Umgewöhnungsprobleme beim Umstieg vom Bett bzw. von der Isomatte in die Hängematte

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    Nachdem sich in einem anderen Thread eine themenfremde Diskussion im Kommentarbereich entwickelt hat, dachte ich dass es Sinn macht, einen eigenen Thread zum Thema "Umgewöhnungsprobleme beim Umstieg vom Bett bzw. von der Isomatte in die Hängematte" auf zu machen.

    Viele Leute stellen fest, dass sie Probleme haben in der Hängematte zu schlafen obwohl sie es gerne würden. Häufig können sie zwar einen Mittagsschlaf machen, aber Nachts können sie nicht ein- und manchmal auch nicht durch schlafen.

    Habt oder hattet ihr auch Probleme? Was hat geholfen, was nicht?

    Sorry, [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] - zu diesem Thema kannst du leider gar nichts beitragen :tongue:

    • Offizieller Beitrag

    Danke für diese Idee, Hammock Fairy ! Ich hatte eure Ausführungen in dem anderen Faden mit Interesse verfolgt und wollte dort schon etwas dazu posten. Aber ein eigenen Thread für dieses Thema aufzumachen finde ich auch passender.

    Ich bin nicht vollständig auf die Hängmatte konvertiert, sondern wechsle immer noch zwischen den Welten, je nachdem ob ich mit meiner Frau reise (Zelt), zuhause im Ehebett schlafe (Futon) oder allein bzw. mit anderen aus diesem Forum mit der Hängematte unterwegs bin.

    Der Wechsel auf die Hängematte fällt mir persönlich am schwersten. In ihr schlafe ich nachts am unruhigsten. Zuerst dachte ich, dass es an der Liegeposition liegt. Ich bin auf dem Boden primär Seitenschläfer und wechsle in der Nacht oftmals meine Liegeseite. Besonders in meiner ersten Hängematte (einer DD Frontline) fühlte ich mich eingeengt und konnte meine Position in der Nacht kaum verändern. Bei meinen eigenen Hängematten und in der Warbonnet XLC, wo man diagonal drin liegt, klappt es mittlerweile auch, dass ich nachts von der Rückenlage (mit übergeschlagenen Beinen oder in Ballerina-Position) in die Seitenlage wechsel. Dabei stabilisiere ich meinen Rumpf hinterm Rücken mit dem Arm, der zu diesem Zeitpunkt "unten" ist (vergleichbar einer stabilen Seitenlage bei der Ersten Hilfe). Angenehm finde ich auch, dass der Kopf je nach Liegeseite durch den Rand der Hängematte bei der seitlichen Lagerung stabilisiert wird wie mit einem Kopfkissen.

    Wichtig finde ich auch, dass die Hängematte von vornherin am Fußende höher hängt, so dass ein runtersacken Richtung Fußende vermieden wird. Wenn die Füße am Ende der Hängematte zusammengedrückt werden, ist das für mich nicht sehr bequem und meinem Schlaf nicht unbedingt förderlich.

    Eine Zeit lang dachte ich auch, dass mein unruhiger Nachtschlaf in der Hängematte daran liegt, dass ich einfach keine Umgewöhnungszeit habe, wenn ich nur für eine oder zwei Nächte mit der Matte draußen bin. Da mir die Umstellung vom Bett drinnen auf das Zelt draußen aber leichter fällt, vermute ich eher, dass es an den fehlenden (Zelt-)Wänden liegt, wenn ich nachts in der Hängematte öfter als sonst aufwache.

    Ich vergleiche das mit dem Unterschied beim Fahren eines Autos oder eines Motorrades. Der Kontakt zur Straße ist für mich beim Motorradfahren immer noch viel konkreter, ich fühle mich in den Verkehr wesentlich eingebundener - was ja auch sinnvoll ist, da ich als Motorradfahrer gefährdeter bin ohne Knautschzone und Anschnallgurt. Bei der Hängematte ist es für mich so ähnlich. Der Kontakt zur Natur ist unterm Tarp mit Blick in die Umgebung wesentlich konkreter als beim Zelt, wo der Reisverschluss alles dicht gemacht hat und ich mich dann der Illusion der sicheren vier Wände hingebe.

    Wenn ich nachts aufwache, checke ich mit meinem Visus im Halbschlaf aus der Hängematte heraus die Umgebung, die oftmals vom Mond illuminiert und konturiert ist. Ich verbinde also die Geräusche, die ich nachts höre mit einer kurzen visuellen Überprüfung meiner Umgebung. Im Zelt nutze ich ja nur mein Gehör, horche kurz auf und dreh' mich dann auf die andere Seite und schlafe weiter. Somit kann es sein, dass ich diese Mikro-Wachphasen in der Hängematte bewußter wahrnehme und auch wacher werde als wenn ich im Zelt oder im Bett schlafe (wo mir die Umgebung ja ohnehin vertraut ist). Das würde erklären, warum ich das Gefühl habe, nachts in der Hängematte unruhiger zu schlafen als im Zelt, da diese prüfenden Kurzwachphasen in der Hängematte mich mehr aus dem Schlaf holen.

    Erschwert wird das noch dadurch, dass ich Brillenträger bin. Wenn ich nachts von einem Geräusch aufwache und alles unscharf sehe, greife ich dann doch immer wieder mal zur Brille, die im Ridgeline Organizer liegt, um auch wirklich etwas da draußen erkennen zu können. Diese motorische Handlung holt mich natürlich noch mehr aus dem Schlaf raus, so dass ich dann immer eine kurze Zeit brauche, um wieder einzupennen.

    Zuerst dachte ich, dass ich nach einer derart oft unterbrochenen Nacht am nächsten Morgen total gerädert sein müsste und der folgende Tag dann extrem zäh vonstattengeht und ich total übermüdet sein müsste. Das ist aber nach den bisherigen Hängematten-Nächten draußen nie der Fall gewesen. Zwar habe ich immer noch das Gefühl in der Hängematte unruhiger zu schlafen, aber ich fühle mich am darauf folgenden Tag tatsächlich frisch. Da ich oftmals aus dem Wald direkt zur Arbeit fahre, kann ich auch sagen, dass meine Leistungsfähigkeit nach einer Nacht draußen in der Hängematte nicht verringert ist. Übernächtigung schlägt sich bei mir auch oftmals in Form von Migräne durch, was ich nach einem Aufenthalt mit der Hängematte im Wald oder auf dem Campingplatz auch noch nie gehabt habe.

    Das mag dem einen oder anderen, der das jetzt liest, total anstrengend und kaum erholsam vorkommen. Aber ich kann nur sagen, dass ich mich auf jede Übernachtung in der Hängematte freue und einfach diese nächtlichen Wachphasen als gegeben akzeptiert habe. Solange ich mich am nächsten Tag fit fühle und es mir Spaß macht, gibt es für mich auch keinen Grund damit aufzuhören. Was ich mich allerdings noch frage ist, ob dieses nächtliche Aufwachen eine Frage der Gewöhnung ist und eventuell weniger wird, wenn man längere Zeit am Stück nachts draußen mit der Hängematte schläft - oder ob es eher eine Sache der persönlichen Eigenschaften ist und der individuellen psychischen Disposition, mittelfristig also vermutlich so bleiben wird?

