Anfängerkaufberatung Underquilt - sinnvolle Temperaturbereiche

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  • Hallo liebe Forumsgemeinde

    ich habe mich entschlossen eine Warbonnet Blackbird XLC zu kaufen (heavy doublelayer). Beim Uderquilt bin ich mir nun nicht sicher was ich wählen soll. Den Wooki -6 Celsius oder -17 Celsius? 3 Saison ist für mich klar. Aber ob ich im Winter auch noch gehen werde weiss ich aktuell noch nicht. Kann man den auch zu warm wählen? Irgendwie hab ich das Gefühl beim -17 C Wooki an lauen windigen Waldabenden zu warm zu haben. Danke für Erfahrungswerte und Tipps.

    Grüsse Thomas G

    Grösse 178 cm, Gewicht 105 Kg, sonorer Schnarcher

    • Offizieller Beitrag

    Rate mal, warum ich beide habe!

    Klar geht es mit einem. Das Dumme ist nur, dass es mit dem Herbst-Wooki im Winter kalt an den Hintern werden kann. Kalt ist doof. Klar, man könnte noch eine Isomatte mit reinlegen. Trotzdem doof.

    Legt man sich den Winter-Wooki zu, ist es überflüssiges Gewicht und Packmaß, was man fast das ganze Jahr mit sich rumschleppt. Doof. Gegen zu viel Wärme von unten (habe ich eigentlich noch nicht festgestellt) könnte helfen, den Wooki etwas lockerer aufzuhängen, so daß ein Spalt zwischen Hängematte und Underquilt bleibt. Trotzdem doof.

    Falls Du also die perfekte Lösung für Dein / mein Problem findest, dann teile es mir mit! Dann könnte ich endlich einen meiner Wookis wieder verkaufen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich verwende für 3-Saison-Einsatz meistens eher einen 20 oder 30°F-Underquilt (knapp unter 0°C). Mir reicht das auch problemlos. Wenn du Hammock Fairy fragst wird sie dir etwas anderes erzählen :D ... Anders gesagt: Man kann den Quilt auch zu warm wählen. Wenn man im eigenen Saft schmort macht das auch nur begrenzt Spaß.

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde immer die Isolierung wählen, die für mich den überwiegenden Teil der Zeit am besten funktioniert. Wenn ich beispielsweise 20 Nächte bei Temperaturen zwischen 20°C und 0°C draussen schlafe, und 5 Nächte bei unter 0°C bis -10°C, würde ich einen 3-Jahreszeiten-Wooki wählen und im Winter zusätzlich eine Isomatte mitnehmen. Ansonsten müsste ich meist mehr mitschleppen als ich brauche.

    Wenn dir das zusätzliche Gewicht egal ist, ist es aber meist kein Problem, etwas mehr Unterisolierung zu haben als man braucht. Natürlich kommt irgendwann der Punkt, wo einem zu warm ist - aber der kommt wesentlich später als bei einem Top Quilt / Schlafsack.

    Ansonsten hängt es davon ab, wie warm oder kalt du schläfst. Wenn du normal bis warm schläfst, ist der 20°F Wooki eine gute Wahl. Wenn du normal bis kalt schläfst, würde ich den 0°F Wooki nehmen. Es gibt aber auch noch Zwischenstufen und die Möglichkeit mit Overfill zu arbeiten.

  • Ich habe auch beide Wookis, habe unterwegs aber sicherheitshalber immer, also auch im Sommer (z.B. jetzt am Wochenende) den Winterwooki in Gebrauch. Ich friere nachts relativ schnell und falls es bei mehr als 22 Grad (über 0!) zu warm ist, kann ich die Aufhängung etwas verlängern, um mehr Abstand zur HM zu bekommen. Wenn es noch wärmer ist, hänge ich ihn ab. Ehrlich gesagt empfinde ich auch den Temperaturunterschied zwischen beiden bei weitem als nicht so groß wie er auf dem Papier steht...

    Ich würde mir 2 Fragen stellen:

    frierst oder schwitzt du nachts schneller?

    Wie wichtig ist dir das Gewicht?

  • Hast du denn schon für dich entschieden /festgestellt, ob du ein "Warmschläfer" oder ein "Kaltschläfer" bist ? Also, ob du z.B. auch im Winter im Haus mit leichter Decke schläfst, oder im Gegenteil auch im Sommer eine dicke Decke behälst ?

    Davon hängt schon eine Menge ab, ob du im Winter wirklich die dicke -20° Isolierung brauchst. Wenn du eben ein Kaltschläfer bist, dann ist vermutlich der -17° auch für Herbst und Frühling die nötige Lösung. Wenn du wie ich ein Warmschläfer bist, dann reicht dir der -7° vielleicht auch im Winter, es sei denn du schläfst auch im Winter gerne mal über 1000m.

    Ich habe auch beide Temperaturkategorien als Top und Underquilt. Das -17° Set habe ich bis -15° getestet und es war mir, bis auf die Nasenspitze fast zu warm.

    Es ist bei kühlen Temperaturen leichter bei zu warm zu kühlen (lüften), als bei zu kalt Wärme zu generieren. Wenn du dir wirklich nicht sicher bist, was du brauchst, würde ich eher die niedrigere Temperatur-Kategorie wählen.

