Snakeskin-Konstruktionen

  • Extra für Euch bin ich jetzt aus der Hängematte aufgestanden und habe die Snakeskins (made by Dendronaut) ausgemessen. Zweiteilig, aus Moskitonetz, je 160 cm lang. Umfang am kurzen Ende 10 cm, am dicken - 30 cm. Gewicht (bzw. Masse): 21 Gramm. Okay, das habe ich jetzt nicht gemessen, sondern dem Notizbuch entnommen. Noch Fragen? Keine? Gut, dann lege ich mich wieder hin.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Damit ich nicht nur als "Theoretiker" in die Geschichte des Hängemattenforums eingehe, habe ich [USER="21"]Konradsky[/USER]s Rat befolgt und gemacht. Jetzt will ich davon berichten:


    Zwei Tage vor meiner Abreise auf den Great Glen Way in Schottland habe ich mir endlich eine Snakeskin genäht. Eigentlich wollte ich ja damit warten, bis ich mal ein passendes Stück Moskitonetz übrig habe. Da dieses Stück aber recht gross sein muss, hätte ich wohl noch lange warten müssen. Also habe ich es mir einfach von einem noch vorhandenen Posten von Dutchs leichtem Netz abgeschnitten.


    Im Gegensatz zu den meisten anderen hier, wollte ich eine einteilige Snakeskin haben. Da mein selbstgenähtes Tarp eine 366cm (12') lange Ridgeline hat, habe ich einen 370cm langen und rund 24-25cm breiten Streifen zugeschnitten.


    Die Breite habe ich wie folgt ermittelt: Ich habe das Tarp aufgespannt, die Flächen aber lose nach unten hängen lassen. Nun bin ich - mit Daumen und Zeigefinger um das Tarp - diesem entlanggefahren. Tatsächlich, ich kam am anderen Ende an, ohne dass ich Daumen und Zeigefinger hätte öffnen müssen. Um noch etwas mehr Spielraum zu haben, habe ich meine Hand so stark wie möglich geöffnet und statt derjenigen vom Daumen zum Zeigefinger die Distanz von der Fingerbeere des Daumens zu derselben des Mittelfingers - schön der Haut entlang - abgemessen. Ich kam auf gut 22cm. Hierzu habe ich noch 2cm Nahtzugabe gerechnet.


    Aus dem Stoff habe ich dann eine Röhre genäht (ca. 1cm vom Rand entfernt), diese anschliessend umgedreht, so dass die Nahtzugabe in die Röhre zu liegen kam. Dann habe ich an beiden Enden einen Kanal (mit einer kleinen Öffnung für die Kordel) genäht, dann noch die Kordeln eingezogen und die Kordelstopper montiert. Fertig war die Snakeskin. (Auf den Great Glen Way bin ich dann allerdings schlussendlich doch mit dem Zelt gereist... Den Bericht zur Hängemattentauglichkeit und eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse findet man hier.)


    Heute habe ich die Snakeskin nochmals im Wald getestet und fotografiert. Hier das Resultat:



    Tarp in der Snakeskin über der Hängematte aufgespannt


     
    Die beiden Enden der Snakeskin: Was ich zum Aufhängen des Tarps benötige, lasse ich jeweils herausschauen.



    Ein Eindruck von der Dicke des noch eingepackten Tarps: Die Snakeskin umschliesst das Tarp recht lose.


    Ob sich die Snakeskin für mich bewähren wird, muss ich nun beobachten. Bei mir zeigt sich jeweils in der Praxis, ob ich Gefallen an etwas finde oder es mit der Zeit eher umständlich wird...


    Und wenn ich schon dabei bin, stelle ich hier mit einem Foto noch meine Hängematte aus Hexon 1.6 vor: rund 342cm lang und etwa 147cm breit. Kopf- und Fussende habe ich mit einer leichten Kurve versehen, so dass die Hängematte in der Mitte etwas kürzer ist als am Rand. Die Folge davon ist, dass ich trotz dem etwas dehnbareren Stoff keine Rückenschmerzen bekomme, da Kreuz und Gesäss mehr unterstützt werden. Zudem kann ich sehr flach darin liegen und brauche dazu nur wenig diagonal zu liegen. Die Ridgeline habe ich aktuell auf ungefähr 300cm eingestellt, der Hängewinkel ist eher etwas flacher als 30°.



    Die graue Farbe habe ich mit einem Packsack und einem Ridgeline-Organizer in Brick Red etwas aufgepeppt.

