Beiträge von kilosierra

    Man kann aber auch eine schlechte Thermosflasche oder andere stabile Flasche mit warmem oder heissen Wasser füllen, evtl in eine Socke stecken, damit es nicht zu heiss ist und an die Füsse legen. Das ist mir lieber als Feuer oder Lithiumakkus im Schlafsack.

    Warum lasst ihr nicht auch gleich den Schlafsack in der Hângematte und sropft alles in die Wurstpelle?

    Ich denke zumindest wasserabweisend ist nützlich, wenn man bei Auf- und Abbau die Wurst auf dem Boden ablegen muss.
    Wasserdicht ist eine Falle falls nicht alles ganz trocken ist.

    Ich schlafe, wann immer verantwortbar, ohne Tarp und habe morgens mit taufeuchten Sachen zu tun. Dann muss ich aber doch alles wasserdicht verpacken, auf dem Kanu weiss man nie, ob es nicht doch nass wird.

    Und Hängematten Forum heisst das Leben in der Hängematte relaxen? ;D

    Ich dachte es gibt vielleicht ein paar Selbständige und Unternehmer hier...aber ok wenn ich hier fehl am Platz bin dann ok.

    Was spricht dagegen in der Hängematte zu chillen in der Natur und von dort aus ein paar Kunden zu bedienen und mit einem bulgarischen Firmensetup? Ich bin sowieso digitaler Nomade und hab mich in Deutschland abgemeldet. Irgendwo brauch aber auch eine Firma, weil meine Ersparnisse ausgehen.

    Ich finde es aber sehr unbequem, länger als 4 Minuten das Tablet in der HM zu benutzen. Arbeiten geht im sitzen, evtl sogar an einem Tisch dann doch besser.

    Wenn ich in der HM verschwunden bin, sieht niemand, ob ich Männchen oder Weibchen bin.
    Selbst ein Vergewaltiger, der zufällig vorbei käme, käme wohl nicht auf die Idee dort eine Frau zu vermuten, dazu sind wir zuwenig Frauen, die solche Ausflüge machen. Er riskiert ja, an einen kräftigen Mann zu geraten.

    Als Gefahr schätze ich eher Leute ein, die mich am Tag gesehen haben und dann mein Kayak am Strand wiederfinden. Zum Glück sind das nie allzu viele.
    Auf den Fotos seht ihr, dass mein Kayak einen 'Tarnüberzug' zur Nacht bekommt. Das ist sicher kein Allheilmittel, macht es aber weniger auffällig aus der Entfernung.

    Eine andere Gefahr sind Gruppen, die auftauchen um Party zu machen. Nach genug Alkohol muss man mit jedem "Blödsinn" rechnen.
    Im letzten Jahr bestand die Gefahr in einem Lagerfeuer, mitten in einem Kiefernwäldchen. Im August, alles rappeltrocken. Der Rauch zog die ganze Nacht auch zu mir. Ich habe kaum geschlafen, wollte aber im Dunkeln nicht wieder abhauen und einen neuen Platz suchen müssen. Morgens schliefen sie alle, das Feuer brannte immer noch.

    Und jetzt mal ganz konkret.
    Du liegst friedlich in der Hängematte und schnarchst. Da wirst du von lautem Gegrunze, Wühlen, Kratzen und Sabbern geweckt. Unter dir und um dich rum eine Horde Wildschweine, die deinen Rucksack untersuchen und an der Hängematte (an deinem Hinterteil) schnuppern. Was macht ihr in dieser Situation?
    An Stellen, wo ich Wühlspuren, Losung, Bucheckern, Eicheln oder Kastanien sehe, baue ich lieber nicht mein Lager auf.

    Hatte ich mal, und als es abgelaufen war, habe ich es auch mal ausprobiert und fand es sehr enttäuschend. Ganze 3 sec kam ein kleiner Strahl da raus. Da gibt's bessere Möglichkeiten.

    Danke für den Hinweis, ich habe immer noch keins gekauft. Wenn man in der Hängematte liegt und das Mückennetz geschlossen hat, dürfte der Einsatz von Pfefferspray auch nicht gerade einfach sein.
    Letztens war ich im Dunkeln in einer Stadt unterwegs, da hätte ich mich mit so einem Fläschchen in der Tasche etwas sicherer gefühlt. Aber ohne ist mir ja auch nichts passiert.

    Da bin ich weitgehend einverstanden.

