Tarp-Aufhängung und -Abspannung (for beginners)

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  • Was entziffern meine entzündeten Augen da auf Seite 233 zum Thema "Ridge ties" (geteilte Ridgeline) in "The Ultimate Hang" von HM-Guru Derek Hansen?

    Cons: Hammock snobs may make fun on you. 8| ;( :/

    Aber egal, jetzt ist es so entschieden. Mein erstes Tarp, ein 11' Warbonnet Minfly, wird dem vermeintlichen Gespött zum Trotz mit einer zweigeteilten und nicht durchgehenden Ridgeline und Stingerz aufgehängt und "Snobs" bin ich hier im Forum noch nicht begegnet. ;)

    Ok. Jetzt zu den Anfängerfragen, die sich ergeben haben:

    Zur Aufhängung:

    Wie straff muss und darf ein/das Tarp mit einer zweiteiligen Aufhängung gespannt werden? Gibt es hier eine Faustregel à la Ridgeline?

    Zur Abspannung:

    Zum Austesten soll das Tarp nach unten aktuell auf einer Seite mit zwei Hookworms und auf der andere Seite mit zwei Nama Claws abgespannt werden.

    Alle vier Abspannleinen haben auf der einen Seite eine eingespleisste Schlaufe und auf der anderen Seite sind sie einfach nur verspleisst. Dennoch ist es recht einfach möglich die Nama Claws und Hookworms vom Seil abzuziehen, was natürlich beduetet, dass sie leicht verloren gehen könnten.

    Die Shock-Cords (aus Gummiband) sind per Ankerstich an die vier D-Rings an den Tie-Outs des Tarps festgemacht und sollen/werden an diesen verbleiben. In diese wird dann jeweils der Haken des Hookworms oder der NamaClaw eingehängt. Hier finde ich sehr vorteilhaft, dass das Tarp hier einfach auf einer Seite ausgehängt, zur anderen umgeklappt und in die dortigen Haken zusätzlich eingehakt werden kann, damit eine Art Halbdach entsteht.

    Für den Fall, dass die Abspannleinen permanent an den Heringen befestigt/verknotet werden:

    Welche Seite der Abspannleine wird (am sinnvollsten/besten) am Hering festgeknotet? a) Die mit der Schlaufe oder b) das offene Ende?

    Welche Knoten verwendet ihr dann bei Variante a) oder b)?

  • Die Seite mit der Schlaufe ist bei mir am Seil vom Hering mit nem Ankerstich verbunden. Da bleibt es dauerhaft dran aber ist bei Bedarf wieder leicht zu lösen.

    Nachdem mir ein Hookworm vom Seil gerutscht ist, habe ich noch einen dezenten Knoten gemacht um nicht nochmal den Waldboden absuchen zu müssen.

    Hatte mal probehalber einen einsträngigen Diamantknoten gemacht, sah aber doof aus. Normaler Knoten und gut is.

  • Zur Aufhängung:

    Wie straff muss und darf ein/das Tarp mit einer zweiteiligen Aufhängung gespannt werden? Gibt es hier eine Faustregel à la Ridgeline?

    zunächst möchte ich mit hochgezogener Augenbraue deine geteilte Ridgeline kommentieren: tststs ;)

    Spaß beiseite, das ist Geschmacksache.

    Wie meistens gilt: Nach zu fest kommt ab und nach zu lose kommt auch ab. Also fest spannen, aber ohne Gewalt. Das rappelt sich eh immer etwas los, wenn sich unter Last alles setzt und soll ja mindestens die Nacht halten. Dazu soll sich das Ganze bei Wind möglichst wenig bewegen. Lastspitzen hast Du, wenn der Wind voll ins Tarp greift. Bei der Segelfläche auch mehr als ein paar Pommesarme an so Strippchen ziehen können. Wenn es dann lasch abgespannt ist, gibt es einen Bauch dadurch mehr Angriffsfläche und größere Kräfte wirken.

