Materialwahl Tarp

  • Tach auch :)


    Mich würde interessieren, welche Materialien ihr so wählt um Eure Tarps selber zu nähen, gerne auch mit Bezugsquelle.

    Zum einen wüsste ich gerne, was es für Möglichkeiten gibt, was wann Sinn macht, Sommer-/Wintereinsatz, Ultralight etc.

    Zum anderen sind die Materialien auf die ich so stoße so teuer, das sich eine DIY-Lösung irgendwie garnicht lohnen würde - habe ich zumindest den Eindruck.


    Viele Grüße!



    Edit: Das Ergebnis der Diskussion füge ich mal der übersichtlichkeit halber hier ein.


    Bewährt haben sich unter anderem diese Materialien:

    • Cordura® Diamond-Ripstop-Nylon 6.6, silikonbesch., 30den, 50g/qm, Breite 150cm
    • Ripstop-Nylon Zeltstoff, beidseitig silikonbesch., 40den, 55g/qm, Breite 150cm
    • Silnylon, Nylon beidseitig silikonbesch., 20den, 42g/qm, Breite 147cm
    • Silpoly, Polyester beidseitig silikonbesch., 20den, 42g/qm, Breite 147cm
    • Membrane Silpoly, Polyester beidseitig silikonbesch., 15den, 31g/qm, Breite 147cm
    • XENON SIL 1.1 Polyester silikonbesch., 20den, 37g/qm, Breite 147cm
    • XENON SIL .9 Polyester silikonbesch., 15den, 32g/qm, Breite 147cm

    Auswahl an Bezugsquellen:

    http://www.dutchwaregear.com

    http://www.extremtextil.de

    http://www.ripstopbytheroll.com


    Tarpzuschnitte findest du z.B. hier:

    http://www.shop-016.de/camping…k-h208-Tarpzuschnitte.htm

    https://ripstopbytheroll.com/c…ons/diy-tarp-shelter-kits


    Die Infos haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber vielleicht helfen sie ja, den Einstieg in das Thema etwas einfacher zu machen:)

  • Wenn das Tarp relativ leicht bleiben soll, kommen vor allem Silnylon und Silpoly in Frage. Ich würde zwischen 30D und 20D bleiben, wobei die leichtesten Stoffe dieser Art mittlerweile bis 7D runter gehen. Meine Bezugsquellen sind vor allem Dutch, Ripstop by the Roll und Extremtextil. Es gibt aber auch ein paar kleinere Anbieter. Bei wem ich bestelle hängt in erster Linie vom gewünschten Stoff ab, denn preislich sind die Unterschiede nicht so groß.


    Ob Sommer oder Winter wäre mir bei der Stoffauswahl egal, wobei ich für sehr schlechtes Wetter vermutlich 30D bevorzugen würde.

    Zum anderen sind die Materialien auf die ich so stoße so teuer, das sich eine DIY-Lösung irgendwie garnicht lohnen würde - habe ich zumindest den Eindruck.

    Genau. DIY macht man meistens nicht, um Geld zu sparen - sondern weil man Spaß am selber machen hat und/oder Sonderwünsche hat. Wenn du keine Erfahrung mit ähnlichen Projekten hast, wird beim ersten Versuch vermutlich einiges nicht so laufen, wie du dir das vorgestellt hast. Und sobald du das 2. Tarp nähst, hast du mehr Geld ausgegeben als wenn du gleich ein fertiges Tarp gekauft hättest.

  • Ich habe mein Hex-Tarp aus dem normalen Xenon Sil 1.1 von DutchWare gemacht. Es gibt auch einen extrabreiten Stoff davon, der sich für die Nutzung bei sehr feuchtem oder winterlichem Wetter lohnen kann, allenfalls dann als Tarp mit "Türen". Ich nutze mein Tarp von Frühling bis Herbst und bisher hat es mich ausreichend vor Regen geschützt (366 cm Firstlänge für meine ca. 340-360 cm langen Hängematten).


    Für ein besonders leichtes Tarp gäbe es bei DutchWare auch noch das 0.9-Unzen-Xenon-Sil.


    Man könnte auch ein silikonisiertes Nylon verwenden (bei DutchWare auch zu haben). Ich mag aber beim Nylon nicht so, dass es sich bei Feuchtigkeit ziemlich stark dehnt. Das ist bei silikonisiertem Polyester nicht der Fall. Deshalb fiel meine Wahl auf den Xenon-Stoff. Nylon ist allerdings etwas reissfester und soll, zumindest im neuen Zustand, etwas weniger rascheln. Mich hat das Rascheln bisher nie gestört. Und mit etwas Gummischnur in Aufhängung und Abspannung kann man die meisten heftigen Windböen oder auch ein Stolpern über eine Schnur relativ gut auffangen, sodass mir Polyester mehr als genug stabil erschien.