    Jäger gehören auch zu meinen grössten Sorgen. Morgens sind sie noch halbwegs nüchtern, aber daneben schiessen können sie trotzdem. Hier ist die Jagd noch unkontrollierter als in D glaube ich.

    In erster Linie fürchte ich mich vor Menschen, Männern und angetrunkenen Jugendlichen.


    Dann habe ich grosse Angst vor Waldbränden. Zur Not könnte ich ja in mein Kayak hüpfen und nur meine Sachen verlieren , Mist ist es aber immer.

    Dann erst kommen tierische Gefahren, in der Reihenfolge: Wildschweine, Hirsche, Rehböcke

    Zecken weniger, damit hatte ich in letzer Zeit wenig zu tun. Ich habe aber immer einen Zeckenentferner dabei.

    Hier könnten auch Mücken (Tigermücke) zur Gefahr werden, aber im Oktober ist das auch nicht mehr so schlimm. Ich habe keine einzige Mücke bemerkt.
    Sprays benutze ich nie.


    Woher kommt deine Angst vor Wölfen?
    Hast du schlechte Erfahrungen gemacht, oder kennst du jemanden?
    Als Möchtegern-Tierfotograf würde ich mich freuen, mal einem Wolf zu begegnen. Ich habe noch nicht mal einen gehört.
    In meiner Vorstellung sind Wölfe grosse Hunde, die Angst vor Menschen haben und ich mag Hunde.

    So dann schicke ich mal den letzten Tag mit Bildern auf die Reise.

    5. Tag

    Ich lasse die Sachen nur kurz trocknen und fahre los.

    An den Hotels vorbei komme ich recht schnell in die Bucht in der ich gestartet bin. Die sehe ich mir aber auch noch an. Die Bucht ist länger als erwartet und bietet noch ein paar sehr schöne Anblicke.

    Eine ehemalige Eisenbahnbrücke über die jetzt die Strasse zum Strand führt.

    Eine lange Brücke, derselben stillgelegten Strecke führt in den See. Das Wasser ist sehr klar und ich paddel über dieser Brücke und sehe sie unter mir in der Tiefe verschwinden. Weil der Wasserstand aber gerade abgesenkt wird, jeden Abend habe ich das Boot gerade so auf den Strand gezogen, jeden Morgen lag es völlig auf dem Trockenen, sind einige Bögen der Brücke oberhalb der Wasserlinie und ich fahre hindurch bis ich mir fast den Kopf stosse.


    Ich habe keine Ausrede mehr, es ist jetzt Schluss.

    Ich gehe zum Strandcafé, aufs Klo, trinke einen Kaffee und fange an einzupacken und alles zum Auto zu schleppen. Ich hatte 6 liter Wasser zu viel mit und habe auch weniger gegessen, als erwartet. Natürlich hatte ich auch zu viele Kleidung mit, das Wetter war wahnsinnig schön und ich habe die Tage in Schorts und Top verbracht, warme Kleidung nur am Abend gebraucht. Es hat mir an nichts gefehlt, der Solarlader hat mich mit genug Strom versorgt, zum Fotografieren und fürs Handy. Tachenlampen habe ich praktisch gar nicht benutzt, denn ich möchte nicht auffallen und es war Vollmond. Wenn ich nicht schlafen konnte habe die Podcasts vom Forum gehört, das war super.

    Nach so vielen netten Kommentaren schicke ich vor dem Schlafengehen noch den 4.Tag los

    4. Tag

    ca 10h - 16h gepaddelt

    Heute werde ich wahrscheinlich die Runde fertig machen, aber am Nachmittag einpacken und dann 6 Stunden fahren, darauf habe ich nicht wirklich Lust. Also werde ich kurz vor Ende einen Schlafplatz suchen und dann am folgenden Tag das letzte Stückchen paddeln, packen und so gegen Mittag losfahren. Das ist entspannter. Zu Hause wartet zwar jemand auf mich, aber ich habe keine dringenden Verpflichtungen und kann es mir erlauben flexibel zu sein.

    Dieses Stück ist das Wildeste und wunderschön. Es gibt viele kleine Buchten zu entdecken, von denen viele mit einem Bächlein den See speisen. Viel Wasser fliesst dort aber nicht. Manchmal kann ich es zwar hören, aber nicht sehen. Die Ufer in diesen Buchten sind so lehmig und rutschig, dass aussteigen nicht überall zu empfehlen ist.

