Ab wieviel °C braucht ihr eine Isolierung von unten?

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  • Du wirst nicht schlafen können, weil diese Rettungsdecken irre laut sind. Eine Bewegung und Du bist wach.
    Dann reflektiert sie nur die Wärmestrahlung.
    Kondenswasser, Du schwitzt 1-2 Liter raus Nachts, schlägt daran nieder.
    Du hast morgens einen nassen Schlafsack.
    Das ist keine Vermutung, das sind eigene Erfahrungen.

    Es sollte etwas sein, das die Feuchtigkeit aufnimmt und nach aussen abgibt aber trotzdem isoliert.
    Und da sind wir wieder, wen überraschts, beim Underquilt.

    Dein geplanter Schlafsack bis -10° kann ja für oben rum okay sein. WENN das die Komfort angaben sind.
    Ist das Minimum, stirbst Du bei -11°.
    Für unnerum entweder einen zweiten Schlafsack oder Poncholiner kaufen und als UQ umarbeiten.
    Oder eine Isomatte rein legen. Da frierst Du aber an den Seiten.

    Mexico, Guatemala. Wie schlafen denn die Koka Bauern da oben? Die frieren ja auch nicht gern.

    • Offizieller Beitrag

    Also mich stört das Knistern der Rettungsdecken überhaupt nicht. Als zusätzliche Isolierung nach oben kann man (oder besser: kann ich) sie durchaus verwenden. Das Kondensproblem bleibt, läßt sich aber durch Auslüften des Schlafsackes am Morgen recht schnell lösen. Je höher, desto schneller die Verdunstung. Nur bei Dauerregen hättest Du ein Problem.
    Tja, die Erfahrungen sind verschieden.
    Wo ich mit Bernd übereinstimme ist die Notwendigkeit einer vernünftigen Isolierung von unten, also Underquilt oder Isomatte. Nur ein Schlafsack ist da meist zu wenig, da seine Füllung unter dem Körpergewicht zusammengepreßt wird und dann nur noch schlecht isoliert.
    Warum willst Du eigentlich dünn bekleidet in den Schlafsack kriechen? Kleidung wärmt doch auch.

  • Danke für die Infos!
    Das Problem der Kondensierung hätte ich bis es soweit ist nicht bedacht!
    Die Temperaturangaben waren jetzt mal geschätzt, da werde ich schon einen passenden Schlafsack mitbringen. Dauerregen, wie Mittagsfrost angesprochen hat, wird kein Problem sein, da es außerhalb der Regenzeit dort fast nicht regnet.
    Ich bin niemand, der sich im Schlaf viel dreht, also wäre eine dünne Yogamatte wohl auch ausreichend als Iso-Matte, oder meint ihr was anderes? Etwas dickeres kann ich mir nur sehr unbequem vorstellen.
    Dünn bekleidet in den Schlafsack hatte ich auch nur geschrieben, damit noch Kleidung "nach oben" zu Verfügung steht. Natürlich zieh ich mich wärmer an, wenn es kalt wird.
    Die Kokabauern schlafen in Peru oder Bolivien in Adobehütten und tragen dicke Ponchos aus Alpaka/Schafswolle über verschiedenen Lagen Stoff. Außerdem is es da oft zu hoch, als dass da genug Bäume wären um zu hängen.
    In Mexiko und Guatemala schläft man recht ähnlich, nur baut man dort kein Koka an :D

    • Offizieller Beitrag

    Eine Rettungsdecke auf der du liegst ist fast wirkungslos. Hast du schon eine Hängematte, oder bist du noch in der Planungsphase? Wenn du eine Hängematte hast, häng sie doch einfach mal auf und lege eine Rettungsdecke rein. Dann stoppst du die Zeit, wie lange du es in der Hängematte aushältst. Vielleicht gehörst du ja zu den Leuten, die einen Ofen eingebaut haben. Dann funktioniert das vielleicht sogar. Aber ohne einen aussagekräftigen Test würde ich das Risiko nicht eingehen.

    Yogamatten halte ich auch für wenig geeignet. Die, die ich bisher in der Hand hatte waren sehr schwer und weniger warm als eine ähnlich dicke Evazote-Matte. Und bei Temperaturen um die 0°C brauchst du vermutlich auch mehr als nur eine dünne Matte. Und du hast Recht: dicke Schaumstoffmatten sind eher unbequem in der Hängematte. Hast du vielleicht eine "selbstaufblasende" Isomatte? Wenn du die nicht ganz aufbläst, ist sie nicht mal unbequem. Nur leider reichen die üblichen ~50cm Breite nicht aus um Schultern und Hüfte abzudecken. Aus dem Grund habe ich eine 3-4mm dicke Evazote Matte quer unter die Isomatte gelegt. Das geht. Aber ein Underquilt ist unvergleichlich viel bequemer.

