Dutchware Gear Carabiners

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  • Die Qualität / Qualitätskontrolle des Produkts ist natürlich wichtig.

    Dazu kommt aber auch die Beratung und die angehäufte Erfahrung des Händlers vor Ort. Um bei dem Beispiel mit den Karabiner zu bleiben, als Kunde kaufe ich nur ab und an mal einen für meinen Zweck, der Händler verkauft viele (hoffentlich) davon für verschiedene Kunden mit verschiedenen Ansprüchen. Der Händler sammelt dadurch viel Erfahrung die er weitergeben kann. Das kommt mir als Kunden natürlich sehr zugute.

    Einen chinesischen Hersteller kann ich nicht so gut nach Beratung fragen.

    Alleine das ist es mir schon genug wert um "hier" zu kaufen.

    Gruß

    Thomas

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Ich komme noch einmal auf die Karabiner zurück, weil meiner Ansicht nach in dieser Diskussion einige Aspekte durcheinander gebracht werden.

    Ich bleibe bei Kletterkarabinern von Herstellern die ihre Produkte testen und dafür garantieren.

    Nahezu alle Hängemattennutzer, hier im Forum, aber auch anderswo, gehen davon aus, dass sie "Kletterkarabiner" benutzen oder benutzen sollten. Die dann fast ausnahmslos gezeigten und benutzten Schnappkarabiner sind aber keine Kletterkarabiner. Schnapper werden in Situationen verwendet, in denen die Geschwindigkeit des Ein- und Ausklippens wichtiger ist als die zusätzliche Sicherheit, die eine Verschlusssicherung bietet; also wenn man an einer Wand hochsteigt und sich in kürzester Zeit am nächsten Fixpunkt einhakt und dafür eine Expressschlinge (Exe) verwendet. In allen anderen Situationen, beim Einbinden ins Seil, beim Abseilen oder beim Gehen in einer Seilschaft benutzt ein Kletterer keine Schnapper, niemals, das tun nur Lebensmüde. Statt dessen benutzt man einen Karabiner mit Verschlusssicherung. Lasst euch das von @Bernd Odenwald erklären.

    Ein solcher Karabiner mit Verschlusssicherung sieht so aus wie die Exemplare links und in der Mitte. Diese Karabiner gehen garantiert nicht unbeabsichtigt auf, aber man kann sie auch nicht so schnell bedienen.

    Für Hängemattennutzer ist dieser Geschwindigkeitsaspekt allerdings völlig irrelevant. Hier hat man in jedem Fall die Zeit, um sein Setup sicher aufzubauen. Wem es also um

    eine gefühlt höhere Sicherheit

    geht, der sollte tunlichst von Schnappern die Finger lassen und sich einen Karabiner mit Verschlusssicherung gönnen.

    Doch nun die gute Nachricht: sehr viele Schnappkarabiner bieten ausreichende Sicherheitsreserven, um sie als Hängemattennutzer verwenden zu können. Die Frage ist nur, wieviel Sicherheit braucht man. Und hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Selbst

    baugleiche Karabiner von Warbonnet und DIYGearSupply

    werden einmal mit 13 KN (die Beschreibung behauptet 1100 lb - also rund die Hälfte) oder 500 kg (laut Beschreibung sollen das auch 1100 lb sein) gerated. Die Ungereimtheiten der Beschreibung springen ins Auge.

    Und damit komme ich zum oben genannten

    Camp Nano Karabiner

    , der aller Wahrscheinlichkeit nach auch

    in China gefertigt

    ist und von allen Shopbetreibern unisono als "Kletterkarabiner" beworben wird, d.h. 21 kn (=2100 kg) Last aushalten soll. Er sieht genauso aus, wie der Karabiner oben rechts im Bild, auf dem auf der anderen Seite "not for climbing" steht.

    Er wiegt genauso viel, nur soll er angeblich statt 12 kn auch die 21 kn abhalten, die für die Kletternorm UIAA nötig sind. Wenn man einmal die beiden echten Kletterkarabiner mit diesem Hänfling vergleicht, kommen einem Zweifel, dass es sich dabei um vergleichbare Produkte handeln soll - mir jedenfalls. Nicht zuletzt weil das mit 12 kn viel zurückhaltender beworbene Produkt mir vertrauenswürdiger scheint, habe ich vom Camp Nano Abstand genommen.

