Wander-Tricks (Tipps für unterwegs)

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  • Quasi als kleiner Bruder zum Faden zu den «Camping-Tricks» wäre es vielleicht nicht schlecht, auch einen Faden zum Thema «Wander-Tricks» zu haben. Klar, das Thema «Hängematte» hat sicher mehr mit dem Thema «Camping» zu tun, dennoch gibt es hier unter uns viele, die sich gerne zu Fuss durch die Natur bewegen.

    Analog zum Faden mit den Tipps und Tricks fürs Camp (die Übernachtung in der Natur) können hier alle Tipps und Tricks Platz finden, die ihr für unterwegs als nützlich erachtet und natürlich persönlich auch mit Erfolg getestet habt. Natürlich können auch Probleme angesprochen werden, die man unterwegs immer wieder hat.

    Schön wäre, wenn wir auch hier eine fortlaufende Nummerierung der Beiträge hätten (#1, #2, etc.).

  • #2 Nimm ausreichend Wasser mit auf deine Tour.

    In einem wasserreichen Gebiet, in dem überall Trinkwasser fliesst, könnte man theoretisch ohne Wasserreserven auskommen, eine ½-Liter-Flasche würde ich persönlich aber in jedem Fall mit dabei haben wollen. Sobald man nicht regelmässig über Trinkwasser stolpert, braucht man mehr Reserven. Je nach Gegend ist es sinnvoll, sich so einzurichten, dass man unsicheres Wasser aufbereiten kann. An einem heissen Sommertag kann ich beim Wandern tagsüber durchaus mal vier bis fünf Liter Wasser trinken.

    Wer zu wenig trinkt, riskiert einen massiven Leistungseinbruch, die Gedanken können schwerfällig werden, die Zurechnungsfähigkeit nimmt ab, es kann Schwindelgefühl aufkommen, auch Übelkeit ist denkbar. Mit einer Dehydratation ist nicht zu spassen!

    Gelber und erst recht dunkelgelber Urin sind ein Zeichen dafür, dass man zu wenig getrunken hat. Der Urin sollte stets blassgelb oder noch besser nahezu farblos sein.

    Hat man zu wenig Trinkwasser zur Verfügung und ist sehr durstig, eines darf man nie: aus einer unsicheren Wasserquelle unbehandeltes Wasser trinken. Denn Durchfall (oder Schlimmeres) macht die Dehydratation und die daraus hervorgegangene körperliche und psychische Beeinträchtigung noch schlimmer.

  • Gerade in der heutigen Zeit ist es doch ein leichtes, Flaschen mit wenig Eigengewicht und geeigneten Befestigungsmöglichkeiten mit sich zu führen.

    Ich selbst habe einen Trinksack mit 2,5 L Fassungsvermögen, den ich im Rucksack einstecken kann.

    Dank eines Schlauchsystems braucht man dann nicht einmal den Rucksack abziehen und öffnen, da der Schlauch heraushängt und immer griffbereit ist.

    Sehr praktische Erfindung.

  • #3 Gutes Kartenmaterial erleichtert die Planung und Orientierung.

    Fürs Wandern im unwegsamen Gelände ist ein Maßstab von 1:25'000 meistens hilfreich, oft sogar erforderlich. Bei gut ausgeschilderten Wegen und einfachem Gelände reicht auch ein Kartenmaßstab von 1:50'000. Noch kleinere Maßstäbe reichen in der Regel nur für die grobe Orientierung.

  • #4 Wenn du in einem Gebiet mit reichlich trinkbarem Wasser unterwegs bist, kannst du einen Schöpfbecher oben im Rucksack oder sogar direkt aussen daran befestigen. Dann kannst du jedes Mal, wenn du an einen Bach kommst, etwas trinken und brauchst nur eine kleine Reserve im Rucksack mitzuführen.

    Das Thema «Wasserfilter» gibt hilfreiche Hinweise zur Verwendung von Wasser direkt aus Bächen!