    Dafür sind die Felsformationen umso beeindruckender. So fahre ich stundenlang gemütlich, freue mich an dieser Schönheit und mache Fotos. Dann muss ich wieder aufs andere Ufer, an der Staumauer entlang, der man sich nicht zu sehr nähern darf.

    Dort geht es weiter mit hübschen Buchten und hohen Felsen. Kurz bevor ich einen bebauten Bereich mit einer grossen Hotelanlage erreiche, halte ich an.

    Eine sehr seltsame Landschaft, blätterteigartiges Gestein, die Schichten verlaufen senkrecht und man läuft auf den Kanten. Das Ganze in angenehmen Wellen und darauf stehen ein paar winzige Kiefern, die ihre Wurzel meterlang über den Steinen ausstrecken, bevor sie in die Erde gehen.

    Zwei passende und stabile Bäumchen habe ich gefunden, mit Aussicht in alle Richtungen und ich will mal wieder die Sterne sehen. Also nehme ich weder die Windsocke noch das Tarp. Es ist ja die letzte Nacht, egal, wenn das Zeug jetzt nass wird.

    Ja, der Herbst ist eine sehr schöne Zeit und ich bin froh "richtige" Fotoapparate mitgenommen zu haben. Die Bilder mit dem Handy in der wasserdichten Tasche sind nicht so toll. Das schöne an einem Kayak mit Spritzdecke ist, dass wirklich nicht viel Wasser rein kommt. Zumindest bei ruhigem Wetter und wenn die Spritzdecke nicht kaputt geht.
    Die Wassertemperatur war sehr angenehm. Ich war zwar zu faul zum Baden, ich wollte vor der Nacht nicht riskieren auszukühle, ich hatte auch keine Badekleidung mit. Allerdings war es so leer, da hätte ich auch mal nackt reinspringen können. Aber irgendwie war mir nicht so. An den Füssen hat es nicht gezwickt und als ich ausgerutscht bin und halb unter dem Kayak lag, war es auch nicht kalt. Es gab auch Leute, die geschwommen sind. Auch das ist ein Vorteil von Herbsttouren, das Wasser ist noch warm und auch die Nächte am Ufer sind nicht so kalt, wie in meinem Dorf.

    3. Tag

    Auch diesen schönen Platz verlasse ich wieder und niemand sieht später, dass ich dort geschlafen habe.

    Nach etwa einer Stunde komme ich an den Zusammenfluss und ab jetzt fahre ich auf der Ubaye. Hier ist die Landschaft deutlich wilder und die laute Strasse verläuft hier auch nicht mehr. Teilweise ist es so windstill, dass der See völlig glatt wird und mir die Spiegelungen der Felsstrukturen im Wasser völlig den Kopf verdrehen. Fast wird mir schwindlig.


    Es gibt hier schöne Buchten, teils mit hellen Felsen, teils mit schräg geschichtetem Schiefer, der in der Sonne glänzt. Ich fahre, bis es nicht weiter geht, weil die Strömung zu stark wird. Dann geht es am anderen Ufer zurück.

    Diesmal finde ich eine parkartige Freizeitlandschaft, Anlegestelle für kleine Boote, Landeplatz für Gleitschirmflieger, Campinghütten, Klo mit abgeschlossener Tür und einem passenden Baumpaar. Ich benutze wieder die Windsocke, sie hat sich auch gegen den Tau bewährt. Die Nächte sind inzwischen etwas wärmer und der zweite Schlafsack bleibt schon seit zwei Nächten in seiner Tüte.

    Von diesem Tag habe ich noch mehr schöne Bilder. Wollt ihr sie auch sehen?

