang genommen am 31. Dezember 2019

    Hexon 1.7, inklusive Hängematte, die vor dem Versand noch genäht werden musste

    Ware: $115.00

    Versand: $24.50

    Zoll und Mehrwertsteuer: CHF 29.65 (ca. 28 Euro)

    Dauer: 21 Tage


    Ausserhalb von Feiertagen dauert es in der Regel eine Woche bis 14 Tage ab Bestellung, bis die Ware da ist.

  • ich habe endlich meinen Wooki bekommen! Er wurde allerdings mit 12% bezollt und von der DHL abgefertigt, sodass ich nun Einspruch einlegen möchte.

    Nun frage ich mich wie die korrekte Zollnummer ist und wieviel % der korrekte Abgabensatz sind.


    TreeGirl hatte im WB Black Friday Thread von 3,7% gesprochen, ich habe aber gehört, dass ein Forenmitglied 0% herausgeschlagen hat in dem er den Quilt als Federerzeugnis oder so deklariert hat.

    Online konnte ich keine Seite finden, die die wirklichen Prozentsätze angibt, sondern nur ein Nummernverzeichnis.

    In Frage kämen diese Zollnummern:

    https://www.zolltarifnummern.de/2020/63069000

    https://www.zolltarifnummern.de/2020/94049010

    https://www.zolltarifnummern.de/2020/05051090



    Wie komme ich nun an die Prozentsätze, die auf diese Kategorien anfallen?