ZB024 Als Frau draußen allein unterwegs (Diskussionsfaden)

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Baumkind ist seit vielen Jahren allein draußen unterwegs. Für manche Frauen ist das ein absolutes No-Go – doch Baumkind sagt: „Das muss es nicht!“

    Im Podcast spricht sie über ihre persönliche Entwicklung, die Herausforderungen auf ihrem Weg und was sie bis heute motiviert zu ihren Solo-Touren. Außerdem nimmt sie uns mit auf ihre letzte Radreise nach Dänemark im Juli 2025.

    Wer mehr über ihre Touren erfahren möchte, findet spannende Einblicke hier: https://flevorider.wordpress.com/

  • Vielen Dank für die Folge und das Thema. Cool, dass Baumkind und andere alleine draußen unterwegs sind. Ich glaube nicht, dass es gefährlicher ist, als andernorts. Ich hätte mir nur gewünscht (oder ich habs verpasst :), dann umso besser) , dass nicht der Rat an Frauen thematisiert wird, sondern auch was Männer tun können um die Situation zu verändern - ihr kennt vielleicht auch die man vs bear frage bzw hier

  • Hi Baumkind, das kam alles super sympathisch rüber. Ich habe früher immer die alleinreisenden Frauen beneidet, weil sie so gut beim Trampen wegkamen und ich stundenlang stand. Dass das alles auch Nachteile hat, ist mir schon klar. Ansonsten habe ich ein neues Wort gelernt: "anonkeln":D

  • Hallo anne,
    danke für deine Rückmeldung – sehr schön, dass du dich so konkret mit der Folge auseinandergesetzt hast. Genau das wünsche ich mir.

    Du hast völlig Recht: Ich hätte Baumkind auch fragen können, was sie sich von Männern wünscht, damit es für Frauen leichter wird, allein draußen unterwegs zu sein. Vielleicht mag sie diese Frage ja hier noch beantworten.

    Zur Man vs. Bear-Frage: Ich sehe die Sache etwas anders. Unser Podcast hatte einen biographischen Schwerpunkt. Es ging darum, wie Baumkind das Alleinsein draußen erlebt, welche Entwicklungsschritte sie gegangen ist und welche Erfahrungen sie gemacht hat. Vor diesem Hintergrund hätte die Frage für mich nicht gut gepasst.

    Darüber hinaus empfinde ich sie als problematisch, weil sie bewusst ohne Kontext gestellt wird. Dadurch wirkt sie zwar provokant, aber wenig hilfreich. Weder sind Frauen (Männer auch nicht) im Allgemeinen mit Bären und ihren Verhalten vertraut (welche Art von Bären wäre überhaupt gemeint?), noch finde ich es fair, alle Männer pauschal in einen Topf zu werfen.

    Wenn ich die Frage in unseren Kontext übertragen würde, dann eher so: „Wärst du lieber mit einem Mann aus unserer Community draußen unterwegs – oder mit einem Bären in Rumänien?“ Denn unser Podcast richtet sich vor allem an Menschen aus unserem Forum, mehrheitlich Männer ab 50. Meine Erfahrung dort ist, dass diese Gemeinschaft sehr unterstützend und wertschätzend ist. Dass andere, insbesondere Frauen, das vielleicht anders wahrnehmen, will ich nicht ausschließen.

    Kurz gesagt: Mir ist wichtig, dass wir einen klaren Bezugsrahmen behalten. Die Man vs. Bear-Frage verzichtet bewusst auf diesen Rahmen – und genau deshalb halte ich sie für ungeeignet.

  • Ich konnte mir die Links nicht ansehen, da ich immer zur Installation der Tiktok App aufgefordert wurde ohne etwas abzuspielen: was hätte ich zu sehen bekommen? Ich kann mir unter der Frage nicht wirklich etwas vorstellen.

  • Ich konnte mir die Links nicht ansehen, da ich immer zur Installation der Tiktok App aufgefordert wurde ohne etwas abzuspielen: was hätte ich zu sehen bekommen? Ich kann mir unter der Frage nicht wirklich etwas vorstellen.

    Die Frage ist recht einfach - vor einem Jahr ging ein Video viral, in dem Frauen gefragt wurden, ob sie lieber mit einem Mann oder einem Bär allein im Wald wären. Die überwiegende Mehrzahl hat sich für den Bären entschieden. Das hat etliche Diskussionen entfacht.

  • Die Frage ist recht einfach - vor einem Jahr ging ein Video viral, in dem Frauen gefragt wurden, ob sie lieber mit einem Mann oder einem Bär allein im Wald wären. Die überwiegende Mehrzahl hat sich für den Bären entschieden. Das hat etliche Diskussionen entfacht.