    Viel Geld lässt sich mit MYOG/DIY im Vergleich zu Produkten aus Fernost nicht sparen (wenn überhaupt). Aber man kann sich ein Produkt nach eigenen Bedürfnissen anfertigen und lernt dabei eine Menge. Ich persönlich würde MYOG/DIY nur in Betracht ziehen, wenn ich wirklich Lust darauf hätte und/oder einen besonderen Wunsch ans fertige Produkt hätte.

  • Man könnte auch ein silikonisiertes Nylon verwenden (bei DutchWare auch zu haben). Ich mag aber beim Nylon nicht so, dass es sich bei Feuchtigkeit ziemlich stark dehnt. Das ist bei silikonisiertem Polyester nicht der Fall.

    Da sind die Erfahrungen recht unterschiedlich, was mich vermuten lässt, dass die Konstruktion evtl. viel mit der Dehnung zu tun hat. Die Warbonnet Silnylon-Tarps dehnen sich meiner Meinung nach z.B. nicht besonders stark. Ich vermute, das liegt an der mit Polyester verstärkten Ridgeline.

  • Genau. DIY macht man meistens nicht, um Geld zu sparen - sondern weil man Spaß am selber machen hat und/oder Sonderwünsche hat.

    Sehe ich absolut genauso. Das ausprobieren, entdecken und lernen stehen im Vordergrund.


    Manche Dinge packe ich aber einfach mit unterschiedlicher Motivation an.

    Bei dem einen ist vielleicht abzusehen das es einfach mordsspaß machen wird es selber herzustellen, mit dem Wissen das es preislich einfach völliger Wahnsinn wird.

    Andere Dinge sind am Markt so unverschämt teuer, das ich sie aus Prinzip selber mache, wohl kalkuliert und vielleicht mit funktionellen Abstrichen, aber so das das Preis-/Leistungsverhältnis für mich stimmt.


    Ich schaue mir mal die genannten Shops an, bei Extremtextil hatte ich schon gestöbert.

    Es ist halt bei benötigten 10m ein erheblicher Unterschied ob ich 5€ oder 15€ bezahle, muss man dann abwägen ob es wirklich zB UL sein soll oder nicht.


    Danke erstmal für das Input:thumbup:

  • Alternativ gäbe es noch einen 40D mit 45g/m², imprägniert statt silikonbeschichtet. Der ist sehr günstig, aber schon wieder so günstig das ich Sorge habe am falschen Ende zu sparen.

    Ich kann diesen Soff empfehlen. Daraus besteht mein Hot Tent, das sich seit drei Jahren im Wintereinsatz bewährt hat. Es hat mittlerweile lediglich ein paar Brandlöcher, die ich mal flicken müsste. Wasserdicht ist es bisher (abgesehen von den Löchern) zuverlässig.

  • Ich kann diesen Soff empfehlen. Daraus besteht mein Hot Tent, das sich seit drei Jahren im Wintereinsatz bewährt hat. Es hat mittlerweile lediglich ein paar Brandlöcher, die ich mal flicken müsste. Wasserdicht ist es bisher (abgesehen von den Löchern) zuverlässig.

    Echt? Der Ripstop-Nylon, imprägniert, Innenzelt, 40den, 45g/qm? Das hätte ich nicht gedacht.

  • Imprägniert ist nicht wasserdicht. Das ist dann wohl eher ein InInnenzeltstoff.

    Ja klar, das ist natürlich richtig.


    Taugt bei dem Preis aber auf jeden Fall um mal rumzuprobieren denke ich, gerade für einen Anfänger der sich mal probieren möchte, oder einfach für eine günstige Sommerlösung.


    Ich hab so wage in Erinnerung das die Zelte früher auch nicht Wasserdicht waren (so zwischen Generation Baumwolle und dem was es heute so gibt), statt dessen hat man dafür gesorgt das Aussenzelt und Innenzelt sich nicht berührt haben, damit das Wasser am Aussenzelt auf der Innenseite ungehindert ablaufen konnte. Oder ist das heute vielleicht noch immer so?



    Ich fasse das mal zusammen bei Gelegenheit, Evtl ist eine kleine Übersicht für jemand anderen auch noch interessant. Natürlich mit dem Wissen das es noch tausend andere Möglichkeiten gibt.

  • Fast alle Quiltstoffe sind imprägniert - ich würde mir trotzdem kein Tarp daraus schneidern. Ich denke, wenn der Stoff den Regen überhaupt abhält, dann jedenfalls nicht sehr lange. Wenn es nur ums testen geht, dann klebe dir doch ein Tarp aus Polycro bzw. Polycryo Folie. Das wurde schon mehrfach mit gutem Erfolg ausprobiert.


