Verstellbare Hängematten-Ridgeline: Die Bank-Line-Alternative

  • Wenn es um die Möglichkeit geht, die passende Länge für die Ridgeline der eigenen Hängematte zu finden, greifen viele ja gerne zu der Möglichkeit einer dünnen Whoopie Sling. Auch ich ermittele so ausgehend von den 83 Prozent der Hängemattenlänge meine individuelle RL.


    Was mich allerdings an Dyneema hier stört, ist nicht nur die geringe Farbauswahl grau oder gelb, sondern auch das verstellbare Ende der Whoopie Sling, das immer droht in die Hängematte zu hängen. Und tauscht man dann die Whoopie Sling gegen eine entsprechend bemessene Ridgeline aus, muss man mit der gewählten Länge leben.


    Mittlerweile habe ich an zwei meiner Hängematten die finale Ridgeline aus geteerter Nylonschnur (engl. "Tarred Twine" oder auch "Bank Line") anstatt aus Dyneema befestigt. In der Größe #36 hat die Schnur eine sehr überzeugende Belastbarkeit von 360 lbs (ca. 163 kg) und eine sehr geringe Dehnung, so dass sie auch Paracord in der Anwendung toppt. Und durch die Teerbeschichtung lassen sich damit hervorragend Knoten knüpfen, was bei Dyneema ja immer so'ne Sache ist, ob diese dann auch halten.


    Nun habe ich gestern das Kopfende meiner RL aus Bank Line ein wenig modifiziert, um ggf. doch noch später an der gewählten Länge ein wenig "Finetuning" durchführen zu können.



    Während ich die RL am Fußende mit einer einfachen Schlaufe an der Aufhängung fixiert habe, geht am Kopfende die gewünschte Länge in einen Ankerstich ("Lark's Head") über.



    Der z.Zt. ungenutzte Schnurrest wird an der RL zurückgeführt und mittels eines Prusik-Knoten dort befestigt.



    Somit kann ich mittels des verschiebbaren Prusik-Knoten die Distanz zum Ankerknoten verschieben und letzteren durch einfaches Lockern ein wenig lösen, um dadurch die Ridgeline-Länge zu verändern. Liegt man in der Hängematte und steht die Schnur unter Spannung, dann löst, dehnt und verschiebt sich nichts an der gewünschten Länge - Dank des Teermantels an der Nylonschnur.


    Ich find's praktisch :)

  • Geteerte Nylonschnur - was es nicht alles gibt! Dehnt sich die nicht recht stark? Bei der Ridgeline ist das zwar kein großes Problem, aber es beeinflusst ja doch etwas die Funktion, den HM-Durchhang zu justieren.

    "It is a mistake to think you can solve any major problems just with potatoes." DNA

  • Man mag mich eines besseren belehren, aber ich habe noch keine Dehnungsprobleme bemerken können. Ist aber auch noch nicht nass geworden. Ich habe die Schnur bei Dave Canterbury kennengelernt.


  • Ich finde an deiner Methode vor allem schön, dass du das verstellbare Ende nicht lose über das Ende der Hängematte gehängt hast, sondern es mit dem Ankerstich schön fixiert ist und somit bleibt, wo es bleiben soll.


    Ich persönlich ziehe es vor, das verstellbare Ende am Fussende zu haben. Unter Belastung kann ich es ohnehin nicht verstellen. Am Kopfende stört es bei mir die freie Verschiebbarkeit des Firstleinen-Täschchens.


    Bei meinen verstellbaren, als Whoopie Slings konstruierten Firstleinen befestige ich das lose Ende immer mittels einer Art Prusik oben, so wie du das hier auch machst. Da ist bei mir noch nie etwas nach unten gehangen.


    Ich habe auch schon eine Firstleine aus dem «Reflective Glowire» von Lawson oder diesem «Reflective Cord» gemacht. Da hält ein Prusik auch sehr gut. Der Kern beim zweiten Produkt ist aus UHMWPE, wodurch die Dehnbarkeit sehr gering ausfällt. Kombiniert mit einer noch dünneren Leine rutscht da definitiv nichts mehr, ist aber nicht wirklich nötig; es erleichtert einfach das Verstellen der Länge. Ich hatte das vor langer Zeit hier mal gezeigt (zweite gezeigte Möglichkeit).

  • Ich verwende die gleiche Spanntechnik bei der Ridgeline, nur statt Prussikknoten einen nama claw. So die Einstellung, das Verschieben kein Problem und die Einstellung hält auch bei Belastung gut.

    8)...enjoy nature...without leaving a trace...8)

  • geteerter Nylonschnur (engl. "Tarred Twine" oder auch "Bank Line")

    Wo hast du die her?


    Traditionell verwendet man auf Schiffen etwas ähnliches, das "Hüsing" heißt und geteert ist (Birkenteer) - früher aus Hanf, heute aus PP. Allerdings ist die dicker, als wir es für HM gebrauchen können. Zweck des Teers ist da ebenfalls u.a., dass sich Knoten nicht von allein lösen und die Schnur etwas klebrig bleibt. Nach jedem Knoten riechen die Hände noch lange danach, herrlich.

    Ich liebe ja den Geruch von Holzteer über alles.

  • Siebenschläfer schaust du beim großen a hier. Es gibt noch andere Größen, aber die nehme ich. Leider habe ich ähnliches in Deutschland nicht gefunden, daher gibt es diese Art von Schnur vermutlich nur als Import zum relativ hohen Preis. Ich bin aber froh, dass ich sie gekauft habe, da ich sie wirklich gerne benutze. Ich mag irgendwie auch den Geruch und die leicht klebrigen Fingerspitzen, wenn sie noch frisch von der Rolle kommt :P

  • Ist die Nama Claw fixiert? Ansonsten musst du doch die Ridgeline bei jedem Aufhängen neu justieren?

    Das ist kein Problem. Du musst nur die Ridgeline an der richtigen Stelle mit einem schwarzen Filzer markieren, dann ist das alles ganz easy.

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  • Ich befestige das etwa 20-50cm lange lose Ende bei meinen «Adjustable Ridgelines» aus Lash-It / Zing-It jeweils mit diesem Knoten an der Firstleine:



    Ich hoffe, man kann ungefähr erkennen, wie der gemacht wird. Man kann auch noch ein paar Wicklungen mehr machen. Hier waren es zwei ums tragende Seil und eine um beide. Dann habe ich das Ende mit dem Stopper-Spleiss reingesteckt.