Influencer vs Naturschutz

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  • Wann und wo war das denn, pedal-ritter ? Sieht super aus!

    Das war an der Stempelstelle 10 (man muss ja mittlerweile aufpassen was man sagt und öffentlich macht) Würde man im Nationalpark einen Overnighter mit Hobo machen, wäre das streng verboten. Anfang April dieses Jahres war das. Der Spot an sich war muss ich sagen nicht gerade einer wo man sagt "Mannomann, schön hier.". Im Harz ist es jedoch mittlerweile -je nach Region- garnicht mal so einfach lebende Bäume zu finden. Ab 900m schon garnicht. Auch war unbedingt ein großer flacher Fels für den absolut sicheren Betrieb des Hobos von Nöten.

  • Da hast Du völlig Recht. Es ist 100% ratsam nähere Angaben sehr behutsam zu handhaben. Selbst durch halbwegs aussagekräftige Fotos läuft man heute bereits Gefahr, dass ein Spot identifiziert und anschließend überrannt wird.

    Oder man eine Anzeige am Hals hat und kräftig blechen darf. Das konnte man ja vor einiger Zeit bei einem Youtuber mit verfolgen.

  • Oder man eine Anzeige am Hals hat und kräftig blechen darf. Das konnte man ja vor einiger Zeit bei einem Youtuber mit verfolgen.

    ... und das ist gut so — wobei die Strafe wahrscheinlich zu niedrig war: Unser Rechtssystem ist einfach nicht darauf vorbereitet, dass man mit lautem Gejammer über Geldbußen am Ende noch Gewinn machen kann.

    Wir leben in einer Zeit, in der Leute wegen blödsinnigen Selfies zu Tode kommen, oder ehemals idyllische Natur überrennen; wenn der Staat da irgendwie gegensteuern kann, sollte er das tun.

    Biwakieren bei Minusgraden hat zum Glück eine inhärente Abschreckung :-).

  • ... und das ist gut so — wobei die Strafe wahrscheinlich zu niedrig war: Unser Rechtssystem ist einfach nicht darauf vorbereitet, dass man mit lautem Gejammer über Geldbußen am Ende noch Gewinn machen kann.

    Sorry aber das ist doch in diesem konkreten Fall Quatsch. Der Betreffende hat nix anderes gemacht, als die allermeisten hier auch so treiben und die Rechtsauffassung der Behörde war durchaus sagenwirmal recht kreativ. Das derjenige sich darüber aufregt fande ich zumindest legitim und die verhängten Ordnungsgelder waren in einem Rahmen, für die ein kleiner Youtube viele Jahre lang Übernachtungsvideos produzieren muss ^^

  • Naja, in einem Naturschutzgebiet zu übernachten, sich dabei zu filmen und auch noch zu sagen wann und wo man gerade ist, ist nicht so klug. Ich denke mal da wollte die Behörde ein Exempel statuieren damit Nachahmer abgeschreckt werden.

  • Ich verlege mal die Antwort auf RE: Hängematte in Eis und Schnee hier her.

    Ich kenne nicht alle Details des Falls, und wahrscheinlich habe ich auch einige vergessen... aber eine komplette Beschreibung des Sachverhalts gibt es wahrscheinlich eh nicht, und wie ich gerade festgestellt habe, wurde das Rechtfertigungsvideo des Missetäters inzwischen gelöscht. Der wird schon wissen, warum ;-), aber hier gibt es noch eine ausführliche Einordnung:

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    Der Youtuber hat eben doch etwas anders gemacht als die wahrscheinlich allermeisten hier — wenn jemand an einen Baum pinkelt, ist das auch etwas anderes als wenn man dafür auf das 10 Meter-Brett in der Badeanstalt steigt...

    Soweit ich mich erinnern kann, hat man ihm sogar noch die Gelegenheit gegeben, Abbitte zu leisten und ein Aufklärungsvideo zu veröffentlichen; statt dessen hat er dann aber (wieder afair) einen Film gedreht, in dem er sich über die "Ungerechtigkeit" beschwert... und solche Skandalgeschichten machen natürlich schnell die Runde. Wie viel er damit verdient hat, kann ich nicht abschätzen, aber die Aufmerksamkeit ist im Zweifel allein schon etwas wert.

    Ausserdem häufen sich gerade Fälle, in denen Internet-Promis glauben, sich durch ihren Status eine Sonderbehandlung verdient zu haben:

    Gil Ofarim will nicht im Hotel warten müssen, Fritz Meinecke will an der Ampel rasen, und ein Typ, der unbedingt damit prahlen musste, wie er ein Wildschwein aufspießt, hat afair sogar mehre Tausend Euro an Spenden erhalten.

    Ich finde, der Staat muss da durchgreifen, und wenn jemand meint, über dem Gesetz zu stehen, hat er kein Mitleid verdient.

  • Naja, in einem Naturschutzgebiet zu übernachten, sich dabei zu filmen und auch noch zu sagen wann und wo man gerade ist, ist nicht so klug. Ich denke mal da wollte die Behörde ein Exempel statuieren damit Nachahmer abgeschreckt werden.

