Posts by Baumkind

    Hey Flip

    Ich versuche mal eine Antwort:


    1. Gerade Anzahl Schnüre

    Meine Hängematte hat 20 Knoten auf jeder Seite. Ich habe mich für eine gerade Anzahl entschieden, damit ich zwei Knoten mit einer Schnur machen kann - ich habe mal den Verlauf einer Schnur rot hervorgehoben:



    2. Kürzeste Schnur ermitteln

    Ich habe die Hängematte aufgehängt und mich rein gelegt. Mit Hilfe einer lose herabhängenden Schnur an der Ridgeline, die als Lot diente, habe ich abgezählt, dass die 8. Schnur (vom Kopfende gezählt) senkrecht steht. Dies ist die kürzeste Schnur. Durch Überlegen und Ausprobieren habe ich festgestellt, dass es ok ist, wenn die kürzeste Schnur 90 cm lang ist.


    3. Satz des Pythagoras

    Für die Berechnung der Länge der Schnüre habe ich eine Tabellenkalkulation gemacht und mit Hilfe des Satzes des Pythagoras die ideale Länge der Schnüre ausgerechnet. Die Länge der kürzesten Schnur war mit 90 cm ja bekannt, ebenso wie der Abstand zwischen den einzelnen Schnüren. Damit ließ sich die Länge für alle Schnüre einfach berechnen:

    4. Justieren

    Beim Zuschneiden habe ich die Schnüre jeweils einen halben Meter länger gelassen. Die Schnüre habe ich erst einmal provisorisch mit zwei halben Schlägen auf Slip geknotet. Das hat den Vorteil, dass der Knoten hält, man ihn aber trotzdem wieder lösen kann.

    Beim Justieren bin ich wie folgt vorgegangen:

    - Körperbreite: Da, wo der Körper breiter ist, müssen die Schnüre länger sein. Auf der Höhe von Kopf und Füßen sind sie etwas kürzer

    - Liegekomfort: auf Höhe der Kniekehle die Schnüre etwas kürzer machen, damit die Knie nachts nicht durchdrücken

    - Isomatte: die finale Länge der Schnüre ist abhängig von der verwendeten Isomatte

    - erste und letzte Schnur habe ich etwas kürzer gemacht


    Damit die Schnüre auf beiden Seiten der Hängematte gleich lang sind, habe ich die Luft aus der Isomatte gelassen und die Karabiner an einem Punkt aufgehangen, und dann alle Schnurpaare verglichen.


    Ich habe mehrere Runden Ausprobieren und Anpassen gebraucht, bis ich meine optimale Liegefläche hatte - aber das hat sich gelohnt.


    Ist Deine Frage damit beantwortet?

    ungemütliche Zustände: bin erst zu den Füßen gerutscht, dann waren die Knie überstreckt und dann habe ich es im unteren Rücken gespürt.

    Die ungemütlichen Zustände sind bekannt, können aber abgeholfen werden:


    1. zu den Füßen rutschen: Der Schwerpunkt ist bei meinem Querlieger (210 cm lang) nicht in der Mitte, sondern bei der 8. von 20 Schnüren auf jeder Seite. Die 8. Schnur ist deshalb die kürzeste Schnur. Die Länge der übrigen Schnüre kann mit Hilfe von Dreiecksberechnung in einem Excel-Sheet berechnet werden. Die Schnüre am Fußende sind die längsten. Allerdings kann man die Längen auf diese Weise nur theoretisch ermitteln, denn am Ende kommt es auch auf die Körperform an. Tendenziell sind die Schnüre auf Höhe der Hüfte und Schultern etwas länger, Richtung Kopf und Fuß werden sie etwas kürzer.


    2. Knie überstreckt: Hier muss man ein wenig tüfteln. Mit 20 Schnüren auf jeder Seite kann man sich die Hängematte perfekt auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. Ich würde empfehlen, die Schnüre um die Kniekehle herum etwas zu kürzen.


