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  • Moin,

    da ich zu dieser Jahreszeit oft kalte Finger habe und außerdem auch noch das Raynaud-Syndrom meins nennen darf, nähe ich mir gerade ein Paar Faushandschuhe.

    Nachdem ich mir ein Schnittmuster erstellt habe, ging es erst an einen Prototypen für die Außenhülle aus Restmaterial. Die passt soweit, so dass ich im nächsten Schritt nun das richtige Material verwenden werde (Pertex). Die Handschuhe sollen windabweisend und atmungsaktiv sein. Die Griffflächen sind aus einem stabileren Stoff.

    Die Füllung besteht aus 100er Apex und Polartec-Alpha als Innenfutter.

    Ein Vorteil wird ebenfalls sein, dass sie recht leicht werden werden.

    Ergänzen werde ich noch

    - einen nicht verstellbaren Gummizug im Bereich des Handgelenks,

    - eine Kordel mit Stopper an der Handschuhöffnung.

    - Ggf. auch noch jeweils eine kleine Schlaufe, damit ich die beiden mit einem Band verbinden kann - das hilft, damit sie mir im Schneesturm nicht davon fliegen ;)

    Hier ein Zwischenstand:

    Andere Seite:

    Hier sieht man das Innenfutter aus Polartec-Alpha:

    Wenn die Handschuhe fertig sind, gibt es noch einmal neue Bilder.

  • Wenn Du jetzt noch das Schnittmuster hochlüdest (herrlich, der Konjunktiv II von laden :)), ermutigtest Du vielleicht so manchen zum Nachmachen.

    Kann ich mir überlegen, aber erst müssten die Dinger fertig sein und ihre Funktionabilität (auch ein schönes Wort) unter Beweis stellen. Und dann sind sie ja auch nur passend für meine schönen, schlanken Hände ;)

    Würde meine Schablonen dann aber nur einscannen. Mal gucken.

  • Große Rolle Papier (nicht zu dünn), Bleistift, Radiergummi, Schere.

    Dann wird aufgezeichnet, ggf. abgezeichnet, Maße vom Körper oder von anderen Kleidungsstücken genommen. Daraus entstehen dann zunächst Papier-Schablonen. Dann wird alles beschriftet und dann starte ich einen Versuch mit einem günstigen Stück Reststoff.

    Hier ist wichtig: Ist das Endprodukt aus einem dehnbaren Stoff (in welche Richtung), wie z.B. Polartec Alpha oder nicht, wie z.B. Ripstop Nylon? Das macht einen sehr, sehr großen Unterschied. Wenn es irgend geht, das Muster aus einem vergleichbaren Stoff herstellen.

    Passt es und ich mache mehr als ein (Kleidungs-)Stück, dann übertrage ich meine Schablone vom Papier noch auf feste, durchsichtige Folie (so eine Art Bauplane). Und dann nehme ich den richtigen Stoff.

    Passt es nicht, wird das Schnittmuster angepasst und alles geht von vorn los.

    So in etwa. Und zwischendurch Nähte auftrennen, böse Worte sagen, einen Tag liegen lassen, Bier trinken, mit dem Stoff schimpfen, Podcast hören, neue Ideen bekommen, usw.

  • Ich wollte mich auch bald an Schnittmuster heranwagen und habe Einiges an Informationen dazu durchgearbeitet. Ich will versuchen die Schnittmuster in Seamly2D digital zu zeichnen, und über einen Beamer auf den Stoff zu projizieren, um dann mit einem Rollschneider direkt auszuschneiden. Ich will möglichst wenig Bastelmaterial einlagern und die Software kann unterschiedliche Körpermaße direkt auf das Schnittmuster umrechnen. So der Plan, aber ob das alles so klappt weiß ich nicht. Um das Abzeichnen auf transparenten Papier kommt man nicht drum herum, wenn man ganz was Neues machen will.

    Solche Fäustlinge sind ideal als Schnittmuster-Einstieg und das Polartec-Fleece macht einen sehr guten Eindruck. Gute Materialwahl und Umsetzung :thumbup:.

  • An das Digitale wage ich mich noch nicht ran. Aber ich lerne da gerne von dir.

    Rollschneider habe ich auch, funtioniert bei mir nur so medium. Viele "unserer" Stoffe ziehen dann immer noch Fäden, hier wäre wohl ein Heißschneider erste Wahl.

    Es gibt einen Podcast von ripstopbytheroll und da geht es auch immer mal wieder um Themen rund um das Nähen.

  • An das Digitale wage ich mich noch nicht ran. Aber ich lerne da gerne von dir.

    Rollschneider habe ich auch, funtioniert bei mir nur so medium. Viele "unserer" Stoffe ziehen dann immer noch Fäden, hier wäre wohl ein Heißschneider erste Wahl.

    Es gibt einen Podcast von ripstopbytheroll und da geht es auch immer mal wieder um Themen rund um das Nähen.

