Jakobsweg durch Frankreich und Camino del Norte

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  • Wie ich schon in meiner Vorstellung geschrieben habe, plane ich im Jahr 2026 den Jakobsweg von Süddeutschland durch Frankreich und dann den Camino del Norte bis Oviedo. Wie ich mittlerweile mitbekommen habe, ist Frankreich für Übernachtungen in der Hängematte ganz gut geeignet :thumbup:, dagegen Spanien weit weniger :thumbdown:. Welche Möglichkeiten bieten sich dann dort zum legalen Biwakieren :?: :S

  • Die rechtlichen Gegebenheiten in Spanien kenne ich leider nicht. Aber in etlichen Berichten zum Camino war immer mal wieder von normalem Zelten die Rede, das scheint also nicht völlig abwegig zu sein. Ich habe vor ein paar Monaten für die Cross Hammock entschieden, u.a. auch deshalb, weil sie mit einer Isomatte verwendet wird und das dazugehörige Tarp (mit den Trekkingstöcken aufgestellt) auch als Zeltersatz dienen kann, wenn es doch mal ein Campingplatz o.ä. ohne Hängemöglichkeit werden sollte.

  • Soweit mir bekannt ist, ist das Übernachten in der Natur ohne Erlaubnis des Landbesitzers in Deutschland, Frankreich und Spanien nicht erlaubt, unabhängig davon, ob du nun ein Zelt oder eine Hängematte benutzt. Die Frage ist nur, wie streng es in den jeweiligen Gegenden gesehen wird.

    Sofern du dich unauffällig verhältst, und nicht in problematischen Gebieten (z.B. Naturschutzgebiet) übernachtest, dürftest du in Deutschland keine Probleme haben. Nach allem, was ich gelesen habe, sieht es in Frankreich ähnlich aus. Ob es ausreichend Bäume zum Aufhängen der Hängematte gibt, würde ich vorab abklären - z.B. mit Hilfe von Google Earth.

    Ab Saint-Jean-Pied-de-Port wird es mit Sicherheit schwieriger. Ich habe beim Laufen immer ein Auge auf potentielle Hängemöglichkeiten gehabt, und es wäre zum Teil nicht einfach gewesen, Bäume zu finden. Dazu kommt, dass der Camino Frances schon 2015 extrem stark begangen war und genügend Anwohner definitiv von den Pilgermassen genervt waren. Wenn ich mit der Hängematte (oder dem Zelt) nach Santiago pilgern wollen würde, würde ich einen weniger populären Jakobsweg wählen. Wobei sich mir dann die Frage stellen würde, warum ich überhaupt den Jakobsweg gehe. Für mich waren das Laufen und die Leute ausschlaggebend, und ich denke, dass ein wichtiger Teil von dem, was den Jakobsweg ausmacht, nach dem Laufen passiert, d.h. in den Herbergen und Orten. Das entgeht dir aber, wenn du alleine irgendwo wild kampierst.

    Weiterhin würde ich dir stark ans Herz legen, vor dem Aufbruch mindestens 3 Nächte (besser mehr) mit deiner Ausrüstung im Wald zu verbringen. Wenn du einmal unterwegs bist, ist es nicht mehr so einfach, Probleme mit der Ausrüstung zu beheben.

  • Danke für Eure Tipps! :thumbup:

    Christine Thürmer, die wohl bekannteste deutsche Fernwanderin (60000 km gewandert), schreibt in ihrem Buch "Weite Wege wandern" zum Thema Wildzelten: "Auf über 20000 Kilometern durch 29 europäische Länder habe ich kein einziges Mal Probleme bekommen - wobei ich natürlich nicht in ausgewiesenen Schutzgebieten zelte. Vor allem halte ich mich an drei Regeln: - kein Feuer machen! - Keinen Müll hinterlassen!


    Überhaupt lege ich sehr viel Wert auf Diskretion und campiere in der Regel so versteckt, dass man mich vom Weg aus nicht sehen kann. Daher habe ich auch kein rotes Zelt ... sondern ein grünes. Aus Sicherheitsgründen erzähle ich unterwegs nie, dass und wo ich wildzelte - schon gar nicht, wenn ich zufällig dem Revierförster begegne."

    Und wie erwähnt, kein Biwak, sondern sie hat immer ein Zelt aufgebaut...

  • Ich weiss von Leuten, die auf dem Camino del Norte wild gezeltet haben. Das ist aber auch schon ein paar Jahre her. Ich weiss nicht, wie diesbezüglich die Stimmung in Spanien ist.

    Frankreich ist weit weniger begangen, obwohl das "Pilgeraufkommen" auch dort in den letzten Jahren zugenommen hat, gerade weil die grossen Wege in Spanien immer häufiger begangen werden.

    In Deutschland, der Schweiz (falls du dort durchkommst) und in Frankreich sehe ich praktisch nirgends ein grosses Problem. Wie es aktuell in Spanien aussieht, kann ich nicht sagen.

    Schau dir doch hier mal die diversen Wege und Varianten an:

    • Frankreich: Links oben unter "Cartes" das Layer "Carte IGN classiques" oder "Carte topographique IGN" auswählen; auch "Photographies aériennes" könnte hilfreich sein.
    • Spanien
  • Frankreich geht gut mit HM, und Wildzelten ist eigentlich kein Problem. Die Franzosen sind da gelassener als Deutsche. Probleme mit der HM wirst du wahrscheinlich in den Pyrenäen kriegen, und in der Meseta. Ich bin den Jakobsweg (Camino del Rey) 1997 gelaufen, da war ich noch kein HM-Hänger, deswegen erinnere ich mich nicht an Hängemöglichkeiten. Aber in Galizien ist viel Wald, da wird es sicher wieder gut gehen.

    Aber ich denke, einen Baum wirst du immer finden, und mit einem Stock und guten Heringen kannst du dir dann einen 2. "Baum" basteln. Oder den Carbon Trekkingstock mitnehmen ...

    Viel Spaß!

  • Moin Ulrikson, ich bin den Camino in 2020 von Bordeaux nach Finisterre gelaufen. So, wie ich gelaufen bin, charmante 1200km. ;)
    In Frankreich hast Du ideale Bedinungen für Deine Hängematte. Ich habe immer ausreichend Plätze gehabt, weil sie dort Pinienwälder anbauen (die herrlich duften) und wo Du ohnehin abgeschieden bist.
    Das ändert sich, wenn Du an die Küste gehst. Dort ist alles touristisch erschlossen.
    Auch auf dem Camino del Northe gibt es ausreichend Schlafplätze. Gewechselt bin ich dennoch in Santander auf mein Zelt. Grund: Alle meine neu kennengelernten Leute schliefen im Zelt! Ich war plötzlich derjenige, wegen dem man noch einen anderen Platz suchen musste, wo ich mich hinhängen konnte - nicht so geil.
    Solange Du auf dem Camino bist und Dich halbwegs gesittet benimmst, passiert Dir dort mit dem Zelt gar nichts. Du kannst alle Regeln, die sonst im Land gelten, nahezu komplett ignorieren. Du bist (mit vielen anderen tausend Menschen, die den Camino wandern, Geldgeber der Region. Man weiß das und schätzt dass. Solange Du es nicht übertreibst. Bleibe unauffällig, dann geht es.

    Noch zwei Top Tipps: Trinkwasser findest Du in Frankreich auf den Friedhöfen und nutze die Herbergen in Spanien: sie kosten nur wenig Geld 10€, aber Du kannst dort duschen und Deine Wäsche waschen. Bon Camino, mein unbekannter Freund und lass uns gerne teilhaben an Deiner Wanderung. :)

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