    Wenn du nähen willst, dann lieber mit Ripstop-Nylon Zeltstoff, silikonbesch., 40den, 55g/qm. Bei 8 m zahlst du gerade mal 24 € mehr, und hast dann ein Tarp, dass du nicht nach einer Nutzung wegschmeißt.

  • Auf den Ripstop-Nylon Zeltstoff wird es bei mir hinauslaufen Hammock Fairy (es sei denn Kornél macht mir noch ein unmoralisches Angebot, aber das ist ein anderes Thema;))


    Dein Einwand mit der Nutzbarkeit bei Regen und der Haltbarkeit, ist natürlich Wichtig und Richtig:)

    Mir sind die Schwächen des billigen Stoffes bewusst, es ging mir nur darum, der Vollständigkeit halber auch diesen Stoff zu betrachten. Für mich kommt er nicht in Frage, aber evtl. für jemand anderen, der das Preis-/Leistungsverhältnis anders für sich bewertet.

  • Taugt bei dem Preis aber auf jeden Fall um mal rumzuprobieren denke ich, gerade für einen Anfänger der sich mal probieren möchte, oder einfach für eine günstige Sommerlösung

    Moin,

    ich denke du möchtest auch als Anfänger und auch im Sommer trocken bleiben MrHydeAndMe ......? Deshalb würde ich mich auf jeden Fall für einen wasserdichten und nicht nur wasserabweisenden Stoff entscheiden!


    Ich hab so wage in Erinnerung das die Zelte früher auch nicht Wasserdicht waren (so zwischen Generation Baumwolle und dem was es heute so gibt), statt dessen hat man dafür gesorgt das Aussenzelt und Innenzelt sich nicht berührt haben, damit das Wasser am Aussenzelt auf der Innenseite ungehindert ablaufen konnte. Oder ist das heute vielleicht noch immer so?

    Doch die Zelte waren auch damals als sie noch außen an die Kraxe gebunden wurden und UL Zelte noch bei 2kg Gewicht lagen wasserdicht 👍😁

    Was da meist an der Innenseite des Außenzelt runter läuft ist Kondenswasser (wenn du kein Loch im Außenzelt hast). Unter gewissen Umständen kann es aussehen als wäre das Zelt irgendwo undicht ( z.B. bei Nebel).

    Auch heute werden doppelwandige Zelte so gebaut das zwischen Innen-und Außenzelt ein Abstand besteht damit die zirkulierende Luft die Feuchtigkeit weiter abtransportieren kann. Auch sollte das Innenzelt das Außenzelt nicht berühren damit kein Saugeffekt entsteht.

    So ist es bei auch bei Hängematte und Tarp. Wobei die Hm dann quasi das Innenzelt darstellt.

    Gruß von der Ostsee

  • Mein 15D Silpoly (Winter-)Tarp mit Türen ist seit 3 Jahren (alle Jahreszeiten) bei mir sehr regelmäßig ohne Probleme im Einsatz. Es hat keine extra Gurte vernäht außer natürlich der Pull-Outs und Abspannpunkte. Weniger ist wunderbar ausreichend.

  • Ich fasse das mal zusammen bei Gelegenheit, Evtl ist eine kleine Übersicht für jemand anderen auch noch interessant

    ist es :)


    und eine Frage habe ich auch gleich: Bedeutet 40Den Fadengewicht? Wieso sind dann Stoffe mit gleichen Denier unterschiedlich schwer? Unterschiedlich dicht gewebt?


    Und was für einen Unterschied macht das bei einem Tarp? Kann ich bei gleichen Denier getrost den leichteren Stoff nehmen?

    il dolce far niente:sleeping:

  • Bedeutet 40Den Fadengewicht?

    Ja. Siehe hier.

    Wieso sind dann Stoffe mit gleichen Denier unterschiedlich schwer? Unterschiedlich dicht gewebt?

    Richtig. Je dichter, desto schwerer.

    Und was für einen Unterschied macht das bei einem Tarp? Kann ich bei gleichen Denier getrost den leichteren Stoff nehmen?

    Dann kommt es auch auf die Beschichtung an. Durch die Silikonbeschichtung ist ein 30D Silnylon ist deutlich stärker als ein 30D Ripstop Nylon. Ein 1.4 oz 30D Silnylon ist allerdings stärker als ein 1.2 oz 30D Silnylon. Dazu kommen unterschiedliche Materialien - Nylon vs. Polyester. Nylon dehnt sich mehr als Polyester, ist aber deutlich stärker. Es hängt also davon ab, wie wichtig dir die Stoffstärke ist.

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