Hängematte aus Cloud71

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  • Moin, evtl. ist es ja für den einen oder die andere interessant. Ich habe mir aus Cloud71 eine Matte gebastelt, die wegen der Dehnbarkeit des Materials eigentlich nur für meinen Mittagspausen-Spot vorgesehen war. Allerdings bin ich direkt darin eingeschlafen, und nach zwei weiteren, sehr guten Testnächten wird sie jetzt erstmal meine Cocoon ersetzen. Die Matte ist sehr am Limit gebaut, daher nichts für Menschen mit gesteigertem Sicherheitsbedürfnis.

    Ich habe ein 4 m langes Stück gehabt. Auf dieses habe ich die Kurve aus diesem Thread (Kurven für den Zuschnitt des Hängemattenkörpers von Gathered-End-Hängematten) übertragen und mit einem dünnen Faden alle 5 cm per Akkordeon-Faltung zusammengezogen und gewhippt. Dafür habe ich mir zwei continous loops gespleißt (Höllenarbeit bei dem Durchmesser). Da ich nur 2 mm Dyneema-Schnur genutzt habe (mit dieser habe ich mehrere Jahre Erfahrung), und befürchtete, dass die Schnur evtl. den sensiblen Stoff zerreißen würde, habe ich dafür aus Nylon zwei Tunnel genäht. Nachdem mir die Länge getaugt hat, habe ich den überflüssigen Stoff akkurat abgeschnitten, und erst am Ende gemerkt, dass ich bereits vor dem Whipping (also innerhalb der Hängematte) geschnitten habe :cursing: . So wurde aus meiner 330 cm (bin 1,75 cm groß) langen Matte eine mit 315 cm :D Und das whippen ging von vorne los. Allerdings kann ich sehr bequem mit meiner Neoair drin liegen, die Länge fehlt mir nicht wirklich. Da mir der Knubbel an beiden Seiten ästhetisch nicht gefallen hat, habe ich aus Resten des Stoffes jeweils eine Kappe genäht. 

    Dazu habe ich noch eine Ridgeline gespannt, allerdings habe ich die eine Seite noch offen gelassen bis ich die perfekte Länge gefunden habe.

    Die Aufhängung besteht aus 2 Baumgurten mit 25 mm breiten Bändern (135 und 175 cm lang) sowie 2 jeweils 2 m langen Dyneema-Leinen (2 mm) die an einem Ende zur Schlaufe gespleißt sind, und die ich mittels Becket Hitch (danke an Mittagsfrost) in der Länge variiere. Die Aufhängung alleine liegt bei ca. 29 g, die Matte bei 135 g.

    Heute habe ich mir dafür auch ein asymmetrisches, transparentes Tarp aus Polyolefin-Folie gebaut, 3,45 m lang, 2,8 m breit, mit Heringen, Leinen und Gummischnur zum stramm halten, gesamt 215 g. Falls Interesse besteht würde ich noch Fotos nachreichen. Insgesamt bin ich erstaunt darüber wie gut ich darin liegen kann. Falls sie sich bewährt würde ich sie auf die nächste Weitwanderung mitnehmen.


  • Puh krass, mein Tarp alleine wiegt schon 768g.

    Traust du dem 2mm Dyneema mit dem Becket-Hitch? Dyneema ist doch eher etwas liberaler beim Knotenhalten.

    Wie kommst du mit den kurzen Baumgurten zurecht? Findest du immer so dünne Bäume?

    Ich hatte jetzt eher 3m Baumgurte geplant. Man will ja gewappnet sein. Allerdings ist mein Fokus auch nicht unbedingt Ultralight.

