In welche Himmelsrichtung soll man schlafen?

  • Ich habe gerade einen Artikel über Prepper gelesen, worin erwähnt wurde, dass das Nachtlager in die richtige Himmelsrichtung aufgeschlagen werden sollte. Allerdings stand dort nicht, was die "richtige" Richtung wäre.


    An anderer Stelle habe ich mal gehört, man solle so aufbauen, dass man mit Blick gen Osten (Sonnenaufgang) aufwache. Das beschert in der Regel einen tollen Morgenhimmel. Für mich ist das eine gute Einstimmung auf die Aktivität des Tages.


    Was ist Eure Meinung dazu? Wie handhabt Ihr das? Welche Erfahrungen habt Ihr?

  • Ich persönlich mag es lieber, wenn ich die Augen aufmache und die Umgebung ist sonnig beschienen. In die Sonne selber schaue ich nicht so gerne, durch blendendes Sonnenlicht werde ich auch nicht gerne geweckt.


    Wir haben vor ein paar Tagen am westlichen Havelufer gehangen und die 90°-Matten zeigten frontal Richtung Wasser und das gegenüberliegende Ufer, meine Gathered-End-Matte hing so, dass ich mit leicht gedrehten Kopf in diese Richtung blicken konnte. Unser Blick ging also nach Westen, wo am Morgen das Wasser und das gegenüberliegende Ufer von der Sonne beschienen wurden. Der Sonnenuntergang am Abend hinter den Bäumen des gegenüberliegenden Ufers war auch sehr schön und es war länger warm und hell, als wenn die Sonne hinter uns in den Bäumen untergegangen wäre.


    In den Dolomiten war das Tal so eng, dass die Sonne schnell hinter den Felsen verschwand und auch lange brauchte, um über die Berge zu kommen. Da war die Himmelsrichtung quasi egal. Schön ist es, wenn man am nächsten Morgen nicht lange warten muss, bis das Tarp von der Sonne beschienen wird. Dann kann es noch ein wenig trocknen vor dem Zusammenpacken.


    Menschen muslimischen Glaubens könnten vielleicht eine Affinität dafür haben, nach Osten zu blicken, wie beim Beten gen Mekka. Als Buddhist habe ich da keine Vorliebe.


    Wenn man die grundsätzlich vorherrschenden Windrichtungen berücksichtigt, dann sollte man ja immer so sein Tarp aufstellen, dass Wind und Regen an eine Breitseite gatscht und nicht von Fuß- oder Kopfende reinweht. Das ist aber abhängig von der Region und den aktuellen Wetterbedingungen.


    Wenn Erdstrahlen oder Feng-Shui eine Rolle spielen, kann die Hängeausrichtung wieder ganz anders begründet sein. Auf welcher Basis Prepper ihre Ausrichtung wählen, kann ich nur vermuten. Vielleicht geht es um die freie Sicht bei Mondschein, um Feinde/Plünderer/Großstadtzombies frühzeitig zu erkennen und den ersten Schuss abzugeben, bevor sie selbst ausgeplündert werden ...?!


    Nachtrag: Die Quantität der zur Verfügung stehenden geeigneten Bäume kann u. U. sehr bescheiden sein. Das beeinflusst dann natürlich auch empfindlich die Umsetzung der eigenen Vorlieben.

  • Meine Kriterien:

    1. Wetterbedingungen
    2. schöne Aussicht beim Einschlafen (Sonnenuntergang, Landschaft)
    3. schöne Aussicht beim Aufwachen (Sonnenaufgang, Landschaft)

    Das führte natürlich schon zu nächtlichen Überraschungen, wenn ich das Wetter falsch eingeschätzt hatte und es plötzlich umschlug.

    Daher versuche ich, mir einen "Plan B" zurechtzulegen, was aber nicht immer gelingt.

  • Wenn das Wetter gut ist (windstill und eher keine tiefen Wolken zu erwarten), dann überlege ich mir allenfalls, mein Lager so aufzubauen, dass ich eine schöne Aussicht habe. In welche Himmelsrichtung die Aussicht geht, ist für mich unwichtig.


    In hügeligem Gelände oder gar im Gebirge geht oft ein (leichter) Wind talauf- oder talabwärts. Die Windrichtung wechselt oft während der Nacht. Da achte ich dann in der Regel darauf, dass der Wind nicht der Länge nach unter dem Tarp durchweht, sondern von der Seite aufs Tarp trifft. Auch ein leichter Luftzug hat bereits eine kühlende Wirkung und die ist bei mir nachts meistens nicht willkommen. Auch hier zeigt sich, dass die Himmelsrichtung für mich kein Kriterium ist. Ich suche mir einen geschützten Platz. Nur bei (weitgehender) Windstille achte ich auf eine gute Aussicht (siehe erster Abschnitt), sofern zum Zeitpunkt der Lagersuche vorhanden.

