Evo Loops (by Jeff Myers)

  • Nachdem hier so viel Lobendes über die Evo Loops vorgetragen wurde (nicht zuletzt ja auch von mir), muss ich von zwei Erfahrungen berichten, die mein Vertrauen in diese Befestigungslösung etwas erschüttert haben. Der erste Vorfall ereignete sich auf der Hängematteninsel.

    Erst als ich die Hängematte wieder abgebaut habe, bemerkte ich, dass der Knoten durch das Auge durchgerutscht war und die gesamte Aufhängung am Knoten in der Daisy Chain hing. Hier ist ein Foto davon, bei dem allerdings die rechte Aufhängung nicht im Vordergrund stand, weshalb das Problem nur schwer zu erkennen ist.

    De facto hing während vier Tagen, innerhalb derer ich wahrscheinlich 20 Mal ein- und ausgestiegen bin (es gab viel Bier), die gesamte Konstruktion an einem einfach durchgesteckten Knoten!

    Zwar hat das die ganze Zeit gehalten, aber ein wenig fühlte ich mich beim Abbauen schon wie der Reiter über den Bodensee (wenn auch mit anderem Ausgang).

    Anders verlief die Sache vorletzte Woche. Da öffnete sich mit einem Knall, den ich noch vor dem Sturz realisierte, der Evo Loop und ich lag im Sand. Der weiche Untergrund verhinderte, dass da irgendetwas Schlimmeres passierte - weder mit mir, noch mit der Isomatte, noch der Hängematte.

    Auch hier existiert noch ein Foto vom Vorabend, auf dem man erahnen kann, dass der rechte Knoten etwas locker stecken könnte. Am meisten hat mich verwundert, dass sich der Unfall nicht beim Einsteigen oder Aussteigen - Situationen, in denen punktuelle Belastungen auftreten - ereignete, sondern quasi "aus dem Nichts" heraus. Ich kann es mir nur so erklären, dass die Evo Loops mit der Zeit doch ausleiern und man jedenfalls ganz genau kontrollieren muss, dass der Knoten so eng wie irgend möglich im "Knopfloch" steckt.

    Was meint ihr dazu?

  • Natürlich kann ich auf den Bildern keine Details erkennen. Das klingt aber tatsächlich etwas beunruhigend.


    Ich selber achte auf drei Dinge:

    • Ich drehe die beiden Schenkel des Loops so, dass sie hintereinander sind. (Der Knoten schliesst sich dann am besten.)
    • Ich achte darauf, dass der Knoten vom Baum weg durchgesteckt wird.
    • Ich achte darauf, dass ich den Loop etwas belaste, bevor ich mich in die Hängematte setze.

    Den zweiten Punkt kann man bei freier Aufhängung wie bei dir natürlich nicht berücksichtigen.


    Jedenfalls gut, dass du das Problem geteilt hast. So weiss ich, dass ich das auch im Auge behalten muss!

  • Da sollte es unmöglich sein, dass etwas unbeabsichtigt auf geht.

    Wenn ein Informatiker "sollte" sagt, habe ich immer Bedenken, ob es funktioniert. Aber du bist ja keiner. ;)


    Ich finde "deine" Methode etwas fummeliger. Unter Last gibt es aus meiner Sicht keinen Unterschied. Aber anscheinend ist die hier zu Beginn vorgestellte Methode tatsächlich nicht ganz sicher, weil man auf einiges achten muss.

  • Ich finde "deine" Methode etwas fummeliger. Unter Last gibt es aus meiner Sicht keinen Unterschied. Aber anscheinend ist die hier zu Beginn vorgestellte Methode tatsächlich nicht ganz sicher, weil man auf einiges achten muss.

    "Meine" Methode habe ich ja auch von jemand anderem übernommen. Ich glaube vom Grappler's hitch? Ich bin mir nicht ganz sicher. Und ja, man muss beim Aufhängen einen Schritt mehr machen. Beim Abhängen kann man mit etwas Übung den Knoten mit einer Hand "umkippen" um die Verbindung zu lösen. So lange nur etwas Zug auf der Verbindung ist, sehe ich nicht, wie sich da etwas unbeabsichtigt lösen könnte. Und ich benutze Lash-It / Zing-It Evo Loops an meinen Tarps ohne dass es Probleme gab. Berühmte letzte Worte, ich weiß :)

  • Danke für den Bericht. Ich habe dieser Art der Verwendung noch nie getraut, und werde dabei bleiben, die Schlaufe unter dem Knoten durchzuführen und über den Knoten zurück zu biegen. Da sollte es unmöglich sein, dass etwas unbeabsichtigt auf geht.

