Schädigung der Bäume...

  • Hallo @ alle,


    ich wurde heute beim Abhängen von einem Herrn des Grünflächenamtes angesprochen, dass es das nicht gerne sieht, dass Hängematten aufgehängt werden.
    Ich verwies darauf, dass ich baumfreundliche Aufhängungen verwende, von denen der Hersteller sagt, dass sie dem Kambium nicht schaden.
    Er verneinte dies und meinte, dass die alles versprechen, um es verkaufen zu können. Im Land Berlin würde jetzt eine Langzeitstudie ausgewertet werden und die würde zu anderen Ergebnissen kommen. Und auch zusätzlicher Baumschutz, wie z.B. für Slacklines würde da kaum weiter helfen. Nur seien noch keine Vorschriften erlassen, daher könne er es mir nicht verbieten.


    Wir hatten dann noch ein gutes Gespräch, da ich auch klar machte, dass ich bestimmt nicht den Bäumen schaden will, nur ich halt die Info habe, dass 2,5 cm breite Gurtbänder als ausreichend angesehen werden (sie auch in diesem Forum hier, an verschiedenen Stellen).


    Wisst Ihr da was neues? Bin ich da wirklich vollends auf dem Holzweg? Ich benutze diese hier: https://www.globetrotter.de/shop/exp...-2x35m-293640/


    Macht es Sinn ggf. die hier unter die Aufhängung zu packen? https://www.globetrotter.de/sh…on-treewear-137895-gruen/


    Sind sehr breit, das bringt ja vermutlich nicht sehr viel?


    LG Boris

    Let's do the Timewarp again.... oder hänge in einer Hängematte ab...

  • Sehr schade. Ich befürchte, dass wir von jetzt an immer öfter mit solchen Regeln konfrontiert werden - vor allem auch wegen der vielen unvernünftigen oder unwissenden Seil-Hänger. Siehe dazu z.B. auch hier. In den USA kämpfen Hängematten-Nutzer schon länger mit solchen Verboten.


    Mir sind keine Studien zum Thema bekannt, und es würde mich selbst interessieren was dabei heraus kommt. Der Konsens ist, dass 25mm Gurte den meisten Bäumen nicht schaden. Allerdings gibt es Bäume mit einer weicheren Rinde, die empfindlicher sind. Und wieviele Hängemattennutzer kennen sich schon genau mit Bäumen aus? Und wären dann auch willens, nicht von solchen Bäumen zu hängen?


    Hast du vielleicht die Kontaktdaten von dem netten Herrn erfragt? Manchmal hilft es, wenn man sich frühzeitig einschalten und aufklären kann. Wenn bei der Studie heraus kommt, dass 25mm Gurte Schäden verursachen, 40mm Gurte aber nicht, könnte man vielleicht erreichen, dass Hängematten nicht komplett verboten werden, sondern nur die Nutzung von zu dünnen Gurten (Seilen sowieso).

  • Ja, habe mich, um die Situation zu entspannen, selbst erst mal mit Namen vorgestellt. Ich kenne seinen Namen und versuche Kontakt zu bekommen. Nur Berlin ist da etwas seltsam mit den Namen der Mitarbeiter.


    Deine Gedanken waren meine Gedanken auch, dass es da ja durchaus einen kreativen und vernünftigen Umgang und Kontakt geben kann. Und vielleicht wissen die was, was für uns ja wichtig sein könnte. Ich sehe es ja so, dass hier alle sich um Baumfreundlichkeit bemühen. Mal schauen, ob ich da weiter komme.


    Er war dann auch beruhigt, dass ich mich doch ein wenig auskenne und klar stellte, dass ich sicherlich keinen Baum was böses tun möchte...


    LG Boris

    Let's do the Timewarp again.... oder hänge in einer Hängematte ab...

  • Für mich klingt das nach einem "gegen alles was Spaß macht" Herren.
    Wenn Du auf dem Boden gelegen hättest, wäre er mit der Schädigung der Grasnarbe gekommen.
    Und weil Du atmest, mit der verpestung der Luft.
    Mein Eindruck der Story.


    Konnte der Herr sich denn ausweisen als Mitarbeiter des Grünflächenamtes?