  • Da ich da direkt angesprochen bin, mache ich mal den Anfang (so mir nicht jemand zuvorkommt)...

    Bei mir geht es ja letztlich nicht um einen «Umstieg» vom Bett oder Isomatte in die Hängematte. Mir geht es eher darum, eine weitere Option für meine Touren zu haben. In den Alpen - über der Baumgrenze - und bisher auch in Schottland habe ich immer das Zelt genutzt. In der Schweiz, wo ich lebe, sind aber auch das Mittelland und das Juragebirge sehr schön zum Wandern. Es gibt da viele schöne Wälder.

    Intensiver Waldbau lohnt in der Hochlohn-/Hochpreisinsel Schweiz nicht, weshalb die Wälder bei uns meist sehr «naturnah» bewirtschaftet werden. Damit meine ich, dass die Wälder in der Regel sehr natürlich wirken. Wird Holz gewonnen, so nimmt man in der Regel einzelne Bäume aus dem Wald, ökologisch besonders wertvolle Exemplare bleiben gezielt stehen. Monokulturen gab es teilweise, die Tendenz geht aber eher (wieder) weg davon. Zumindest nehme ich das so wahr. Ich denke nicht, dass das in Deutschland völlig anders ist.

    Nun ist es in den Waldgebieten so, dass das Zelten - je nach Kanton - nicht explizit verboten sein muss. Es ist aber doch etwas, was mit einigen rechtlichen Unsicherheiten verknüpft ist. Eine Hängematte ist da viel unauffälliger, wirkt auch weniger permanent. Und natürlich passt sie einfach sehr gut in den Wald. Abgesehen davon, dass ich eine Hängematte nur schon symbolisch unglaublich gemütlich finde, wäre es einfach zu schade, sie auf Wanderungen durch den Jura und durchs Mittelland nicht nutzen zu können.

    Und da beginnt mein Problem, um es mal so zu bezeichnen:

    • Ich schlafe seit jeher in einem Bett sehr gut. Nach fünf Minuten bin ich in der Regel eingeschlafen. Oft schlafe ich durch, bis mich am Morgen der Wecker weckt.
    • Als Kind war ich mit den Eltern oft zelten. Das Schlafen auf der Isomatte - draussen in der Natur - gehört zu meinem Repertoire, seit ich etwa zehn Jahre alt bin.
    • Als Kind hatte ich auch eine Netz-Hängematte und habe mich gelegentlich mal tagsüber reingelegt. (War nur eine kurze Phase.)

    Das Schlafen in der Hängematte ist für mich aber nach wie vor "neu" und ungewohnt. Vor vier Jahren habe ich mir die erste Hängematte gekauft. Mit Ausnahme von einer Hitzephase im Sommer 2015 habe ich noch nie mehrere Nächte am Stück in der Hängematte geschlafen. Sie scheint noch nicht fest zu meinem Repertoire zu gehören und ich vermute, das ist auch der Hauptgrund für meine Probleme:

    • Ich habe in der Hängematte oft Probleme mit dem Einschlafen. Oft dauert es bis 1 Uhr, 2 Uhr morgens, bis ich längere Zeit am Stück schlafen kann. Manchmal dauert es auch länger. Manchmal schlafe ich erst im Morgengrauen eine oder zwei Stunden am Stück.

    Ich könnte mir vorstellen, dass mir die folgenden Aspekte Mühe bereiten, da sie (noch immer) ungewohnt sind:

    • Im Bett wechsle ich häufig die Position (v.a. in der ersten Hälfte der Nacht). Das passiert im Schlaf und ich erlebe das nicht als Störung. In der Hängematte ist jede Änderung der Position mit dem Suchen nach einer neuen, angenehmen Position verbunden. Da die Hängematte für meinen Körper nach wie vor eher ungewohnt ist, wache ich bei jeder Lageänderung wieder auf oder schlafe erst gar nicht (länger) ein.
    • Jede Lageänderung führt zu erneutem Schaukeln. Was tagsüber zum Träumen und Dösen - ja, sogar Einnicken - einlädt, verhindert nachts, dass ich längere Zeit am Stück schlafen kann.
    • Es könnte auch sein, dass mir in der Hängematte der Bodenkontakt fehlt: Was zum Entspannen angenehm und erholsam ist, könnte in der Nacht dafür mitverantwortlich sein, dass ich mich nicht vollständig entspannen kann.
    • Im Bett oder auf der Isomatte liege ich weitgehend auf einer Ebene. Im Zelt achte ich zudem darauf, dass im Zweifelsfall die Beine eher tiefer liegen als der Kopf. Liegt der Kopf tiefer als die Beine, so empfinde ich das als unangenehm. Es fühlt sich an, als wäre zu viel Blut im Kopf. In der Hängematte liege ich nicht in einer Ebene, sondern das Becken liegt am tiefsten. Da der Körperschwerpunkt etwas oberhalb des Beckenbodens liegt, rutscht der Körper tendenziell in eine Position, in der die Füsse ein ganzes Stück höher liegen als der Kopf. Das widerspricht meiner Gewohnheit.

    Auch wenn ich vieles nur vermuten kann, so scheint doch einiges damit zusammenzuhängen, dass ich - d.h. mein Körper - mit der "neuen" Schlafweise noch nicht richtig vertraut und wohl bin. Ich denke, ich muss einfach weiter dranbleiben. Gerne möchte ich auch mal eine mehrtägige Tour mit der Hängematte machen. Ich kann mir vorstellen, dass es dann mit jeder weiteren Nacht ein bisschen besser geht. Es könnte aber auch sein, dass ich dann nach der zweiten schlechten Nacht abbreche, weil ich mich zu müde und entsprechend schlecht gelaunt fühle.

    Was ich auch versuchen könnte, wäre die Einrichtung einer Aufhänge-Möglichkeit für die Hängematte zuhause. So könnte ich auch zuhause "üben". Wie viel das für die Nutzung in der Natur bringen würde, weiss ich natürlich nicht. Ich schlafe nämlich in der Natur durchaus gut auf einer Isomatte, zuhause aber kann ich auf einer Isomatte nur ganz schlecht schlafen. Ich assoziiere wohl unbewusst eine Isomatte mit dem Schlafen draussen in der Natur und nicht zuhause.

    Wie gesagt geht es mir nicht um den «Umstieg» vom Bett in die Hängematte. Es geht mir einzig darum, mir eine weitere Möglichkeit fürs Übernachten in der Natur (besser) zu erschliessen. Ich habe keinerlei Leidensdruck, der einen vollständigen Umstieg nahelegen würde.

