Whipping-Methoden

  • Ich habe den Warbonnet Whip meiner Hängematte aus 1.6 HyperD XL noch einmal nachgemessen. Der Knoten wird gehalten von einer Umwicklung "entseeltem" 550er Paracord (auf der Unterseite mit einem Unterknoten verkreuzt) und dahinter kommt ein Ankerstich/Larks Head Knot aus 7/64er Amsteel für die Aufhängung.


    Die ganze Knoteninstallation ist fertig gewhippt 35 mm lang, d.h. zusammengerechnet 7 cm für beide Seiten. Die Innenseite des einzelnen Whips ist ca. 25 mm bis zum Paracordknoten, so dass in meiner Rechnung etwa 6 cm Material jeweils pro Mattenende zur Liegefläche dazugerechnet werden muss. Bei einer Liegefläche von 335 cm Liegefläche wären das dann 347 cm Rohlänge nach(!) dem Säumen.


    Ich hoffe, das hilft weiter. Viel Erfolg!

  • Ich habe jetzt meine letzte DIY-Hängematte mit Warbonnet Whip vermessen: die Rohlänge war 335cm; die Tunnelzüge müssten ca. 4cm breit gewesen sein; der Umschlag war vermutlich ca. 1cm. Von Whipping Kordel zu Whipping Kordel messe ich ca. 316cm. Bei meiner nächsten Warbonnet Whip Hängematte werde ich als Verlust grob 20cm einrechnen. D.h. wenn ich eine reale Länge von 335cm haben möchte, würde ich 355cm abschneiden. Du müsstest die Maße natürlich an deine Planung anpassen.

  • Da ich mich gerade auch in der Herumexperimentierphase befinde reaktiviere ich hier mal, bevor ich n neues (gleiches) Thema aufmach.


    Nach dem Umsäumen habe ich nun ein 2.2 oz HEX70 XL (70D) Tuch mit den Maßen 357,5x185. Rein rechnerisch benötige ich eine 347,7cm lange Hängematte. Effektiv habe ich also 9,8 ~ 10cm, also 5cm für die Aufhängung.


    1.) Zum WBW:

    Wie kommt man auf diese Kordelzugtunnel-Umschlaglängen von 4-7cm? Da reichen doch 7mm Saum und allerhöchstens 10mm Tunnelumschlag um ne 3mm Kordel aufzunehmen und den Stoff falten schlagen lässt. Alles andere ist doch hergeschenkt?!! Oder?

    Dann hätte ich 17mm für Saum und Tunnel, raffe zusammen und knote die Kordel rum. Wenn ich jetzt noch für das gute Gewissen ein kleines Tackling von etwa 25mm dranmache, dann hab ich doch mit dem Whoopy insgesamt nur etwa 47mm, also 94mm/~10cm beidseitig "verbraucht".



    2.) Zur "einfachen" Aufhängung mit Continous Loops durch die Endkanäle:

    Gedanken zu Tunnelumschlaglängen:

    Könnte man hier Stoff sparen indem man, sagen wir... 3cm Stoffumschlag mit zwei Zickzacknähten auf 2cm vernäht. Also 1cm Tunnel. Zwischen die zwei Stoffe kommt Klebstoff (welcher Art auch immer) oder doppelseitiges Montageklebeband o.ä. um einerseits die Kräfte besser zu verteilen und andererseit mehr Halt zu geben.


    3.) Allgemein zu den hier im Faden genannten Methoden:

    Bei der klassischen Endkanalmethode werden die Seiten im Grunde ja automatisch auf Zug etwas gestrafft. Je nach Stoffdicke und Kanal-zu-Kordel-Durchmesserverhältnis mehr oder weniger, je nachdem wie weit sich der Stoff im Verhältnis zum Kreisbogen raffen kann.

    Habe ich diesen Effekt beim WBW auch? Bzw. kann ich beim WBW irgendetwas dahingehend steuern oder verändern?

