Ahuuuuuu aus den Dolomiten

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  • Ahuuuuu zusammen und buona sera!

    Ich hoffe, mein einsames Wolfsgeheule schafft es weit über die Täler meiner südtirolerischen Wahlheimat hinaus, denn ich möchte mich euch heute vorstellen.
    Mein Name ist Rufus. Zumindest heiße ich so für diejenigen, denen ich nicht in meinem Alltag begegne. Wie ich zu diesem Alter-Ego gekommen bin ist eine andere Geschichte, aber sagen wir einfach, mein Wolfsname dient mir dabei meine Wünsche und Zweifel in die Welt hinauszurufen, immer in der Hoffnung, dass irgendjemand ähnlich darauf antwortet. Und so soll es auch heute sein, ahuuuuuuu, ein Ruf in die schönen Wälder der Hängemattenwelt, auf der Suche nach einem Rudel.

    Ehrlich gesagt, bin ich fast ein bisschen aufgeregt, denn das letzte Mal, dass ich mich in einem Online Forum, welches nicht nach Social Media stinkt, angemeldet habe, ist bestimmt über 10 Jahre her. Schön, dass es es auch 2025 noch echte, menschliche Ecken in diesem Internet gibt. Ahuuuuuu!

    Wenn ich in meinem Leben eine Sache richtig gemacht habe, dann war es mich in den entsprechenden Phasen meines Lebens auf gehörige Abenteuer eingelassen zu haben. Dazu gehörte auch viele Tage begangen zu haben an denen ich nicht wusste, wo ich am Abend schlafen würde. Und nicht wenige Male bin ich dabei in meiner Hängematte gelandet. Aber fangen wir mal von vorne an. Ich bin in Konstanz am Bodensee in einer Berg-verrückten Familie aufgewachsen, wodurch mir schon früh das Zeit-Verbringen in und mit der Natur nahe gelegt wurde. Die meisten meiner Abenteuer als Jungspund hatte nicht unbedingt mit der Natur zu tun, wenngleich sie ganz schön wild werden konnten, aber es hat dennoch nicht lange gedauert, bis ich bemerkte, dass das schönste Zelt das Himmelszelt ist. Ich bin mehrere Jahre fast ausschließlich per Anhalter unterwegs gewesen und habe dabei den Südamerikanischen Kontinent zu meinem zweiten zu Hause gemacht. Oft musste ich dabei an unvorhergesehenen Ort ein Lager aufschlagen und mir war es schon immer lieber dies in der Hängematte zu tun, als auf dem Boden. Vor allem in den Tropen. Angefangen hat alles, als mir vor etwa 8 Jahren in Brasilien eine französische Reise-Begegnung für wenig Geld seine selbst gemachte Hängematte verkaufte, da er sich kurz vor der Heimreise befand und plante sich ohnehin bald ein Update anzufertigen. Diese Hängematte, die ich noch immer ab und an verwende, ist zwar ziemlich ungemütlich, da sie eher klein ausfällt und aus einem extrem soliden Nylon hergestellt wurde, um sich an ihr in mehreren Metern Höhe vor kanadischen Bären in Sicherheit schwingen zu können, wie mir damals erzählt wurde, aber sie hat ein minimales Packmaß und naja, halt meine Liebe für Hängematten geweckt. Ich habe darin zwischen Straßenlaternen, Palmen, LKW's und Hochbetten geschlafen.