    • Offizieller Beitrag

    Da mir die Umstellung vom Bett drinnen auf das Zelt draußen aber leichter fällt, vermute ich eher, dass es an den fehlenden (Zelt-)Wänden liegt, wenn ich nachts in der Hängematte öfter als sonst aufwache.

    [...] Der Kontakt zur Natur ist unterm Tarp mit Blick in die Umgebung wesentlich konkreter als beim Zelt, wo der Reisverschluss alles dicht gemacht hat und ich mich dann der Illusion der sicheren vier Wände hingebe.

    Wenn ich nachts aufwache, checke ich mit meinem Visus im Halbschlaf aus der Hängematte heraus die Umgebung, die oftmals vom Mond illuminiert und konturiert ist. Ich verbinde also die Geräusche, die ich nachts höre mit einer kurzen visuellen Überprüfung meiner Umgebung. Im Zelt nutze ich ja nur mein Gehör, horche kurz auf und dreh' mich dann auf die andere Seite und schlafe weiter. Somit kann es sein, dass ich diese Mikro-Wachphasen in der Hängematte bewußter wahrnehme und auch wacher werde als wenn ich im Zelt oder im Bett schlafe (wo mir die Umgebung ja ohnehin vertraut ist). Das würde erklären, warum ich das Gefühl habe, nachts in der Hängematte unruhiger zu schlafen als im Zelt, da diese prüfenden Kurzwachphasen in der Hängematte mich mehr aus dem Schlaf holen.

    Erschwert wird das noch dadurch, dass ich Brillenträger bin. Wenn ich nachts von einem Geräusch aufwache und alles unscharf sehe, greife ich dann doch immer wieder mal zur Brille, die im Ridgeline Organizer liegt, um auch wirklich etwas da draußen erkennen zu können. Diese motorische Handlung holt mich natürlich noch mehr aus dem Schlaf raus, so dass ich dann immer eine kurze Zeit brauche, um wieder einzupennen.

    Zuerst dachte ich, dass ich nach einer derart oft unterbrochenen Nacht am nächsten Morgen total gerädert sein müsste und der folgende Tag dann extrem zäh vonstattengeht und ich total übermüdet sein müsste. Das ist aber nach den bisherigen Hängematten-Nächten draußen nie der Fall gewesen. Zwar habe ich immer noch das Gefühl in der Hängematte unruhiger zu schlafen, aber ich fühle mich am darauf folgenden Tag tatsächlich frisch. Da ich oftmals aus dem Wald direkt zur Arbeit fahre, kann ich auch sagen, dass meine Leistungsfähigkeit nach einer Nacht draußen in der Hängematte nicht verringert ist. Übernächtigung schlägt sich bei mir auch oftmals in Form von Migräne durch, was ich nach einem Aufenthalt mit der Hängematte im Wald oder auf dem Campingplatz auch noch nie gehabt habe.

    Da hast du einen interessanten Aspekt angesprochen. Auch ich schlafe draussen anders als drinnen, vor allem in der Hängematte, weil ich einfach gefühlt weniger Distanz zu anderen Lebewesen habe. Bis Ende Juli hatte ich noch nie "illegal" draussen geschlafen; bisher habe ich immer auf Campingplätzen übernachtet, oder war in Ländern unterwegs in denen das Übernachten im Wald erlaubt ist. Bei meiner ersten wilden Übernachtung war ich dementsprechend die ganze Nacht im DEFCON 2 Modus. Subjektiv habe ich nie tief geschlafen, und bin mindestens einmal die Stunde kurz halbwach gewesen. Meine Ohren haben ständig die Umgebung gescannt. Überraschenderweise hatte ich trotzdem das Gefühl, sehr gut geschlafen zu haben. Ich war viel erholter als nach den meisten Nächten zu Hause (auch in der Hängematte).

    Ich vermute, dass meine Geisteshaltung den Unterschied gemacht hat. Mir war von Anfang an klar, dass ich in einer für mich ungewohnten Situation bin. Ich habe alle Bedenken zugelassen und akzeptiert, dass ich keine Kontrolle habe. Deshalb habe ich mich zu keinem Zeitpunkt wirklich aufgeregt, sondern habe eher neugierig dem Treiben im Wald gelauscht. Vielleicht ist das ja auch der natürliche Zustand - und deshalb ganz besonders erholsam? :)

  • Auch ich schlafe draussen anders als drinnen (...) Vielleicht ist das ja auch der natürliche Zustand - und deshalb ganz besonders erholsam? :)

    Das hat auf jeden Fall etwas. Es kommt ja auch immer darauf an, was man am nächsten Tag vorhat respektive welche Art von Leistung man bringen muss. Ein Wandertag verzeiht bei mir eine schlechte Nacht eher als ein Tag, wo ich im Büro oder im Umgang mit Menschen hellwach sein muss. Auch da könnte man die Frage stellen, welche Tätigkeit die ursprünglichere, natürlichere ist.

    Ich weiss noch gut, wie ich in meinen ersten Nächten in der Hängematte draussen im Wald mich wesentlich unsicherer gefühlt habe. Gerade als Mensch, der sich tendenziell gerne "korrekt" verhält, hatte ich zu Beginn immer etwas Bedenken, was wohl passieren würde, sollte mich jemand im Wald in der Hängematte entdecken. - Seit eines Morgens ein Gemeindemitarbeiter vom Elektrizitäts- und Wasserwerk vorbeikam, als ich mir gerade in der Hängematte sitzend einen Kaffee kochte, und wir ein kurzes, herzliches Gespräch über die erholsame Wirkung der Natur hatten, bei dem er mir sagte, dass er mit seinen Kindern auch manchmal im Wald übernachte, bin ich wesentlich entspannter geworden. - An den Ruf des Waldkauzes, das Rascheln der Mäuse und das Bellen der Rehe habe ich mich schon seit einiger Zeit ziemlich gewöhnt. Ich habe auch nur selten Angst, nachts durch den Wald zu laufen. Meistens mache ich erst zum Aufbauen der Hängematte Licht, falls es dafür bereits zu dunkel ist.

    Eine gewisse Unsicherheit dürfte aber dennoch nach wie vor mitspielen, wenn ich draussen übernachte, fehlen doch die schützenden Wände. - Schön ist, dass das Schlafen im Wald in der Schweiz nicht explizit verboten ist. Grundsätzlich dient der Wald immer auch der Erholung und muss der Allgemeinheit zugänglich sein. Eine Einschränkung der Zugänglichkeit ohne gesetzliche Grundlage (z.B. Naturschutz) steht unter Strafe. Man lese und staune: "Mit Busse bis zu 20 000 Franken wird bestraft, wer vorsätzlich und ohne Berechtigung (...) die Zugänglichkeit des Waldes einschränkt; (...)" (Bundesgesetz über den Wald, «Waldgesetz» Schweiz) Wenn man weiterliest, sieht man allerdings, dass das auch für diejenigen gilt, die gesetzlich verordnete Beschränkungen der Zugänglichkeit missachten. – Kurz, das Wissen darum, dass das Draussen-Übernachten im Wald bei uns nicht per se verboten ist, trägt ebenfalls dazu bei, dass ich inzwischen recht locker mit dem Thema umgehen kann; das müsste eigentlich grundsätzlich zu einem erholsamen Schlaf im Wald beitragen.

