Tarp - Grundlagen

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  • Hallo @ alle,

    ich habe mein 2012er Tarp, was ich damals als Vorzelt zu meinem Zelt gekauft habe, mal wieder aufgebaut.

    Gibt es besondere Maße, so dass ein Tarp über einer HM sinnvoll wird?

    Das ist ein "Wechsel" WingTarp. Mir ist aufgefallen, dass wenn eine Seite bis auf den Boden reicht, dann ist es da recht windstill dahinter. Und wenn es als Dach aufgespannt ist, dann zieht es unten richtig durch. Hier windet es nämlich gerade ziemlich heftig.

    Wie ist das in einer HM unter einem Tarp. Zieht es da auch? Das würde mich nämlich ziemlich nerven. Das gibt mir das Gefühl, dass so Lösungen wie beim Eureka! Chrysalis, wo das Tarp praktisch fest an der HM dran ist und damit ein Mikroklima bildet, weil es eben nicht durch ziehen kann.

    Wer diesen Faden gelesen hat, kann auch verstehen, dass ich begreife, dass draußen spontan übernachten halt legal vermutlich nur unter einem Tarp funktioniert. Also auf einer Seite auf den Boden befestigen, eine Isomatte drunter und mit Schlafsack übernachten. Das ist einigermaßen windstill und sogar recht regenfest. Und das Packmaß ist auch überraschend gering. Fahrradtauglich auf alle Fälle.

    Grüße

    Boris

    • Offizieller Beitrag

    Meine Wahrnehmung von Tarpfunktionalität ist eher auf Regenschutz als auf Windschutz ausgelegt, so dass ersteres mein Fokus bei der Tarpauswahl darstellt. Wenn das Tarp keine Türen vorne und hinten hat, dann kann es da durchaus genauso durchzieht wie bei deinem Tarp von Wechsel. Der allgemeine Rat besteht hier, beim Aufbau die Hauptwindrichtung abzuschätzen und das Tarp mit der Breitseite entsprechend aufzustellen. Wenn der Wind dann noch dreht, dann dreht der Wind halt ;)

    Wenn man überlegt, dass eine durchschnittliche Hängematten-Ridgeline +/- 280 cm lang ist, dann ist ein drei Meter langes Tarp minimum. Da hast du noch hinten und vorne 10 cm Überhang, was oftmals nicht mal dafür reicht, die Aufhängung noch vor Regen zu schützen.

    Viele US-amerikanische Hängematten-Tarps werden mit 11 Fuß verkauft, also ca. 330 cm. Dann sind es immerhin ca. 25 Zentimeter Überhang pro Ende, was im Sommer auch reicht. Ich nehme im Sommer ein 300x300 cm Tarp, das ich als Diamant aufspanne. Da kann es aber auch mal windig durchziehen, wenn die Position nicht so optimal gewählt wurde.

    haengemattenforum.de/gallery/image/14/

    Im Herbst und Winter bevorzuge ich Türen am Tarp. Zur Zeit benutze ich von Herbst bis Frühjahr ein 11' Warbonnet Thunderfly (siehe unteres Bild links). Ich liebäugel aber mit einem Tarp, wo die Türen bis zum Boden gehen und auch die Wände länger sind für den Winter. So wie das rechte Tarp im unteren Bild. Das schützt dann noch etwas besser vor Wind und Wetter.

    haengemattenforum.de/gallery/image/148/

    • Offizieller Beitrag

    Die Pi-mal-Daumenregel besagt, dass die Tarp-Ridgeline mindestens genauso lang sein sollte wie die Hängematte. Für mehr Wetterschutz gerne auch etwas länger. Die meisten Nutzer verwenden ein 11' oder 12' langes Tarp mit einer 11' langen Hängematte. Wenn das Tarp noch länger ist, kollidiert es irgendwann mit der Hängemattenaufhängung. Ganz abgesehen davon, dass der Baumabstand auch immer weiter sein muss.

    Wenn das Tarp volle oder halbe Türen hat, bietet es bei gleicher Ridgelinelänge mehr Wetterschutz ohne mit der Hängemattenaufhängung zu kollidieren. Ein 11' Minitüren-Tarp bietet z.B. mindestens ähnlichen Regenschutz, wenn nicht sogar mehr als ein 12' Hex-Tarp, und wiegt dabei weniger.