    Mein damaliges Schlafsystem als minimal zu bezeichnen wäre noch Übertrieben gewesen. Aber das war mir ehrlich gesagt auch ein bisschen egal. Komfort war das wenigste, wonach ich in diesen Jahren aus war. Vor etwa 6 Jahren bin ich dann nach Südtirol gezogen und habe mir dort ein schönes zu Hause aufgebaut. Ich liebe es auf der Südseite der Alpen und ich liebe es mitten in den Bergen zu leben. Allerdings gab es für mich und mein soziales Umfeld hier an den Gipfeln der Dolomiten entweder zu wenig Bäume oder nächtliche Temperaturen, bei denen ich schlichtweg nicht in meiner kleinen Hängematte sein wollte. So hatte ich das Hammock-Camping in den letzten Jahren etwas vernachlässigt und vor allem zum Verweilen am See genossen. Oder eben mit Freunden und Partnern im Zelt geschlafen. Eine Covid-Depression und einige unerträgliche Hitzejahre später habe ich das Schlafen im Wald allerdings langsam wieder für mich entdeckt. Zunächst aus purer Verzweiflung, weil es sich bei den Klimawandel-Temperaturen in unserer jahrhundertealten Dachwohnung schlichtweg nicht mehr aushalten ließ und wir das Glück haben in Bozen innerhalb weniger Minuten direkt aus dem Stadtkern einen Kilometer per Seilbahn quasi Gebührenfrei nach oben befördert werden zu können, und dann immer mehr weil ich gemerkt habe, wie ich draußen im Wald endlich wirklich Ruhe finden und abschalten konnte. Manchmal fahre ich direkt am Morgen wieder zum Arbeiten in die Stadt oder verweile gleich in meiner Home-Office-Hängematte und arbeite von dort. Ich mache Dokumentarfilme und bin sowohl in der Entwicklung als auch im Schnitt of produktiver wenn ich in der Matte hänge als an einem Tisch zu sitzen.

    Über diese Erfahrungen habe ich natürlich begonnen mich mehr für mein Set-up zu interessieren und bin dabei auch über dieses Forum gestoßen. Bis vor nicht all zu langer Zeit besaß ich neben meiner DIY Matte aus Brasilien nur eine ganz einfache Decathlon-Matte, die ich wegen ihres angenehmen Stoffes tatsächlich auch jetzt noch wähle, um zum Beispiel einfach einen Nachmittag am See zu hängen. Aber ich wollte mich natürlich auch auf unterschiedlichere Temperaturen und Wetterlagen einlassen können also begann ich mir, nicht zuletzt motiviert durch eine ordentliche Gehaltsauszahlung, Gedanken über ein modulares Set-Up zu machen. Und so kam eines zu dem anderen. Mittlerweile bin ich grob zweimal die Woche draußen im Wald, bereit für viele Wander- und Reiseszenarios und habe begonnen auch das Set-Up meiner Geliebten und großartigen Abenteuer-Genossin mit MYOG-Elementen auszubessern. Denn man lernt immer dazu und es gibt nichts schöneres als diese Erfahrungswerte in die Praxis umzusetzen. Auch wenn ich zugeben muss, dass das meiste davon noch in der Planung ist.

    Wie schläft so ein Wolf denn nun im Wald? Ich weiß, dass hier nicht in höchsten Tönen von Ticket to the Moon gesprochen wird, aber ich habe ein paar zentrale TTTM Elemente in meinem Set-Up, die ich wirklich genial finde und ich werde euch auch sagen warum. Erst aber mal zu den hard-facts meines aktuellen standard Set-ups:

    • Hängematte: TTTM Mat Pro (mit aufgenähtem sleeping pad slot, integriertem bug-net und adjustable ridgeline)
    • Suspension: TTTM Lightest Strap (+ Whoopie Sling als Verlängerung wenn nötig)
    • Underquilt: KHIBU Magma -8C
    • Sleeping pad: Sea-To-Summit XR Pro R7 Large
    • Tarp: TTTM Full-Moon Tarp
    • Top insulation: ZenBivy Light Convertible Quilt -12C
    • Pillow: Thermarest Sinch Pillow S
    • Gear storage: DIY multi-purpose footprint, gear-sling & UQP
    • Accessories: TTTM Second Tree Set für Radreisen (inkl. 2x Whoopie Sling, die ich auch für meine Suspension verwende)