    Der Podcast war sehr interessant und die Diskussion hier ist es auch.
    Ich kann nicht für alle Frauen sprechen, niemand kann das wirklich, aber aus meiner Sicht haben Frauen schon spezifische Ängste wenn sie allein draussen übernachten. Die Angst vor Vergewaltigung ist uns allen sicher geläufig und sie ist recht frauenspezifisch. Schon allein deshalb, weil wir im Allgemeinen Männern körperlich unterlegen sind.
    Es ist sicher, dass soche TYpen ihre Opfer eher dort suchen, wo die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, auch auf ein mögliches Opfer zu treffen, also in der Zivilisation.
    Danach versuche ich meine Lagerplätze so auszuwählen, dass sie möglichst unzugänglich sind. Das funktioniert praktisch nie!
    z.B.:
    Ich finde einen schwer zugänglichen Hängeplatz an einem schrägen Ufer, dahinter Wald. Morgens, als ich in die Büsche musste, stelle ich fest, dass ich 10m von einem befahrbaren Waldweg entfernt bin.
    Auf meiner letzten Tour gab es praktisch keine Plätze, die nicht vom Land aus erreichbar waren, teilweise kamen nioch Spaziergänger, als ich schon aufgebaut habe. Viele wunderschöne Stellen habe ich verworfen, weil sie zu nah an einer frequentierten Strasse waren, dann bin ich doch auf einem sehr öffentlichen Gelände gelandet.

    Ich fühle mich eigentlich nie in Sicherheit, wenn ich draussen bin. Nur die wachsende Erfahrung, dass mir noch nie etwas passiert ist, hilft mir dann doch schlafen zu können.
    Ich weiss, das mir ein Messer in der Tasche, die sehr blendende Taschenlampe oder das noch zu kaufende Pfefferspray nicht viel nützen werden, wenn mich jemand im Schlaf überfallen sollte. Ich mache keinen Kampfsport und bin reichlich steif und langsam, wenn ich geschlafen habe.
    Es ist eher Fatalismus, der mich trotzdem rausgehen lässt. Wernn ich es nicht täte, würde ich es bereuen. Was nützt es denn, die schönen Dinge im Leben nicht zu tun, aus Angst es könnte schiefgehen? Das Leben ist kurz und ich bin auch schon 66.


    Der weitaus gefährlichste Moment meinber letzten Tour war die Rückfahrt, als ich die untergehende Sonne direkt von vorne hatte und vom Gegenverkehr nur die Scheinwerfer sehen konne, wissend, dass viele noch kein Licht anmachen. Bei 90 auf einer kleinen Strasse durch die Berge.

    Ansonsten weiss mein Lebensgefährte immer ungefähr wo ich lager, meist schicke ich ihm ein Foto mit einer Karte und mein Handy bleibt über Nacht an. Das rettet mich zwar auch nicht, beruhigt ihn aber, hoffe ich.

    2. Tag

    Ich war fast am Ende des Sees und habe nun ans andere Ufer gewechselt. Ab jetzt fahre ich nach Südwesten und bekomme am Nachmittag für ein paar Stunden ordentlichen Gegenwind. Das Herbstlaub leuchtet an den Bergen und das Wasser ist so blau, dass die Flügel der Möwen von unten blau aussehen.

    Auf dieser Seite des Sees verläuft die Nationalstrasse und der gesampte Uferbereich ist nicht wild, sonder eher parkähnlich und es gibt viele Campingplätze hier.

    Als ich am späten Nachmittag an eine paradiesische Halbinsel komme, beschliesse ich dort die Nacht zu verbringen. Es gibt einen guten Hängeplatz, auf beiden Seiten der HM sehe ich den See, Platz für die Wäscheleine zum trocknen der Bettzeugs ist auch und am Ufer kann ich gut kochen. Nach der Nässe der letzten Nacht und weil es etwas windig ist ringe ich mich durch mein Bett besser zu schützen und probiere die windsock von onewind. Das wars dann mit der schönen Aussicht aus der Matte aber dafür ist nur die Windsocke nass, die Daunenquilts sind fast trocken.

    Danke für eure netten Kommentare.

    Ich habe vergessen, die Tageskarte einzustellen. Leider hat das Tracking auf dem Handy nicht funktioniert, so habe ich aus der Erinnerung meine Tagesstrecken in einer Karte eingezeichnet.


    Sollte mal der eine oder andere Lust bekommen dort hin zu fahren, dann vermeidet die Sommersaison. Einheimische haben mir gesagt, dass es im Sommer schrecklich voll ist. Das ist sicher auch problematisch für's Biwak. Wo viele Leute unterwegs sind gibt es immer Probleme, Kontrollen und Verbote.

    Der See hat einen regelmässigen Wind, der am Tag, manchmal erst am Nachmittag kräftig von SW bläst und das Vorankommen von Luftboote stark beeinträchtigen kann.
    Theoretisch ist das Überqueren mit Kayaks verboten, auch deshalb meine Wahl, den See zu umrunden, mehr oder weniger ufernah, ausser am Staudamm, da muss man quer rüber.