    Wenn du weisst, wie man eine Nähmaschine bedient, dann näh dir einfach einen Climashield Underquilt. Allerdings wird der für 0°C ziemlich voluminös und schwer. Unter 1kg geht da bei einem full-length Underquilt nichts. Vielleicht wäre ja ein 3/4 Underquilt plus Isomatte eine gute Lösung?

  • Nein, ich bin noch in der Planungsphase und habe auch keine Matte zum testen. Allerdings geht es schon in knapp zweieihalb Wochen los, da muss jetzt bei zeiten eine Entscheidung getroffen werden.
    Ich versuche, so wenig Gepäck wie möglich zu haben, und UQ, Matte, Tarp und Schlafsack und dann noch vllt. eine Matte wäre schon viel Zeug. Ich müsste nochmal genau über die Temepraturen nachts dort mit Ortskundigen reden.
    Aber was ihr bisher sagt lässt sich eigentlich so runterbrechen, als wäre "Profiequipment" deutlich sinnvoller als ein pragmatischer Mix aus verschiedenen "fachfremden" Hilfsmitteln.
    Danke schonmal!

  • Aber was ihr bisher sagt lässt sich eigentlich so runterbrechen, als wäre "Profiequipment" deutlich sinnvoller als ein pragmatischer Mix aus verschiedenen "fachfremden" Hilfsmitteln.

    Ja. Außer Du hast Erfahrung im Hängematten-DIY-Bereich, wovon ich nicht ausgehe.

    Und unbedingt in einer geschützten Umgebung (Garten oder so) vorher testen! Siehe hier.

    • Offizieller Beitrag

    Sich als Hängematten-Neuling in nur 2 Wochen ein Set-Up zusammenstellen zu wollen, mit dem man (vermutlich ungetestet?) bei um die 0°C campen will halte ich für mutig. Um nicht zu sagen grenzwertig. Mein Rat: bleib für diese Reise bei der Ausrüstung mit der du Erfahrung hast, mit der du umgehen kannst und von der du weisst was sie ungefähr leistet. Hängematten sind toll, aber abgesehen davon, dass viele sich erst an die ungewohnte Liegeweise gewöhnen müssen, sind sie gerade bei niedrigen Temperaturen fordernd. Du verlierst eine Menge Wärme nach unten. Bei sommerlichen Temperaturen ist das unangenehm - bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann das aber lebensbedrohlich werden. Siehe echinotrixs letzten Bericht.

    Selbst wenn du jetzt noch einen Winter Underquilt kaufst - weisst du, wie du ihn richtig verwendest? Weisst du, wie du das Tarp bei einer Hängematte aufhängen musst um dich und deine Isolierung ausreichend zu schützen? Hast du einen Plan B, wenn die neue Ausrüstung nicht so funktioniert wie erhofft?

    Ich finde es auch deutlich einfacher (und billiger), Gewicht bei einem Boden-Set-Up zu sparen als bei einem Hängematten-Set-Up. Vielleicht kannst du dir ja ein leichtes Zelt leihen? Und wenn du zurück bist, steigst du ins Thema Hängematten-Camping ein. Dann hast du Zeit die richtige Ausrüstung zu finden und zu testen. Bei der nächsten Reise kannst du realistischer einschätzen, ob die Hängematte mit soll, und auf was du achten musst.

  • Ich würde mich absolut @TreeGirls Meinung anschließen und jetzt nichts überstürzen, in dem du dir eine teure HM-Ausstattung zulegst, dann vielleicht gar nicht genau weißt, wie du damit umgehen mußt und vielleicht gar nicht besonders gut in einer HM schlafen kannst. Das ist meiner Meinung nach nämlich auch etwas gewöhnungsbedürftig und braucht etwas Zeit.
    Ich würde kein Risiko eingehen und das nehmen, was du schon hast. Außerdem: gibt es dort überhaupt genügend Bäume? In der Höhe? Da hast du viele Unbekannte.....

  • Danke für eure Ratschläge und Hinweise.
    Ein Zelt ist leider recht nutzlos, da es kaum gerade flächen geben wird, auf denen man ordentlich campen kann. Zwar habe ich keine Erfahrung mit Hängematten per se, bin aber mit einem Freund unterwegs, der schon länger damit draußen ist. Der kennt sich aus, bzw. hat schon Erfahrungen sammeln können und wird mir sicherlich weiterhelfen. Tricks und Kniffe kenne ich nur vom nachlesen, wie die Sachen gespannt werden müssen etc. habe ich glaube schon verstanden.
    Die Hängematte ist auch eher mein Plan B, sollte es wo ich bin keine Hostels oder ähnliches geben. Ich möchte damit nicht jede Nacht draußen schlafen sondern sie eher als support mitnehmen. Daher ist mir das so auch lieber, als mit einem schwereren Zelt.
    Leider ist es schwierig, für die Region Temperaturangaben zu finden. Aber heute sind es laut google ca. 10 Grad nachts, was jetzt nicht super warm ist. Dafür steigen die Tagestemperaturen bis auf 25°, die Situation ist also zum Glück nicht so schlimm wie bei dem fast erfrohrenen Kollegen.
    In der Hängematte schlafen wird auch kein Problem sein, ich kann erstens überall gut schlafen und habe das auch schon mehrere Nächte draußen mit hm gemacht.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn du deinen Plan durchziehen willst, dann solltest du vor deinem Abflug unbedingt mindestens einen Testlauf draussen machen. Am besten an einem Ort, wo du problemlos abbrechen kannst wenn du merkst, dass dir zu kalt wird. Es reicht nicht, mit angelesenem Wissen und neuer Ausrüstung raus zu gehen wenn es Ernst wird.