    Mir war bei diesem Set-up eine Sache ganz wichtig und zwar auch auf dem Boden schlafen zu können, falls ich auf mehrtägigen Wanderungen oder unbekannten Bedingungen keine Hängemöglichkeiten finden sollte. In den wärmeren Monaten bin ich ohnehin ohne Underquilt und nur mit Sleeping Pad unterwegs, wodurch ich mir in Kombination mit dem ZenBivy Quilt Systems fast genau so gut auf dem Boden wie in der Luft schlafe. Im Zweifel benutze ich die Hängematte sogar als Bugbivy. Die TTTM Mat Pro ist übrigens mit einer Matratze wie meiner, die das diagonal eingenähte Einschubfach komplett ausfüllt (200x64x9cm), übrigens unglaublich bequem. Dadurch entsteht eine sehr breite und stabile, und in Kombination mit einem guten sleeping pad natürlich auch warme, Liegefläche. Ich schlafe sogar lieber auf der dem sleeping pad als nur mit Underquilt, obwohl der UQ von Khibu auch ein echtes Goldstück ist. Wenn es extrem kalt werden sollte, werde ich einfach beides benutzen. Um das zu testen, muss ich noch den ersten Schnee abwarten, aber ich bin extrem zuversichtlich, was das angeht. Durch die Möglichkeit entweder, oder, oder beides zu wählen kann ich auch mit wenigen Items eine große Temperatur Range abdecken. Die Full-Moon Tarp von TTTM ist ehrlich gesagt auch ein richtiger Held und ich freue mich jedes Mal diese zu verwenden. Das Design ist ein klassisches all-season Design mit der Möglichkeit sich richtig in einen Cocoon zurück zu ziehen. Aber es sind vor allem die kleinen Dinge, die es so angenehm machen diese zu verwenden. Die kleinen Taschen für die Guylines, welche mit Schnalle, Schnellspanner und Karabiner ausgestattet sind, machen das Aufbauen und nachjustieren und Abbauen wirklich fast zu einfach.

    Mein Set-Up ist definitiv nicht das leichteste, aber ich mache ehrlich gesagt genug Sport, um mir keine Gedanken über Grammzahlen machen zu müssen. Und so viel wiegt das ganze jetzt wirklich auch nicht. Das allerwichtigste ist, dass es mich inspiriert nach draußen zu gehen, und mir Freude bereitet ein Teil dieser Welt zu sein. Und darum geht es.

    Mit diesen Worten, und bevor ihr euch noch einen dritten Kaffee machen müsst, um diese Vorstellungs-Nachricht von mir fertig zu lesen, wünsche ich euch allen alles Gute und viel Spaß da draußen in der Welt. Ahuuuuuuuuuuu!

    RUFUS


    P.S.: Falls jemand Lust hat gemeinsam in den Dolomiten zu hängen oder einfach ein paar Tipps zu den lokalen Bedingungen in Südtirol sucht, dropt mir einfach eine Nachricht. Oder für andere Rudel-Sachen halt. Peace!

    P.P.S.: Anbei mein Arbeitsplatz von Vorgestern :)

    2 Mal editiert, zuletzt von rufus (21. Juli 2025 um 02:09)

  • rufus 21. Juli 2025 um 02:12

    Hat den Titel des Themas von „Ahuuuuuu aus den Dolomiten! 🐺“ zu „Ahuuuuuu aus den Dolomiten“ geändert.
  • Willkommen! Eine etwas eigene Art sich vorzustellen, aber gerade das macht's ja spannend und schön!

    Beim Full Moon Tarp kann ich dir zustimmen, ich hatte eine Weile lang das TTTM Lightest Tarp und hab immer auch zum Full Moon geschielt. Das ist schon unglaublich gut durchdacht und umgesetzt. Wäre es doch nur aus Silpoly statt Silnylon.


    Ich wünsche dir immer einen wolkenfreien Himmel, sodass das Tarp nicht gebraucht wird, das Himmelszelt sein Dach ist und der Mond immer frei ist um angeheult zu werden.

    Manchmal denke ich, ich bin der Einzige der mir nicht zuhört.

    Bündischer Halstuchträger mit Hang zum Hängen

  • Hoi rufus! Das war jetzt mal eine ausführliche Vorstellung. Da ich in der Regel gar nicht lesefaul bin, finde ich das sehr interessant. Merci!

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  • Fagorian das freut mich zu lesen, vielleicht hängen wir ja mal gemeinsam ab. Und damit auch danke an alle anderen, die mich hier so herzlich willkommen geheißen haben. Ich bin immer wieder erstaunt darüber wie viel Freundlichkeit hier gelebt wird, dafür, dass wir immer noch im Internet (*Horrormusik*) sind :)

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