  • Immer exakt 30°, also etwa Nordwest zu Nord. Man soll seine Hängematte doch mit 30° aufhängen, oder hab ich da was falsch verstanden? :)


    Spaß beiseite: Die Himmelsrichtung ist so ziemlich das Letzte, worüber ich mir Gedanken mache. Da sind Baumabstand und -durchmesser, Windrichtung, Bodenbewuchs, Bodengefälle usw. viel wichtiger.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

    Edited once, last by Mittagsfrost ().

  • Ich schließe mich Mittagsfrost an - mir ist eine gute Aufhängung im Zweifelsfall immer wichtiger, als die Blickrichtung. Wenn ich allerdings freie Wahl habe (Campingplatz / Gestell) bevorzuge ich es, morgens mit Blick in den Sonnenaufgang aufzuwachen. Das macht dann gleich richtig munter für den Tag :) .

    haengemattenforum.de Ich bin zwar nur der Haustechniker, aber wenn es Probleme gibt kann ich wahrscheinlich helfen ;).
  • Auch ich freue mich über die passenden Bäume

    Ja, das kann manchmal schon ziemlich vertrackt sein: der ganze Wald steht voller Bäume und es sind keine zwei dabei, die auch nur annähernd zum Aufhängen passen würde ... stimmt der Abstand, sind die Bäume viel zu dick oder viel zu dünn - stimmt der Stammdurchmesser, stehen sie in einem unbrauchbaren Abstand ...

    (Wenn man jetzt mit den Förstern spricht und um sinnvollere Pflanzungen bittet, zeigt das ja auch erst in einigen Jahrzehnten Wirkung :))


    Insofern freue ich mich auch sehr, wenn in etwa an der Stelle, die ich ausgewählt hatte, auch zwei passende Bäume stehen.

  • morgens mit Blick in den Sonnenaufgang

    Das ist für mich auch ein großer Vorteil gegenüber dem Zelt (da ist man ja meist hinter doppelten Vorhang (Innen- und Außenzelt) "eingesperrt") : morgens von den Sonnenstrahlen geweckt werden! Ich liebe das sehr und habe es zufällig auch zu Hause so - zumindest im Sommerhalbjahr. Jetzt steht die Sonne zu tief und schafft es erst spät über die Bäume.

  • Wenn ich mich wo aufhänge,

    muss ich meist schon auf so Vieles achten.


    Stelle abseits vom Waldweg, Hochsitz, nicht einsehbar.

    Kein Wildschweinwohnzimmer.

    Dann die zwei Bäume mit dem korrekten Abstand finden.

    Wo kein Baumstumpf drunter ist.

    Kein Totholz drüber hängt.

    Dass die 2 Bäume auch dick genug sind sei noch erwähnt.


    Wenn ich jetzt noch als weiteres Kriterium die Himmelsrichtung mit einbeziehen würde,

    ich glaub da würde ich ewig suchen.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es feinfühlige Menschen gibt, die sich unwohl fühlen wenn sie "falsch" liegen.

    Also Zuhause schon immer in Nord Süd Richtung und dann EINMAL im Hotel oder zu Besuch um 90° gedreht.

    Wie bei Wasseradern.


    Ich selbst hatte bisher nur ein zweimal die Option, mir aussuchen zu können, wo ich das Tarp zum Boden hin abspanne.

    Also ich lasse immer eine Seite sehr weit offen, meist mit meinen Trekkingstöcken hoch abgespannt.

    Und da konnte ich mal wählen ob ich morgens den Sonnenaufgang sehen wollte oder nicht.

    Kommt aber janz selten vor der Luxus.


    Ich komm aber eher mit dem Liegewinkel in Längsachse nicht zurecht.

    Schlafe ja Zuhause seit 2 Jahren in der HM. Füße leicht erhöht.

    Eine Nacht im Hotel auf Matratze ist der Horror.

    Ich weiss nicht warum, aber ich kann dann nur schlecht schlafen.

    www.gürtel-extreme.de

    Casström Messer und Jagdzubehör, Gürtel in Handarbeit, Ticket to the Moon Vertrieb


    SAVE THE DATE:

    30.04. - 04.05.20 Hängemattenforum Sommer Treffen Mengerschied

  • Das ist für mich auch ein großer Vorteil gegenüber dem Zelt (da ist man ja meist hinter doppelten Vorhang (Innen- und Außenzelt) "eingesperrt")

    Wenn das Wetter schön ist, kann ich bei meinem Zelt den Eingang offen lassen und habe dann bei Bedarf auch einen freien Blick auf den Sonnenaufgang oder den See oder die Berge, etc.