    Letztendlich muss man dem chinesischen Händler / Hersteller voll vertrauen.

    Nein, das muss und sollte man nicht, in keinem Fall. Ich plädiere statt dessen dafür, den eigenen Kopf zu verwenden, selber Tests anzustellen und so Erfahrung zu sammeln.

    Für diejenigen, die noch nicht so lange hier im Forum verweilen, möchte ich noch auf Christian, den dendronaut hinweisen, der die Koma Brückenhängematte hergestellt hat und vor mir lange der einzige deutsche Hängemattenhersteller war. Die Koma wurde geliefert mit dem

    von Edelrid, der gleichfalls aus China kommt, früher mit 400 kg gerated wurde, heute aber mit <12 kn, also nicht klettertauglich, beworben wird. Soweit ich sehe, hat damals niemand an dieser Wahl Anstoß genommen. Im Vergleich dazu glaube ich mit dem oben gezeigten China-Karabiner ausreichende Sicherheitsreserven zu haben. Aber das glaube ich nicht nur, sondern teste es bei jeder von mir hergestellten Cross Hammock neu aus, bevor ich sie verkaufe.

  • Für diejenigen, die noch nicht so lange hier im Forum verweilen, möchte ich noch auf Christian, den dendronaut hinweisen, der die Koma Brückenhängematte hergestellt hat und vor mir lange der einzige deutsche Hängemattenhersteller war. Die Koma wurde geliefert mit dem Micro 3 Karabiner von Edelrid, der gleichfalls aus China kommt, früher mit 400 kg gerated wurde, heute aber mit <12 kn, also nicht klettertauglich, beworben wird. Soweit ich sehe, hat damals niemand an dieser Wahl Anstoß genommen. Im Vergleich dazu glaube ich mit dem oben gezeigten China-Karabiner ausreichende Sicherheitsreserven zu haben. Aber das glaube ich nicht nur, sondern teste es bei jeder von mir hergestellten Cross Hammock neu aus, bevor ich sie verkaufe.

    Es gab da schon mal eine ziemlich heftige Diskussion, weil die Micro 3 von Edelrid anscheinend doch bei einigen auch (mehrmals) gebrochen sind.

    • Offizieller Beitrag

    Für diejenigen, die noch nicht so lange hier im Forum verweilen, möchte ich noch auf Christian, den dendronaut hinweisen, der die Koma Brückenhängematte hergestellt hat und vor mir lange der einzige deutsche Hängemattenhersteller war. Die Koma wurde geliefert mit dem Micro 3 Karabiner von Edelrid, der gleichfalls aus China kommt, früher mit 400 kg gerated wurde, heute aber mit <12 kn, also nicht klettertauglich, beworben wird.

    Ich habe mindestens einmal ein Foto von einem gebrochenen Micro 3 gesehen. War das sogar hier im Forum? 400kg finde ich arg wenig für ein Stück Ausrüstung an dem ich hänge, auch wenn für mich persönlich sogar noch der Sicherheitsfaktor 5 gewährleistet wäre.

    Auf den Karabinern die ich benutze wird 20kN bei geschlossenem Schnapper angegeben. Laut Internet sind das über 2.000kg Bruchkraft. Und ich gehe davon aus, dass der Hersteller die Karabiner regelmäßig testet und dafür garantiert da sie für Kletterer verkauft werden. Für die Anwendung im Hängemattenbereich ist das wohl bombensicher - ich würde erwarten, dass der Karabiner das letzte Glied in der Kette ist, das nachgibt. Lange nach der Hängematte und den Gurten.

    Braucht es so starke Karabiner? Nein. Aber ich sehe keinen Sinn darin, ausgerechnet an einem so niedrigpreisigem Produkt zu sparen. Wenn ich mir für 2€ ein Paar No-Name Karabiner aus China bestelle spare ich 12€ gegenüber einem Paar Marken-Karabiner von einem europäischen Händler / Hersteller. Bricht mir einer der Karabiner in einer ungünstigen Situation, ist vielleicht meine 300€-Hängematte beschädigt.