  • Bei meinem Luffa-Schwamm aus der Drogerie sind gleich beim ersten Test einige Waben gerissen. Daraufhin habe ich davon Abstand genommen, ihn weiter zu benutzen. Vielleicht war ich zu grob beim Drüberziehen, obwohl ich mich bemüht habe vorsichtig zu sein. Strumpfhose habe ich selber noch nicht ausprobiert.

  • welche Strumpfhosenstärke sollte es sein?


    Meinst Du das gewichtsbezogen, also ob man mit einer dünneren Strumpfhose noch irgendwie ein halbes Gramm einsparen kann? Keine Ahnung. Nimm einfach die dünnste kaputte Strumpfhose, die Du auftreiben kannst! Ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, dann wirfst Du sie eben weg. Sie war ja sowieso schon kaputt.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Nachdem ich am Ende unseres Berliner Herbst-Hang wieder einmal feststellen musste, dass sich mein geliebtes Warbonnet Thunderfly aus Silpoly aufgrund seiner Glitschigkeit nur sehr mühsam in seinen Beutel zurückstopfen lässt, hatte ich beschlossen mir Snakeskins bzw. ein einteiliges Tarp Sleeve zuzulegen.


    Dafür war ich heute hier in Berlin bei dem Architekten- und Bastelausstatter "Modulor" in Kreuzberg. Eigentlich wollte ich dort einen Netzschlauch kaufen (der Faulheit wegen), aber der haptische Grabbeltest vor Ort hat gezeigt, dass das Zeug zwar viel stabiler als ein Luffaschwamm ist, aber auch entsprechend schwerer - und mit dem benötigten Durchmesser nur in violett(!) zu haben, was echt super für Stealth-Camping ist. Dann war ich in der Stoffabteilung und habe dort einen Netzfutter-Stoff gefunden, den ich so ähnlich bereits bei Extremtextil ins Auge gefasst hatte für die DIY-Version eines Tarp-Sleeves.


    Doof nur, dass bei der Länge eines Tarp Sleeves soviel "Abfall" entsteht, wenn man es in seiner Länge aus einem Stück nähen will. Also hatte ich mich entschlossen nur einen Meter Stoff mit einer Stoffbahnbreite von 150 cm zu kaufen, um dann daraus Teilstücke mit dem zurechtgeschnittenen Sleeve-Umfang zu schneidern und ggf. mehrmals hintereinander zusammenzunähen (und somit die Stoffbreite als Teilstücklänge von jeweils 150 cm zu benutzen).


    Auch wenn der Preisunterschied zugunsten Extremtextils sofort ins Auge sticht - der Vorteil eines Kaufes hier in Berlin wäre, dass für mich keine Versandkosten entstünden und es sofort losgehen konnte. Weiterhin kann man bei Modulor bereits eine Mindestlänge von 20 cm kaufen - somit habe ich bei einer Stoffbahnbreite von 150 cm für meine kalkulierten 50 cm nur 6,75 Euro bezahlt. Am Ende war der Zuschnitt sogar etwas mehr als 60 cm lang. Daraus habe ich dann drei Tarp-Sleeve-Teilstücke von jeweils 150 cm x 21 cm geschnitten. Die 450 cm Länge meines Tarp-Sleeve-Rohlings habe ich am Ende auf 370 cm gekürzt, so dass auch ein potentielles 12-Fuß-Tarp noch darin Platz finden dürfte.




    Die 370 cm lange Netzfutter-Schlange mit einem Durchmesser von etwas mehr als 6 cm wiegt inkl. zweier 4-mm-Gummikordeln und zwei großer Tankas (alles Reste, die ich noch zuhause hatte) insgesamt 53 g (siehe Foto). Somit kommt das Tarp-Sleeve alleine wohl knapp auf unter 50 g. Das erste Ziehen über das Warbonnet Thunderfly inkl. der von mir angebrachten Gummizüge und Handschuhaken zum fixieren der Türen am Kopf- und Fußenende gestaltete sich einfach und ohne Probleme. Dass das Sleeve aus drei zusammengenähten Teilen besteht, hat die Flexibilität und auch die Stabilität des Schlauches beim Drüberziehen nicht spürbar eingeschränkt.


    Ich wollte bewußt einen gröberen Stoff als ein Moskitonetz benutzen. Von der Wahl des Netzfutters erhoffe ich mir ein schnelleres Abtropfen des nassen Tarps aufgrund der größeren Löcher im Stoff. Das Netzfutter-Material ist vielleicht auch noch robuster als Moskitonetz und wiegt nur 1 bis 2 g/qm mehr. Ich bin erst einmal zufrieden mit meiner Entscheidung und kann gerne noch ein Feedback geben, wenn es zum Einsatz gekommen ist.