    Ich habe als ersten Versuch überhaupt gestern mit einfacher Ziehharmonikafaltung und Shotstek gewhiped. Versuch 1 ging in die Hose, da die Seiten zu lasch und die Mitte zu straff war. Knoten auf, Seiten etwas rausgezogen, Knoten zu - Seiten zu straff...

    Nach viel Herumgespiele im Regen (weil man ja nicht auf besseres Wetter warten kann) gings dann.

    Aber: Habe ich beim WBW oder bei der Endkanalmethode (oder bei sonstigen...) den Vorteil, dass es von Haus aus schon passt?

    Oder lassen sich gewisse Methoden einem gewissen Typ Hänger zuweisen (z.B. Methode A --> Seitenschläfer, Methode B --> härter im Gesäß-weicher an Schulter und Knie,...)

    Oder bleibt einfach jede Methode auf hundert verschiedene Methoden durchzuknüpfen.

    Oder sprechen wir im Allgemeinen nur von Nuancen, die sich verändern, die im Grunde nur solch ausgefuchste Hängeprofessoren wie Euch auffallen?

    Ich zehre gerne ein wenig von Erfahrungswerten, bevor ich Nadel anlege und dann unglücklich bin.........

    :/8o

  • Wie kommt man auf diese Kordelzugtunnel-Umschlaglängen von 4-7cm? Da reichen doch 7mm Saum und allerhöchstens 10mm Tunnelumschlag um ne 3mm Kordel aufzunehmen und den Stoff falten schlagen lässt. Alles andere ist doch hergeschenkt?!! Oder?

    Dann hätte ich 17mm für Saum und Tunnel, raffe zusammen und knote die Kordel rum

    Jo, geht auch weniger als 4 cm. Zumindest, wenn Du einen dünnen Stoff hast. Probier's aus - und berichte!

  • Habe gerade meine Chaos-Blue-Matte nach Hennessy-Art gewhippt (ursprünglich 360 cm, jetzt noch ca. 330 cm Liegefläche) und mittels Umschlagen der Stoffenden, Dogbones und Schotstek tunnellos am Gurtband befestigt.




    So weit, so gut. Die Dogbones ziehen sich durch die Belastung der Hängematte zusammen, ich habe ein sicheres Hängegefühl, auch wenn ich die Knoten immer noch argwöhnisch beobachte, ob da nicht doch noch was flutschen könnte.


    Eine Anmerkung zum Hennessy-Whipping und eine Frage:

    1. Das Whipping nach Hennessy-Art wird von jeder Seite laut der Grafik von Mittagsfrost zweimal eingeschlagen. Ich hatte es zuerst dreimal pro Seite eingeschlagen, um es noch dünner zu kriegen. Das Liegegefühl wurde dadurch allerdings deutlich schlechter, ich erhielt dadurch wesentlich weniger Liegeunterstützung für Kopf und Schultern. Aber warum? Kann mir das jemand erklären, warum zwei bzw. drei Whips solchen Unterschied machen?
    2. Erst nachdem ich in der Matte lag, habe ich festgestellt, dass Mittagsfrost in seiner Grafik die beiden gewhippten Seiten nicht gleich breit dargestellt hat. Zufall oder steckt dahinter wieder ein System bzgl. Liegerichtung? Wenn ja, muss ich dann als "Kopf rechts, Füße links Liegender" den Whip genau spiegelverkehrt ausführen?


    Ich habe symmetrisch gewhippt und liege zurzeit recht bequem ... :sleeping:

  • Vorbemerkung: Schöne blaue Hängematte! :thumbup:

    1. Mit Whipping kann man endlos experimentieren. Einen Zipfel 1-2 cm weit rausgezogen und schon liegt es sich ganz anders. Probiere einfach aus, was am besten zu Dir passt!