    Wenn du maximalen Windschutz haben willst, solltest du am besten ein Wintertarp mit Türen wählen. Die Tarpbreite entspricht meist der Stoffbreite, da man ansonsten einen Stoffstreifen annähen muss. Da die wenigsten Tarp-Hersteller extra breite Stoffe verwenden, läuft es auf eine Breite von ca. 150cm hinaus. Wenn man die Türen schließt, hat man einen ähnlichen Windschutz wie im Zelt.

    Eine Alternative zu einem Wintertarp ist ein Windsocke. Der ist noch effektiver darin, warme Luft in der Hängematte zu halten. Und da der Stoff unbeschichtet ist, gibt es weniger Kondensationsprobleme.

  • Wenn man die Türen schließt, hat man einen ähnlichen Windschutz wie im Zelt

    Na, ich finde, dass es trotzdem deutlich mehr zieht als in einem Zelt. Bei warmem Wetter stört mich das aber nicht - im Gegenteil.

    Wenn es kalt ist, gibt es diese Lösung:

    Napsack Hammocks

    Dann empfiehlt sich eine "Verlängerung" des seitliche Stoffes bis auf den Boden. Egal, ob das Tarp nun besonders breit ist oder du so eine Art Unterzelt verwendest wie das Napsack Hammock Tent. Da zieht es praktisch nicht und es ist auch deutlich wärmer drunter, obwohl der ganze obere Teil aus Moskitonetz besteht und nur der untere Teil "richtiger"Stoff ist.

    • Offizieller Beitrag

    TreeGirl meinte sicher das BiszumBodenAbspannen des Tarps, was einen zeltartigen Effekt hat. Das ist dann tüchtig eng, aber in der kalten Jahreszeit hilft der sehr geringe Tarpinnenraum beim „Heizen“.

    Die Napsacklösung ist natürlich viel bequemer/geräumiger.

    • Offizieller Beitrag

    Na, ich finde, dass es trotzdem deutlich mehr zieht als in einem Zelt. Bei warmem Wetter stört mich das aber nicht - im Gegenteil.

    Es zieht mehr als in einem Doppelwandzelt - aber weniger als in einem Einwandzelt. Das hängt aber auch vom Aufbau ab. Wenn man keinen Luftzug haben will, muss man das Tarp eben so tief wie möglich aufhängen. Dann kann man natürlich nicht mehr darunter stehen. Und klar kann man noch größere Tarps verwenden. So warm wie in einem Socken wird es aber meiner Meinung nach nicht. Jedenfalls ohne Ofen.

  • Ich habe aktuell speziell für die Hängematte nur mein selbstgenähtes 12'-Hex-Tarp (Firstlänge: 365cm). Das bietet ausreichenden Regenschutz, wenn der Wind nicht extrem von der Seite kommt. Ich habe es allerdings schon erlebt, dass bei einem Gewitter der Wind böig von der Seite kam und da wurde mein Moskitonetz nass. Zum Glück zog das Gewitter schnell vorbei und so war bis zum Morgen alles wieder trocken.

    Wenn ich weiss, woher der Wind kommt, kann ich die Hängematte eher tief hängen und das Tarp dicht darüber. Die dem Wind zugewandte Seite ziehe ich dann sehr steil nach unten, so dass die untere Kante vielleicht noch 30cm über dem Boden liegt. Das gibt etwas Windschutz, aber auch nur, wenn der Wind nachts nicht dreht und wirklich schön im rechten Winkel aufs Tarp trifft. Ein Hex-Tarp ist in diesem Punkt heikel.

    Wenn du wirklich guten Windschutz wünschst, muss das Tarp über Türen verfügen und sehr lang sein, so dass du es praktisch bis zum Boden spannen kannst. Ich vermute allerdings, dass selbst bei einer kleinen Lücke zwischen Tarp und Boden immer ein leichter Luftzug spürbar bleibt, ähnlich wie in einem Zelt ohne solides Innenzelt. Wenn man das Tarp auf allen Seiten direkt am Boden befestigen könnte, so dass zwischen Tarp und Boden kein Spalt mehr vorhanden wäre, liesse sich die Zugluft wohl weitgehend eliminieren (siehe Hinweis von barfuß oben).

    Die andere Möglichkeit wäre eine Windsocke, die die Hängematte – quasi wie ein Innenzelt – umgibt und den Wind abhält.

  • Der allgemeine Rat besteht hier, beim Aufbau die Hauptwindrichtung abzuschätzen und das Tarp mit der Breitseite entsprechend aufzustellen.

    Dann muss man in vielen Situationen aber erst neue Bäume pflanzen und einen Moment warten, bis die Größe reicht. :D

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