    Aber es muss jeder selbst entscheiden, wie viel Risiko er eingehen will. Hang your own hang. And be prepared to fall on your own butt 8o

    • Offizieller Beitrag

    Aber das glaube ich nicht nur, sondern teste es bei jeder von mir hergestellten Cross Hammock neu aus, bevor ich sie verkaufe.

    Wie machst du das? Hängst du testweise 500kg dran? Ich habe keine Ahnung wie Karabiner (oder anderes Material wie Gurte, Stoffe, Hängematten etc.) getestet werden. Das würde mich interessieren. Beim Test müsste man ja noch gut unterhalb der Bruchlast bleiben, denn sonst ist das gute Stück mindestens beschädigt. Ermüdet das Material eigentlich?

  • Danke Cross Hammock für die Zusammenfassung der unterschiedlichen Aspekte, habe mir heute mittag auch schon mal angefangen mir dazu Gedanken zu machen und diese zu ordnen. Du kamst mir mit deinem Beitrag eigentlich zuvor und jetzt ändere ich das schon getippte ab:


    Ich verstehe das so, dass Cross Hammock lediglich darauf hinweisen wollte, dass wir gerade bei dem

    "hier"

    kaufen kritisch bleiben dürfen und sollten. Ich bin jetzt noch nicht so lange hier im Forum aber ich vermute mal, dass die Sachen von Dutch in diesem Forum von Vielen als "hier kann ich bedenkenlos zugreifen" und damit sein Shop als sichere Adresse mit geprüften Artikeln angesehen wird.

    Der anfangs gezeigte Karabiner deutet aber darauf hin, dass man sich hier eben doch Gedanken machen sollte, wofür man seine Sachen und im speziellen diesen Karabiner einsetzt. Er schreibt ja selbst in der Artikelbeschreibung "Weight Rating: 2600 pounds (12kn)."

    Der sieht aus wie ein Kletterkarabiner, ist aber ein Materialkarabiner.

    Berufenere mögen mich hier gerne berichtigen, hatte nur auch mal mit Höhenarbeiten und technischem Klettern zu tun.

    Größtmögliche Sicherheit bieten natürlich die weiter oben und auch an anderen Stellen hier im Forum schon genannten Kletterkarabiner namhafter Hersteller wie Petzl, DMM, Austrialpin, Edelrid und so weiter, mit einer Mindestbruchlast von 20kN und meiner Meinung nach einem Verschluss (Schraubverschluss/ Automatikverschluss).

    Wie im letzten Beitrag von Seitenschläfer ja auch schon gut beschrieben.

    Wer also die größtmögliche Sicherheit möchte sollte zu den Kletterkarabinern greifen, aber dann auch überlegen wie das restliche System so ausgelegt ist (Baumgurte, Aufhängung, Hängematte).


    Viele Grüße

    Michael

  • Wie machst du das? Hängst du testweise 500kg dran?

    Nein, der Test sieht so aus, dass ich mich in die fertige Matte reinlege, dann lasse ich beide Schnapper gleichzeitig öffnen. Damit halbiert sich die Haltekraft der Karabiner, grob gesprochen. Und es war bisher jedesmal so, dass sich die Schnapper leicht öffnen ließen, d.h. die Karabiner wurden nicht von meiner Last so unter Spannung gesetzt, dass sie sich aufzubiegen begannen. Ein simpler Test, man braucht nur drei Leute dafür.

  • ich würde erwarten, dass der Karabiner das letzte Glied in der Kette ist, das nachgibt. Lange nach der Hängematte und den Gurten.

    Das ist auch meine Überzeugung.

    Wenn ich mir für 2€ ein Paar No-Name Karabiner aus China bestelle spare ich 12€ gegenüber einem Paar Marken-Karabiner

    Genau das ist auch meine Überlegung. Und da ich eine möglichst günstige Hängematte anbieten will, ist mir dieser Karabiner lieber - zumal wenn der "Marken-Karabiner" höchstwahrscheinlich aus der gleichen Fabrik kommt.