    PS: Kahlschläge sind in der Schweiz per Waldgesetz verboten, wie ich da gerade noch sehe. Also spätestens seit 1991 gibt es bei uns keine Kahlschläge durch menschliches Eingreifen mehr. Etwas, was in Schottland leider zum ganz gewöhnlichen Waldbild gehört.

    • Offizieller Beitrag

    Ich steuere auch meine Geschichte bei.

    Meine erste richtige Hängematte habe ich mir für eine Reise angeschafft. Da ich nur wenig Erfahrung mit (schlechten) Hängematten hatte, habe ich mich mit der neuen Hängematte in den 4 Monaten vor Reiseantritt intensiv vertraut gemacht. Mangels Aufhängemöglichkeiten im Haus war mein Testgelände die Terrasse. Der lange Testlauf war auch relativ erfolgreich - Probleme hatte ich nur mit meiner Isolierung und dem allgegenwärtigen Verkehrslärm. Geschlafen habe ich ansonsten gut. Ich war damals nach mehreren Jahren in einem ungeeigneten Job allerdings auch mental erschöpft, was dazu beigetragen haben dürfte.

    Auf der Reise hatte ich nie Probleme ein- oder durchzuschlafen. Im Gegenteil: ich fand das Schlafen in der Hängematte so gut, dass ich nicht mehr ins Bett zurück wollte. Zurück zu Hause wollte ich aber auch nicht mehr im Garten schlafen, sondern im Haus. Und damit fingen meine Probleme an: aus mir unbekannten Gründen konnte ich im Haus nicht in der Hängematte schlafen. Nach spätestens 4 Stunden bin ich regelmäßig ins Bett zurück gewechselt.

    Mein erster Lösungsversuch war es, andere und vor allem längere Hängematten auszuprobieren. Das war auch der Anfang meiner Hängemattensammlung. Leider hat mir keine neue Hängematte über die Schlafprobleme hinweg geholfen. Daraufhin habe ich mit Aufhängungen experimentiert, denn zwischen zwei Bäumen konnte ich weiterhin wunderbar schlafen. Obwohl sich schnell heraus gestellt hat, dass es mit einer Punktaufhängung zu schwierig war, meine Hängematten optimal aufzuhängen, brachten auch bessere Konstruktionen keine Abhilfe.

    Über die Jahre hinweg war ich immer wieder mal mit der Hängematte unterwegs, und habe jedesmal super geschlafen. Aber zu Hause hat es einfach nicht geklappt. Es war zum Haare raufen.

    Nach einem Umzug hatte ich es schließlich satt. Ich habe mir einen Baumersatz im Zimmer montiert, meine bequemste DIY-Hängematte aufgehängt, mir ein großes Kissen für die Knie besorgt, und habe jede Nacht trainiert. Trotzdem hat es bestimmt ein halbes Jahr gedauert bis ich den Umstieg komplett geschafft hatte.

    Was mir geholfen hat war:

    • Ich wusste, dass ich gut in der Hängematte schlafen kann - also dass das Problem vermutlich eher psychologischer als physiologischer Natur war.
    • Ich hatte wenig bis keinen Stress, d.h. keinen Druck "funktionieren" zu müssen. Wenn ich mal nicht so ausgeschlafen war, war das kein großes Problem.
    • Ich habe vieles ausprobiert, um möglichst jedes andere Problem auszuräumen, d.h. ich habe verschiedene Kopf- und Kniekissen getestet; diverse Underquilts und Arten den Underquilt aufzuhängen; verschiedene Decken und Schlafsäcke usw.

    Letztendlich waren es aber einfach Ausdauer und Durchhaltewille, die den Durchbruch brachten, nachdem die Ausrüstung mehr oder weniger optimiert war. Ich hätte den Umstieg wohl nicht geschafft, wenn ich mich nicht mehrmals gezwungen hätte liegen zu bleiben. Ich vermute, dass die Hauptgründe einfach die Gewohnheit und die Wechselmöglichkeit waren. Auf Reisen war beides nicht vorhanden: ich habe nie so oft im Zelt geschlafen, dass ich besonders daran gewöhnt gewesen wäre, und das Zelt war unterwegs die einzige Alternative. Zu Hause wollte mein Unterbewusstsein das Altbekannte, vermutlich weil es Sicherheit vermittelt hat. Ich habe Jahrzehnte im Bett geschlafen, ohne dass es unangenehm war, und es war immer sicher. Hätte ich im Bett Rückenschmerzen gehabt, oder ein unerwartetes, schlimmes Erlebnis, wäre es vielleicht einfacher gewesen.

    Was ich auch nur raten kann ist, sich nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Wenn man am nächsten Tag ein wichtiges Meeting hat, macht man sich nur verrückt wenn man nicht so schnell wie gewohnt einschläft. Das macht dann alles noch viel schlimmer. Wenn es dumm läuft, erinnert sich das Unterbewusstsein beim nächsten mal an die schlechte Erfahrung und will den Wechsel ins Bett noch stärker erzwingen.

    Nach mehreren Jahren in der Hängematte habe ich jetzt Probleme zurück ins Bett zu wechseln. Die erste Nacht im Bett ist immer die schlimmste, denn mein Körper hat vergessen, dass man sich ständig drehen muss, damit diverse Körperteile nicht absterben. Oder mein Arm hängt überstreckt über die Bettkante, und wenn ich wegen der Schmerzen endlich aufwache, kann ich ihn minutenlang gar nicht mehr anwinkeln. Und trotzdem kommt es hin und wieder noch vor, dass mein Körper behauptet, dass meine Beinposition in der Hängematte unbequem ist. Da muss ich mich zwingen liegen zu bleiben, und mir erzählen dass das Gefühl Quatsch ist. Morgens geht es meinen Beinen und Füßen immer super - besser als das im Bett jemals der Fall war.

  • Wow, das ist eine interessante Geschichte! Danke fürs Teilen.

    Was mich nach wie vor irritiert / erstaunt: Im Sommer 2015 habe ich auf dem Campingplatz eine Nacht im Zelt geschlafen. Ich schlief gar nicht gut und habe bei der Platzverwaltung gefragt, ob ich stattdessen meine Hängematte aufhängen dürfe, was problemlos bejaht wurde.

    Ich habe dann drei Nächte am Stück in der kurzen ENO-Hängematte (offiziell 284cm lang, eher kürzer), einem 40°F-Burrow von HammockGear und einer 121cm langen Therm-a-Rest ProLite unter dem Tarp geschlafen (einmal gab es sogar ein heftiges Gewitter). Trotz nicht optimaler Ausrüstung und eher wenig Privatsphäre ging das erstaunlich gut. Vielleicht war die Alternative einfach zu schlecht. Es war damals schon morgens um 9 Uhr über 30°C warm gewesen, echt heiss halt. Bei diesen Temperaturen konnte ich mich auch tagsüber in die Hängematte legen, das Zelt wäre demgegenüber ein Albtraum gewesen. Und auch nachts hatte ich in der Hängematte mehr Luft.