    Klar kenne ich auch die Diskussion wegen Schädigung der Bäume.
    Aber dann erinnere ich mich wieder an den Zustand des Waldes, als wieder Holz geschlagen wurde und die Vollernter irre Schäden angerichtet haben.


    Es wird mit zweierlei Maß gemessen.
    Der Bürger, der jetzt vermehrt den Wald, die Bäume für die Freizeit nutzt, wird mit allem bekämpft was man hat. Regeln hier, Verbote dort.
    Der Forst aber, verhält sich wie die Axt im Wald und geht mit der Natur um wie es ihm gefällt.


    Grundsätzlich sollte jeder Baumgurte verwenden. Die Schädigung muss ja nicht mit bloßem Auge erkennbar sein.
    Ich denke auch, dass mit 25mm breitem Gurtband, die Last gleichmäßig genug verteilt ist.
    Wenn diese Studie dazu kommt, dass es breiter sein muss, okay. Machen wir die Baumgurte breiter.
    Aber ich könnte schwören, dass ein Verbot dann grundsätzlich gelten wird und nicht eine Nutzung mit Baumgurten ab x cm Breite erlaubt.


    Und die Belastung durch eine straff gespannte Slackline ist auch nochmal eine gaaaanz andere.

  • Da sagt auch jeder was anderes. Klingt fast, als wollte sich der Herr sehr wichtig nehmen.


    Ich hab vor 2 Jahren hier in einem Wald einen Mann getroffen, der eine Firma leitet die in der grossen Stadt Baumpflege macht (wie heisst das, so mit Stutzen und dem Kram). Der sagte, dass immer wieder mal jemand kommt mit neuen Vorschriften und dass meine 2,5 cm Baumgurte dem Baum nichts tun könnten.


    Was für eine Langzeitstudie soll das überhaupt sein, frage ich mich. Hängemattenspezifisch ?
    Pennen die vom Amt seit einem halben Jahr nachts in Hängematten oder wie kommen die an belastbare Daten ?


    Was man aber sagen muss: auf Youtube gibt es einen Arschvoll Videos von Leuten, die im Bushcraft teilweise anerkannt sind, aber nun meinen, ohne jegliche Ahnung auf den HM-Zug aufspringen zu müssen.
    KEINE Baumgurte (am besten noch Paracord) und bestes Erkennungsmerkmal: Abspannwinkel kleiner/gleich 5 Grad !
    Das ist schon bissel doof.


  • Was man aber sagen muss: auf Youtube gibt es einen Arschvoll Videos von Leuten, die im Bushcraft teilweise anerkannt sind, aber nun meinen, ohne jegliche Ahnung auf den HM-Zug aufspringen zu müssen.
    KEINE Baumgurte (am besten noch Paracord) und bestes Erkennungsmerkmal: Abspannwinkel kleiner/gleich 5 Grad !
    Das ist schon bissel doof.


    Mein Reden.
    Und wehe man sagt was und weisst sie auf ihre Vorbildfunktion durch YT hin. Oh weh. Shitstorm.

  • In dem von ich glaube Mittagsfrost geposteten Video für Hängemattenanfänger (gestern oder vor ein paar Tagen) sagt der Mann in dem Video auch, dass es in bestimmten US Bundesstaaten bereits Regularien gibt, dass die 1 Inch Baumgurte eben nicht genügen und man dickere Baumgurte haben muss, da man sonst gegen geltendes Recht verstößt. Würde mich nicht wundern, wenn so etwas auch hier früher oder später kommt.


    Ich meine: wenn es wissenschaftlich untersucht und belegt ist, dass die 2,5 cm den Bäumen tatsächlich schaden, ist mir nichts lieber, als dickere Baumgurte zu verwenden, um die Bäume tatsächlich nicht zu gefährden. Aber wenn es nur so eine Vermutung ist würde ich mir gerne die Anschaffung und den zusätzlichen Ballast sparen.

  • Die Sache mit der Studie interessiert mich auch. Würde gerne Wissen, ob die vom Berliner Senat in Auftrag gegeben wurde, dem Grünflächenamt oder ob das in Kooperation mit einer Uni läuft ... In welchem Berliner Bezirk bis du den angesprochen wurden? Ist zwar aufgrund der stadtübergreifenden Sache vermutlich nur eine Kleinigkeit, würde mich aber als Pankower doch interessieren.