    Naja, von mir lernen wäre erst dann plausibel, wenn ich die praktische Umsetzung schon hinter mir hätte. Ist bislang nur Theorie. Ich bin eher der faule und nachlässige Typ weshalb ich mich vorbeugend in die Materie eingelesen habe. Ich will Frustration unbedingt vermeiden. Schnittmuster aus Pappe die irgendwo herumliegen würden mich schon stören. Das Ausdrucken ist mir ein Dorn im Auge und wenn Du Deinem Hänger-Freund etwas maßschneidern willst, wirds richtig aufwändig. Sind die Schnitt-Teile in einer Cloud gespeichert und über einen Beamer abrufbar, bin ich schneller beim Nähvorgang. Das Nähen ist das was mir am meisten Spaß macht. Tüfteln eher weniger.

    Seamly2d ist open source und die Kalibrierung des Beamers ist dank Pattern projector auch schnell gemacht. Bevor es die Webanwendung gab, war die Beamer-Kalibrierung deutlich aufwändiger.

    Für einen Rollsäumer braucht man eine Schneidmatte, damit er gut funktioniert, aber ich gehe auch davon aus, dass das bei Outdoorstoffen nicht zufriedenstellend funktioniert. Mit Heiißschneidern habe ich mich noch nicht befasst. Podcast von ripstopbytherroll klingt interessant. Höre ich mal rein. Danke.

    Einmal editiert, zuletzt von Gironimo (18. November 2025 um 19:57)

  • Genau so! :thumbup:Nur ohne Bier und Podcast.

  • Die Handschuhe sind gestern abend fertig geworden.

    Bin ich sehr nerdig, weil ich danach den ganzen Abend damit herum gelaufen bin?

    Für die Handschuhe habe ich Reste von anderen Projekten verwendet:
    Der blaue Stoff ist Pertex Quantum Air, der schwarze in der Grifffläche PU-beschichtetes Nylon.
    Die Isolationsschicht besteht aus 100er Apex und das graue Innenfutter aus Polartec Alpha.

    Damit die Ösen an der Handschuhöffnung nicht ausreißen, habe ich die Fläche mit einem kleinen Stück UltraGrid 210den verstärkt.

    Die Passform ist für meine Hände gut. Jetzt muss sich der Stoff bewähren.

    Sollte ich noch einmal Handschuhe nähen, würde ich einen anderen Tanka / Kordelstopper nehmen. Und zwar so einen, den man mit einem kleinen Gurtband mit dem Handschuh selbst vernäht. So habe ich das Problem, dass ich zwar mit der anderen Hand das Gummiband stramm ziehen kann, mir jedoch eine dritte Hand fehlt, um den Kordelstopper zu verstellen.

    Und für die Grammzähler unter uns: Beide Handschuhe zusammen wiegen 84g.

    Innenhandschuhe vor dem Vernähen auf links gedreht:

    Die fertigen Handschuhe:


    Innenflächen:


    Und noch zwei Ansichten:


    Insgesamt ein machbares Projekt, wenn man sich Zeit lässt. Etwas reindenken muss man sich beim Zusammennähen der Teile, so dass am Ende auch alles richtig herum ist. Geholfen hat mir dabei, dass ich mir mit Kreide markiert habe, was außen und was innen ist.

    Schnittmuster folgt dann die Tage. Das muss ich erst noch etwas optimieren, bevor ich es freigeben kann.

  • Ich habe mich mal probiert, aber ich habe erkannt: Ich bin kein Schnittmusterentwickler.

    Ich habe eine etwas ungewöhnliche Nahtzugabe (NZ) von 1/4 Inch gewählt, das sind 6,35mm. Mir reicht das.

    Wenn man die Handfläche an das Unterteil (Manschette) an den jeweiligen Nähten aneinander legt, bekommt man das Schnittmuster für den Handrücken.

    Kein Schnittmuster habe ich für den Kanal für das Gummi im Übergang von Hand zu Handgelenk. Da habe ich mir einen Kanal genäht (ca. 5cm breit im Zuschnitt), zunächst auf Links genäht, dann umstülpt und dann jeweils knapp an den Rändern auf den Handschuh drauf (vor dem Zusammennähen).
    Ebenfalls vor dem Zusammennähne habe ich die Verstärkung für die Kordel an offenen Ende angenäht, anschließend die Ösen reingedängelt.
    Und ich habe auch noch einen kleines Gurtband mit angenäht, so dass ich die Handschuhe später mit einem kleinen Karabiner zusammenklippen kann.

    Meine Hand hat im Umfang 23cm (im Knöchelbereich) und ist vom Handgelenk (Innenseite gemessen) bis zur Spitze des Zeigefingers 20cm lang.

    Wenn jemand sich die Handschuhe nachnäht, will ich hier aber ein Foto davon sehen!!!

    P.S. Bei meinem Prototypen hatte ich den oberen Außenbereich (Fingerspitzen) noch verstärkt. Fand ich dann aber nicht nötig und habe das am Ende weggelassen. Das Schnittmuster dafür habe ich jedoch mit eingescannt.

    PP.S. Beim Ausdrucken der Vorlage darauf achten, dass der Ausdruck mit 100% erfolgt und nicht an die Papiergröße angepasst oder skaliert wird.

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