Cumulus Taiga 250 Topquilt

  • Kurze Zwischenfrage an TreeGirl:
    Du wäschst in der Waschmaschine im Schongang, trocknest ohne Trockner und zupfst die Daunenklumpen mit der Hand auseinander?


    Bisher habe ich das normale Buntwäscheprogramm benutzt, und häufiger bei 60°C. Ich möchte da jetzt niemandem dazu raten, denn die Hersteller selbst empfehlen einen schonenderen Umgang mit ihrer Ausrüstung. Und die Beschichtung von behandelter Daune wäscht sich bei höheren Temperaturen mit Sicherheit auch schneller heraus. Ich hatte halt mal gelesen (z.B. hier), dass die Daune erst bei höheren Temperaturen wieder richtig fluffig wird, und es die Hüllenstoffe sind, die höhere Temperaturen nicht so gut vertragen. Da die robustere Synthetikstoffe höhere Temperaturen ganz gut vertragen (meine Hängematten wasche ich auch ab und zu bei 60°C, weil ich bei hoher Luftfeuchtigkeit immer mal wieder Probleme mit muffiger Wäsche habe, und die Verursacher erst bei um die 60°C kaputt gehen), habe ich z.B. meinen Western Mountaineering Schlafsack und meine Rab Westen meist bei 60°C gewaschen. Diese Sachen benutze ich so oft, dass sie irgendwann speckig sind. Die Hüllen kann ich mit Gallseife vorbehandeln, aber die Daune nicht. Ob es die Lebensdauer der Ausrüstung verkürzt? Keine Ahnung. Den Schlafsack habe ich wohl mindestens 5 Jahre am Stück benutzt; meine "Alltags"-Daunenweste mit Sicherheit 4 Jahre am Stück. Damit bin ich ganz zufrieden, zumal die Sachen ja immer noch nutzbar sind.


    Allerdings würde ich meinen ultraleichten ZPacks Schlafsack nicht in der Maschine waschen, denn dessen Kammern sind aus Cuben Fiber. Soweit ich weiss sind die Kammern das Hauptproblem beim Waschen in der Maschine. Wenn die Daune sich voll Wasser gesaugt hat, und im Wasser hin und her bewegt wird, wirken ordentliche Kräfte auf die Kammern. Wenn die aus Gründen der Gewichtserparnis aus besonders leichten Materialien gemacht sind, ist es mit Sicherheit besser vorsichtig zu sein.


    Trocknen tue ich meine Ausrüstung an der Luft, weil mein Trockner nicht für diesen Einsatzzweck geeignet ist. Ich kann weder die Temperatur einstellen, noch erkennt er, dass die Daune noch nass ist, auch wenn die Hülle schon trocken ist. Klumpen breche ich manuell auf.

  • Danke für Eure Antworten,
    die sind sehr hilfreich:)!
    Auf die Idee, beim Hersteller nachzuschauen, bin ich leider nicht gekommen.... - hab nur bei einem Onlinehändler geschaut und dort nichts dazu gefunden:o.
    Aber wenn sich die Daunensachen so gut waschen lassen, klingt das ja toll.
    Bisher war ich Freund von Kunstfasersachen (beim Schlafsack), da diese auch nass noch ganz gut isolieren, aber es eilt ja noch nicht - werd noch etwas drüber nachdenken.


    Beste Grüße
    Franz

  • Also ich hab auch ganz gute Erfahrung mit der Wäscherei gemacht. Kostet halt 20 Euro, aber dafür machen die das schnell und ordentlich. Soll nicht heißen, dass man das nicht auch selber ordentlich machen kann, aber ich persönlich spare mir den Aufwand. Ich hab auch nur einen Daunentopquilt, und den lasse ich einmal im Jahr reinigen.

    "It is a mistake to think you can solve any major problems just with potatoes." DNA

  • Hallo alle,


    Um mal zurück zu greifen auch MeisterGrimbart Post von 13. April:
    Wie wäre es wenn du sowohl dein Topquilt als auch dein Unterquilt als Isolierung nimmst wenn du mal am Boden schlafen muss auf deine kurze Neoair Xlite Matte? Dass wird doch noch mal ein Unterschied machen, oder? Weil es nur als Notfalls alternative für die Hängematte gilt, gehe ich davon aus dass du sowieso beide Quilts dabei hast.


    Waterrat

  • Super Faden!


    @ Mittagsfrost: Landskron, das wahrscheinlich beste deutsche Bier weltweit?!