    Inzwischen habe ich mir zahlreiche Hängematten selbst genäht, das Liegegefühl verglichen, beobachtet, nachgedacht, gerechnet und wieder ausprobiert. Und ich muss sagen: Es erstaunt mich, dass ich zu Beginn mit der ENO zurecht gekommen bin. Meine aktuellen Lieblingsmatten sind alle deutlich bequemer... und deutlich länger: 340cm, 360cm, eine sogar 380cm lang. Was für ein Unterschied zur ENO! - Trotzdem kämpfe ich nun mit den oben genannten Problemen.

    Ich möchte keinesfalls das Schlafen im Bett verlernen. Zu sehr schätze ich dieses. Ich würde einfach gerne das Schlafen in der Hängematte als gute weitere Option in meinen Erfahrungschatz integrieren. Ich denke, ich muss einfach weiterhin am Ball bleiben, es nicht forcieren, mir klarmachen, dass weniger erholsame Nächte dazugehören und das Positive sehen: Ich bin draussen in der Natur! - Und eben: vielleicht mal eine mehrtägige Tour wagen. Ich bin zwar sicher: Den East Highland Way in Schottland diesen Sommer hätte ich mit der Hängematte gut machen können. Ich hatte mich aber erneut fürs Zelt entschieden, weil ich wusste, dass das funktioniert. Vielleicht doch besser mal zuerst in der Schweiz eine mehrtägige Tour mit der Hängematte, um ein Stück Sicherheit zu gewinnen.

    • Offizieller Beitrag

    Ja, vielen Dank für das Teilen, Hammock Fairy !

    • Ich habe in der Hängematte oft Probleme mit dem Einschlafen. Oft dauert es bis 1 Uhr, 2 Uhr morgens, bis ich längere Zeit am Stück schlafen kann. Manchmal dauert es auch länger. Manchmal schlafe ich erst im Morgengrauen eine oder zwei Stunden am Stück.
    • Im Bett wechsle ich häufig die Position (v.a. in der ersten Hälfte der Nacht). Das passiert im Schlaf und ich erlebe das nicht als Störung. In der Hängematte ist jede Änderung der Position mit dem Suchen nach einer neuen, angenehmen Position verbunden. Da die Hängematte für meinen Körper nach wie vor eher ungewohnt ist, wache ich bei jeder Lageänderung wieder auf oder schlafe erst gar nicht (länger) ein.
    • Jede Lageänderung führt zu erneutem Schaukeln. Was tagsüber zum Träumen und Dösen - ja, sogar einnicken - einlädt, verhindert nachts, dass ich längere Zeit am Stück schlafen kann.
    • Es könnte auch sein, dass mir in der Hängematte der Bodenkontakt fehlt: Was zum Entspannen angenehm und erholsam ist, könnte in der Nacht dafür mitverantwortlich sein, dass ich mich nicht vollständig entspannen kann.
    • Im Bett oder auf der Isomatte liege ich weitgehend auf einer Ebene. Im Zelt achte ich zudem darauf, dass im Zweifelsfall die Beine eher tiefer liegen als der Kopf. Liegt der Kopf tiefer als die Beine, so empfinde ich das als unangenehm. Es fühlt sich an, als wäre zu viel Blut im Kopf. In der Hängematte liege ich nicht in einer Ebene, sondern das Becken liegt am tiefsten. Da der Körperschwerpunkt etwas oberhalb des Beckenbodens liegt, rutscht der Körper tendenziell in eine Position, in der die Füsse ein ganzes Stück höher liegen als der Kopf. Das widerspricht meiner Gewohnheit


    All deine oben genannten Punkte kann ich aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen, Waldläufer70 . Das Schaukeln im Dunkeln hat bei mir sogar einmal echte Übelkeit erzeugt. Wenn man betrunken ist und sich alles im Kopf dreht, soll man ja am besten ein Bein aus dem Bett und auf den Boden stellen, um "sich wieder zu erden". Bei der Warbonnet gibt es ja durch das Shelf und das Moskitonetz seitliche Tie-outs, die auch das Schaukeln zu reduzieren helfen. Ich habe schon überlegt, ob ich nicht solche Tie-outs auch an meine selbstgenähten Hängematten mittels Schlaufe und D-Ring nähen sollte.

    Das mit dem zuviel Blut im Kopf habe ich besonders beim Zelten, wenn es etwas abschüssig aufgebaut ist und man mit dem Kopf zum niedrigeren Ende liegt. Im Halbschlaf finde ich das immer sehr unangenehm, bin aber zu träge, um ans andere Ende "umzuziehen". Man will ja auch den Zeltmitbewohner nicht aus dem Schlaf reißen. Bei der Hängematte habe ich es aber durch die ziemlich waagerechte diagonale Liegeweise und das erhöhte Fußende nie so intensiv gespürt wie du.

    Hilfreich ist, denke ich, auf jeden Fall eine große Portion Gleichmut und Akzeptanz den Gegebenheiten gegenüber zu üben. Wenn ich anfange in der Hängematte rumzuwerkeln, weil ich eine Vorstellung habe, wie es sein sollte, die Situation jedoch weit entfernt von "perfekt" erscheint, dann werde ich wohl auch nie zur Ruhe kommen und die ganze Nacht unzufrieden rumkraspeln. Bitte nicht zu verwechseln mit der berechtigten Suche nach dem "sweet spot"! Shug hatte da auch mal etwas Ähnliches erwähnt in seinem Video über "Calf Ridge" (ab Timecode 9:33).

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  • Das mit dem zuviel Blut im Kopf habe ich besonders beim Zelten, wenn es etwas abschüssig aufgebaut ist und man mit dem Kopf zum niedrigeren Ende liegt. Im Halbschlaf finde ich das immer sehr unangenehm, bin aber zu träge, um ans andere Ende "umzuziehen". Man will ja auch den Zeltmitbewohner nicht aus dem Schlaf reißen. Bei der Hängematte habe ich es aber durch die ziemlich waagerechte diagonale Liegeweise und das erhöhte Fußende nie so intensiv gespürt wie du.

    Mir macht das in der klassischen Hängematte mal mehr mal weniger aus. Gestern in der Brücken-Hängematte war es aber ganz schlimm, weil ich das Fussende tatsächlich zu hoch aufgehängt hatte. Mir hat es da an der Stelle am Kopfende, wo die Hängematte stärker durchhängt als weiter körperabwärts richtiggehend den Nacken zusammengedrückt. Das war wirklich sehr unangenehm. Nachdem ich das korrigiert hatte, lag mein Kopf viel entspannter da und ich konnte doch noch ein wenig schlafen. So schlecht wie gestern habe ich in der Hängematte wohl noch nie geschlafen. Zumindest gehört diese Nacht zu den Top-Five der schlechtesten Hängematten-Nächte bisher. Ich fühle mich heute noch müde und schläfrig.