  • Der Becket Hitch ist noch relativ neu für mich, bisher habe ich andere genutzt, die allerdings nass teilweise sehr schwer zu lösen waren. Bisher erfüllt der Becket Hitch seinen Zweck, ohne durchzuflutschen. Die 2mm haben bisher ebenfalls immer gehalten, auch bei 2 Personen, bis auf durch einen von mir verursachten Fehler (da kam die Belastung sehr schnell, und es riss). Bei den Baumgurten habe ich auch noch einen 2,5 m langen, und je nachdem wo ich hingehe nehme ich die passenden mit. Alte Wälder dann halt mit den beiden längeren etc. Wobei ich bisher noch keine Probleme hatte, dann suche ich halt ein wenig länger bis ich die passenden Bäume habe. Man wiegt ja eigentlich immer Bequemlichkeit gegen Gewicht ab :) Wenn man sich kaufbare Aufhängungen ansieht, sind da teilweise 90 cm! Baumgurte bei :D

  • Eine schöne Matte!

    Ich frage mich, ob die dünnen Dyneema-Leinen auf Dauer ausreichend dimensioniert sind. Bei Whoopie Slings kommst du ja nur auf etwa 70% der angegebenen Nutzlast und mit dem Alter wird das Material auch nicht besser.

    Ich versuche, bei den Materialien immer einen Sicherheitsfaktor von 5 einzuhalten. Beispiel:

    Bruchlast 500 daN => Whoopie Slings 350 daN => Nutzlast 70 daN (ca. 70 kg)

  • Wird schon halten. Andere hängen sich mit 550 Paracord auf. So eine riesige Einsparung an zusätzlichem Gewicht erhält man durch dünnere Dyneema Seile allerdings nicht. Ich finde nur, dass sich solch dünne Seile extrem festziehen und schwer lösen lassen.

  • Eine schöne Matte!

    Ich frage mich, ob die dünnen Dyneema-Leinen auf Dauer ausreichend dimensioniert sind. Bei Whoopie Slings kommst du ja nur auf etwa 70% der angegebenen Nutzlast und mit dem Alter wird das Material auch nicht besser.

    Ich versuche, bei den Materialien immer einen Sicherheitsfaktor von 5 einzuhalten. Beispiel:

    Bruchlast 500 daN => Whoopie Slings 350 daN => Nutzlast 70 daN (ca. 70 kg)

    Ehrlich gesagt habe ich mehr Sorgen wegen dem Stoff :D mit den Schnüren bin ich seit mehreren Jahren ohne Zwischenfälle unterwegs. Aber ja, das Handling nimmt mit dem Durchmesser ab

  • Wird schon halten. Andere hängen sich mit 550 Paracord auf

    Moin,

    wahrscheinlich aber nur 1x......... ^^

    An der Hängematte ist 4-5mm Paracord (Nylon) fast wie ein Bungee Seil und hat trotzdem eine deutlich geringere Bruchlast als Dyneema mit z.B. nur 2,5mm Durchmesser...............und das wichtigste: Dyneema besitzt kaum Dehnung.

    Gruß von der Ostsee

  • Ehrlich gesagt habe ich mehr Sorgen wegen dem Stoff :D

    Solange der Stoff nicht verletzt oder ungünstig belastet wird, hält der mehr aus als deine dünne Dyneema-Leine:

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  • Mir macht die "grobe Webung" Sorgen (bei der man jeden Faden sieht). Was bei anderen Matten kein Problem wäre (sowas wie ein Schlüssel der aus der Jackentasche ragt, oder auch ein scharfkantiger Zipper von einem Reißverschluss) kann hier m. M. nach schnell zu einem Riss führen. Ich passe auf meine Sachen eigentlich sehr gut auf, aber hier bin ich gespannt wie lange sie hält..

  • Da ich die Woche krank war, habe ich leider nicht die Motivation aufgebracht, mal das Tarp aufzuspannen. Heute war es aber soweit, da ich auch frische Luft brauchte. Auch wenn ich es nicht besonders sauber aufgebaut habe sollte es für eine Eindruck taugen.