    Also für mich kommt die Taiga360 nun auch immer mehr in Betracht, das sind genau die Erfahrungen, die ich gesucht hatte (drehen und trotzdem warm bleiben, Nutzbarkeit in Grenzen auch im Sommer, usw.)


    Zum Thema warum der Top quilt bei geicher Daunenfüllung als wärmer eingestuft wird, ich geb da auch mal meine Spekulationstheorie mit dazu:

    Der Cumulus Underquilt, zumindest der schwerere also durchhängende Selva600 (und andere seiner Bauart) wie wir wissen, muss ja relativ straff gespannt werden, damit er keine grösseren Luftkammern zB. am Rücken mehr aufweist. Das führt aber dazu, dass der Allerwerteste den Loft dort etwas mehr zusammendrückt als andere Bereiche, und eben auch mehr als der Topquilt zusammengedrückt sein wird. Man friert am A... also schneller, trotz gleicher Daunenfüllung. Das ist eigentlich nicht Spekulation sondern das habe ich bereits erfahren dürfen - ich hatte meinen Selva 600 einmal zu straff gespannt, da war dann der Hintern der dünnste und zugleich etwas kältere Bereich. Nach lockern der Aufhängung hatte es sich etwas gegeben. Aber bei Grenztemperaturen spielt das dann eben eine Rolle.

    Zumindest ist das genau der Grund, warum ich den Underquilt mit deutlich mehr Temperaturreserve genommen habe, als ich den Top quilt wählen werde. Was aber vielleicht (bei geringerem Gewicht der kleineren Variante) weniger nachteilig in die Waagschale gefallen wäre (?).

    Warum die Leute das von Cumulus nicht so gesagt haben? Vielleicht ist das eben nicht so vorteilhaft fürs Marketing, dass der Selva auch Schwächen hat?

    Aber das ist dan wirklich reine Spekulation, und ich entschuldige mich auch sofort wieder dafür.


    Gruss Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Moin,

    wie du schon geschrieben hast,hat es sich gebessert nachdem du den UQ etwas gelockert hast. Vielleicht war der UQ einfach nur noch nicht richtig auf dich eingestellt. Am besten finde ich es den UQ von jemanden einstellen zulassen wenn du selbst drin liegst. Nach mehr oder weniger viel fummelei passt es dann meist. Springt der Hund (15kg)meiner Freundin dann dazu und legt sich auch mittig auf mich, wird dort dann die Füllung auch ein bisschen zusammen gedrückt. Dann musste ich ein kleines bisschen nachstellen. Wenn man oft die Hängematte für den UQ wechselt muss man halt immer wieder neu einstellen „lassen“.
    Ich habe bei meinen HG Incubator auch ein bisschen gebraucht bis es wirklich passte. Aber einmal richtig eingestellt bleibt es überall warm und es gibt kein cbs.

    LG wuppitom

  • Moin,


    Habe dann doch den Taiga 250 Topquilt bestellt (nicht den 360er), v.a. weil ja nun doch die frostfreien Nächte (bei mir in Südfinnland) so langsam beginnen sollten, also der 360er dann ein halbes Jahr lang eigentlich zu warm wäre, bis ich dessen Vorteile das erste Mal Testen und nutzen könnte.


    Der 250 ist also heute aus Polen (übrigens via Baltica per DPD) bei mir angekommen, ausgepackt, testgelegen (10Grad?), die ganzen Gummistrippen erst Mal rausgefummelt, noch Mal probegelegen und eigentlich sofort den Vorteil zu meinem ca. 10Grad-Hollowfill-Sommerschlafsack am eigenen Leibe gefühlt.


    Ein grosser Vorteil (bei gleicher oder besserer Wärmeisolation) ist schon Mal, dass die Daune an den Stellen wo man drauf liegt und auch um die Schultern herum viel kooperativer nachgibt, man mit dem Taiga TQ also nicht so eingeengt wird wie mit dem schon recht akzeptablen Kunstfaser-Sommer-Schlafsack. (Naja, mein KF-Winterschlafsack war da nochmal ein vielfaches schlechter.)

    Gleichzeitig ist der Cumulus-Pertex-Stoff so leicht und seidig, dass sich an der Brust alles super gut anlegt, also keine Wärme entweicht, selbst bei offener Kragenkordel. Sehr schön.