  • #5 Im (steilen) Abstieg lohnt es sich, das Gewicht zügig von der Ferse auf den Fussballen zu bringen. Das hat mehrere Vorteile:

    • Die Belastung der Knie wird deutlich reduziert!
    • Der Fussballen hat eine grössere und breitere Auflagefläche und in der Regel das bessere Profil als die Fersenpartie der Schuhsohle. (Der hinterste Teil der Fersenpartie hat bei vielen Schuhen kein Profil!)
    • Wenn man auf dem Fussballen wegrutscht, kann man sich meist noch mit der Ferse auffangen. Wer mit der Ferse rutscht, landet in der Regel auf dem Hintern.
  • #6 In unwegsamem Gelände oder in sehr weitläufigen, flachen (Wald-)Gebieten lohnt es sich, einen Kompass dabei zu haben. Besonders wichtig wird der Kompass bei dichtem Nebel.

    Ich muss dazu zwar sagen, dass ich den Kompass in der Praxis fast nie benötige. Meistens reicht mir ein kurzer Blick auf die Karte, um zu wissen, wo ich bin. Wenn ich die Karte anhand des Geländes ausrichte, kenne ich auch die Himmelsrichtungen. Bei dichtem Nebel kann ein Kompass aber eine echt wichtige Hilfe sein, weil dann sämtliche Anhaltspunkte im Gelände komplett fehlen!

  • #5 Im (steilen) Abstieg lohnt es sich, das Gewicht zügig von der Ferse auf den Fussballen zu bringen. Das hat mehrere Vorteile:

    • Die Belastung der Knie wird deutlich reduziert!
    • Der Fussballen hat eine grössere und breitere Auflagefläche und in der Regel das bessere Profil als die Fersenpartie der Schuhsohle. (Der hinterste Teil der Fersenpartie hat bei vielen Schuhen kein Profil!)
    • Wenn man auf dem Fussballen wegrutscht, kann man sich meist noch mit der Ferse auffangen. Wer mit der Ferse rutscht, landet in der Regel auf dem Hintern.

    Diesen Tipp möchte ich nach der Wanderung an diesem Wochenende noch einmal hervorheben:

    • Auf meiner Tour kürzlich im Tessin bin ich morgens unmittelbar nach dem Start in den zweiten Tag ausgerutscht und mit dem 15kg schweren Rucksack auf dem Rücken mit dem Gesäss auf eine Felsplatte gedonnert. Seither plagen mich Nackenschmerzen, die dank regelmässigen Übungen langsam besser werden. – Vielleicht hätte ich den Sturz vermeiden können, wenn ich konsequent die Fussballen belastet hätte.
    • An diesem Wochenende kamen ein paar steile Abstiege – teilweise mit losem Gestein – auf mich zu. Einige Male wäre ich um ein Haar ausgerutscht.

    Viele Leute machen es vielleicht automatisch richtig und bringen das Gewicht sehr zügig auf den Fussballen. Allen anderen, die das nicht automatisch tun (mich eingeschlossen), kann ich nur empfehlen, sich auf diesen Tipp zu achten. Selbst wenn man zu rutschen beginnt, kann man sich oft noch auffangen, wenn man dann blitzschnell den Druck auf den Fussballen bringt.

    • Offizieller Beitrag

    Ich bezweifle, dass man beim Ausrutschen an den Tip denkt bzw. die Zeit hat, das Gewicht bewusst zu verlagern. Entweder es geschieht intuitiv oder gar nicht. X/

    Hier hilft wohl nur ständiges Üben. Sobald es bergab geht: „Druck auf den Ballen, Druck auf den Ballen, ...“

    Gruppenwanderer haben es da besser. Ein Erinnerungszettel am Rucksack der Vordermannes würde mir sicher helfen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Ich bezweifle, dass man beim Ausrutschen an den Tip denkt bzw. die Zeit hat, das Gewicht bewusst zu verlagern. Entweder es geschieht intuitiv oder gar nicht.

    Mir ist es schon ein paarmal gelungen, seit ich mich darauf achte. Natürlich hatte ich mich da schon während des ganzen Abstiegs dazu ermahnt und war auch sehr präsent, so dass ein kleiner unachtsamer Moment mich nicht zu Fall gebracht hat. Wenn ich aber gedankenverloren die Landschaft geniesse (wie gerade dieses Wochenende immer wieder), bin ich immer in Gefahr, das Hauptgewicht auf die Fersen zu legen. Und dann kommt der erste Rutscher meistens überraschend schnell.