    Er hat allein in Schutzhütten übernachtet, nicht in einem hochsensiblen Ökosystem mit nem Dutzend Kumpanen campiert und gelagerfeuert. Was in der Gegend auch vollkommen üblich ist, zb. verläuft genau da ja auch zb der Rheinsteig. Unabhängig von der Rechtslage fällt es mir da auch schwer, einen moralischen Vorwurf zu konstruieren.

  • Und auch in Schutzhütten hat man in einem Schutzgebiet nachts nichts zu suchen. Im Nationalpark Harz fahren z.B. die Ranger nachts auch mal Kontrolle an den einschlägig beliebten Hütten.

  • Das musst du die zuständige Behörde fragen. Nach meinem Verständins gilt das für die Zeit von Einbruch der Dämmerung bis Sonnenaufgang. Tagsüber kann man die Hütten so lange nutzen wie man mag.

  • Ich fand auch Sackis Video zum Thema ziemlich aufschlussreich:

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  • Das musst du die zuständige Behörde fragen. Nach meinem Verständins gilt das für die Zeit von Einbruch der Dämmerung bis Sonnenaufgang. Tagsüber kann man die Hütten so lange nutzen wie man mag.

    Das entspricht sicher nicht der Rechtslage. Für das verbotene Lagern kommt es ja nicht auf die Tageszeit an, davon ist in den einschlägigen Rechtsgrundlagen nichts zu lesen.

  • Dieser Satz ist ein Zitat von Sacki. Und da gebe ich ihm vollkommen Recht. Wer in einem Schutzgebiet geplant übernachtet, ganz egal ob in einer Hütte oder von mir aus auch mitten auf dem Weg, der hat den Sinn eines SCHUTZgebiets nicht verstanden. Ebenso wer versucht, durch eine ungenaue Rechtsgrundlage dafür eine legitimität zu erlangen.

    Eine genauere rechtliche Regelung wird noch kommen wenn das so weiter geht, da bin ich mir sicher.

    Einmal editiert, zuletzt von DennisK (4. Oktober 2022 um 10:29)

  • Darum sagte ich ja:

    Es gillt immer: Schutzgebiete sollten zum Schutz der Wildtiere bei Dämmerung verlassen werden.

    Fragst Du die zuständigen Behörden auch bevor Du Deine Bushbox anfeuerst? Wir bewegen uns mit unserem Hobby alle mehr oder weniger in rechtlichen Graubereichen, die nur deshalb nicht schlichtweg illegal sind, weil der Gesetzgeber keine Campinghängematten kennt. Deswegen finde ich die Häme jemandem gegenüber nicht angebracht, der zwar etwas möglicherweise illegales getan hat, aber im wesentlichen nichts schlimmeres getan hat als fast alle hier. Das Wild beunruhigst Du auch durch Deine pure Anwesenheit in Nichtschutzgebieten, deswegen bellen die Rehviecher ja zb.

  • Das kann man drehen und wenden wie man will. Schutzgebiet ist Schutzgebiet und da hat man sich besonders rücksichtsvoll zu verhalten.

  • hat man sich besonders rücksichtsvoll zu verhalten

    Und was das ist, entscheidet nach geschmackssicherem Gutdünken...Dennis™? Oder doch Sacki®?

    Schick diesem "man" am besten noch mal Deine Nummer, damit er sich da im Zweifel noch mal bei der sündenfreien Bewertungsinstanz mit Hotelübernachtungsabo rückversichern kann ;)

    Nicht, dass da ein erster Stein geworfen wird - und nachher war's doch das Ding mit dem Glashaus und nicht Johannes 8:7 :/

    Vielleicht mal an alle Beteiligten laut nachgedacht, wie clever das ist, hier öffentlich über die Legalität bestimmter Praktiken und den Umgang damit zu diskutieren. Auf ODS sind deshalb z.B. überhaupt keine Bilder etc. von Übernachtungen mehr erwünscht. Manchmal ist schweigen Gold, um beim inhaltsleeren Phrasendreschen zu bleiben.

    Amen&out.

    Einmal editiert, zuletzt von hangloose (4. Oktober 2022 um 14:02)

  • Meiner Meinung nach ist die Sachlage ziemlich klar: sofern es nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist das Übernachten im Wald - auch in Schutzhütten - bestenfalls eine Grauzone. Wenn ich so etwas mache, und dazu noch in einem problematischen Gebiet, filme ich mich doch nicht dabei und poste das ganze auch noch öffentlich. Und weigere mich anschließend anzuerkennen, dass ich im Unrecht war. Ja, natürlich übernachten viele Leute im Wald ohne das es Konsequenzen hat. Aber nur, weil etwas nicht geahndet wird, heißt das nicht, dass es rechtens ist. Es wäre schön, wenn es mehr legale Möglichkeiten gäbe, eine Nacht im Wald zu schlafen. Aber mit einem solchen Verhalten erreicht man keine positiven Veränderungen. Eher im Gegenteil.

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