Nach welchen Kriterien sucht Ihr (wirklich) den Standort aus?

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
    • Offizieller Beitrag

    Ich verstehe einfach nicht, warum man in so einer Situation so eine Frage stellen muss. Was für eine Antwort erwartet der Mann, der diese Frage stellt? Was, wenn die Frau antwortet, dass sie Angst hat? Vor allem dann, wenn ihr ein fremder Mann den sie in der Wildnis trifft so eine Frage stellt?

    Mir ist diese Frage oft gestellt worden - auch von alleine reisenden Männern - und ich finde sie kurios. Für mich klingt es immer ein bisschen nach "warum reist du alleine? Du solltest zuviel Angst haben um alleine unterwegs zu sein!" Ich hatte selten das Gefühl, dass die Fragesteller besonders unsicher oder ängstlich gewesen wären.

  • Mir sind Fluchtwege wichtig. Und mir ist wichtig, wenn ich nachts aufwache, Orientierungspunkte zu haben.

    Ich werde sehr oft danach gefragt, ob ich als Frau alleine unterwegs keine Angst hätte, schließlich sei ich ja kein Kerl. Die Häufigkeit dieser Fragen erzeugt bei mir manchmal das ungute Gefühl, ich hätte irgendwas nicht mitgekriegt...

    Mein Wunsch nach Fluchtwegen und Orientierungspunkten hat allerdings andere Gründe: in meiner Jugend hatte ich eine Neigung zum Schlafwandeln, die mich auch schon mal in unangenehme Situationen gebracht hatte, die im heimschen Kinderzimmer(!) mit Panik endeten...=O

  • Für mich klingt es immer ein bisschen nach "warum reist du alleine? Du solltest zuviel Angst haben um alleine unterwegs zu sein!" Ich hatte selten das Gefühl, dass die Fragesteller besonders unsicher oder ängstlich gewesen wären.

    Ich habe schon nachts mein Zelt verlassen, weil die Gewitter so heftig wurden, dass ich Panik bekam. Es war am Schluchseeufer im Hochschwarzwald und ich bin zum Auto gelaufen, dass eine Stunde entfernt stand. Das Zelt habe ich erst am nächsten Morgen geholt. Sturm und Gewitter halte ich für die größte Gefahr,

    ich hoffe immer, dass sich die Gewalttäter, vor denen Frauen immer die meiste Angst haben, sich nicht mitten in der Nacht im Wald aufhalten. Wenn ich das nicht hoffen könnte, würde ich zuhause bleiben.

    8)...enjoy nature...without leaving a trace...8)

  • "Du bist ganz alleine unterwegs? Hast du da keine Angst?!"

    Allein die Frage ist eine Frechheit und soll wohl Überlegenheit zum Ausdruck bringen.

    Aus männlicher Sicht vermute ist, dass man als Frau folgende Möglichkeiten hat, um sich vor Distanzlosigkeit zu schützen: Entweder man reagiert mit kompletter Humorlosigkeit und zeigt durch Auftreten und Kleidung eine gewisse Aggressivität; Oder man beschränkt sich auf Gebiete, wo es (schon) als normal empfunden wird, wenn Frauen allein unterwegs sind. In Nord-Schweden oder auch auf populären Wanderwegen in Deutschland habe ich das eigentlich oft so empfunden.

    Im Wald jenseits von "Wanderautobahnen" funktioniert es gut, wenn man durch sein Outfit den Eindruck erweckt, entweder Jägerin oder irgendwas aus dem Forstbereich zu sein. Ob frau sich in solchen Verkleidungen immer wohl fühlt, ist natürlich eine andere Frage.

  • dass man als Frau folgende Möglichkeiten hat

    Manchen Leuten - unabhängig davon, ob männlich oder weiblich - scheint es sehr klar zu sein, was Frauen "dürfen" und was nicht, und natürlich auch was Männer "dürfen" und was nicht. Alleine durch die Weltgeschichte spazieren gehört im Allgemeinen nicht zu den Dingen, die Frauen tun "sollen". Angst vor weiß-nicht-was haben aber sehr wohl.