    Kann dir dein Hängematten-erfahrener Freund nicht vielleicht Ausrüstung leihen? Die meisten ernsthaften Hänger haben genug Ausrüstung für 2 oder mehr Personen...

    Wenn ich die Reise planen würde, würde ich 10° von den zu erwartenden Tiefsttemperaturen abziehen und meine Ausrüstung darauf ausrichten. Wenn du als Isolierung Schaumstoff-Matten verwendest, kannst du zur Not auch auf den Boden ausweichen. Da geht nicht so viel Wärme verloren.

  • Hi,

    was meint ihr... ab welcher Temperatur kann man auf eine Isolation von unten in der Hängematte verzichten?

    Bislang hatte ich immer ne UL Isomatte mit in der Hängematte liegen. Das funktioniert für mich gut. Für nen kommendes Mehrtages MTB (Rennen) in den Dolomiten würde ich mir gerne das Packmaß der Isomatte sparen. Nachts wirds so um die 13-18 Grad werden. Der Schlafsack ist nen Sommer- Syntethik Modell mit nem Temperaturbereich bis 10 Grad.

    Was meint Ihr... wirds ohne Isolation kalt am Hintern?

    LG

    Marco

  • Was meint Ihr... wirds ohne Isolation kalt am Hintern?

    Meine Erfahrung: ja! Ab 20°C und drunter brauche ich zumindest einen Sommer-UQ. Ohne wärmende "Unterstützung" würde ich nur in sog. "tropischen Nächten" hängen wollen.

  • was meint ihr... ab welcher Temperatur kann man auf eine Isolation von unten in der Hängematte verzichten?

    Ich kann ab ca. 30°C und absoluter Windstille auf einen Underquilt verzichten. Von anderen habe ich gehört, dass sie ab 10°C keine Isolierung mehr brauchen. Das zeigt dir, dass es nur einen Weg gibt, herauszufinden ob du bei 13°C 🥶 noch ohne auskommst: probiere es vorher aus! Oder nimm dir etwas Notisolierung mit (z.B. eine dünne, kurze Evazote Matte), damit du zumindest etwas Schlaf bekommst, falls dir doch zu kalt ist. In den Bergen würde ich allerdings immer damit rechnen, dass die Nachttemperaturen wesentlich tiefer fallen als erwartet.

  • Ich hänge zur Zeit in den Dolomiten auf 800 m. In diesem Tal hatte es die letzten Nächte 12 Grad, teilweise Wind + Regen und ich würde ohne UQ hier nicht schlafen wollen. Insbesondere nicht, wenn ich abends ausgepowert in die Matte falle und am nächsten Tag Programm habe.

    Offline ist am schönsten!

  • Ich hänge zur Zeit in den Dolomiten auf 800 m. In diesem Tal hatte es die letzten Nächte 12 Grad, teilweise Wind + Regen und ich würde ohne UQ hier nicht schlafen wollen. Insbesondere nicht, wenn ich abends ausgepowert in die Matte falle und am nächsten Tag Programm habe.

    Sehe ich zu 100% genauso.

    Insbesondere nach intensiven sportlichen Einheiten kann ein Körper nachts ordentlich "nachglühen" und nachschwitzen. Bei einem leichten Luftzug um die Hängematte entsteht dann ordentlich Verdunstungskälte auf der Haut. Im dümmsten Fall merkt man das schlafend erstmal gar nicht und kann es dann noch nicht einmal ausreichend ändern. Da wird ein nächtliches Auskühlen ggf. sogar ein gesundheitliches Risiko. Eine nächtliche Isolierung könnte für einen erfolgreichen Wettkampf dieser Art durchaus förderlich sein.

  • Ich lag mittlerweile bei 15°C ohne Isolierung von unten auf meinem Schlafsack in der Hängematte... das ging ganz gut. Allerdings schlaf ich auch lieber etwas kühler.

    Vor ein paar Wochen habe ich (heldenhaft) bei 5°C ohne Isolierung gefroren wie ein Nacktmull im Schneesturm... (wollte die einzige verfügbare Isomatte lieber an ein bodenschlafendes Fräulein abgeben). Seitdem verwende ich etwas mehr Zeit auf Vorbereitung der Wooki-Bestellung 8o

    Wenn meine Frau jemals meine Ausrüstung für den Preis verkauft, den ich ihr gesagt habe, macht jemand ein riiiiichtiges Schnäppchen... :D

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