    Die Knie kann ich nicht BEIDE zugleich in unterschiedliche Richtungen abwinkeln, bzw muss dazu das Fußteil erst irgendwie bergauf schieben lernen um mehr Kniefreiheit zu bekommen. Lang genug ist er ja. Das ging mit dem (offenen) Schlafsack einen Tick leichter, dafür hatte der dann auch (bei unter 10 Grad) Kältebrücken (da dünneres Rückenteil) und ein zweiter Sommer-Schlafsack musste Abhilfe schaffen (welcher dann nachts wiederum einen gewissen Bewegungsdrang entwickelte.)

    Ein Knie geht aber immer, oder beide in die selbe Richtung. Das teste ich heute Nacht noch ausgiebiger.


    Ob mich der Taiga morgen früh (draussen -2, auf der verglasten Terrasse vermutlich +2...3Grad) noch warm gehalten hat, wir dürfen gespannt bleiben.


    (Mittagsfrost, schüttelst du dein Taiga250 gemäß Frau Holle vor jeder Nutzung irgendwie auf? In den Kammern im Brustbereich scheint das ggf. nötig?)


    Gruss Jörg

  • Die Knie kann ich nicht BEIDE zugleich in unterschiedliche Richtungen abwinkeln, bzw muss dazu das Fußteil erst irgendwie bergauf schieben lernen um mehr Kniefreiheit zu bekommen.

    Geht mir genauso. Ich werde wohl irgendwann mal die Schere ansetzen.

    (Mittagsfrost, schüttelst du dein Taiga250 gemäß Frau Holle vor jeder Nutzung irgendwie auf? In den Kammern im Brustbereich scheint das ggf. nötig?)

    Ja. Wenn ich ihn aus dem Rucksack oder (seltener) Packbeutel nehme, wird er erst einmal durchgeschüttelt. So, wie man ein staubiges Tuch ausschütteln würde. Ob es nötig ist, weiß ich nicht. Ist einfach eine Angewohnheit.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ok, und hab ich gestern auch noch gemacht. Allerdings schien es nur so, dass der Brustbereich teilweise dünn gewesen wäre, er hing einfach am Boden liegend mehr durch, da dem UQ ja das Rückgrat fehlt.

    Aber: letzte Nacht dann in der HM, am Morgen fast Null Grad auf der Terrasse, und warm geblieben - ohne extra Fleecejacke. Also das Teil kann man so schon hängen lassen...

    Dieser Tag ein Leben!

  • Du bist vom Zeltnutzer zum Bodenschläfer geworden, und wenn du so weitermachst, bist du bald Hänger. (siehe hier)

    Jep, dachte ich mir, danke! Vielleicht erfindet die Forumleitung ja eines Tages NOCH bessere Bezeichnungen, wie Ersthänger, Einhänger, Anhänger, oder so. Ich verstehe den satirischen Ansatz, dachte aber am Anfang tatsächlich, manche sind aus Überzeugung Zeltnutzer oder Bodenschläfer, irgendwann war ich's dann sogar selber. Ich habe seit ich Riippumatto-Jörg getauft bin allerdings weder mehr im Zelt noch am Boden geschlafen.

    Aber ja, so ein automatisch generiertes Profil ist auch nicht so wichtig. Vielleicht berührt es mich gerade besonders, da ich Quality Land von Marc-Uwe Kling lese (SEHR empfehlenswert, besonders in der HM!)


    Danke an der Stelle an alle Forum-Aktiven, tolle Sache und angenehm relaxter und trotzdem sehr faktenbasierter Austausch! Weiter so!

    Dieser Tag ein Leben!

  • Aber ja, so ein automatisch generiertes Profil ist auch nicht so wichtig. Vielleicht berührt es mich gerade besonders, da ich Quality Land von Marc-Uwe Kling lese (SEHR empfehlenswert, besonders in der HM!)

    Uiuiui, gleich geht die Diskussion los, ob wir hier ein Unterforum für Lektüre in der Hängematte brauchen... ;)


    QualityLand habe ich auch mit sehr großem Vergnügen gelesen, seitdem sehe ich u.a. Unboxing Videos mit ganz anderen Augen.


    Ich lese gerne und viel, aber in der Hängematte habe ich da meine Schwierigkeiten. Kaum lege ich mich nach der Arbeit gemütlich mit meinem (elektronischen, da leichter) Buch in die schön besonnte Hängematte und beginne zu lesen, da ist ganz plötzlich die Sonne weg, der Nachbar meint ich hätte geschnarcht und ich habe keine 5 Seiten gelesen...

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