Mein asym hex tarp

In einem der letzten großen Datenlecks waren wohl auch Accounts von Foren, in denen einige von euch Mitglied sind, enthalten. Das Hängemattenforum selbst ist nicht betroffen, jedoch solltet ihr gegebenenfalls eure Passwörter ändern und 2-Faktor-Authentfikation einschalten.

Fragen könnt ihr gerne in diesem Thread stellen. Dort findet ihr auch weiterführende Links.

  • Einen 10cm-Saum beidseitig der Ecke hatte ich auch schon dran. Dann haben mir aber weder Band noch Naht gefallen und ich habe es wieder aufgetrennt. Wenn ich bis dahin ein schönes grosgrain Band habe, mache ich es beim nächsten Tarp so.

  • Das Asym Hex Tarp im Einsatz:


    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: IMG_20180421_163708_HDRsc.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 25,2 KB ID: 46176","data-align":"none","data-attachmentid":"46176","data-size":"full"}[/ATTACH]

    Es ist am Baumgurt der HM befestigt und liegt in der Mitte auf der ridgeline der HM auf.
    Ich habe mich nicht getraut es stärker zu spannen, weil am Übergang zwischen der Eckverstärkung und dem Tarp-Stoff schon die Löcher in der Naht weiten. Zwischen den Abspannpunkten und der Leine habe ich Gummiband-Schlaufen.

  • Inzwischen habe ich eine 1mm HMWPE Schnur als First-Leine eingebaut. Die letzten 40cm der Leine sind als 2mm Polyester "Paracord" ausgeführt, sodass ich mit einem Topsegelschotstek die Spannung einstellen kann. Es gab mehrere Einsätze im Wald - bislang jedoch ohne Regen.

  • Fotos oder es ist nie passiert! :) Das behaupten jedenfalls unsere amerikanischen Hängemattenfreunde.


    Mich würde interessieren, wie Du den Übergang von der 1 mm HM-Dingsbums-Schnur zum 2 mm Polyester-Paracord-Schnur gestaltet hast. Einfach zusammengeknotet?

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Verstärkungen aus dem gleichen Stoff, das habe ich – ohne dabei an diesen Faden zu denken – im vergangenen Sommer ausprobiert. Das funktioniert wirklich sehr gut!


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    Da habe ich die runden Verstärkungen zuerst mit SilNet aufgeklebt, allfällige Luftblasen möglichst zum Rand hin rausgedrückt, das Silikon abbinden lassen, dann zur Sicherheit eine Naht gesetzt (ich weiss nicht, ob die notwendig wäre) und schliesslich noch mit SilNet über den Rand des aufgeklebten Stoffes gepinselt, damit der Rand versiegelt ist.


    In den Ecken habe ich zudem noch 10cm in beide Richtungen 8mm breites Einfassband eingenäht.

  • Sehr schön genähtes Tarp! Ich nehme an, die rund geschnittene Verstärkung ist nicht umgeschlagen, sondern nur mit Heißschneider o.ä. versäubert.

    Ich habe keinen Heißschneider. Einfach mit der Schere zugeschnitten und aufgeklebt, dann in einem zweiten Schritt noch die Ränder mit Silikon versiegelt. Ging mit diesem Stoff problemlos.

  • Ich habe noch einmal eine Frage zu deiner Grafik hier, Friedolino : Ist das die Draufsicht auf das Asym-Tarp? Dann scheint mir, dass man darunter mit Kopf rechts, Füße links in der Hängematte liegt, quasi unter einem "Lefty-Tarp".


    Ist das korrekt, oder habe ich einen Knick in der Pupille bzw. einen Fehler in der Interpretation ... :/??!

  • In den letzten paar Wochen habe ich ein materialsparendes Asym-Tarp nach den Vorschlägen von Friedolino genäht. Letztendlich habe ich nicht mehr als zwei Nachmittage daran gesessen, aber mit strategischem Grübeln und Material-Einkäufen bei extremtextil in Berlin-Kreuzberg hat es doch ein wenig mehr Planungszeit in Anspruch genommen.