    Der Vollständigkeit halber muss man aber sagen das daraufhin auch Männer gefragt wurden und sich die meisten ebenfalls für den Bären und damit gegen die Frau entschieden haben.

    Kann man interpretieren wie man möchte 😄

  • Ich verstehe gar nicht, wie man so eine pauschale Frage überhaupt stellen kann. Bei nettem Mann und freundlichem Bären wäre mir beides recht, bei aggressivem Mann oder Bär, hätte ich auf beides keine Lust.

    Erstaunlich finde ich eher die Antworten der Männer bei der Frage "Frau oder Bär": das hätte ich nicht erwartet.

  • was sie sich von Männern wünscht, damit es für Frauen leichter wird, allein draußen unterwegs zu sein.

    Wenn Sundance mir die Frage im Podcast gestellt hätte, hätte ich spontan "gar nichts" geantwortet.

    Vorbehalte wie "ist doch gefährlich" habe ich sowohl von Männern wie von Frauen gehört. Ich würde mir eher wünschen, dass Frauen, die unterwegs sein wollen, ihre Vorbehalte über Bord werfen.

  • Mir hat die Folge sehr gefallen und es freut mich zu hören, dass Baumkind und ihr Partner eine so gute Form der Kommunikation haben, sodass sich beide damit sicher fühlen und jeder seinen Freiraum hat zu tun, wonach ihm/ihr der Sinn steht.

    Spoiler anzeigen

    Die folgende Diskussion hier (bezüglich Bär/Mann) finde ich zunehmend unangenehm und teilweise entlarvend. Schon etwas traurig

    Manchmal denke ich, ich bin der Einzige der mir nicht zuhört.

    Bündischer Halstuchträger mit Hang zum Hängen

  • Wenn Sundance mir die Frage im Podcast gestellt hätte, hätte ich spontan "gar nichts" geantwortet.

    Vorbehalte wie "ist doch gefährlich" habe ich sowohl von Männern wie von Frauen gehört. Ich würde mir eher wünschen, dass Frauen, die unterwegs sein wollen, ihre Vorbehalte über Bord werfen.

    Ich denke Du bist ein Ausnahmetalent, d.h. jemand der besonders vernünftig und intelligent an seine Reise-Abenteuer herangeht. Du hast eine gute Einschätzung was allgemein geht und was nicht. Das fehlt vielen Menschen und dann stehen sie oft hilflos vor Schwierigkeiten die sie nur schwer überwinden können.

  • gute Form der Kommunikation

    Die Kommunikation und das gegenseitige Vertrauen auf Entfernung hat sich langsam entwickelt. Anfangs war ich unsicher, hab die Routen exakt geplant, damit mein Mann mich im Zweifel mit dem Auto einsammeln kann.

    Ausnahmetalent

    Das will ich mal entschieden verneinen (trotzdem danke für die Blumen). Es begann mit dem Wunsch rauszugehen und mehrere Tage am Stück unterwegs zu sein. Meine heutige Freiheit habe ich mir Schritt für Schritt erarbeitet, Erfahrungen gesammelt und meine Komfortzone jedes Mal ein wenig erweitert. Anfangs war nicht klar, wohin dieser Weg mich führen würde.

  • Vielen Dank an euch, Sundance und Baumkind ! War tatsächlich die erste Folge, die ich angehört habe, aber der Titel hat mich interessiert. Den Bericht über die Reise habe ich auch gelesen, eine schöne Erinnerung. Anno 99 war ich ebenfalls 14 Tage lang rund um Jylland mit dem Rad unterwegs (war meine vierte Solotour). Damals aber noch mit Zelt, überwiegend auf Campingplätzen und den Naturlagerplätzen, im Verzeichnis waren aber auch die ersten Shelterplaetze drin. In der Nähe von Hirtshals habe ich mich dann getraut, in so einem Hasenstall zu übernachten und habe Baumklötze gestaunt, als sich das Gebäude in der Nähe, das als Toilette und Trinkwasserstelle angegeben war, als vollautomatisches Mühlenmuseum herausgestellt hat, das rund um die Uhr geöffnet hatte - völlig undenkbar in D! Das war damals meine erste Wildcampingnacht, der noch viele weitere folgen sollten und hoffentlich noch werden!

    Die berühmte Frage habe ich auch öfters gestellt bekommen und Mansplaining kenne ich natürlich auch. Aber unterm Strich überwiegen auch bei mir die echten Begegnungen und Hilfsangebote, die ich dann auch dankbar annehmen konnte - z.B. die Einladung zum Frühstück in Nordjylland oder zum Mittagessen mit Trockenraum für das klatschnasse Zelt und den anschließenden Transfer durch den nächsten Straßentunnel, der für Fahrräder verboten war.