    Das Schaukeln im Dunkeln hat bei mir sogar einmal echte Übelkeit erzeugt. Wenn man betrunken ist und sich alles im Kopf dreht, soll man ja am besten ein Bein aus dem Bett und auf den Boden stellen, um "sich wieder zu erden". Bei der Warbonnet gibt es ja durch das Shelf und das Moskitonetz seitliche Tie-outs, die auch das Schaukeln zu reduzieren helfen. Ich habe schon überlegt, ob ich nicht solche Tie-outs auch an meine selbstgenähten Hängematten mittels Schlaufe und D-Ring nähen sollte.

    Solche Tie-outs werde ich auf jeden Fall anbringen, sobald ich meine halb-integrierte Hängematte mit Fussbox in Angriff nehmen werde. Weniger, um das Schaukeln zu minimieren (das mag ein willkommener Nebeneffekt sein), sondern vielmehr, um das Moskitonetz möglichst weit vom Kopf weg zu bringen. Ich mag es gar nicht, wenn ich mich eingeengt fühle.

    Das bringt mich noch auf einen Gedanken, der nur am Rand mit dem Thema zu tun hat. Natürlich erlebe ich auch im Bett ganz selten mal einen Moment, wo ich für ein paar Augenblicke nicht ganz sicher bin, ob ich wach bin oder träume. Solche Momente erlebe ich aber in der Hängematte viel häufiger und intensiver. Ein paar Beispiele:

    • Manchmal, wenn ich die halbe Nacht nicht gut geschlafen habe, gerate ich in den frühen Morgenstunden in eine eigenartige Phase, in der ich gleichzeitig wach liege und mich doch im Halbschlaf befinde. Da kann es dann passieren, dass ich intensiv das Gefühl habe, zuhause im Bett zu liegen, gleichzeitig aber wach genug bin, um zu wissen, dass ich im Wald in der Hängematte liege. Den Widerspruch kann ich in diesem Moment selbst nicht auflösen. Ich "schaue" dann dem eigenartigen Treiben einfach zu und nehme zur Kenntnis, dass ich zwar im Wald hänge, ein Teil von mir sich aber zuhause im Bett wähnt. Das klingt vielleicht eigenartig und fühlt sich auch echt absurd an.
    • Dann bin ich schon zweimal mitten in der Nacht "aufgewacht" und hatte den Eindruck, dass eine Maus (oder ein vergleichbares kleines Tier) rechts von mir auf dem Rand der Hängematte vom Kopf- zum Fussende huscht. Als ich das zum zweiten Mal "erlebt" habe, habe ich die Maus mit der rechten Hand weggeschlagen, weiss aber nicht, ob ich getroffen habe. Bei beiden Malen bin ich mir nicht sicher, ob ich da im Halbschlaf ein Stück Realität eingefangen oder doch alles nur geträumt habe. (Seit den Berichten über die Mäuseplage an einigen der Trekkingplätze in der Pfalz 2017 weiss ich zumindest, dass es tatsächlich denkbar wäre, dass eine Maus oder ein ähnliches Tier die Hängematte als Abkürzung nutzt.)
    • Einmal lag ich bei unter 0°C auf einer relativ schmalen Isomatte in der Hängematte (damals hatte ich noch keinen Unterquilt). In den frühen Morgenstunden schlief ich endlich längere Zeit am Stück schön mittig auf der Isomatte auf dem Rücken, als im Traum die Hängematte immer stärker zu schaukeln begann, als wäre ich auf einer Bahn auf dem Jahrmarkt. Die Hängematte schaukelte so stark, dass ich seitlich jeweils fast bis auf die Höhe der Aufhängung hinauf hin und her schaukelte. In Wirklichkeit hat wohl bloss ein leises Lüftchen die Hängematte ganz leicht ins Schaukeln gebracht.

    Kurz, das Schlafen in der Hängematte spielt mit dem Unterbewusstsein gar manches Spielchen, das sich der bewussten Wahrnehmung weitgehend entzieht.

    Haben andere womöglich in der Hängematte auch vergleichbare schräge Erfahrungen im Halbschlaf oder im Traum gemacht?

    ... Shug hatte da auch mal etwas Ähnliches erwähnt in seinem Video über "Calf Ridge"...

    Ja, die Erfahrung, die Shug erwähnt, habe ich bei Gathered-End-Hängematten auch gemacht: Wenn ich das Fussende höher hänge und entsprechend ein wenig in Richtung Kopfende rutsche, werden die Knie weniger überstreckt. Im Idealfall brauche ich da nicht mal mehr ein Kissen. Der «Calf Ridge» wird dann automatisch auch geringer, wobei ich sagen muss, dass ich mit dem ohnehin nur selten zu kämpfen habe.

    • Offizieller Beitrag

    Von wegen ich kann nichts beitragen! Ich mag zwar amtierender Weltmeister im Hängematten-Schnelleinschlafen sein, aber dennoch gibt es Nächte, in denen ich in der Hängematte aufwache und das starke Bedürfnis habe, mich auf den Bauch zu drehen und alle viere von mir zu strecken. Leider gehört die X-Position zu den Liegeweisen, die in der Hängematte nicht funktionieren.
    Wenn ein Bett in der Nähe ist, quäle ich mich nicht lange, sondern gebe dem Verlangen nach. Gesicht nach unten, Arme und Beine weit ausgestreckt und eins-zwei-drei bin ich wieder eingeschlafen.
    Im tiefen Wald ist das natürlich nicht möglich und dann wälze ich mich schon mal eine halbe Stunde unruhig hin und her. Irgendwann klappt's zu Glück dann doch wieder mit dem Einschlafen.
    Aber meist (in vielleicht 90% der Nächte) finde ich meine Hängematte sehr bequem und habe eher morgens ein Aufstehproblem.

  • Ich habe sehr mit Fantasie-Träumen durchwachsene Hängematten Nächte.
    Auch ein / und durchschlaf Probleme ,
    Allerdings kann ich zwischen Autobahn und Güterzug Schlafen.
    Verspüre kein Schlafdefizit ,und wache jedes Mal auf ,
    wenn mein Freund zum Pinkeln schleicht.
    Finde ich gut , das mein Unterbewusstsein Schritte von quietschenden Eisenbahnwagon"s unterscheidet.
    Mein Sohn sagt , wenn man 6 Wochen etwas" unangenehmes" durchhält , dann wird es langsam zur Normalität.
    Tree Girl hat"s geschafft.

  • Meine Umgewöhnungsphase ist mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen - ich bin aber auf einem guten Weg.
    All die genannten Probleme kenn' ich aber auch:
    - Schwieriges Finden des Sweet-Spots
    - Ungewohnter schwingender Untergrund beim Schlafen gegenüber einem Untergrund, der immer gleich ist (Zelt/Bett)
    - Da ich immer wild draußen schlafe, wissende "Bedrohungslage" durch Tiere
    - Geräusche von Tieren die harmlos sind, aber trotzdem Geräusche machen.