    Ich muss sagen, dass ich das latente und pauschale China-Bashing nicht ganz nachvollziehen kann. Auch der von dir verlinkte Spiegel-Artikel trifft gar nicht den Punkt. Eine sicherheitswidrig aus vielen Einzelteilen hergestellte Kettensäge kann man nicht mit einem Karabiner vergleichen. Als gelernter Metaller (allerdings schon lange her) weiß ich, dass es für die Herstellung eines Karabiners nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Metallschmelze wird heiß in Form gepresst und erhält dann ein Finish. Manche schreiben noch DutchWareGear oder Camp Nano 22 drauf, aber wenn das Produkt ansonsten gleich aussieht, kann man darauf auch verzichten.

    Man sollte den eigenen Kopf und die eigenen Sinne gebrauchen und in jedem Fall

    kritisch bleiben

  • Bei mir sind es zwei Dinge:

    a, ich kann die Qualität der meisten Produkte selber nicht beurteilen und möchte deshalb irgendwo kaufen, wo ich eine Reklamationsmöglichkeit für den Fall der Fälle habe. (Und außerdem möchte ich ortsansässige Läden unterstützen, die sonst irgendwann vielleicht nicht mehr da sind.)

    b, noch wichtiger ist mir: wenn jeder seine vielen Kleinbestellungen direkt in China macht haben wir immer mehr Plastik und Verpackungsmüll. Wenn ich die Ware hier in meinem Outdoorladen kaufe (oder selbst wenn ich es bei Globetrotter o.ä bestelle), dann haben die eine große Kiste mit z.B. jeder Menge Karabinern gekauft. Dann kommt vielleicht diese Kiste aus China, aber es ist eine große Kiste und es sind nicht lauter kleine Einzelplastikpäckchen, die durch die halbe Welt transportiert werden. Der Transportweg ist dann der gleiche, aber der Müllberg, der um die Welt reist ist einfach kleiner. (Ich kaufe auch keine Brötchen, die als Teiglinge mit dem LKW von Polen nach Deutschland transportiert werden, wenn ich um die Ecke Bäckereien habe, die ihre Brötchen hier herstellen und backen.)

    Aber natürlich wäre es mir am liebsten, wenn die Sachen in Europa hergestellt werden würden und ganz kurze Transportwege hätten.

    • Offizieller Beitrag

    Ich muss sagen, dass ich das latente und pauschale China-Bashing nicht ganz nachvollziehen kann.

    Ich glaube nicht, dass ich China irgendwo "gebasht" habe. Auch wenn ich es aus vielerlei Gründen vorziehen würde, wenn mehr Produkte in Europa hergestellt werden würden, lehne ich "made in China" nicht grundsätzlich ab. Aber es ist Fakt, dass in China (oder anderen außereuropäischen Ländern) nicht die gleichen Verbraucherschutzgesetze gelten oder eingehalten werden wie in Europa. Bei vielen Produkten gibt es wenig bis kein Risiko. Wenn mir ein kleiner Materialkarabiner bricht ist das vielleicht ärgerlich aber sollte keinen großen Schaden zur Folge haben. Ist aber eine Silikonbackform aus gesundheitsschädlichen Komponenten gefertigt, sieht es ganz anders aus. Natürlich kann es passieren, dass ein europäischer Importeur seine Pflichten vernachlässigt und z.B. Silikonbackformen verkauft, die gesundheitsschädlich sind. Aber ich schätze das Risiko geringer ein, weil der europäische Importeur von mir zur Rechenschaft gezogen werden kann und das auch weiß.

    Im Spiegel-Artikel werden nur einige problematische Produkte erwähnt. Mehr findet man in diversen Amazon-Rezensionen. Mir reicht das, um Produkte die meine Gesundheit gefährden könnten nicht direkt aus China zu importieren um ein paar Euros zu sparen.

    Als gelernter Metaller (allerdings schon lange her) weiß ich, dass es für die Herstellung eines Karabiners nicht viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Metallschmelze wird heiß in Form gepresst und erhält dann ein Finish. Manche schreiben noch DutchWareGear oder Camp Nano 22 drauf, aber wenn das Produkt ansonsten gleich aussieht, kann man darauf auch verzichten.