    3. Unterer Rücken: Im Prinzip wie bei Punkt 2 vorgehen - ausprobieren und justieren... Das kann ein paar Runden dauern, aber dann hat man die perfekte Liegefläche 8)

    Kurze Anmerkung zum Alter der 90°-Hängematten-Posts: Es gab wohl nicht so viele Leute, die mit 90°-Hängematten experimentiert haben. Diejenigen, die es getan haben, haben ihre persönliche Variante entwickelt. Die Entwicklung meines Querliegers habe ich mitsamt Irrtümern und Problemen in diesem Faden hier dargelegt. Ich habe meine Irrwege ebenfalls dokumentiert, für den Fall, dass jemand das nachbauen möchte.


    Wie dem auch sei: meine Hängematte tut inzwischen seit 2016 (!) unverändert seinen Dienst. Mehr gibt es zur Hängematte eigentlich nicht zu berichten. Vielleicht sollte ich den Faden bei Gelegenheit mal um ein aktuelles Foto erweitern (nächstes WE hängt sie wieder :love:).

    Vielleicht sollte ich mal ein paar Bilder meines Quick&Dirty-Low Budget-Kantholz-Ständers posten:

    4 Vierkant-Stangen à 250 cm (wenn ich mich recht erinnere)

    4 Soft-Schäkel aus 5mm Dyneema, die jeweils zwei Stangenenden zusammenhalten

    2 Dyneema-Schnüre à 200 cm, von denen die obere als Ridgeline fungiert

    2 längere Dyneema-Schnüre zum abspannen der Konstruktion


    Funktioniert sowohl mit Querliege-Hängematten (daher 200 cm Ridgeline) als auch mit Gathered-End-Hängematten, wobei die Länge der Ridgeline dann angepasst werden muss.


    Moin, Moin, RongcongComa ,

    herzlich willkommen, ebenfalls aus der Kölner Bucht!


    Um gleich mit einem gängigen Vorteil aufzuräumen: Hängematten sind nicht leichter als Zelte - aber um Längen bequemer.

    Sowohl für Bodenbrüter als auch Hängematten gibt es Varianten von UL bis Ultra-Heavy.

    Überfälle durch andere Menschen sind im Wald nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Alleinunfälle sind jedoch genau so doof und könnten statistisch schon relevant werden. Im Gebirge sind die wohl schon ziemlich relevant.

    Ich habe normalerweise Kompaß und Karte dabei. Da gucke ich schon mal drauf und weiß, in welche Richtung ich mich im Notfall bewegen muß, um an eine Straße oder einen Ort zu kommen, wo man mich finden kann oder von wo aus ich besser Hilfe rufen kann. Und ich habe üblicherweise einen GPS-Empfänger dabei.


    Nachts habe ich mein "Waffenarsenal" griffbereit: Pfefferspray, langes Messer (naja, F1 - aber lang genug und griffbereit), Taschenlampe mit sehr grellem Licht, Signalpfeife, Handy, Wanderstöcke (ohne Gummipuffer!), ... Gefühlte Sicherheit ist auch Sicherheit.;) Gebraucht habe ich das alles noch nie.


    Ich habe immer ein paar Reflexstreifen von einer alten Warnweste dabei. Damit habe ich mir auch schon mal einen Marker gemacht, wo ich abbiegen kann, um auf den Waldweg zu kommen. Diese Reflexstreifen kann man sogar mit einer Rotlicht-Funzel auf 100m sehen!


    Abends und morgens rufe ich zu Hause an (oder schicke eine SMS), dass alles OK ist, und wo ich ungefähr bin oder was ich vor habe. Selbst in Funklöchern kann man mit etwas Glück und Verspätung schon mal eine SMS absetzen, damit zu Hause nicht die Panik einsetzt. Über einen Tracker habe ich auch mal nachgedacht, aber wir waren übereingekommen, dass das in Deutschland und angrenzenden Ländern in der Regel ein Overkill ist.