    Das sind die meisten Dinge, die mich bis diesen Sommer daran hinderten, in einer Hängematte nicht nur die Nacht zu verbringen, sondern auch drin zu schlafen. Einige dieser Probleme konnte ich elemenieren, andere nicht. Mein Problem ist, dass ich Bauchschläfer bin und als solches fällt die Auswahl der Hängematten kleiner aus. Gathered End Hängematten sind da leider raus, was ich schade finde, weil sie so leicht aufzuhängen sind und ich sie auch "cooler" finde. Aber totz Länge und Breite war kein Schlaf zu erreichen in ihr. Immer hatte ich das Gefühl, dass ich irgendwie nicht richtig liege. In meiner aktuellen Bridge habe ich das Problem nicht mehr. Die Maße und der Schnitt sind mittlerweile so, dass ich damit recht zufrieden bin. Dabei ging mein Umweg über die Koma, von der viele begeistert sind, hin zur Grizz Ariel, welche für mich alle Anforderungen erfüllt, die mir wichtig sind.
    Der schwingende Untergrund bleibt ein Punkt, an den man sich nur gewöhnt, oder man tut es nicht. Dieses Jahr war klar: ich nehme die Hängematten mit in den Urlaub und schlafe mehrere Tage drin. Und noch etwas war klar: selbst wenn es mir in der ersten Nacht nicht gelingt zu schlafen - in der Folgenacht würde ich so müde sein, dass es mir gelingt. Und so war es auch. In Folge war es dann so, dass ich zwar einen leichteren Schlaf hatte, aber dennoch gut schlief. Aufwachen war normal, schnelles einschlafen aber auch. Auch die Tiergeräusche führten dann zwar dazu, dass man aufwachte, einmal die Taschenlampe in die entsprechende Richtung hielt, das laute Geraschel und Getrappel wahrnahm - dann aber recht schnell wieder einschlief.
    Das ist aber nicht immer einfach. In dem Fall wusste ich, dass Elche, Rehe und Hirsche das meiste Potential hatten, mich zu "stören". Dummerweise zog aber in meiner ersten Urlaubsnacht in 30m Entfernung eine Rotte Wildschweine vorbei. Danach braucht man ein wenig, bis man dann wieder zur Ruhe kommt. Nun ist es so, dass ich, wenn ich am Schlafplatz angekommen bin, nicht mehr von einer Bedrohung durch Wildschweine ausgehe. Der Grund ist: sie wissen, wenn sie kommen, dass ich da bin. Anders wäre es, wenn ich im Dunkeln durch den Wald wandere und sie überrasche. Trotzdem sind sie mir, wenn sie denn so nah kommen zumindest so suspekt, dass ich nicht einschlafen kann.
    Ganz anders verhält sich das mit Predatoren. In meinem Fall der Wolf. Im Norden Deutschlands sind Wölfe mittlerweile überall verbreitet. Sichtungen nur wenige Kilometer von meinem Wohnort sind keine Seltenheit mehr. Risse von Nutzvieh ebenfalls nicht. So sehr ich mich auch über eine natürliche Grundordnung im Tierreich freue, so sehr ist meine Freude auf Orte begrenzt, wo ich nicht bin. Viele Diskussionen in diese Richtung sind immer von zwei Positionen gezeichnet: die einen finden, es handelt sich um ein süßes Kuscheltier - für die anderen ist es ist ein Monster. Beides trifft sicher nicht zu. Aber er ist ein Predator und damit potentiell(!) gefährlich. Was mir dann ebenfalls den Schlaf raubt, wenn ich weiß, dass ich in einem solchen Gebiet liege. Dabei kann ich mir im Sommer einreden, dass der genug Rehe findet, die er leichter bekommt als mich, der viermal so schwer ist wie er, aber das ist nur rein kognitiv. Mein Unterbewusstsein lässt solche guten Argumente leider nicht gelten. Schlaf fällt mir dadurch schwer. Wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht. Ich überlege, ob ich mich schützen kann, aber alle Ideen laufen derzeit ins Leere.
    Ich freue mich aber, dass es mir in diesem Urlaub mehrfach gelungen ist, sehr gut zu schlafen. Daran versuche ich einfach anzuknüpfen.

  • Ich schlafe in der HM besser als im Bett,

    • wenn die Matratze nichts taugt, besonders wenn sie zu weich ist (in Gästebetten werden oft die ausgemusterten entsorgt);
    • wenn es wie in den letzten Wochen zu heiß ist (ohne UQ in der HM ist da deutlich luftiger und besser)
    • wenn mich im Bett Mücken nerven oder ich die nächtliche Treibjagd wegen Erfolglosigkeit aufgeben musste.


    Draußen schlafe ich in der HM besser als im Zelt, weil:

    • Isomatten entweder zu hart, zu rutschig oder zu schwitzig sind,
    • ich mich im Zelt irgendwie eingesperrt fühle,
    • die Luft frischer als im Zelt oder im Biwaksack ist.


    Ansonsten habe ich ähnliche Probleme, wie die anderen beschreiben, komischerweise allerdings nicht immer.

    Ursachen für Schlafstörungen sind bei mir:

    • Bei sehr anstrengenden Touren zB. Mountainbike habe ich nachts machmal einen einen Muskelkrampf, der wahrscheinlich durch die Liegeposition unterstüzt wird.
    • Angst vor Wölfen oder bei aufkommendem Wind vor unerkannten abgestorbenen Ästen über mir, hatte ich auch schon.
    • Wenn die Aufhängeposition nicht wirklich exakt stimmt, ist das die häufigste Ursache fürs Aufwachen und vorübergehende Schlaflosigkeit. Man rutscht ständig hin- und her und versucht mühsam, eine bequeme Position zu finden.


    Lösungen?

    Man müsste sich irgendeine Schablone oder ähnliches machen, um die Hängeposition exakt so auszurichten, dass man genau die optimale Überhöhung des Fußendes immer wiederherstellen kann. Das ist vor allem dann schwierig, wenn man im Hang hängt oder die Bäumer in unterschiedlicher Höhe auf dem Boden stehen.
    Habt ihr dazu eine Idee?


    Nur in der Hängematte kann ich mal eine Nacht komplett auf dem Rücken schlafen, dass gelingt mir im Bett nie. Wenn man sich allerdings nicht danach fühlt, auf dem Rücken zu schlafen und auf der Seite liegen muss, ist das in der HM oft ziemlich schwierig, weil man immer wieder in die Rückenposition zurückrutscht. In der BB XLC geht es einigermaßen, in der Crosshammock ziemlich gut.

    Jedenfalls werden durch die HM die Optionen deutlich mehr. Ich genieße es, im Wald bei frischer Luft mit Blick auf den Sternenhimmel einzuschlafen. Das geht im Zelt nicht, auf dem Boden hätte ich Angst vor nachtwanderndem Rot- und Schwarzwild und vor allem vor Zecken.