    Daher auch Shockcord an den seitlichen Abspannungen. Die nehmen die Lastspitzen etwas raus und schützen das Tarp vor harten Schlägen.

    Ich habe das Auge der Guyline mit Ankerstich im Hering fest. Festziehen am Bling

    Offline ist am schönsten!

  • Die Seite mit der Schlaufe ist bei mir am Seil vom Hering mit nem Ankerstich verbunden. Da bleibt es dauerhaft dran aber ist bei Bedarf wieder leicht zu lösen.

    Hatte mal probehalber einen einsträngigen Diamantknoten gemacht, sah aber doof aus.

    Einsträngiger Diamantknoten!! 8| Vermutlich hat auch Deine Augenbraue leicht gezuckt, als Du vernommen hast, dass ich mein Tarp zweigeteilt aufhänge. 8o

    Genommen -> Ankerstich in die Schlaufe am Hering, einfacher Knoten. Das schont dann sogar die Abspannleine, wenn die Alukanten des Herings nicht so schön gearbeitet sind. Danke Dir! :thumbup:

  • Ich hab nur gedacht: "Ekelhaff".

    Quatsch. Muss doch jeder selber wissen, im Zweifel beides mal ausprobieren oder anschauen. Ich hab mich für die durchgehende entschieden, weil ich mir dachte das es vielleicht einfacher ist erstmal die durchgehende Strippe zu ziehen und sich dann um die tüdelei mit dem Tarp zu kümmern. Vor allem auch weil ich es noch sehr einfach hin und herschieben kann.

    War son Gefühl das so zu machen, dein Gefühl war halt ein anderes. Warum auch nicht👍

  • Mein erstes Tarp, ein 11' Warbonnet Minfly, wird dem vermeintlichen Gespött zum Trotz mit einer zweigeteilten und nicht durchgehenden Ridgeline und Stingerz aufgehängt und "Snobs" bin ich hier im Forum noch nicht begegnet.

    Du hast mich an Deiner Seite, Bro. Habe von einer durchgehenden Ridgeline zurückgerüstet und heute Nacht hatte sie ihre Probe erfolgreich bestanden.

    Weniger Bling, weniger trouble ;)

  • Wie straff muss und darf ein/das Tarp mit einer zweiteiligen Aufhängung gespannt werden?

    Ich habe mal gemessen, mit welcher Kraft meine Firstschnur gespannt ist. Es waren etwas mehr als 10 kp, was dem Gewicht eines gefüllten Wassereimers entspricht. Das Tarp steckt so etwas locker weg, die Lash-It-Schnur sowieso (ist mMn mit 230 kp Bruchlast angegeben).

    Aber ob es dem Baum gut tut? Hier könnte die Kombination hohe Last und kleine Fläche bei empfindlicher Borke eventuell Schaden anrichten.

    Ich schaue mir deshalb immer den Baum an und entscheide dann, wie straff ich die Schnur spanne.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Ich habe mal gemessen, mit welcher Kraft meine Firstschnur gespannt ist. Es waren etwas mehr als 10 kp, was dem Gewicht eines gefüllten Wassereimers entspricht. Das Tarp steckt so etwas locker weg, die Lash-It-Schnur sowieso (ist mMn mit 230 kp Bruchlast angegeben).

    Aber ob es dem Baum gut tut? Hier könnte die Kombination hohe Last und kleine Fläche bei empfindlicher Borke eventuell Schaden anrichten.

    Ich schaue mir deshalb immer den Baum an und entscheide dann, wie straff ich die Schnur spanne.