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

    Einmal editiert, zuletzt von Womble (18. September 2019 um 09:59) aus folgendem Grund: Info doppelt.

  • Hallo zusammen,

    danke für die tollen Tipps und Gedanken.

    Ich habe den Eindruck, dass ich ein Kaltschläfer bin. Ich werde das -17C Set nehmen. Sollte ich mich irren kann man ja immer noch ein Selbstnäh-Projekt starten und einen kühleren nicht so perfekten Underquilt nähen.

  • Ich sehe gerade auf der Warbonnet Webseite, dass es den Wookie sogar als "Scandinavian" bis zu -29°C gibt - wow, das sollte sogar einen Superkaltschläfer durch den Winter bringen :)

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • dass es den Wookie sogar als "Scandinavian" bis zu -29°C gibt

    Off-topic: Irgendwie finde ich es ja lustig, dass in den USA anscheinend Skandinavien als Inbegriff von «kalt» gilt, obwohl es in Skandinavien aufgrund des Nordatlantikstroms deutlich(!) wärmer ist als auf der vergleichbaren Breite in den USA und Kanada. :huh: ?( :?:

    • Offizieller Beitrag

    Off-topic: Irgendwie finde ich es ja lustig, dass in den USA anscheinend Skandinavien als Inbegriff von «kalt» gilt, obwohl es in Skandinavien aufgrund des Nordatlantikstroms deutlich(!) wärmer ist als auf der vergleichbaren Breite in den USA und Kanada. :huh: ?( :?:

    Soweit ich weiss, war den skandinavischen Warbonnet-Kunden der 0° Wooki nicht warm genug, so dass sie um eine wärmere Sonderanfertigung gebeten haben. Anscheinend waren es genug Anfragen, dass Warbonnet die skandinavische Version schließlich ganz normal angeboten hat.

  • Interessante Geschichte. Aber irgendwie bleibt doch eine gewisse Ironie in der Namensgebung. Weshalb sollten vor allem Nordeuropäer nach einer wärmeren Variante fragen, wo es «bei uns» ja deutlich wärmer ist als in den nördlichen Staaten der USA oder erst recht in Kanada? Zumindest klingt der Name sehr schön.

    • Offizieller Beitrag

    Vielleicht weil die Europäer verfrorener sind? Wenn den Amerikanern die 0° Variante ausgereicht hat, wird es entweder in deren Breiten nicht so kalt wie in Europa, oder sie gehen bei vergleichbaren Temperaturen nicht campen. Oder sie sind alle kleine Chuck Norrise.

  • Weshalb sollten vor allem Nordeuropäer nach einer wärmeren Variante fragen, wo es «bei uns» ja deutlich wärmer ist als in den nördlichen Staaten der USA

    Eventuell weil man bei -20° und knochntrockener, stiller Luft in North Dakota weniger friert als bei -7° an der Norwegischen Westküste?

    Oder es gehen in der Gegend dort nicht so viele Leute bei richtig schlechtem Wetter raus das sich das lohnt.

    Wahrscheinlich ist der Name einfach nur werbewirksam. Skandinavien ist in Amerikanien meist sehr gut angesehen.

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Vielleicht weil die Europäer verfrorener sind? Wenn den Amerikanern die 0° Variante ausgereicht hat, wird es entweder in deren Breiten nicht so kalt wie in Europa, oder sie gehen bei vergleichbaren Temperaturen nicht campen. Oder sie sind alle kleine Chuck Norrise.

    Den Gedanken hatte ich auch, habe ihn aber wieder verworfen. Wie gesagt: Auf der gleichen Breite ist es in Europa deutlich wärmer als in den USA und Kanada, insbesondere im Winter (siehe hier). Da bleibt als Erklärung vielleicht noch, dass die Skandinavier aktiver sind und tatsächlich mehr rausgehen. Viele Leute in Schweden und Norwegen gehen auch im Winter mal kurz in einem See baden, notfalls wird halt ein Loch ins Eis gesägt.

    Eventuell weil man bei -20° und knochntrockener, stiller Luft in North Dakota weniger friert als bei -7° an der Norwegischen Westküste?

    Das könnte tatsächlich ein Grund sein. Allerdings ist Nordamerika topografisch mit Skandinavien vergleichbar: Auf eine Westküste mit Gebirge(n) und mehr Niederschlag folgen flachere Gebiete mit weniger Niederschlägen. Ansonsten ist es vermutlich – wie du ja auch schreibst – der «Wohlklang» Skandinaviens, der da zugeschlagen hat. Als Steigerung könnte man dann noch den «Canadian Wooki» oder den «Alaskan Wooki» anbieten. ;)

    Aber gehen wir nun vielleicht wieder zurück zum Thema... ;)

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe mir den Scandinavian zugelegt, aber genau für die kälteren Jahreszeiten. Das bedeutet, dass ich für laue Waldabende im Sommer einen anderen UQ benutze. Als ich ihn im Sommer tagsüber bei über 20°C getestet habe, war es mir nach zwei Minuten zu warm. Ich benutze ihn bis 10°C und darunter. Bisher allerdings nur bis -4°C und es war immer noch kuschelig. Die Faustregel "+20 vom Grenztemperaturwert" (den die Amis normalerweise angeben, da dort keine DIN oder andere Norm existiert, afaik) hat bei meinen Käufen immer gut funktioniert.

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