    2. Nö, meine Zeichnung ist nur schlampig. Eigentlich sollte alles symmetrisch sein.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Seit einigen Tagen spiele ich mit einer Abwandlung des Warbonnet-Whip, bei dem ich auf die Schnur im Endkanal verzichte und stattdessen den Dogbone durch den Kanal ziehe und anschliessend ein paar Windungen um das Hängemattenende mache. Der Vorteil davon wäre, dass ich mehr von der Hängematte habe, also weniger Länge für das Whipping verloren geht.


    Aktuell suche ich nach einer Variante, bei der einerseits der Teil des Dogbones im Kanal möglichst senkrecht zur Zugrichtung zu liegen kommt, andererseits sich die Wicklung auch gut wieder öffnen lässt.


    So ein Whipping kann beispielsweise so aussehen:


     


    Tendenziell funktioniert das mit dem senkrecht stehenden Ende des Zugtunnels besser, je mehr Wicklungen man macht. Allerdings braucht man dann einen etwas längeren Dogbone und man verliert wieder etwas mehr an effektiver Hängemattenlänge.


    Hat das schon mal jemand ausprobiert? Wenn sich das längerfristig bewähren sollte, könnte man den Kanal für den Dogbone sehr schmal machen und hätte einen ähnlich bequemes Whipping wie beim Warbonnet-Whip.

  • Der Vorteil davon wäre, dass ich mehr von der Hängematte habe, also weniger Länge für das Whipping verloren geht.

    Das verstehe ich nicht. Warum verlierst du weniger Länge als beim normalen Warbonnet Whip? Der einzige Unterschied ist doch, dass du die Aufhängung nicht mehr so einfach austauschen kannst, was aus meiner Sicht einer der großen Vorteile des Warbonnet Whips ist.

  • Das verstehe ich nicht. Warum verlierst du weniger Länge als beim normalen Warbonnet Whip?

    Ich dachte, das sei selbsterklärend.


    Du schreibst ja selber weiter oben:

    Durch den Whip verlierst du locker noch einmal mindestens 20cm, wenn nicht mehr.

    Beim Warbonnet Whip geht man ja – wenn ich das richtig verstanden habe – mit der Kordel durch den Zugtunnel und schlingt diese anschliessend etwas vom Ende der Hängematte entfernt um den Stoff, so dass ein Knubbel entsteht. Warbonnet selbst lässt da ja locker ein paar Zentimeter Raum. Am dadurch entstandenen Knubbel wird – so wie ich die diversen Fotos deute – ja auch das eine oder andere eingehängt.


    Bei meiner «Methode» sitzt die Wicklung direkt hinter dem Hängemattenende und drückt unmittelbar auf den Stoff mit dem AmSteel drin am äussersten Ende der Hängematte. Da gibt es keine Lücke und fast keinen Knubbel. Bei meinem «Knubbel» könnte man jedenfalls nichts einhängen, weil da nichts vorhanden ist, an dem man etwas einhängen könnte. Mein «Knubbel» ist nur unwesentlich dicker als das AmSteel, welches durch den Zugtunnel geht.


    Klar, wenn du keinen Tunnelzug machst und die Hängematte von Anfang an auf die Nutzung mit Warbonnet Whip anlegst, kannst du beim Zugtunnel etwas Stoff sparen, indem du diesen schmaler machst und nur eine Naht setzt. Aber selbst dann kannst du dir mit meiner «Methode» noch immer den Knubbel sparen.


    Der Nachteil ist tatsächlich, dass sich verschiedene Methoden nicht alle gleich leicht wieder öffnen lassen. Deshalb auch meine Suche nach der besten Möglichkeit.

  • Wenn es überhaupt einen Unterschied im Platzverbrauch zwischen beiden Methoden gibt, dann würde ich darauf tippen, dass ein dickes Seil etwas mehr Platz braucht als eine dünne Kordel. Du kannst den Knubbel auch mit einer Kordel kleiner machen. Und zwischen Knubbel und Aufhängung gibt es bei meinen Warbonnet Hängematten keinen Abstand.

