Influencer vs Naturschutz

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  • Kann man die letzte Diskussion nach Influencer vs Naturschutz verschieben?

    Ich bleibe jedenfalls dabei: Es gibt genug Fläche, auf denen der Mensch "Vorfahrt" hat — da kann man einfach mal ein paar Verbote akzeptieren, auch von man sie nicht sinnvoll findet.

    Wenn ich mich direkt im Foxen mit Shampoo, Conditioner und Duschgel wasche, stirbt der See davon garantiert auch nicht; trotzdem lasse ich sowas bleiben.

    Ich lasse auch nicht gelten, dass er ja "nur eine Spinne" angeleuchtet hat: Anscheinend hatte er nicht den blassesten Schimmer, welche Art das überhaupt war, und wer weiß, ob der Feuersalamander direkt beim ersten Take brav und gut sichtbar an der Kamera vorbei gekrabbelt ist? Immerhin ist zumindest sehr wahrscheinlich, dass der Film nicht einfach ein authentisches Erlebnis dokumentiert, sondern bewusst gemacht wurde, um Reichweite zu generieren.

  • hangloose: ich bleibe in Schutzgebieten strikt auf den Wegen und plane meine Touren so das ich aus eben solchen raus bin bevor die Nacht einbricht. Darum geht es hier und das ist z.B. rücksichtvolles Verhalten. Also mach mich mal nicht blöd von der Seite an.

    Noch ist manches eine Grauzone, aber bei der Einstellung einiger Leute wird sich das zum Leid aller noch ändern.

    Einmal editiert, zuletzt von DennisK (4. Oktober 2022 um 16:05)

  • Naja, manchmal muss man auch mal Wasser predigen und Wein trinken.

    Dass den Rangern im NP Harz einer abgeht, wenn die jemanden in einer Schutzhütte erwischen ist ja leider hinlänglich bekannt *lach*. Die abendlichen Jeep Patroullien fast schon gefürchtet. Hat dem einen oder anderen schon mal den Trekkingurlaub versaut ^^

  • Fakt ist doch einfach: die Wald- und Naturflächen in Deutschland sind begrenzt. Aus dem Grund brauchen wir viele Schutzflächen, denn ansonsten wären diese Flächen schnell überlaufen, vermüllt und geschädigt. Von der Tierwelt mal ganz zu schweigen jetzt. Wenn wir nur ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland verteilen würden, hätte jeder davon weniger als 150x150m Platz. Aus dem Grund wird es in Deutschland auch nie ein Jedermannsrecht geben.

    Wer meint, trotz all der Verbote im Wald zu biwakieren, ohne eine explizite Erlaubnis dafür zu haben (bzw. ohne sich auf eine entsprechende Verordnung berufen zu können), ist immer bestenfalls in einer Grauzone. In einem Schutzgebiet ist das alles halt praktisch immer illegal. Gibt's keine Diskussion zu. Wer das ganze dann noch dokumentiert und veröffentlicht, ist halt alles andere als clever. Zum einen steckt dahinter ggf. ein gewerbliches Interesse, was so ziemlich jede Ordnungswidrigkeit automatisch teurer macht und zum anderen hat das eine potenzielle Wirkung auf Dritte und lädt zur Nachahmung ein. Ziemlich blöde Aktion.

    Und je mehr Leute potenziell rücksichtslos in der Natur unterwegs sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die jeweiligen Ausnahmen, die es noch gibt, irgendwann immer weiter beschränkt werden - und das gilt auch für andere Länder mit weitaus freigiebigeren Gesetzen.

  • Ich habe nicht erwartet das es hier doch einige Leute gibt, die anscheinend Schutzgebiete nicht respektieren. Gar einen Aufstand machen, wenn man ihnen sagt warum sie in solch geschützten Räumen Nachts nichts zu suchen haben. Foren, Facebook Gruppen etc sind auch nicht besser als Youtube. Wer immer auf die "Influenzer" (Wer genau ist das eigentlich?) schimpft, sollte sich mal in seinen eigenen Reihen umsehen.

    Manchmal ist schweigen Gold

    Macht die Sache auch nicht legaler und zeigt das du einer von denen bist, die keinen Respekt vor der Natur haben. Hauptsache man hat seine Zahnputztabletten genau abgezählt...