    Ich hatte zwar bisher noch keine Probleme, mich würde das dennoch mal genauer interessieren. Ich verstehe nicht wie das genau aussehen soll. Würdest du das mal genauer erklären? Oder bebildern? :)

  • Danke für den Bericht. Ich habe dieser Art der Verwendung noch nie getraut, und werde dabei bleiben, die Schlaufe unter dem Knoten durchzuführen und über den Knoten zurück zu biegen. Da sollte es unmöglich sein, dass etwas unbeabsichtigt auf geht.

    "Under the knot, over the knot" (Unter den Knoten, über den Knoten) war lange auch meine Devise. Mit der Zeit empfand ich das aber als überflüssig und bin seither beim ausschließlichen "over the knot"angekommen und bisher auch unbeschadet geblieben.

    Ein "Evo-Loop" (also ein Continuous Loop mit Knoten statt Spleiß zum Verbinden der Enden) wird aus ca. 60-80cm Rohmaterial gemacht. Mach doch bitte ein Foto deines kompletten Evo-Loops um die Begrifflichkeit zu klären, ob wir hier alle auf der selben Seite schreiben. Ein "Knopfloch" gibt es beim Evo-Loop nach meinem Verständnis nämlich nicht, sondern nur eine Schlaufe.

    Bei einer Dehnung von 1% wären das somit 8mm die sich über die gesamte Länge des Rohmaterials von der Rolle kommend stretchen könnten - das aber auch nur einmalig in Richtung Stretch (ich habe leider nicht die benötigte Kraft parat, meine aber 1/4 oder die Hälfte der Bruchlast (daN) waren ausreichend dafür). Da ist aber noch der Knoten (abzüglich 10-20cm) und natürlich die gelegte Schlinge zum Loop. Effektiv wäre der von dir angesprochene Stretch somit maximal 5mm - effektiv am Knopfloch/ Schlaufenende also vll. 2-3mm. Einmal gedehnt bleibt Dyneema gedehnt.


    Die Belastung beim Hineinsetzen in die Hängematte zieht die Verbindung jedes Mal aufs Neue fest.


    Was ich eher annehme und auch häufiger bei dir beobachten durfte ist, dass deine Hängematte sich doch schon gerne Mal in den Wind legt und spielt... Eine klassische gathered end Hängematte wird vom Wind in eine Richtung wie ein Fallschirm aufgeblasen (auf den Aufhängepunkten ist bei Kontakt mit Wind immer Zug drauf). Des Weiteren kann ein Tarp/ Underquilt bei einer GE dem Wind etwas die Lust am Spielen mit deinem Setup nehmen. Dein Setup hingegen habe ich oft hoch, runter, seitlich und auch mal einen Überschlag machen sehen welches die benötigte Spannung auf der Verbindung lockern könnte. Die letzte und effizienteste Option bei einer GE wäre die Snakeskin um den Wind "aus den Segeln" zu nehmen.


    Bruchlasttechnisch nicht mehr am Ideal aber völlig ausreichend wäre ein Larkshead mit der Schlaufe zu formen und über den Knoten dahinter festziehen - das sollte im Wind etwas besser für dich halten. So wie hier (312sec / 5min 12sec) gezeigt wird.

  • ausleiern

    Hmm - also so richtig einleuchten will mir das nicht...

    Was soll da ausleiern? Und wie sollte das dazu führen, dass wenn belastet der Knoten durchrutschen kann?


    Wie sieht denn der Knotenkopf aus? Dass der sich langsam verschleißt, verschiebt, konisch wird? Dann wäre das schon eher denkbar...


    Was ich mir eher vorstellen kann wäre der dritte Punkt, den Waldläufer70 benennt.

    Denn wenn derdiedas Loop nicht belastet ist, und die "Schenkel" damit nicht unter Spannung, kann der Knoten durchaus heraus rutschen.

    Wer weiß, wann der Knoten beim ersten Malheur raus gerutscht ist und ob das Setup tatsächlich vier Tage so hing...