    Dann hast du mir gegenüber einen Wissensvorteil und kannst das Risiko realistischer einschätzen. Da mir das Fachwissen fehlt, bezahle ich eben dafür :)

  • Ich habe gerade mal bei den großen Ausrüstern Globetrotter, Unterwegs u. Trekking-König geschaut. Habe aber keinen Materialkarabiner mit einer Bruchlast von 12 kN gefunden.

    Der Grund dafür dürfte nicht sein, dass sie damit nicht viel Geld verdienen wollen, sondern dass ihnen das Risiko gem. Produkthaftungsgesetz § 4 bei dem Artikel zu groß ist. S. a. IT-Rechtskanzlei und frag einen anwalt.

    Was man bei diesem Karabiner als Inverkehrbringer noch beachten sollte, ist dass diese Karabiner ev. nicht nur zum Aufhängen einer Hängematte benutzt werden, sondern dass auch jemand dort eine Last von 1.000 kg dranhängt, da ja 12 kN aufgedruckt ist. Als Privatperson kannst du auf eigenes Risiko billig in China einkaufen.

    Das ist nur das, was ich in der Kürze recherchiert habe, andere im Forum wissen es vielleicht genauer. noodles

    Einmal editiert, zuletzt von Wendländer (7. Januar 2019 um 13:13)

  • Ich nutze auch Karabiner aus dem Kletterbereich, einfach, weil ich die sowieso habe. Karabiner mit Verschlusssicherung halte ich allerdings für übertrieben. Die Situationen, bei denen sich ein Karabiner öffnet und deswegen bricht sind wohl entweder dynamische Belastung mit schneller Bewegung des Karabiners die plötzlich, z.B. durch anschlagen an den Fels, gestoppt wird oder wenn etwas den Verschluss aufdrückt, z.B. das Seil den Karabiner umschlingt oder dieser durch unglückliche Positionierung auf einen Haken drückt. Auch bei Querbelastung kann es kritisch werden. Diese ganzen Fälle sollten bei Hängematten nicht eintreten, wenn man noch mal hinschaut nach dem Einhängen.

    Man möge mich berichtigen, wenn ich mit meiner Einschätzung falsch liege.

  • Viele kennen den Unterschied zwischen Bruchlast und Nutz-/Arbeitslast nicht.

    Im Baumarkt ist meistens die Nutzlast angegeben. Da ist ein ausreichender Sicherheitsfaktor eingerechnet. Bis zu dieser Last darf ich belasten.

    Beim Klettersport wird die Bruchlast angegeben. Bei dieser Belastung bricht das Material gemäss Test. Manchmal wird hier noch unterschieden zwischen der durchschnittlichen und der minimalen Bruchlast gemäss Bruchtest.

    Bei der Bruchlast muss ich einen Sicherheitsfaktor einberechnen, sonst riskiere ich einen Absturz, schädige aber auf jeden Fall bleibend das Material (plastische Verformung des Materials).

    Beim Klettern verwendet man einen Sicherheitsfaktor von 10, beim Hängemattieren reicht einer von 5.

    Eine Bruchlast von 5kN (ca. 500kg) ergibt für uns eine Nutzlast von 1kN (ca. 100kg).

    1kN = 1000N = 100daN = 102kg

  • andere im Forum wissen es vielleicht genauer. vonLieven

    Nicht wirklich. Natürlich gibt es die Produkthaftung, aber ich habe meine Zweifel, ob die einem viel nützt. Die Durchsetzung von Ansprüchen gegen den Hersteller in China dürfte aussichtslos sein, daneben haftet auch der Importeur und u.U. auch der Händler. Das sind aber meistens Limited´s oder Gmbh´s mit wenig Haftungskapital. Eine Haftpflichtversicherung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Außerdem sind solche Ansprüche mehr für Hinterbliebene interessant.

    Wenn wie beim Klettern mein Leben an dem Teil hängt, würde ich nehmen, was die Profis nehmen und nicht experimentieren. Meine Hängemattenabstürze habe ich bisher (wenn auch knapp) alle überlebt. An einem gebrochenem Karabiner hatte es bisher noch nie gelegen (meistens war es eigene Blödheit).

  • Viele kennen den Unterschied zwischen Bruchlast und Nutz-/Arbeitslast nicht.