    Ich glaube nicht, dass dieses Klischee-Denken sich dadurch ändert, dass Frauen sich aggressiv oder "unweiblich" geben, oder sich verkleiden. Es hilft auch nicht, dass Frauen sich auf vermeintlich sichere Gebiete beschränken.

    Meiner Meinung nach hilft eher Vernetzung von Gleichgesinnten, egal ob Mann oder Frau. Sich einfach mal darüber austauschen, über die eigenen Gedanken, über Erlebnisse, und sich gegenseitig ermutigen.

  • Meiner Meinung nach hilft eher Vernetzung von Gleichgesinnten, egal ob Mann oder Frau.

    Genau meine Meinung! Ich glaube übrigens, dass das Klischee-Denken genauso für Männer ein Problem werden kann, nur auf etwas anderen Gebieten. Auch Männer sind Vorurteilen und mitunter Aggressionen z.B. aufgrund von Kleidung und äußerem Erscheinungsbild ausgesetzt. M.E. ist es für Männer ähnlich wichtig, dem vorzubeugen. Das Thema ist bei Männern aber vielleicht mehr "schambesetzt" und möglicherweise deshalb nicht so offen diskutiert.

    • Offizieller Beitrag

    Ich finde eure Beiträge wirklich gut, aber sie gehören eher nicht in diesen Thread. Hat jemand eine gute Idee für einen Titel, unter den das Thema "Seltsame Begegnungen und Vorurteile" passt (und im Idealfall nicht ganz so holprig klingt wie meine Variante)? Dann schiebe ich das ganze zurecht. Mir fällt nur gerade nichts passendes ein...

  • Manchen Leuten - unabhängig davon, ob männlich oder weiblich - scheint es sehr klar zu sein, was Frauen "dürfen" und was nicht, und natürlich auch was Männer "dürfen" und was nicht. Alleine durch die Weltgeschichte spazieren gehört im Allgemeinen nicht zu den Dingen, die Frauen tun "sollen". Angst vor weiß-nicht-was haben aber sehr wohl.

    Ich glaube nicht, dass dieses Klischee-Denken sich dadurch ändert, dass Frauen sich aggressiv oder "unweiblich" geben, oder sich verkleiden. Es hilft auch nicht, dass Frauen sich auf vermeintlich sichere Gebiete beschränken.

    Meiner Meinung nach hilft eher Vernetzung von Gleichgesinnten, egal ob Mann oder Frau. Sich einfach mal darüber austauschen, über die eigenen Gedanken, über Erlebnisse, und sich gegenseitig ermutigen.

    So ein man-darf Denken erscheint mir aber recht paternalistisch und könnte von mir aus auch gesellschaftlich überwunden werden.

    Jeder kann (in diesem Kontext) machen was er will. Das Risikoempfinden ist ja sehr subjektiv und von den objektiven Wahrscheinlichkeiten, das etwas passiert, sowieso weit entfernt. Vernetzung und Austausch können vielleicht helfen, die Perspektive etwas zurecht zu rücken.

  • ...also neben Baumabstand und morschen Aesten, etc. gucke ich auch moistens auch, dass ich mein Lager soweit wie moeglich von einem meiner "Haengebuddys" aufschlage, da der immer wie auf Knopfdruck sofort einschlaeft und dann die ganze Nacht durch laut schnarcht :)

  • Zu den schon genannten Kriterien schlage ich mein Lager gerne an einem nach Osten offenen Waldrand auf,

    ich liebe es nämlich, wenn mich morgens die Sonne weckt.

    Das geht mir im Frühling, Herbst und Winter auch so.

    Im Sommer finde ich Aufwachen im eigenen Saft um 5:00 morgens persönlich nicht so erholsam, zumal nicht nach dem Einschlafen um Mitternacht, weils da erst dunkel und still wurde.