    Einmal editiert, zuletzt von DennisK (6. Oktober 2022 um 00:53)

  • Den Begriff "Influenzer" als Synoym für den Gesetzesbruch am Umweltschutz zu verwenden ist genau so falsch wie den Holocaust zu leugnen. Also lasst mal dieses Schubladendenken sein. Es geht um Einzelpersonen mit enormer Reichweite, aber auch um eine Vielzahl von Personen mittlerer Reichweite, die einfach dem folgen was andere tun.

    Es gibt genau so viele, wenn nicht mehr "Youtuber", "Influenzer" oder wie auch immer ihr sie nennen mögt, die sich an die Regeln der Schutzgebiete halten. Schwarze Schafe gibt es immer und auf jeder Seite.

    Also bitte nicht mit "die Influenzer" hetzen, sondern einfach mal einen Brief oder eine mail an die entsprechende Person schreiben. Als öffentliche Person muss man ja irgendeine Kontaktmöglichkeit offen legen. Der Hetzer muss das nicht, Datenschutz und so. Sonst fangen die Leute noch an zu heulen wenn auch nur ihr Geburtsdatum im Netz erscheint. Aber hauptsache ein Android Smartphone nutzen das detailiert aufzeichnet wann und wo man war. Dazu noch bei FB posten wo man im Urlaub war und schon ist die Dieb"Äh"Werbekampange geritzt. Aber der Datenschutz muss eingehalten werden, sonst gehen wir auf die Straße! Also die Facebook User... Doppelmoral lässt grüßen :D

    3 Mal editiert, zuletzt von DennisK (6. Oktober 2022 um 03:12)

  • Macht die Sache auch nicht legaler und zeigt das du einer von denen bist, die keinen Respekt vor der Natur haben.

    Ich erinner Dich daran, wenn das nächste hot tent video bei Dir online geht oder die Bushbox lodert (ja, auch Spiritus und Gaskocher ist eine offene Flamme und damit illegal im Wald). Daran ob etwas in Deutschland legal ist, würde ich nicht unbedingt beurteilen wie störend der Eingriff in die Natur ist. Wenn ich im Winter nachts im wenig frequentierten Wald hänge (legal) und meinen Tee schlürfe und meine Instand Nudeln koche beunruhige ich das Wild sicher mehr, als derjenige der im Siebengebirge am Rheinsteig in einer Schutzhütte pennt, wo tagsüber hunderte bis tausende Mensch vorbeikommen und das Wild die Menschen auch einfach gewöhnt ist oder sich da eben sowieso nicht mehr blicken lässt. Ich vermute auch, dass das der Grund ist warum die zuständige Behörde da draufgehauen hat, weil das einfach eine stark frequentierte Gegend ist und man aus "wenn das jeder machen würde!"-Gründen ein Exempel statuieren wollte und eben genau nicht weil das ein besonders sensibles Ökosystem wäre, das einen einzigen müden Wanderer in einer Schutzhütte nicht verkraften würde. Die Welt ist leider nicht so schwarz-weiß wie man das manchmal gerne hätte...

    Edit:

    Und bitte nicht falsch verstehen, ich persönlich würde micht auch nicht in ein Naturschutzgebiet hängen. Ich finde nur die große Empörung über diesen Typen einfach albern. Jeder soll mal vor seiner eigenen Haustür kehren und das eigene Verhalten reflektieren, da ändert sich dann mehr zum positiven als wenn alle mit dem Finger auf den bösen Influencer zeigen, der in Wahrheit jetzt auch nix dramatisch schlimmes getan hat.

  • Juristische Spitzfindigkeit: Die Sachlage ist in Deutschland eigentlich genau anders rum, solange etwas nicht explizit verboten ist, ist es erlaubt.

    So sieht es nämlich aus.

    Womit das gelaber über "Grauzonen" eigentlich überflüssig ist. Nicht speziell auf dich bezogen Hammock Fairy , mir stößt das generell und schon immer auf ;)

    Ich habe allerdings den Eindruck gewonnen, das viele Menschen ziemlich geil da drauf sind, reglementiert zu werden und recht hilflos dastehen, wenn sie Ihren Menschenverstand anschalten sollen (dürfen) und etwas selber entscheiden müssen (dürfen).