    Bislang ist mir ist nie etwas passiert. Vielleicht ist es das Glück der Ahnungslosen gewesen.


    Der beste Schutz ist IMHO Wissen - und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Improvisationstalent.

    Wenn ich draußen mit mir selbst alleine bin, bin ich in einer Art meditativem Zustand, nicht abgelenkt, und das verringert das Risiko eines Unfalls enorm. Wenn plötzlich der Keiler aus dem Gebüsch stürmt oder der Baum umstürzt, dann ist das so. Das Risiko, dass im Wald etwas passiert, halte ich für geringer, als auf dem Rad von einem Auto angefahren zu werden.


    Mit der Zeit sind bei mir Erfahrung und Selbstvertrauen gewachsen, da mache ich mir nicht mehr so viele Sorgen. Letztlich muss man selbst herausfinden, wie viel Risiko man auf sich nehmen möchte. Was wäre das für ein Leben, wenn man aus Rücksicht auf die Sorgen der Lieben auf alles verzichten würde? Unfälle passieren überall.

    Ich hab einen simplen und günstigen DIY-Tensa aus 4 Fichten-Kanthölzern und ein paar Metern Dyneema. Robustes Hanfseil wäre genau so gut.


    Da passt nicht nur mein Querlieger gut rein, sondern auch eine Gathered End.


    Vorteil: wenn es nicht gebraucht wird, lässt es sich platzsparend aufbewahren...

    Mich nervt das mittlerweile, dass man in Deutschland ständig ausgebremst wird.

    Mich auch...


    Aber das Ausbremsen ist m.E. notwendig:

    Deutschland ist recht dicht besiedelt, und wenn nicht ausgebremst wird, haben wir bald überall Campingplatz, MTB-Trail, Reitweg*), usw.

    Das tut dem Wald und dem Wild nicht gut, und eigentlich will niemand das.


    Solange Du als einsamer Wanderer unterwegs bist, regeneriert sich die Natur recht schnell. Aber mittlerweile sind hunderte Wanderer unterwegs. Da wird aus einem Trampelpfad ganz schnell ein breiter Wanderweg mit Müllstreifen. Es scheint einfach in der Natur des Menschen zu liegen, dass ein Einzelner Rücksicht nimmt, die Masse es aber nicht mehr kann.


    *) bevorzugt genutzt von Gruppen mittelalter Damen hoch zu Ross, die sich während ihres Ausritts laut kreischend unterhalten.

    Hallo zusammen,


    ich bin inzwischen wieder zu Hause. Die Rückfahrt hat am Ende viel länger gedauert, was zunächst einmal an den kräftigen Steigungen lag (danke für Anhalten und Nachfrage, ob alles in Ordnung sei). Es war in Ordnung, aber sehr anstrengend..


    Das andere Problem war meine Art der Wegauswahl: keiner der vom Navi vorgeschlagenen Wege gefiel mir (zu wet, zu viel Zickzack, zu viel Steigung, ...). Neunmalklug dachte ich, ich nähme den kürzesten und besten Weg, nämlich die Straße. Das ging gut, bis da dieses blöde blaue Schild mit dem Auto stand... Also wieder zurück (den Berg rauf), und dann die überraschend gut geteerte Berg- und Talfahrt parallel dazu genommen. Wie bei jedem guten deutschen Radweg fing irgendwann in der Pampa die Schlaglochpiste an, und die Steigungen waren anspruchsvoller...


    Vor der finalen Abfahrt zum Rhein runter hab ich bei einer kurzen Verschnaufpause ein paar Hirsche in der Nähe gehört.


    Alles in allem noch eine schöne Radtour bei schönem Wetter. Aber ich sollte vielleicht mal einen Kurs wie "Navi für Dummies" belegen (vielleicht würde es aber auch schon helfen, mit Lesebrille aufs Navi zu gucken).


    Ich habe mich sehr gefreut über alte und neue Gesichter, und darüber, das WE mit Euch zu verbringen!<3