    Sowohl das Wetter, als auch den Sonnenstand plane ich also für den nächsten Morgen bei der Wahl des Platzes mit ein.

    Mir ist noch aufgefallen, dass ich an schönen Orten meist zwischen "spektakulär/aufregend" und "langweilig/entspannt" in der Auswahl der Plätze pendele, und die Wahl auch von meiner aktuellen Verfassung abhängt.

    Mitten im Wald ist es oft besonders ruhig, aber oft auch tagsüber dunkel, optisch wenig ereignisreich und letztendlich wenig inspirierend. Gut, um mich ausschließlich auf mich zu konzentrieren.

    Am Waldrand ist das oft andersherum: hell, interessant, aber auch potenziell unruhig - und im Sommer eventuell frühmorgens sehr warm. Besonders klar wird mir der krasse Unterschied in Wäldern an Steilküsten (mein aktuelles Profilbild ist ja an einer solchen entstanden).

    Vor zwei Wochen hatte ich das Glück, an der Steilkante gleich beides zu haben: spektakulär (weiter Blick über die Ostsee, nachts befeuerte Seezeichen, das Schnaufen einer vorbeiziehenden Schweinswalfamilie) und gleichzeitig entspannt (ablandiger Wind, keine ungebetenen Besucher wie bellende Rehböcke oder Spaziergänger, morgens bewölkt).

  • 3. Jägerstände und deren Schußlinie...

    Ein Szenario, was mich auch besorgt und mich immer nach den Jagdständen schauen lässt ist grade wieder aktuell. hier nachzulesen.

    Da man ja immer wieder mal von solchen Vorfällen lesen muss mache ich mir tatsächlich Sorgen im Wald, weniger wegen der Tiere als mehr wegen der Menschen. Und wenn ich so sehe wer so aus der G-Klasse Trutzburg auf den Hochstand kriecht wird mir oft angst und bange.

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

    • Offizieller Beitrag

    Falls der Jäger kommt, wird man nur verjagt, aber nicht erschossen.

    ... nicht von dem Jäger, der einen verjagt. Aber vielleicht von seinem Kollegen, der im selben Revier unterwegs ist =O

  • Als Laie verwundern mich da mehrere Dinge:

    • Warum sprechen sich Jäger in solchen Fällen oder auch grundsätzlich nicht ab? Oder gehen die alle nach Lust und Laune auf die Jagd?
    • Warum scheint da jegliches Bewusstsein dafür zu fehlen, dass man im Wald potenziell nie allein unterwegs ist? (z.B. Erholungsfunktion des Waldes)
    • Warum drückt man ab, ohne zweifelsfrei zu wissen, was sich vor dem Gewehrlauf befindet? Jeder Jäger muss doch vor dem Abdrücken wissen: Um welches Tier (Art) handelt es sich? Ist es ein Männchen, ein Weibchen oder ein Jungtier? Bei Rudeltieren sollte man im Idealfall auch wissen, welche Funktion das Tier im Verband hat.
    • Und zuletzt: Kann ich das Tier ganz sicher treffen? Was befindet sich hinter dem Tier? Bin ich auf der sicheren Seite, wenn ich jetzt abdrücke?

    Wie gesagt, ich bin Laie, aber in diesen Fällen kommt es mir so vor, als würden eine Vermutung und etwas "Bewegung" schon reichen, um den Auslöser zu betätigen. Und dann im zweiten verlinkten Fall ein Schuss ins Maisfeld auf ein vermeintliches Tier, das man nicht sieht und das rund 100 Meter entfernt ist? Da kann ich nur den Kopf schütteln, aber das macht diese Menschen auch nicht wieder lebendig.

    Ich kann ja die Hängematte auch nicht an einem Jäger aufhängen und dann sagen: "Tut mir leid, sie haben sich gerade nicht bewegt. Ich dachte, Sie sind ein Baum."

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!