    Du sagst es Waldläufer70 , leider ist vielen der Unterschied zwischen Bruchlast und Tragfähigkeit nicht bekannt. Die meinen, wenn da 12 kN oder wie

    z. Bsp. 130 kg angegeben sind, dass sie dort ohne Risiko diese Lasten dranhängen können und bedenken nicht, dass sich bei diesen Lasten der Karabiner bereits irreparabel verformen oder brechen könnte. Ein Sicherheitsfaktor, je nach Anwendung von 4:1 bis 12:1, wird von manchen leider nicht immer berücksichtigt.

    max. Arbeitslast (Tragfähigkeit) = Bruchlast / Sicherheitsfaktor

    PS: Wobei ich die 130 kg Bruchlast für einen Materialkarabiner aus verstärktem Kunststoff schon enorm finde.

    Die Durchsetzung von Ansprüchen gegen den Hersteller in China dürfte aussichtslos sein, daneben haftet auch der Importeur und u.U. auch der Händler.

    Das sehe ich genauso. Deshalb sollte man auch als deutscher Hersteller oder Händler beim Import von solchen Artikeln vorsichtig sein und das Risiko von Regressansprüchen nicht unterschätzen. Wenn der Karabiner die Bruchlast von 12 kN erfüllt, ist eine Hängematte sicherlich kein Problem.

  • Moin,

    ich sehe das genauso wie Höhlenmensch. Schnappkarabiner sind für den Anwendungsfall Hängematte völlig ausreichend, auch ohne Schraub-, 2-Wege- oder 3-Wegesicherung.

    Worauf ich jedoch Wert lege, dass der Karabiner von einer Behörde geprüft und zertifiziert wurde nach europäischem oder internationalem Standard (UIAA).

    China-Karabiner ohne Prüfsiegel sind für mich bestenfalls Materialkarabiner, egal welche Angaben darauf gedruckt wurde.

    Die mitgelieferten Stahlkarabiner von billigen China-Hängematten verwende ich gar nicht. Die bekommen meine Kinder zum spielen.

    Tip:

    Der kleinste, leichteste, geprüfte und zertifizierte Schnappkarabiner ist der

    OCUN Kestrel, Gewicht: 23g, Preis: ca. 5,-.

    Jeder Karabiner hat seine spezielle Anwendung:

    Brauche ich leichte Karabiner für meine Hängematten-Aufhängung, nehme ich die OCUN.

    Gehe ich Baumklettern oder will mich Abseilen, nehme ich Alu-Oval-Karabiner mit 3-Wege-Sicherung.

    Für die Stammsicherung verwende ich Stahlkarabiner mit Schraubsicherung.

    Hänge ich Material an meinen Klettergurt nehme ich billige China-Karabiner aus Alu.

    Benötige ich ein ultraleichtes Hängematten-Aufhängesystem weil ich beim Reisegepäck auf 20kg beschränkt werde, bleiben die Karabiner eben zu Hause. Dann reichen auch die selbstgemachten Soft-Schäkel oder Loops aus Dyneema.

    Einmal editiert, zuletzt von Ushi (11. April 2020 um 09:34)

  • OT: Also wer 20 kg mitschleppt, kann die Karabiner auch noch mitnehmen. ^^

    Leider komme ich mit dem max. Gewicht 20kg, bei 14-Tagen Segeltörn und all dem Krempel den man braucht einfach nicht hin.

    Ich bin schon mit 10kg Handgepäck regelmäßig außerhalb der erlaubten Zuladung bei int.Flügen.

    Die Hängematte ist aber ein "MUST".

    Also irgendwo muss ich Abstriche machen. Da zählt mittlerweile jedes Ausrüstungsteil das ich entbehren kann. 8o

  • Mittagsfrost

    Stell dir mal vor, ich muss z.B. meine geliebte mexikanische Netzhängematte zu Hause lassen und dafür so eine Parachut Hängematte mitnehmen. Die ist bei weitem nicht so bequem wie die Mexikanische, vor allem bei hohen Temperaturen.

    Ich hoffe ich habe jetzt niemanden im Forum damit gekränkt, ist halt meine persönliche Erfahrung/Meinung. :whistling:

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