    Vorgeschichte: Zum Black Friday hatte ich mir endlich mal teures Camo-Material in den Staaten bestellt, aus dem ich mir einen UQP nähen wollte. Allerdings hatte ich das falsche (nicht-atmungsaktive) Material in den Warenkorb gelegt. Aber als ich das begriffen hatte, war das Päckchen schon auf dem Weg nach Deutschland. Was also tun mit 4 Yards teurem HEXCAM-Silpoly …? Da bin ich auf diesen Faden gestoßen und entschied mir daraus ein Asym-Tarp für den Sommer zu nähen.


    Nach Kantenbegradigung hatte mir RBTR insgesamt 376cm Stoff geliefert, so dass ich die Vorlage von Friedolino noch einmal für mich angepasst habe. Letzendlich habe ich den "rechteckigen Teil" jeder Tarp-Rohseite meiner im Vergleich zu Friedolino etwas längeren Stoffbahn ein wenig verbreitert in der Hoffnung, dadurch noch eine kleinwenig längere Ridgeline rauszuschinden.


    Somit habe ich bei einer Stoffbahnlänge von 376cm folgende Anzeichnungen gemacht (vgl. die Grafik von Fridolino) :


    2 + 67,5 + 90 + 67,5 + 147 + 2 = 376cm


    Da ich „Kopf rechts/Füße links“ schlafe, habe ich die Grafik von Friedolino vor dem Anzeichnen erst einmal am Computer vertikal auf „lefty“ gespiegelt. Desweiteren musste ich bei meinem Material darauf achten, dass ich die richtigen Seiten der Stoffbahn anzeichne, schneide, aufeinanderlege und vernähe, da das HEXCAM-Camo nur auf einer Seite bedruckt ist!


    Die jeweils 2cm an den Rändern habe ich aufgrund der Erfahrung von Friedolino ergänzt. Die Kappnähte verschlingen ja auch Material und dadurch hatte er bei seinem Experiment für die beiden gegenüberliegenden Teilstücke letztendlich nicht die gleich Länge erhalten. Bei einer Kappnahtbreite von 8mm zwischen den Nähten bin ich mit den jeweils 2cm Nahtzugabe fast perfekt zurecht gekommen, so dass bei mir die beiden Teile nahezu gleich lang waren, um diese mit der letzten Naht zusammenzubringen.



    Für die Ground-Tieouts habe ich mich wieder an der Warbonnet-Methode orientiert, wenngleich ich dieses Mal Beastee Dees als D-Ring benutzt habe, um ggf. den Porch-Mode mittels (Wander-)Stock stabiler umsetzen zu können.


    Als alle Nähte gesetzt waren und der Tarp-Rohling vor mir lag, musste ich feststellen, dass – aufgrund der vielen um 45° gedrehten Stoffbahnteile – das Gewebe doch extrem dehnbar war. Da ich aus den oben genannten Gründen kein Originalmaterial übrig hatte, um auch daraus die Verstärkungen für die Ridgline-Tieouts zu schneidern (siehe Diskussion ab hier), musste ich den klassischen Weg gehen und habe mir bei extremtextil 210D Nylon, PU-beschichtet mit 130g/qm gekauft, was für die klassischen Tieouts etwa der Empfehlung in der RTBR-Anleitung entspricht.



    Und ab hier folgen die kritischen Erfahrungen in meinem Prozess:


    Aufgrund der 45°-Drehung des Gewebes konnte ich verstärkt sehen, was passiert, wenn die zwei unterschiedlichen Materialien für die Ridgeline-Abspannung nicht gut bei Dehnung miteinander flexen. Es reichte bereits, das eine Ende der Ridgeline zwischen den Fingern zu halten und mit der anderen Hand am Stoff zu ziehen um zu erkennen, dass die Nahtlöcher sich dehnten und relativ schnell ausreißen würden.