    Basis ist eine quervernetzte Polyolefin-Folie (30 Mikrometer dick), die ich vorher als Tarp in Drachenform genutzt hatte. Dazu hatte ich eine lange Folie diagonal zugeschnitten und verklebt (mit normalem Klebeband). Also habe ich die Mittelverklebung gelöst, und eine Seite umgedreht (ich hoffe das ist verständlich). Die beiden Aufhängepunkte sowie die Löcher für die Heringe sind mit Gewebeband und PVC-Einlegern stabilisiert. Die Heringsschnüre sind mit einem Topsegelschotstek zum spannen ausgestattet, und mit einem Knoten vor dem herausrutschen gesichert.

    Zur Folie ist zu sagen, dass ich es nicht missen möchte, den Himmel sehen zu können, wenn ich in der Matte liege. Auch ist sie weitaus stabiler als z. B. Silnylon, trotz des geringen Gewichts. Das Material dehnt sich nicht, und hat einen Anti-Kondens-Effekt (Mikroperforierung). Ich kann aber auch jeden verstehen, der in seiner Matte eher seine Ruhe haben will :)

    Die Firstleine hängt ebenfalls an zwei Knoten, die zusätzlich innerhalb des Tarps mit einem dünnen Nylon-Faden miteinander verbunden sind. Da soll ein eventuelles herausrutschen verhindern, mal gucken ob ich es dabei belasse. Nach ein paar kleineren Modifikationen wiegt sie mit zwei Heringen knappe 200 g, 3,45 m lang, 2,8 m breit.

  • Moin,

    für Sternengucker vielleicht eine Interessante Lösung ?!

    Hast du dieses Tarp denn auch schon mal bei starkem Wind benutzt? Und wie hoch ist denn die Weiterreißfestigkeit der 30 Mikrometer Folie?

    Gruß von der Ostsee

    Dadurch dass die Folie (elektronisch) quervernetzt ist, reißt sie nicht wirklich weiter ein, und hält sehr hohen mechanischen Belastungen statt. Ich hatte andere Folien-Tarps schon bei starkem Wind im Einsatz, die Schwachstellen sind eher die dünnen PVC-Stücke, durch die die Knoten durchgehen. Ich muss mal gucken, klar könnte ich dickere Stücke nehmen, aber dann könnte ich die Tarps nicht mehr so schön zusammenrollen. Sollte also schon flexibel sein.

    Falls das Thema jemanden interessiert, hier ein paar infos: https://www.weileder-verpackt.de/2015/10/01/pol…-eigenschaften/

  • Interessant, das Material sagte mir bisher nichts.

    Hast Du einen Vergleich zu Polycro?

    Mein Polycro Tarp, dass seinerzeit eigentlich nur Prototyp für da Eigentliche, noch zu nähende sein sollte, war dann überraschend so robust, dass ich das Nähprojekt noch ewig vor mir her geschoben hatte. Die suchtz war einfach nicht zu tief

    Ich hatte an den tieout Stellen mit dickerer Folie aus Klarsichtheftern oder Verpackungen und reichlich Gaffa (Tesa Outdoor hat sich hier bewährt) gedoppelt - und dann möglichst flächig eine Gurtband Schlaufe aufgenäht das hatte sehr gut gehalten.

    Wenn ich das hier so sehe, kriegt ich richtig Sehnsucht, vielleicht bau ich mal wieder was ähnliches... :thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von hangloose (9. Dezember 2022 um 08:05)

  • Ich hoffe ich darf mich hier dran hängen, die Matten sind ja quasi Geschwister :)

    Ich hab es mir wieder einfach gemacht und auf das Nähen verzichtet. Matte mit Hennessy-Whip und doppeltem Shotstek, die Schlaufen an den Baumgurten sind mit einem Achterknoten gemacht, und die Gurte an der Matte mit nem Becket Hitch befestigt.

    Aufhängung 58g, Matte mit Ridgeline war irgendwas mit 160g, also 220g insgesamt :thumbup:

    Bequem isse, hätte ich nicht gedacht! :love:

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