Umgang mit nächtlicher Feuchtigkeit im Herbst?

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  • Moin,

    möglicherweise kann ich im Herbst für neun Tage in Schweden wandern gehen. Die Wetterdaten der letzten Jahre habe ich gescheckt und festgestellt: Ideale Bedingungen sehen anders aus. Temperaturen zwischen -6 und 6 Grad im Schnitt, im Oktober 2-3 Sonnentage, 12 Tage bewölkt und der Rest Regentage. Und natürlich relativ kurze Tage.

    Das alles schreckt mich nicht ab, aber bei meiner vorletzten Schwedentour hatte ich morgens oft einen leicht feuchten Topquilt von oben.

    Jetzt könnte ich meine Regenjacke auf den Topqilt legen (wenn sie trocken ist), ein Topcover verwenden oder mir einen Schlafsack mit Membran zulegen.

    Im Moment habe ich den Taiga 480 und würde den auch mit Topcover verwenden. Der Ausblick würde mir fehlen.

    Ein Schlafsack würde die warme Luft besser halten.

    Die Tour hat ca. 240km.

    Resupply ist vielleicht 1x möglich, es geht durch Wald und sie ist recht remote.

    Insofern sind trockene Nächte schon kritisch.

    Wie würdet ihr der nächtlichen Luftfeuchtigkeit begegnen?

    Die Alternative wäre eine andere Strecke, aber darüber will ich noch nicht nachdenken.

  • Tarp sehr niedrig hängen, "Türen" schließen und schauen dass keine Luft durchzieht?

    ..oder dieser UQP von Oneiwind der auch von oben schützt?

    Ich weiß nicht wie genau Tau physikalisch nachts entsteht. Kalte feuchte Luft die auf warmen Boden trifft?

    Ich denke die Luftzirkulation ist entscheidend sowie die Lufttemperatur.. IN einem Zelt entsteht kein Tau nachts.

  • Geeigneter Lagerplatz ist das wichtigste.

    Trocken mit wenig Taubildung und idealerweise trotzdem etwas Luftzirkulation.

    Da sind wir Hänger ja schon mal gut aufgestellt, trocknender, nicht zu dichter, nicht zu lichter Wald und eher nadeliger Waldboden als Gras oder Moos schützt von oben und unten.

    Vom Höhenprofil am besten halbhoch, um der kalten, feuchten Senke zu entgehen und nicht vom Gipfel gefegt zu werden.

    Dann trockenen Boden wählen und nicht zu niedrig hängen, um der Bodenfeuchtigkeit zu entgehen.

    Und das Tarp ebenso eher hoch mit Abstand von der Hängematte und offen-luftig aufbauen.

    Wenn es dann noch etwas Kondens von außen gibt, ist das ja wirklich eher auf dem Außenstoff. Beim Frühstücken und packen schon gut lüften lassen, dann ist es meist eh schon verschwunden, als letztes einpacken, obenauf, lose, und bei der nächsten Pause wieder raus holen und wiederholen.

    Was wasserdichtes direkt über der Penntüte führt nur zu mehr Kondens von innen, das sich dann auch direkt in der Daune niederschlägt.

    Oder halt hydrophobe Daune oder gleich Kunstfaser, wenn man da im Kopf sicherer sein will. Halte ich aber für übertrieben, wenn man ein bisschen umsichtig ist.

    Einmal editiert, zuletzt von hangloose (14. August 2024 um 19:02)

  • Tarp sehr niedrig hängen, "Türen" schließen und schauen dass keine Luft durchzieht?

    Ein super Taufänger, wenn die Nässe von unten aufsteigt. Wenn es danach aussieht, eher genau das Gegenteil machen.

    IN einem Zelt entsteht kein Tau nachts.

    Wenn der Taupunkt innen liegt durchaus. Und ist es dann noch schlecht belüftet, wird es durch Kondens vollends zur Tropfsteinhöhle.

  • Ein super Taufänger, wenn die Nässe von unten aufsteigt. Wenn es danach aussieht, eher genau das Gegenteil machen.

    Wenn der Taupunkt innen liegt durchaus. Und ist es dann noch schlecht belüftet, wird es durch Kondens vollends zur Tropfsteinhöhle.

    In einem Zelt läuft das Kondenswasser dann im Innenzelt ab, und setzt sich nicht auf dem Schlafsack ab. Das Klima in einem Zelt kann genau in solchen Situationen gegenüber Tarps punkten.

    Ich habe das in einer 0C° kühlen Frühjahrsnacht beim Angeln letztes Jahr erlebt. Mein Kollege hatte sein Karpfenzelt aufgebaut, ich die HM. Als es ab 2 Uhr morgens sehr feucht und kalt wurde, war sein Zelt die deutlich bessere Wahl, weil viel gemütlicheres Klima als eine exponierte Hängematte.