  • #8

    Bis 2007 habe ich (jüngere) Leute mit Stöcken eher belächelt. Dann war ich in Frankreich zehn Tage auf der Via Podiensis unterwegs und hatte Schmerzen im linken Schienbein (die Franzosen haben sich darüber gestritten, ob ich eine Tendinite oder einen Périostite hätte). Mich hat diese Entzündung jedenfalls stark beim Wandern behindert. Eine nette Irin hat mir dann für einen Tag ihre Trekkingstöcke ausgeliehen. Seit 2010 habe ich selber welche und nutze sie sehr oft. 2014 war ich über 2'000km am Stück mit ihnen unterwegs. Inzwischen lasse ich sie zwischendurch auch mal weg. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie mir in der Ebene und im Aufstieg helfen (auch beim Queren von Hindernissen), beim Abstieg aber manchmal auch hinderlich sind. Wenn ich den hier genannten Tipp #5 beherzige, brauche ich sie bergab nur noch selten und halte sie oft einfach solange in einer Hand oder setze sie pro forma auf.

    PS: Wenn ich mit dem Zelt unterwegs bin, nutze ich sie nachts als Zeltstangen, was ich sehr praktisch finde.

  • Wanderstöcke sind seit 2010 immer dabei. Erst heimlich und nur im Wald. Dann relativ schnell auch ohne Scham.

    Selbst wenn ich die beim Laufen nicht brauche stören sie nicht. Am neuen Rucksack sind sie bei Bedarf auch wunderbar aufgeräumt.

    Bisher war ich ja Bodenschläfer und dann haben die das Zelt, das Tarp, beides gehalten. Seit diesem Jahr mit Hängematte unterwegs und auch hier nehm ich die dann zum Tarp auf einer Seite hochspannen. Sind ja eh dabei, also warum nicht nutzen.

    Kurzum, Stecken kommen mit, weil toll.

    Edith: War das jetzt #8? :/

  • #9

    SAM-Splint

    Wenn ich unterwegs bin, habe ich immer ne Sam-Split Schiene dabei.

    Das ist ne dünne Alu-Schiene, die mit Schaummaterial umschlossen ist.

    Wenn man mal doof umknickt oder ausrutscht und sich beim Sturz dann was verstaucht oder anknackst kann so ne Schiene sehr, sehr hilfreich sein um die Extremität ruhig zu stellen und Schmerzen zu reduzieren.

    Allerdings muss man sich im Vorfeld mit dem Produkt auseinandersetzen und üben... sonst nützt es nicht viel.

    Man kann die Schiene sehr universell einsetzen... auf YouTube gibt es viiiiele Ideen...

    Sie hat ein geringes Packmaß, geringes Gewicht bei ca. 15€ Einsatz.

    Gibt es in unterschiedlichen Längen / Breiten und kann b. B. einfach zugeschnitten werden.

    Falls jemand, wie ich, in ner Klinik arbeitet einfach in der Chir. Ambulanz nachfragen... ist Einmalmaterial und wird weggeworfen.

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  • Stichwort Wasservorräte nochmal. Natürlich schleppe ich keine 4l Wasser mit mir herum, wenn ich weiss, dass ich an Dörfern etc vorbeikomme: mein erster Weg führt immer auf den Friedhof. Aus 2 Gründen: meistens hat er ne offene Toilette, kommt verwöhnten Damen sehr entgegen, zweitens gibt es dort stets trinkbares Wasser.

    Wichtigster Outdoortip aller Pilger: wenn du andere nach dem Weg fragst, sind es entweder Heilige, oder aber Dämonen. Manche schicken einen so richtig in die Wüste, andere retten einem den Tag. Zu Beginn kann man Heilige und Dämonen nicht voneinander unterscheiden. Die Erfahrung wächst mit den Jakobswegkilometern. (Von Bonn bis Finisterra ca 2000km):)

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