    Bereits beim Aufbau? Bei einem der zahlreichen ein- und Ausstiege, bei denen dann doch mal der Knoten selbst vom Matten-Eigengewicht kurz entlastet wird?

    Btw. Wie die Matte dann am offenen Loop gehalten hat ist mir auch noch unklar.


    Gleiches gilt ja auch für den zweiten Fall.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Knoten unter Belastung durch die Schenkel geschoben hat. Auch hier würde ich eher vermuten, dass sich das ähnlich wie beim ersten verhalten hat und bereits vor der Belastung passiert sein muss - oder zumindest nach erneuter Entlastung. Vielleicht bist Du nachts doch noch mal irgendwann raus, Bier wegtragen, wobei sich das ganze geöffnet hat und abermals wieder nur offen in der Schlaufe hing und dann so noch eine Weile gehalten hat?


    Ich kann mir das raus rutschen einfach nach wie vor nur in Entlastung vorstellen.

    Was da aber hinzu kommen könnte und das Herausrutschen ohne Last ggf. begünstigt könnte die gewisse Steifigkeit des Materials in Kombination mit der bei dir ja recht hohen Nutzungsdauer/Frequenz sein.


    Derdiedas Loop wird mit ordentlich Gewicht belastet, Baumgurt auf der einen und die Schlaufe der Hängematte auf der anderen Seite ziehen das Teil also ordentlich im Form, es ergeben sich also quasi "Faltungen/Falzungen" der Loop an den beiden Zugpunkten, die die Loop halbieren.

    Das Material ist da nach Belastung gefaltet und eher oval bis länglich statt rund.

    Wenn dann entlastet - oder gar irgendwie in Bewegung entgegen der Zugrichtung die beiden Zugenden der Loop "zusammen-geschoben/gedrückt" werden, reicht diese Steifigkeit vielleicht bereits aus, dass sich die Schenkel der Loop wieder über den Kopf schieben.


    Und bei häufiger Nutzung wird es vielleicht wahrscheinlicher, dass die beiden Zugenden von Baumgurt und Hängemattenschlaufe in der Loop immer wieder in den selben stellen zum liegen kommen und diese Faltung dauerhafter wird?


    Das muss ergründet werden! Wir brauchen einen Versuchsaufbau!

    Cross Hammock weiter als Mattengewicht, befüllt mit reichlich Bier für eine realistische Zahl nächtlicher Ein- und Ausstiege und Kameras mit Nachtsicht und slow motion, bis es wieder rummst!

    Alles für die Wissenschaft - alles für die Hängemattologie! :S

  • Was ich schon beobachtet habe, ist Folgendes:


    Beim Anbringen des Evo-Loops zieht man die doppelt gewundene Schlaufe, die das "Knopfloch" bildet, ja möglichst gut fest und erhält dadurch ein relativ kleines "Knopfloch". Nun kann es aber passieren, dass die Verbindung sich über die Zeit etwas löst und dadurch das "Knopfloch" etwas grösser wird. Da es unter Last vom "Knopf" gross gehalten wird und sich nicht wieder verkleinern kann, könnte das "Knopfloch" zumindest theoretisch bei jeder Nutzung etwas länger / grösser werden. Die Chance, dass der "Knopf" im unbelasteten Zustand mal unbeabsichtigt ungünstig verrutscht, ist zumindest nicht ganz auszuschliessen.


    Allenfalls könnte es für die erste hier im Faden gezeigte Befestigungsmöglichkeit also auch hilfreich sein, wenn man den Evo-Loop in regelmässigen Abständen wieder gut festzieht und dadurch das "Knopfloch" wieder kleiner macht.


    Auch diesen Aspekt müsste man im Dienste der Hängematten-Wissenschaft natürlich weiter beobachten... ;)

  • ein Trick um das versehentliche öffnen des "künstlichen Knopflochs" zu erschweren ist das doppelte Umschlingen des Gurtes mit den beiden Schenkeln. Damit kann man sich auch eine zusätzliche Sicherung gegen verrutschen sparen.

    Stattdessen habe ich den gelben mini loop als Lösehilfe mittels Ankerstich an der Stirnseite des "Knopflochs" beknotet.

    Lösen ist damit super einfach. Mit dem Zeigefinger am gelben Loop ziehen, mit dem Daumen der Knoten durchdrücken.





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