  • Ich konnte aus keinem der Beiträge herauslesen, dass irgendjemand die aktuelle Rechtslage besonders toll findet. Das wäre auch etwas schizophren wenn man davon ausgeht, dass wir wohl alle schon irgendwann mal im Wald übernachtet haben. Im genannten Fall hat sich der betroffene Youtuber aber einfach denkbar bescheuert verhalten. Soweit mir bekannt ist, hat er in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet übernachtet, gekocht und allerlei klar untersagte Tätigkeiten unternommen, sich dabei gefilmt, und das Video mit Beschreibung öffentlich gepostet! Egal wie man nun zu der Sinnhaftigkeit der Verbote und der Strafen in diesem Gebiet steht - mit der Veröffentlichung des Videos hat er sich ganz einfach zur Zielscheibe gemacht. Wäre ich bei der dortigen Forstbehörde angestellt, hätte ich auch reagiert. Wenn die Regeln nicht durchgesetzt werden, kann man sie auch gleich ganz abschaffen. Ob der Effekt für das betroffene Naturschutzgebiet gut wäre, wage ich zu bezweifeln - aber das kann man sehen wie man will.

  • Juristische Spitzfindigkeit: Die Sachlage ist in Deutschland eigentlich genau anders rum, solange etwas nicht explizit verboten ist, ist es erlaubt.

    Nur ist in Deutschland die Sachlage in Sachen Campieren oder auch Biwakieren recht deutlich: eigentlich verboten, wenn nicht irgendwo eine Ausnahme steht oder die Eigentümer des Grundstücks explizit sie Übernachtung erlaubt haben.

    In wenigen Bundesländern ist das Wildzelten/-campieren für Wanderer für eine Nacht erlaubt (allerdings nie in Schutzgebieten). Das Biwakieren ist häufiger zulässig. Die Grauzone besteht nun darin, ob Hängematten mit Tarp unter das Biwakieren fallen. Das ist halt nicht deutlich geklärt. Tarps sind in Berlin aber zum Beispiel beim Biwakieren verboten.

    Wir werden hier auch keine liberaleren Gesetze bekommen, weil Deutschland zu dicht besiedelt ist und sich schon jetzt zu viele Leute daneben benehmen. Wir sind hier halt nicht in Skandinavien oder Schottland. Und selbst dort nimmt die Zahl derer zu, die sich daneben benehmen.

  • Diese Perspektive der Fauna und Flora, die wir (vielleicht) lieben, habe ich neulich im Pfälzerwald gesehen und finde ich durchaus verständlich:

    Und ich glaube, die werden sich auch an ihr Versprechen halten und niemals durch mein Schlafzimmer laufen. <3

    il dolce far niente:sleeping:

  • Das Biwakieren ist häufiger zulässig. Die Grauzone besteht nun darin, ob Hängematten mit Tarp unter das Biwakieren fallen. Das ist halt nicht deutlich geklärt. Tarps sind in Berlin aber zum Beispiel beim Biwakieren verboten.

    Wie immer gilt, ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung, im Berliner Waldgesetz heißt es:

    Ein Tarpaufbau ist sicherlich eine zeltähnliche Lagerstätte, da beißt die Maus keine Abspannleine ab. Hingegen ist z.B. in den Landeswaldgesetzen von Bayern und Baden-Würtenberg explizit nur das Aufstellen von Zelten genannt und nur ein Zelt ist ein Zelt, ein Tarp mit oder ohne Hängematte eben nicht. Auch das Betretungsrecht des Waldes ist weitgreifend geregelt und hat zumindest in Bayern Grundrechtsrang (Art. 141 Abs. 3 BV), es ist dem Eigentümer bzw. Besitzer von Waldgrundstücken nur unter gewissen in erster Linie forstlichen und jagdlichen Vorraussetzungen erlaubt Waldgrundstücke zu sperren. Solange Du da nur liegst und pennst und nix kaputt machst dabei hat selbst der Eigentümer keine rechtliche Grundlage Dich vom Grundstück zu entfernen. Im BayWaldG heißt es so schön:

    Zitat


    Das Betreten des Waldes zum Zweck des Genusses der Naturschönheiten und zur Erholung ist jedermann unentgeltlich gestattet.

    Und was könnte genüsslicher und erholsamer sein, als in der Hängematte zu schlummern? ;)

    Die Mär von der rechtlichen Grauzone hält sich sehr hartnäckig durch ständige Wiederholung, wird aber dadurch nicht richtiger. Es ist nur insonfern eine Grauzone, als dass manche Gesetzgeber offenbar nicht an alles gedacht haben, aber irgendwie auch keine Anstalten macht, daran etwas zu ändern. Ist ja auch nicht so dass es im Wald vor tarpierenden Bushcraftern nur so wimmelt. Die Probleme dürften in erster Linie an gewissen hotspots bestehen, die aber eh dann anderweitig durch Ausweisung von Schutzgebieten oder Erlass einer Verordnung durch die jeweilige Kommune abgefangen werden können oder die Leute aufgrund von Müll, Feuer und/oder Lärm ohnehin im Ordnungswidrigkeitenbereich agieren.