  • Die Sache mit der Studie interessiert mich auch. Würde gerne Wissen, ob die vom Berliner Senat in Auftrag gegeben wurde, dem Grünflächenamt oder ob das in Kooperation mit einer Uni läuft ... In welchem Berliner Bezirk bis du den angesprochen wurden? Ist zwar aufgrund der stadtübergreifenden Sache vermutlich nur eine Kleinigkeit, würde mich aber als Pankower doch interessieren.


    Hallo Furbrain,
    in Moabit in einem kleinen Park. Wer das macht oder mit wem... keine Ahnung. Dazu ging das Gespräch zu schnell. Er verwarf meine Argumente mit den breiten Gurten halt mit dem, dass jetzt klar würde, dass dies nicht ausreichen würde.
    Nur... die scheinen mir auch reichlich unterbesetzt zu sein. Wie überall in Berlin halt.


    VG Boris

    Let's do the Timewarp again.... oder hänge in einer Hängematte ab...

  • Ich stelle meine HM Aufhängungen auch komplett auf Baumgurte um, ich denke 25mm sollten ausreichen - immer mit dem Blick auf die Borke und Dicke des Baumes (dicker Baum, dicke Borke - dicker Baum, dünnere Borke auch ok (z.B.: Buchen), dünnerer Baum, dicke Borke auch ok (z.B.: Eichen)). Aus meiner Sicht spielt auch die Frequenz, mit der am Baum gehangen wird eine Rolle.


    Die Studie würde mich auch sehr interessieren - so wie ich unser Land kenne, wird das einen Studie mit Uni und Tüv - das fände ich klasse - und vielleicht Ben als Berater aus forstwissenschaftlicher Sicht.


    LG


    Mark

  • Auch wichtig scheint mir:


    - dünner Baum => zweimal um den Stamm (allenfalls sogar dreimal): Das verteilt Druck und Reibung besser
    - dicker Baum => einmal reicht, weil der Druck sich viel mehr verteilt und auch einfach viel Reibungsfläche entsteht (und die Gurte auch zu kurz für zweimal sind)

  • Fand es super wenn es einen extra Tread gäbe wo es explizit nur um den Schutz der Bäume geht. Vielleicht unter Aufhängung oben unter Wichtig extra angepinnt, wo sich Neulinge zu dem Thema informieren könnten. Wieso überhaupt Baumgurte nötig sind usw.
    Klar wird hier ne Menge dazu geschrieben und immer wieder darauf hingewiesen allerdings wäre ein zusammengefasster Tread zum Thema Naturschutz / Baumschutz der gleich ins Auge sticht eine Feine Sache.
    Würde auch hervorheben das dem Forum der Naturschutz sehr wichtig ist.

    Never without my Hammock!

  • Gute Idee, [USER="4167"]Hammock Goofy[/USER].


    Ich war drei Tage auf einem sehr empfehlenswerten Campingplatz am Klöntalersee. Es hat dort viel Freiraum und Platz für zahlreiche Zelte. Mit etwas Glück sind aber auch noch ausreichend Bäume frei, um die Hängematte aufzuhängen (oder gar in ihr zu nächtigen).


    Zwei Dinge sind mir dabei aufgefallen:

    • Es wird jeden Abend ausdauernd grilliert (standarddeutsch: gegrillt). Dabei spielt es den Leuten keine Rolle, wenn der Grill auch nur einen Meter von einem Baum entfernt steht und die Borke dabei (zu) stark erhitzt. Der Grill wird oft auch - kaum drei Meter von Zelten entfernt - heftig eingeheizt. (Es kam um ein Haar zu einer Auseinandersetzung, als mein Nachbar etwa zwei Meter von meinem selbst genähten Tarp seinen Grill heftig einheizte. "Ach, ich passe schon auf. Ich produziere ja keine Funken, Das ist ja nur Asche, die da auf Ihrem Tarp landet", war sein beschwichtigender Kommentar. Er hatte seinen Grill zwischen zwei Bäumen platziert, auf jeder Seite ein knapper Meter zum Baum!)
    • Auf dem Platz sieht man sehr viele einfache Gartenhängematten. Diese sind alle mit Seilen an den Bäumen befestigt. Ich war - soweit ich das gesehen habe - der einzige, der Baumgurte verwendet hat.