    Daher habe ich mich entschieden, für die Ridgeline doch wieder eine Kammnaht nach Warbonnet-Art zu nähen. So wollte ich die Kräfte auf das Silpoly beim Abspannen des Tarps zwischen den Bäumen minimieren und diese größtenteils über die Ridgeline selbst abfangen. Das hat beim Testaufbau dann auch gut geklappt.


    Allerdings war es sauschwierig für die Ridgeline eine über 3m lange und präzise Linie von Abspannpunkt zu Abspannpunkt auf das Silpoly aufzuzeichnen. Jede kleine Bewegung hat das Material auf dem Boden liegend verzogen, da Kette und Schuss ja etwa im Winkel von 45° zu den Endpunkten lagen. Den Anfang der mit einem Permanentmarker aufgetragenen Linie könnt ihr oben in dem mittleren Vorschaubild schwach erkennen.


    Auch das Satinband anhand dieser Anzeichnung über die gesamte Tarp-Länge um die marktierte Linie zu legen und mit der Nähmaschine zu vernähen war nicht einfach, da das Silpoly (wieder aufgrund der o. a. 45°-Drehung) sehr dehnbar war. Hilfreich war, dass ich das Satinband vorher zur Hälfte umgeschlagen und mit Hilfe des Bügeleisens einen Falz vorbereitet hatte, an dem ich mich beim Nähen orientieren konnte. Dennoch hat die Umsetzung meines Plans letztlich zu einem recht unruhigen Nahtbild geführt, je nachdem mit wie viel Spannung ich das Tarp-Material beim Vernähen mit der Hand geführt habe. Wenn man an der fertigen Ridgeline entlang schaut, sieht man am leichten Faltenwurf, dass das Silpoly mal mehr und mal weniger gespannt unter der Naht liegt.



    Letztendlich lässt sich das Tarp aber recht stramm abspannen und auch die Seiten flattern nicht zu arg im Wind. In die Mitte der Ridgeline habe ich noch eine Schlaufe angenäht, um daran mithilfe eines Mini-Z-Biner das Tarp an der Ridgline einzuhaken. Sonst würde es mir ein wenig zu sehr durchhängen.



    Das fertige Lefty-Asym-Tarp hat nun eine Ridgelinelänge von 332cm und ist damit eindeutig nur für den Sommer gedacht. Abgesehen davon, dass es mit dieser Länge die Hängematte nur knapp vor Vogelschiss und leichtem Nieselregen schützt, sind die Flügelbreiten auch nicht so überragend luxuriös – zumindest im Vergleich mit meinem DIY-Wintertarp.


    Aber ich konnte den ganzen Stoff sinnvoll verwerten und habe trotz aller Hindernisse wieder etwas gelernt :) Ich freue mich sehr darauf, es im kommenden Sommer mit rauszunehmen. Bei knapp 300g Gewicht inkl. Tarpskin ist auch das Packmaß sehr übersichtlich, was mir fast das Gefühl verleiht „ultraleicht“ zu sein 8o

  • Ganz toll geworden! – Ich denke, die vielen kleinen Ungereimtheiten siehst letztlich nur du. Und wenn du dann darunter liegst und trocken bleibst, dann wirst du auch die mehr und mehr vergessen. (Als Kind in einem Chor gross geworden, konnte ich unsere Aufnahmen immer erst ein Jahr später geniessen; davor habe ich vor allem die Fehler gehört.)

  • Was man so alles mit „Restmaterial“ ;) anstellen kann!

    Sehr schön geworden und Du hast jede Menge über Materialeigenschaften und die Tücken des Tarpnähens gelernt.


    Auf zum nächsten Tarp! :)

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Schön, dass Du die Idee aufgegriffen und was eigenes draus gemacht hast, Furbrain .


    Bei meiner letzten Tour habe ich mein Setup mal wieder fotografiert.

    Das linke ist mein Asym Hex Tarp von damals. Inzwischen hat es einiges erlebt. In dieser Jahreszeit tarnt es sich schön vor den jungen Buchenblättern. Rechts ist ein gekauftes. :thumbdown:





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