Regenschutz beim Wandern / Radfahren

  • Auf lange Sicht würde ich über ein Poncho-Tarp nachdenken

    Macht es Sinn, einen eigenen Faden für Regenschutz zu erstellen? Ich habe für mich noch nicht das optimal Regensetup gefunden, ich denke es ist auch jahreszeiten- und Wetterprognosenabhängig.


    Hier mal meine Variationsmöglichkeiten:

    • Berghaus Hyper 100 XL - 118g
    • Zpacks Groundsheet Poncho - 165g (brauche aber kein Groundsheet mehr, kein Multiuse mehr)
    • Zpacks DCF Rain Kilt Large - 55g
    • Luxe Outdoor Sil Rainchaps - 91g
    • Snow Peak Ultra Light Umbrella - 146g
    • Seal Skinz - 80g

    Ich finde Regenschirm gut und Regenrock auch. Allerdings regnet es einem bei Wind und Regen die Beine nass. Also kam mir die Idee mit den Rainchaps. Diese entwickeln nach bereits 15 Minuten so eine Innenfeuchte, dass ich es an den nackten Beinen nicht ertragen kann und mir lieber die Beine nassregnen lasse.


    Der Poncho ist nice, denn er covert meinen Rucksack, was er aber nicht muss, da ich einen Nero 38L in DCF und einen Arc Haul in Ultra habe, beide absolut wasserdicht. Außen habe ich nur Dinge, die nass werden dürfen oder wasserdicht verpackt sind.


    Die Berghaus Jacke ist die beste Regenjacke, die ich je hatte, leicht, wasserdicht und ich schwitze nicht so schnell darunter.


    Ich hatte auch schon überlegt, ob ein langer Regenmantel eine gute Idee wäre, einer, der bis über die Knie geht, so dass die kurze Hose nicht nass wird und die Feuchtigkeit dann bis zum s... hochzieht.


    Multiuse habe ich weder für den Schirm, noch für den Poncho. Den Rainkilt kann ich vor die Matte legen, das ist fein, aber er ist eigentlich auch zu kurz.


    Bei Regenankündigung schleppe ich also Regenjacke (multiuse: Windschutz auch ohne Regen), Schirm und Regenkilt mit.


    Irgendwelche Ideen? Wie macht Ihr das?

  • Bisher setze ich beim Trekking auf den Poncho. Mein Rucksack ist nicht wasserdicht, insofern passt das, und ich nutze den Poncho noch als Plane, z.B. zum Isomatte aufblasen. Bei nassem Gras und kälteren Temperaturen in der Theorie mit kniehohen Gamaschen, wobei die noch aus der Nicht-UL-Zeit stammen und ich sie während dieser zum letzten Mal im Einsatz hatte.

    Bikepacking: leichte Radregenjacke, Helmüberzug und MYOG-Regenkilt mit Fixiermöglichkeit für die Beine. Habe ich mangels Regentour aber noch nicht ausprobiert.

  • Macht es Sinn, einen eigenen Faden für Regenschutz zu erstellen? Ich habe für mich noch nicht das optimal Regensetup gefunden, ich denke es ist auch jahreszeiten- und Wetterprognosenabhängig.

    Können wir das vielleicht wirklich auslagern Mittagsfrost ?

    Geht ja dann doch etwas länger um die reine Gearlist Diskussion hinaus..

  • Habe die Beiträge wunschgemäß hierher verschoben.


    Regenjacke/-hose sind meiner Meinung/Erfahrung nach prima geeignet, wenn das Wasser z.B. bei böigem Wind von allen Seiten kommt, man beide Hände einsatzbereit braucht und kaum ins Schwitzen kommt, also beispielsweise beim Radfahren in der Ebene mit Rückenwind. Beim Wandern bergauf und mit Rucksack eher nichts für mich, da ich dann im eigenen Saft schmore. 


    Beim Wandern schwanke ich zwischen Ponchotarp und Regenschirm. Im Sommer, bei leichten Schauern und in Zivilisationsnähe kommt der Schirm zum Einsatz. Schirm auf, wieder zu, wieder auf … kein Problem. Man schwitzt nicht und bleibt optisch halbwegs ansehnlich. Scheint die Sonne etwas intensiver hat man gleich noch den UV-Schutz und Schattenspender dabei. 


    Das Ponchotarp gewinnt in der Kategorie Gewicht/Packmaß und ist eher ein EDC-Gegenstand. (EDC = every day carry)

    Eigentlich war ja 100% Sonnenschein angesagt und dann regnet es trotzdem. Fix als Tarp aufgespannt und die ganze Wandergruppe bleibt trocken. 

    Ansonsten eher ein Mittelding: mehr Schwitzen und Handfreiheit als unter dem Schirm, aber weniger als in der Regenjacke.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Ich benutze mittlerweile gerne statt einer richtigen Regenjacke nen Windbreaker (Patagonia Houdini Air), wiegt um die 100gr, ist aber deutlich atmungsaktiver als jede richtige Membran. In Kombination mit Regenschirm und ggf quilt alles fein.

    Ich ebenso. Die Regenjacke kommt nur mit wenn zum Regen auch noch starker Wind angekündigt ist.

  • mir ist aufgefallen, wie selten ich bei wirklichem Mistwetter draussen bin und bleibe. Das entspannt schon mal.


    Die FroggToggs Regenjacke mit 160gr für 20€ funktioniert für mich. Dazu evtl. eine Mülltüte 14gr als Regenrock/Groundsheet.