  • Ich habe zwar schon eine Warbonnet Blackbird XLC gesehen und durfte sogar 10 Minuten lang darin liegen, allerdings habe ich mich nicht auf das Warbonnet -Whipping geachtet. Wird das exakt so gemacht, wie das in diesem Video gezeigt wird?


    [External Media: http://youtu.be/ZSbnQs-2y8c]


    Falls nicht: Gibt es ein Video oder sonst eine Anleitung, in der es exakt gezeigt wird, die mir jemand verlinken könnte?

  • Danke, Furbrain.


    Mir ist beim nochmaligen Schauen des Videos aufgefallen, dass durch das Zurückführen der Kordel übers Kreuz auch eine Kurve entsteht, ganz ähnlich denen, die ich hier schon vorgestellt hatte.


    Ich habe das Whipping heute erstmals in dieser Form - übers Kreuz etwas zurückversetzt - ausprobiert (Hammock Nylon, 380cm Länge mit Tunnelzug) und bin fast sofort eingeschlafen. Kann aber auch an der Bergluft liegen.

  • Hier noch eine Anleitung zum Warbonnet-Whipping von Derek Hansen («The Ultimate Hang»):


    043-whipped-end-1.png?w=525&ssl=1© Quelle: The Ultimate Hang


    Wenn man die Kordel so nahe wie möglich am Rand verknotet, so ist das Whipping sehr gut reproduzierbar und ist mit meinem weiter oben vorgeschlagenen Vorgehen vom Liegekomfort und Platzbedarf her praktisch identisch.


    Macht man den Knoten mit der Kordel etwas weiter vom Rand entfernt, um die Mitte der Hängematte gegenüber dem Rand etwas zu verkürzen (ich hatte beim Video von Ron Mehringer den Eindruck, dass er das so macht), so ist das Resultat nur schwer reproduzierbar und droht auch immer, etwas zu rutschen. Das Liegegefühl geht dann aber tatsächlich in Richtung einer Kurve, wie ich sie immer wieder nutze.

  • So ein Whipping kann beispielsweise so aussehen:


    Könntest Du vielleicht im Detail zeigen wie Du den Whip so kompakt hinbekommen hast? Ich suche schon seit ewig nach einer kompakten Variante des Warbonnet Whip. Derzeit verwende ich die Evoloops, aber eben nur zweifach durch den Tunnel gezogen. Der Knubbel hätte die Lebensdauer meiner Schlaf-TTTM sicher verlängert.

  • Wenn man eine Hängematte näht, die man mit einem Warbonnet Whip ausstatten will, hängt die Größe des Knubbels vor allem vom Stoff und der Anzahl der Lagen sowie von der Breite des Tunnelzugs ab. Bei einer Lage aus einem 20D-Stoff wird der Knubbel deutlich kleiner als bei zwei Lagen aus einem 70D-Stoff. Und bei einer Tunnelzugbreite von 2cm wird der Knubbel kleiner als bei einer Tunnelzugbreite von 4cm. Es sei denn, man verknotet die Whipping-Schnur oberhalb der Tunnelzugnaht, was aber etwas fummeliger ist und der Aufhängung auch nicht so guten Halt bietet.

  • [...] bei einer Tunnelzugbreite von 2cm wird der Knubbel kleiner als bei einer Tunnelzugbreite von 4cm. Es sei denn, man verknotet die Whipping-Schnur oberhalb der Tunnelzugnaht, was aber etwas fummeliger ist und der Aufhängung auch nicht so guten Halt bietet.

    Kannst du da mal ein paar Bilder beisteuern? Ich verstehe nämlich nur Bahnhof. Mir ist bisher aus keiner Anleitung so richtig klar geworden, wie das Warbonnet-Whipping genau funktioniert.

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