Die momentanen Umstände legen es nahe, dass man mal innehält und über die Projekte der vergangenen Wochen und Monate Bilanz zieht. Für mich und Cross Hammock war das vor allem die Entwicklung einer daunenisolierten Querhängematte, die ich in diesem Winter ausprobieren wollte. Mangels knackiger Minustemperaturen herrschten dafür in dieser Saison zwar keine optimalen Bedingungen, aber selbst bei Temperaturen um oder knapp über dem Gefrierpunkt kann man mit Daunenisolation punkten. Das Modell dafür existiert bereits seit letztem Jahr; allerdings war das nicht übernachtungstauglich, weil das Fußteil nicht kammerngenäht war und außerdem das Deckteil fehlte. Dem habe ich Anfang des Jahres abgeholfen und so entstand das Cross Hammock Sleep(ing) System.
Dabei handelt es sich um ein daunengefülltes Deckteil, das mittels umlaufendem, abzippbarem Reißverschluss an der daunengefüllten Cross Hammock (die inzwischen auch über eine kammerngenähte Fußisolation verfügt) befestigt wird. Die Vorteile dieses Systems springen ins Auge: Man benötigt für die Isolation viel weniger Daune, um einen vergleichbaren Wärmerückhalt zu erzeugen wie ein Schlafsack - geschweige denn eine GE-Hängematte mit Underquilt. In meinem Fall hat das Unterteil eine 300g-Isolation von Daune der höchsten Bauschkraft und isoliert damit ähnlich gut wie ein Scandinavian Wooki, der über 500 g Daune enthält, die aber auf eine Breite von 1,15 m verteilt wird. Die Cross Hammock braucht nur 80 cm Breite im Unterfutter - also ein knappes Drittel weniger - und benötigt deshalb weniger Füllmaterial für eine vergleichbare Wärmeleistung.
In der oberen Daunendecke wurden nur 170 g Daune verarbeitet, die völlig ausreichen, um bei -2°C innerhalb kürzester Zeit eine wohliges Wärmegefühl aufkommen zu lassen.
Was aber nach wie vor bei diesem Januar-Modell ungelöst blieb, ist die Frage der Versteifung, die bei Querhängematten traditionell von der Isomatte gewährleistet wird, die aber beim Cross Hammock Sleep System eigentlich überflüssig ist, weil der Wärmerückhalt aus der Daune kommt.
Deshalb habe ich eine Idee aufgegriffen, die barfuß mal geäußert hat, aber erst durch eine weitere Idee von Omorotschka umsetzbar wurde: nämlich die Längsversteifung durch ein aufblasbares Element, als das eine Schwimmnudel dienen kann, wie man sie bei Decathlon für 5 € bekommt.
Diese Elemente habe ich links und rechts außen ander Cross Hammock in Kanälen befestigt - und zwar im Kopfbereich, denn der Stoffdruck, der das Schlafen in der Matte verhindert, kommt von oben (und nicht von den Füßen, wie ich lange glaubte).
Bei einem Mehrgewicht von 2 x 67 g für die Schwimmnudeln und wenigen Gramm zusätzlichem Stoff für die Kanäle war somit eine Lösung gefunden, die die Versteifung der Cross Hammock auch ohne Isomatte bewerkstelligt.
Ein weiterer positiver Effekt besteht darin, dass man sich jetzt völlig unproblematisch in die Cross Hammock hineinsetzen und dann hinlegen kann.
Tatsächlich kann man (kann ich) so mehrere Stunden super bequem und äußerst komfortabel isoliert in einem Hängemattensystem liegen, das bei 1,2 kg Gewicht (die sich noch erheblich senken ließen, weil für eine Serienproduktion dünnerer Stoff und ein leichterer Reißverschluss geplant waren) bis weit unter dem Gefrierpunkt isoliert.
Nur leider wird es zu dieser Serienproduktion nicht kommen - weil es mir trotz Versteifung nicht gelingt, in dem Ding zu schlafen! Ob das ein subjektives und individuelles oder ein bauartbedingtes generelles Problem ist, habe ich zwar noch nicht herausgefunden, aber erst mal werde ich keinen weiteren Entwicklungsaufwand in dieses Modell stecken.
Das habe ich so in letzter Zeit gemacht....