    Entsprechend sehen die Bäume dort aus. Sie haben zahlreiche Wunden im unteren Stammbereich. Und da und dort sieht man bereits abgestorbene Äste in der Baumkrone. Ich überlege, ob ich der Platzverwaltung eine Nachricht schicke. Kaputte Bäume können ja eigentlich nicht in deren Interesse sein. Die wachsen ja nicht mal eben rasch nach.

  • Fand es super wenn es einen extra Tread gäbe wo es explizit nur um den Schutz der Bäume geht

    Den Faden habe ich vor einiger Zeit eröffnet, ohne mir darüber im Klaren zu sein, dass schon davon die Rede war.


    Neben der Breite des Bandes, der Beschaffenheit der Borke und der Häufigkeit der Nutzung des immer gleichen Baumes gibt es noch einen weiteren Punkt, der aus meiner Sicht eine Rolle spielt:


    Wie ist das Band am Baum befestigt?


    Je nach dem, wie es befestigt ist, rutscht es bei Belastung zuerst ein Stück dem Stamm entlang nach unten und reisst dabei ein Stück Borke weg. Gerade bei Kiefern kann das sehr schnell passieren. Wenn ich das Band aber dort fixiere, wo ich es angebracht habe, so dass es nicht oder kaum mehr verrutscht, dann schont das die Borke bestimmt besser, als wenn das Band quasi bei jeder Bewegung wieder etwas weiter nach unten rutscht.


    Seit ich mein Tarp direkt an der Hängemattenaufhängung festmache (was – nebenbei erwähnt – die Baumrinde auch schont), kann ich den Baumgurt recht gut am Stamm fixieren. Da verrutscht eigentlich kaum noch etwas:


  • Je nach dem, wie es befestigt ist, rutscht es bei Belastung zuerst ein Stück dem Stamm entlang nach unten

    Das ist bei mir immer so.... gibts da ein Mittel dagegen? Wie müßte ich den Baumgurt anders befestigen?

    Bisher lege ich den Gurt um den Baum und schiebe dann das Ende, das zur HM geht, in den Karabiner.

  • Das ist bei mir immer so.... gibts da ein Mittel dagegen? Wie müßte ich den Baumgurt anders befestigen?

    Bisher lege ich den Gurt um den Baum und schiebe dann das Ende, das zur HM geht, in den Karabiner.

    Es hängt mit der Befestigung mittels Dutch Clip und der direkten Befestigung des Tarps am Gurtband zusammen.

    • In einem Karabiner kann das Gurtband frei rutschen: Ein Karabiner bietet keinen Halt für das Gurtband, vielmehr zieht er dieses mit seinem Gewicht sogar nach unten. Im Dutch Clip rutscht das Gurtband nicht so leicht weg: Weil das Gurtband im Clip etwas gewölbt ist, sich aber öffnen möchte, wird es ein wenig gehalten.
    • Dann kommt der Prusikknoten, an dem ich das Tarp befestige zum Einsatz: Sobald der Gurt dort ist, wo ich ihn haben möchte (etwas seitlich am Baum, so dass das belastete Band möglichst direkt zur Hängematte geht), schiebe ich den Prusik direkt an den Dutch Clip heran. Der Prusik hält den Baumgurt dann dort, wo ich ihn haben möchte.

    Fotos dazu habe ich oben ja gepostet. Ebenso die Druckspur auf dem Moos, die zeigt, dass da nichts verrutscht ist.

  • Ich mir gut vorstellen, dass der Dutch Clip das Gurtband besser an der gewählten Stelle hält. Ich habe eben bloß keine solchen und es ist schwieriger an die ranzukommen als an Kletterkarabiner, wo ich nur 70 m weiter einen entspechenden, großen Laden habe....


    Wenn du die Prusiks vom Tarp so nah an den Dutch Clips am Baumgurt hast: kannst du denn dann noch die Spannung des Tarps einstellen? Du bist doch "schon am Anschlag". Weiter spannen geht dann ja nicht mehr.