    Gute Idee mit der Kraftmessung - und sehr löblicher Respekt für die Bäume. Finde ich beides richtig gut! :thumbup:

    Nebenbei echt interessant, dass Du die nicht SI-konforme (und lt. Wikipedia bereits seit 1978 sogar per Gesetz für die Angabe von Kraft unzulässige) Einheit Kilopond benutzt. Das ist ja mal ein richtig schönes "Memorabilia" und ich musste tatsächlich nachschauen, wie das in den geläufigeren Newton umzurechnen ist. ;)

    Werde zu meinem nächsten Ausflug wohl einfach mal meine kleine Kofferwaage mitnehmen und zum Spaß in Serie mit der Tarpschnur einhängen. Dann weiß ich wenigstens mal, wie sich Dein Wassereimer-Richtwert circa in der Tarpschnur anfühlt.

  • Da ich auch festgestellt habe, dass so eine Tarpschnur aufgrund der starken Spannung für den Baum sicher nicht besonders gut ist, hänge ich seitdem mein Tarp in Daisychains, also Baumgurte. Manchmal befestige ich es auch an meiner HM Aufhängung.

  • barfuß Das heißt, dass du gelegentlich vier vollwertige Baumgurte benutzt und mitschleppst? Für Tarps ließen sich doch eventuell auch schmalere und leichtere als die klassischen 25 mm verwenden, oder?! Welche Länge haben deine Tarp-Baumgurte? 2 m?

    Bringt natürlich auch wieder eine Menge Gewicht in den Wanderrucksack. Aber Baumschutz ist mir sehr wichtig, denn Bäume haben meinen höchsten Respekt! <3

  • Also ich hänge mein Tarp je nach Gelegenheit verschieden auf. Oft mit einem Prusik an den Baumgurten der Hängematte. Beim letzten Pfadilager standen die Bäume aber zu nahe, dann habe ich mit einer zweigeteilten Leine gearbeitet, die eine Seite mit einem LoopAlien, die andere mit einem Tactical Toggle abgespannt. Und wenn die Bäume weiter auseinanderstehen, dann gerne auch mit einer durchgehenden Firstschnur.

    Und ich spanne meistens richtig gut ab, ein Tarp muss straff sein. Sonst macht es zuviel Geräusch, und entspannt sich zu sehr bei Regen.

  • Bringt natürlich auch wieder eine Menge Gewicht in den Wanderrucksack.

    Ich mache keine langen Wanderungen. (Eher Radtouren) Und wenn, dann hänge ich das Tarp in die Schlaufen der Daisychain der HM, so dass ich nur ein Paar Baumgurte brauche. (Aber tendeziell spare ich Gewicht indem ich keine Kocher plus Zubehör mitnehme. Bei mir gibts kaltes Essen...)

  • [...] dann hänge ich das Tarp in die Schlaufen der Daisychain der HM, so dass ich nur ein Paar Baumgurte brauche.

    barfuß und auch Fagorian

    Wird die Ridgeline des Tarps dann

    a) nur in die Schlaufen eingehängt, die den Baum umschlingen, oder

    b) auch in die, die quasi als Aufhängung der Hängematten dienen?

    a)

    + Tarp kann konstant straff abgespannt werden

    - Tarphöhe überhaupt nicht variabel (je größer der Baumabstand, desto geringer der Wetterschutz)

    b)

    + Tarphöhe nach unten variabel

    - Tarphöhe nicht nach oben variabel

    - Ridgeline-Spannung wird durch Hängemattenaufhängung beeinflusst (unbeständig, ggf. Risiko, schlecht einzustellen)

  • Ich habe den First meines Tarps wie hier gezeigt ausgerüstet:

    Waldläufer70
    8. Juli 2022 um 11:25

    Die Abspannung zum Boden erfolgt über fix am Tarp angebrachte Leinen spanner. Als Abschluss der Leinen am Boden habe ich jeweils eine Schlaufe aus Gummiseil angebracht, so dass das Tarp "arbeiten" kann, wenn Wind aufkommt.

    Da ich ein Tarp aus Sylpoly verwende, dehnt sich der Stoff bei Feuchtigkeit nicht.

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