    Wie gesagt, ein Blick ins Gesetz und man weiß was man darf und das ist in vielen Bundesländer auch gar nicht mal so wenig. Was praktisch passiert steht natürlich auf einem anderen Blatt und ich würde auch sagen, dass es zumindest anständig ist, sich ein anderes Plätzchen zu suchen wenn irgendwen die eigene Anwesenheit stört. Meine Begegnungen mit der Obrigkeit und Waldbesitzern verliefen nach teilweise anfänglicher Skepsis aber immer positiv. Einfach anständig verhalten und gut.

  • Wie wär‘s bei dem Thema zu bleiben, statt hier Fußnägel rollende Küchenjura zu betreiben.

    Und da haben wir es direkt: schon hast du mit der Hängematte (bzw. Tarp) die schöne Schneedecke auf Quadratmetern ruiniert! =O


    PS: Muss ich hier jetzt explizit Ironie dranschreiben, oder wird das im aktuellen Zustand der Diskussion auch ohne Ironiefähnchen verstanden?

    PPS: Leute, geht alle mal eine Runde an die frische Luft, versucht einmal zu verstehen worum es in der Diskussion wirklich gehen sollte, und ob sich da nicht teilweise etwas weniger "markige" Worte finden lassen.

  • Ansonsten gäbe es hier einen Podcast exakt zum strittigen Thema:

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    Und wenn man gerne darüber diskutieren möchte, könnte ja jemand hier den entsprechenden Faden zum Podcast aufmachen. Oder vielleicht könnte das auch Furbrain tun, dann ist es auch gleich "offiziell". ;)

  • Den Begriff "Influenzer" als Synoym für den Gesetzesbruch am Umweltschutz zu verwenden ist genau so falsch wie den Holocaust zu leugnen. Also lasst mal dieses Schubladendenken sein.

    Ich habe keine Ahnung, worauf genau sich das bezieht — aber auch wenn ich dem "Influencertum" generell sehr skeptisch gegenüber stehe (MontanaBlack, Bibi…):

    Viele haben afaics überhaupt nichts mit Natur zu tun, und wer keinen Mist baut, der soll ruhig sein Ding machen. Selbst Mist bauen (im vertretbaren Rahmen 😇) finde ich nicht sonderlich verwerflich, vor allem, wenn man sich dessen gar nicht richtig bewusst war. Es gibt sogar Fälle, in denen es ok ist, sich lautstark gegen eine Strafe zur Wehr zu setzen — aber ein Verstoß gegen den Naturschutz fällt nicht in diese Kategorie.

    Wenn man als "normaler Mensch" im Naturschutzgebiet erwischt wird, gibt es mit Sicherheit keine 10 000€ Strafe, aber wenn man dem Förster gegenüber noch frech wird, darf man sich nicht wundern, wenn der den Fall nicht auf sich beruhen lässt.

    Influencer-spezifisch wird es erst in der nächsten Phase: Wer dann noch auf den Gedanken kommt, seine 100 000 Follower bei XYZ zu mobilisieren, oder seinen vermeintlichen Promi-Status anderweitig nutzen will… der bekommt von mir garantiert kein Mitleid, wenn der Plan nach hinten losgeht, und man die Anzeige um das Wort "gewerblich" oder "Verleumdung" ergänzt — und dann auch mal saftige Strafen verteilt.

  • Kleiner Buchtipp am Rande zum Wesen des Influencertums

    Influencer. Buch von Ole Nymoen, Wolfgang M. Schmitt (Suhrkamp Verlag)
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    Inhaltlich hat grobinger ja alles zu den glashaussitzenden Steinewerfern gesagt -

    und ich wiederhole lediglich mein Anliegen, die öffentliche Diskussion und downward comparison à là "ich ja ganz toll 'Grauzone' (nee, oftmals genauso verboten), aber guckt mal deeer, und auch noch öööffentlich, also neee", die einem leicht selbst auf die Füße fällt, mit kurz mal innehalten und nachdenken flux zu beerdigen.

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