    Was ich zu meinem oberen Beitrag noch ergänzen wollte: Wenn ich mit jemanden zusammen unterwegs bin, suchen wir uns meistens auch einen schönen, gemütlichen Platz. Auch dann spielt die Himmelsrichtung keine Rolle, aber die Aussicht oder eine gute «Infrastruktur», ob naturgegeben oder menschengemacht ist egal, ist dann durchaus ein Kriterium, schliesslich möchten wir es zusammen gemütlich haben und den Abend geniessen, plaudern, etwas kochen... Auch wenn ich allein unterwegs bin, kann es passieren, dass ich etwas früher an einen schönen Ort gelange und dann beschliesse, gleich über Nacht dort zu bleiben.


    Wenn ich aber ein paar Tage unterwegs bin, koche ich mir manchmal auch am frühen Abend an einem schönen Ort mit guter «Infrastruktur» (siehe oben) etwas, wandere dann aber noch in die Dämmerung hinein ein Stück weiter. Da suche ich mir dann einen Platz etwas abseits des Weges. Aussicht und Himmelsrichtung sind mir dann völlig egal, denn es ist ohnehin schon dunkel oder am Eindunkeln und am Morgen möchte ich vielleicht bei Zeiten weiterwandern. Das Frühstück gibt es dann erst, wenn ich etwas warmgelaufen bin; dann gerne auch wieder an einem schönen Platz mit Aussicht oder sonst einer einladenden Ausstrahlung.


    Kurz, es gibt wohl keine zwei Plätze, die ich nach den genau gleichen Kriterien ausgewählt habe. Ich nehme, was sich mir bietet. Dazu brauche ich im Grunde einfach zwei Bäume im etwa passenden Abstand, etwas Distanz zum nächsten Weg, keinen zu stark abfallenden, möglichst trockenen Untergrund und das Gefühl, dass der Ort für die Übernachtung passt.

  • Vielleicht geht man bei der "richtigen" Himmelsrichtung davon aus, dass wir eine vorwiegende Windrichtung (aus Westen) in unseren Breiten haben. Zu erkennen ist dieses an der grün bemoosten Seite der Bäume. Richtet man sein Nachtlager so aus, dass man dem Rechnung trägt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine gute Nacht größer.

    Das mag grob so hinkommen - dürfte aber nur dann relevant sein, wenn man nicht an eine Wettervorhersage kommt. Also eher selten.

  • Ich habe keine fixe "richtige" Richtung. Die richtige Richtung ergibt sich immer aus der entsprechenden Situation.


    Bei den meisten Hängeplätzen habe ich ein starkes Gefühl, wohin mein Kopf zeigen sollte. Wenn ich z.B. in abschüssigem Gelände hänge, möchte ich mit dem Kopf meist nach "oben" hängen. Beim Aussteigen wird es so unwahrscheinlicher, dass ich das Gleichgewicht verliere.


    Gleichzeitig muss ich aber auch die Richtung des Ein- und Ausstiegs berücksichtigen. Hänge ich mit anderen, hänge ich meist so, dass die Ein-/Ausstiegsseite zu den anderen Hängern zeigt. Auf einem öffentlichen Campingplatz ziehe ich es vor, wenn die abgewandte Seite zum Weg oder zum Nachbarn zeigt. So habe ich etwas mehr Privatsphäre.


    Beim wildcampen versuche ich immer so zu hängen, dass mich das Gelände am Kopf und auf der geschlossenen Seite schützt (z.B. dichtes Gestrüpp, Felsen, ...).


    Die Himmelsrichtung spielt eine eher untergeordnete Rolle, kann bei ungeschützten Plätzen (Wind, Regen!) aber durchaus wichtig sein.

  • Feng-Shui im Wald ? Für mich ist die Himmelsrichtung so ziemlich das letzte Kriterium um meine Matte aufzuhängen.


    Morgenstund verlangt nach Kaffee im Mund - und meistens habe ich schon wieder festen Boden unter den Füssen, wenn die Umgebung gerade erkennbar wird.


    Falls ich einmal die Wahl habe, und beim Aufhängen auch noch daran denke, dann würde ich die Hängematte so ausrichten, dass das Spektakel seitlich von der Hängematte stattfindet, damit ich abends mit dem Bier und/oder morgens mit der Tasse mit dem Tarp im Veranda-Stil was immer stattfindet geniessen kann.