  • Der Taiga 480 ist doch aus Quantum Pro? Habe mit dem noch nie Probleme gehabt und der ist ja ausreichend dimensioniert, selbst wenn der Loft etwas leidet passt das noch temperaturmäßig. Im Winter setzt sich bei mir oft die feuchte Atemluft auf dem Quantum Pro Stoff ab, gefeiert dann ggf auf der Oberfläche. Bei Gelegenheit lüften und trocken und gut.

    Ansonsten halt gleich auf Kunstfaser zurückgreifen...

  • Ansonsten halt gleich auf Kunstfaser zurückgreifen...

    Das Setup muss im Grunde genommen vom Material so aufgebaut sein, wie ein wasserabweisender o. wasserdichter, und winddichter Thermoanzug, für UQ u. TQ.

    1. Lage kuscheliger Stoff innen, 2. Lage Isolierfaser, + ggf. ein dünner winddichter/daunedichter Stoff und 3. außen ein wasserdichter aber atmungsaktiver, z.B. Gore-Tex, Außenstoff (Membran).

    Damit dürfte dann kühle feuchte Luft keine Chance mehr haben, unabhängig ob Daune o. Kufa.

    Klar, das wird dann sperrig und schwer...

  • Ich weiß nicht, wie die Infrastruktur auf Deiner Tour aussieht. Hier in Finnland finden sich auf vielen Routen immer mal kleine Schutzhütten mit einem Ofen drin. Ich habe die auch im Sommer schon genutzt, um meinen Kram etwas zu trocknen. Kostet halt 2-4 Std Zeit. 🤔

    "Ist es dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass du möglicherweise falsch liegst?" Snoopy/Charles M. Schulz

  • Werde noch länger darauf herum denken.

    Etwas unsicher bin ich, ob die Schlafplatzwahl alles sticht. Denn falls die Daune erst mal feucht ist, eignet sich das Klima dort nur schlecht, um ihn zu trocknen.

    Hinzu kommt, dass mein Exped 45 volumenmäßig an der Grenze ist. Mit "locker oben auf" ist da schwierig. Meist habe ich ihn auch unten im Liner, um ihn vor Regen zu schützen.

    Klar hat der Taiga etwas Reserve, aber wer weiß, ob sich die Temperaturen an die Klimadaten der letzten Jahre halten. Und dann ist es eine Nacht doch mal kälter bei -10 Grad. Erfrieren würde ich nicht, aber mit den Temperaturen sinkt der Spaßfaktor.

    Kufa oder Daunensack mit Goretex-Membran wären zwei Alternativen. Aber ich will auch keinen größeren Rucksack mitnehmen und 500 - 600 Euro für einen neuen Schlafsack ist auch nicht so erstrebenswert.

    Insofern läuft es im Moment dann doch auf die Schlafplatzwahl hinaus wie von hangloose vorgeschlagen. Aber ich habe ja auch noch etwas Zeit.

    Und vielleicht gibt es noch weitere Überlegungen, die ich mit einbeziehen kann?

  • Im norwegischen Teil des Finnskogen gibt es mehrere unbediente DNT-Hütten. Um an den Schlüssel zu kommen, musst du allerdings DNT-Mitglied werden, aber die sind jedenfalls immer mit Gas, Ofen und ausreichend Holz ausgestattet. Im Finnskogen war ich zwar noch nicht unterwegs, aber alle DNT-Hütten, die ich bisher besucht habe, waren total gemütlich, man kann da auch gut als dagsbesøk aufschlagen und Sachen trocknen. Genau das Richtige für Herbsttouren.

  • Schwarzwaldine Wenn du das System kennst: Kostet jede Hütte eine Übernachtungsgebühr?

    Habe eine Übersicht mit in Frage kommenden Hütten gefunden: https://ut.no/liste/50386992

    Da scheint es unterschiedliche Kategorien zu geben. Kannst du mir dazu was sagen?

    Habe bei meinem Browser auf dem Handy hier keine Übersetzungsfunktion, bin daher etwas eingeschränkt aufgrund meiner nicht vorhandenen Nowegischkenntnisse.

    Schlüssel könnte ich über den STF bekommen.

  • Ja, das unterschiedliche Kategorien. Der Besuch in "ubetjent" oder "betjent" (gibt es, glaube ich, im Finnskogen aber nicht) kostet etwas, das kann man aber auch im Nachhinein einfach überweisen. Zudem gibt es noch einige "nødbu", Notunterkünfte, die aber meistens zumindest mit einem Holzofen ausgestattet sind, die kosten in der Regel nichts und sind unverschlossen.

    Falls du sonst noch etwas übersetzt haben willst, frag einfach.

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