    • Offizieller Beitrag

    noodles : Aufgrund des Threads über den Nutzen einer Schnur-Wasserwaage von Biker61 habe ich mir eine über ebay besorgt (gibt's aber auch für etwas mehr Geld im Baumarkt). Meine Wasserwaage hat allerdings im direkten Vergleich zu der im Forumsfaden keine Markierungen außer der Mittelline. Es steht noch aus, aber ich will mir auf das Glas Neigungsmarkierungen machen, mittels Geodreieck und aufgehängter Hängematte. Die sollen mir helfen, dass Fußende immer im optimalen Höhenunterschied zum Kopfende aufzuhängen.

    Zurzeit helfe ich mir, indem ich neben dem Kopfende und dem Fußende stehe und mithilfe meiner Körperlänge die 40 cm Differenz anhand des Abstandes gespreizter Daumen < > Spitze Mittelfinger (bei mir 20 cm) abzuschätzen. Dieses System hat natürlich seine Grenzen - z. B. wenn der Unterboden eine starke Neigung aufweist.

  • [USER="320"]vonLieven[/USER]: Aufgrund des Threads über den Nutzen einer Schnur-Wasserwaage von [USER="4185"]Biker61[/USER] habe ich mir eine über

    besorgt (gibt's aber auch für etwas mehr Geld im Baumarkt).

    Ich überlege schon seit längerem, was ich konstruieren könnte, um immer den gleichen Hängewinkel zu bekommen. Die möglichen Optionen (die ich allerdings alle noch nicht ausprobiert habe):

    a) ein nach unten zeigendes Dreieck aus Schnüren mit einem Gewicht. Wenn alle Schnüre straff sind, dann stimmt der Winkel
    b) einen Winkelmesser aus Stoff
    c) eine Schnurwasserwaage, auf ein Stäbchen gesteckt und mit einer Schnur an der RL befestigt

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    Hat noch jemand eine bessere Idee?

    Das Verlangen nach einer Möglichkeit, den Hängewinkel immer gleich hin zu bekommen, ist bei mir leider nicht sehr groß. Ich spüre meistens ziemlich gut, ob's passt oder nicht. Aber hin und wieder kommt's schon noch vor, dass ich nach einer Stunde oder so nochmal aufstehen muss, um nach zu justieren. Meistens, wenn ich am Hang hänge. Da funktioniert die von Dir beschriebene Methode mit der Körpergröße nicht und man muss sich fast ausschließlich auf's Gefühl verlassen.

  • Bei sehr anstrengenden Touren zB. Mountainbike habe ich nachts machmal einen einen Muskelkrampf, der wahrscheinlich durch die Liegeposition unterstüzt wird.

    Das ist etwas, was mich in der Hängematte nicht allzu häufig, aber doch gelegentlich plagt, nicht nur nach vorheriger körperlicher Tätigkeit: Manchmal kommen überfallartig heftigste Krämpfe im Fuss. Das kenne ich in der Form sonst eigentlich nicht (weder im Bett noch im Zelt). Mein Eindruck ist, dass die Krämpfe durch zu starken Druck auf die Füsse, insbesondere die Fersen, ausgelöst werden. Wirklich sehr unangenehm.

    Wenn ich den für die Hängematte passenden Hängewinkel gefunden habe, so dass der Druck auf die Fersen weitgehend wegfällt, dann tauchen die Probleme weniger auf. Ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einer optimal eingestellten und passenden Hängematte nicht oder nur höchst selten vorkommen dürften.

    An [USER="4186"]Furbrain[/USER] und [USER="4185"]Biker61[/USER]: Vielen Dank für die Tipps mit der Wasserwaage zwecks immer gleichen Aufhängens der Hängematte. Ich hatte Bikers Post irgendwie völlig vergessen gehabt.

  • Hat noch jemand eine bessere Idee?

    Keine Ahnung, ob sie besser ist. Aber ich habe eine weitere, genau genommen eine Abwandlung von a):

    Die Schnur, die das Dreieck bildet, ist in einem fixen Abstand an der Ridgeline befestigt. Die Schnur mit dem Gewicht hängt an einem kleinen Ring lose an dieser Schnur und kann - je nach Hängewinkel - auf ihr hin und her wandern. An der gewünschten Position macht man dann mit einem wasserfesten Stift

    • eine Markierung
    • oder zwei Markierungen, die den idealen Bereich eingrenzen
    • oder eine Skala (1 Strichlein = 10°, 2 Strichlein = 20°, etc.)


    Ich könnte mir allerdings denken, dass man dafür eine sehr rutschige Schnur verwenden müsste, die zudem sehr biegsam ist, da das System sonst nicht genau genug funktionieren würde.

    Auch das nur eine Idee, nichts, was ich in der Praxis getestet hätte.

    Hinweis: Der Winkel, der durch das Gewicht gebildet wird, ist am grössten, wenn die Ridgeline der Hängematte waagerecht ist, hat die Ridgeline eine senkrechte Position (was in den meisten Fällen nicht erstrebenswert sein dürfte), so betrüge der Winkel 0°. Ich denke nicht, dass dieses Wissen viel bringt, aber wer weiss... Vielleicht hat jemand eine Idee?

  • Die Schnur, die das Dreieck bildet, ist in einem fixen Abstand an der Ridgeline befestigt. Die Schnur mit dem Gewicht hängt an einem kleinen Ring lose an dieser Schnur und kann - je nach Hängewinkel - auf ihr hin und her wandern. An der gewünschten Position macht man dann mit einem wasserfesten Stift eine Markierung ...

    • Dreieck aus Schnüren mit einem Gewicht. Wenn alle Schnüre straff sind, dann stimmt der Winkel
    • Schnurwasserwaage, auf ein Stäbchen gesteckt und mit einer Schnur an der RL befestigt


    Alles super Ideen! Danke, :thumbup: wird bei nächster Gelegenheit ausprobiert. Bin gespannt, ob´s funktioniert.

    • Offizieller Beitrag

    Interessantes Projekt, die Firstschnurneigungsmessung! Gefällt mir.
    Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, daß die immer gleiche Aufhängung der Hängematte noch keine Garantie für einen erholsamen Schlaf ist. Als Beispiel kann ich meine Wohnungshängematte anführen. Sie hängt zwar immer gleich, in manchen Nächten ist sie aber gefühlt bequemer als in anderen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich kann die Aufhängeprobleme nicht wirklich nachvollziehen. Ich brauche nur eine Ridgeline. Ich weiss welche Spannung die ungefähr haben muss. Und das richtige Gefälle verrät mir mein Körper, wenn ich mich zum testen der Ridgelinespannung in die Hängematte lege. Im Zweifelsfall ist "Fußende noch etwas höher" eigentlich immer richtig. Ich hatte einige mal das Fußende nicht hoch genug - aber noch nie zu hoch.

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