    Auch ich kann mich Baumkinds Resümee nur anschließen: einfach machen!

  • Ich bin auch schon immer viel alleine unterwegs und sehe es wie Baumkind: Mein Unterwegssein hat mit Männern erstmal gar nichts zu tun. Es ist ja MEIN Unterwegssein. Da Erwartunshaltungen gegenüber anderen Leuten zu entwickeln würde mich von diesen abhängig machen und genau das will ich ja nicht.

    In der Realität hatte ich, wie noodleses ja schon andeutete, viele Vorteile da Frauen im Schnitt mehr Hilfsbereitschaft und weniger Argwohn entgegen gebracht wird. Statistisch gesehen werden Männer sogar öfter Opfer von Gewalt im öffentlichen Raum.

    Also: Nicht unkritisch auf die gängigen Erzählungen hören und schöön die eigene Freiheit und die Begegnungen mit anderen Menschen genießen.

    Einmal editiert, zuletzt von Friebi (9. Oktober 2025 um 14:34)

  • Im Nachbar-Forum, dem Ultraleicht-Trekking Forum.de, sind diverse Frauen angemeldet und nehmen auch rege an den Diskussionen, etc… teil und die meisten von denen, machen auch Touren alleine.

    Sexuelle Übergriffe, aber auch Gewalt im Allgemeinen, finden in erster Linie in der Zivilisation statt und nicht in der Natur!

  • Der Podcast war sehr interessant und die Diskussion hier ist es auch.
    Ich kann nicht für alle Frauen sprechen, niemand kann das wirklich, aber aus meiner Sicht haben Frauen schon spezifische Ängste wenn sie allein draussen übernachten. Die Angst vor Vergewaltigung ist uns allen sicher geläufig und sie ist recht frauenspezifisch. Schon allein deshalb, weil wir im Allgemeinen Männern körperlich unterlegen sind.
    Es ist sicher, dass soche TYpen ihre Opfer eher dort suchen, wo die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, auch auf ein mögliches Opfer zu treffen, also in der Zivilisation.
    Danach versuche ich meine Lagerplätze so auszuwählen, dass sie möglichst unzugänglich sind. Das funktioniert praktisch nie!
    z.B.:
    Ich finde einen schwer zugänglichen Hängeplatz an einem schrägen Ufer, dahinter Wald. Morgens, als ich in die Büsche musste, stelle ich fest, dass ich 10m von einem befahrbaren Waldweg entfernt bin.
    Auf meiner letzten Tour gab es praktisch keine Plätze, die nicht vom Land aus erreichbar waren, teilweise kamen nioch Spaziergänger, als ich schon aufgebaut habe. Viele wunderschöne Stellen habe ich verworfen, weil sie zu nah an einer frequentierten Strasse waren, dann bin ich doch auf einem sehr öffentlichen Gelände gelandet.

    Ich fühle mich eigentlich nie in Sicherheit, wenn ich draussen bin. Nur die wachsende Erfahrung, dass mir noch nie etwas passiert ist, hilft mir dann doch schlafen zu können.
    Ich weiss, das mir ein Messer in der Tasche, die sehr blendende Taschenlampe oder das noch zu kaufende Pfefferspray nicht viel nützen werden, wenn mich jemand im Schlaf überfallen sollte. Ich mache keinen Kampfsport und bin reichlich steif und langsam, wenn ich geschlafen habe.
    Es ist eher Fatalismus, der mich trotzdem rausgehen lässt. Wernn ich es nicht täte, würde ich es bereuen. Was nützt es denn, die schönen Dinge im Leben nicht zu tun, aus Angst es könnte schiefgehen? Das Leben ist kurz und ich bin auch schon 66.


    Der weitaus gefährlichste Moment meinber letzten Tour war die Rückfahrt, als ich die untergehende Sonne direkt von vorne hatte und vom Gegenverkehr nur die Scheinwerfer sehen konne, wissend, dass viele noch kein Licht anmachen. Bei 90 auf einer kleinen Strasse durch die Berge.

    Ansonsten weiss mein Lebensgefährte immer ungefähr wo ich lager, meist schicke ich ihm ein Foto mit einer Karte und mein Handy bleibt über Nacht an. Das rettet mich zwar auch nicht, beruhigt ihn aber, hoffe ich.

  • Ich glaube auch, dass gefühlte Gefahren und reale Risiken wenig miteinander zu tun haben. Ich vertraue da auf die Statistik. Das was wirklich gefährlich ist (Autobahn, Fahrradfahren in Berlin) empfindet man oft nicht als gefährlich, die gefühlten Ängste (Triebtäter, Wölfe) werden in der Regel durch die Statistik widerlegt.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!