    Wenn der Regen stark ist und anhält packe ich das Tarp als Poncho aus oder hänge mich gleich auf und warte es ab. Das ist auch meine Lösung, wenn ich die FroggToggs weggelassen habe, weil ich nicht mit Regen gerechnet habe.

    il dolce far niente:sleeping:

  • Welche Schirme verwendet ihr? Bei früheren Trekkingtouren in der Schwerlastzeit hatte ich gern einen von ShedRain dabei, groß genug, um über den Rucksack zu gehen, den ich auch mit Brust- und Hüftgurt handfrei aufspannen konnte und der stabil genug war, auch etwas Wind abzukönnen. Aber halt nicht gerade leicht. Und auch bei Schwerlast-Radtouren war ein Schirm an Bord, fand ich praktisch zum aus dem Zelt kommen, wenn das Regenzeug ausgezogen und klatschnass irgendwo versuchsweise trocknete. Aber auch der war nicht gerade leicht. Empfehlungen für Teile, die nicht gleich auseinanderfliegen?

  • Moin,

    Ich habe wenn entweder meinen alten Jack Wolfskin Sturmschirm oder meinen Selbstveiteidigungsschirm (multiuse :) ) mit dabei. Einen Schirm nehme ich bei weniger Wind und wenn es warm ist gerne mit.

    Wird das Wetter schlechter trage ich Gore Tex und Co oder Oilskin Jacken. Regnet es viel und lange trage ich an den Füßen oft meine halbhohen Wander Gummistiefel ( die Regenhose gehört über die Stiefel......nicht in die Stiefel :) sehe ich selbst bei Regen immer wieder andersrum :/)

    Gruß von der Ostsee

  • Regenkleidung ist doch ein sehr individuelles Thema. Hängt stark von der persönlichen Neigung zum Schwitzen ab, wie trocken man bleiben möchte und wie die Ausrüstung organisiert und geschützt ist.


    Hab persönlich schlechte Erfahrungen mit nem Poncho gemacht. Ich schwitze eher mehr und zumindest mein Poncho-Tarp ist gefühlt das komplette Gegenteil von atmungsaktiv. Ich fand es auch immer sehr nervtötend, den Poncho über Rucksack und mich zu bringen und an den Seiten zu schließen - insbesondere bei Wind. Hilfreich wären 2 Bändchen, um den Poncho auf dem Rucksack fest zu binden, sodass man ihn nur noch über'n Kopf ziehen müsste.


    Ich persönlich mag meine Regenjacke (2,5 layer als guter Kompromiss aus Atmungsaktivität und Gewicht: in meinem Fall Black Diamond StormLine Stretch). Ich mag, dass ich mit dem Reißverschluss die Belüftung regulieren kann und nicht unnötig im eigenen Saft schmore. Wenn es nur etwas regnet, brauche ich keine Regenhose, bei richtigem Unwetter mit horizontalem Regen oder tagelangem Regen habe ich durch Zufall in einem kleinen Outdoorladen im Urlaub mal eine Mac in a Sac Regenhose für wenig Geld gekauft: funktioniert für mich super, auch wenn die Hose auch nicht wirklich atmungsaktiv ist (auch wenn's drauf steht).


    Da ich in meinem Rucksack eh mit weitestgehend Dry Bags Ordnung halte (mir völlig wurscht, ob das für andere zu viel nutzloses Gewicht ist, ich mag die Ordnung) ist der Rucksack eh relativ unkritisch. Bei mehr als einem Regenschäuerchen kommt bei mir die OneWind Gear Hammock zum Einsatz, die so geschnitten ist, dass sie auch als RainCover funktioniert.


    Definitiv nicht UL, funktioniert aber für mich (!) gut.


    Im EDC hab ich einen Patagonia Houdini Windbreaker - hält auch nen Schauer ab und wiegt in ~100g echt fast nix für ne Jacke. Würde ich jetzt aber nicht unbedingt in einem knackigen Unwetter drauf setzen müssen.


    Black Diamond StormLine Stretch XL - 301g

    Mac in a Sac Größe XXL - 145g

    OneWind Backpacking Cover M - 139g

    Patagonia Houdini XL - 109g

  • Welche Schirme verwendet ihr?

    Nur mit dem Schwurblerschirm aka swing liteflex in Silber - besonders schön, wenn eine ganze Gruppe Silberschirmlingen durch die Zivilisation eines Dorfes kommt ^^


    Die teleskopierbare UL-Version ist natürlich verlockend, windig darf es dann aber nicht werden, Stabilität so-so.


    Zur Ausgangsfrage:

    Ich würde mal behaupten, die Frage der Gegenleistung ist mit das individuellste, was man so in der Gearlist finden kann.

    Die Herangehensweisen hast Du ja alle erwähnt, die Vor- und Nachteile dürften auf der Hand liegen - und nun kommt es auf Dich - und Dein Tour- und Wetterprofil an.


    Empfehlen kann ich da nichts, lediglich die eigenen Präferenzen schildern.


    Kein Regenjacken - Fan, selbe Gründe, wie Mittagsfrost - mir ist in Bewegung einfach viel zu schnell warm und schwitzig. Allerdings machen mich die wirklich guten unter den Membran Jacken schon neugierig. Wenn das selbst für mich die Windjacke ersetzen könnte... But then - wie lange hält die teure Membran UNTER dem Rucksack?


    Schirm:

    Immer gerne - wobei sogar noch öfter bei Sonne, als bei Regen, Boden organizer (© bieber1 ), Bodentarp-Door, mini-Pole für Kopffreiheit und Moskitonetz Abstandhalter am Boden etc.etc.

    Nasse Beine stören mich den Grossteil der Saison nicht.


    Poncho:

    Noch lieber - hat was von cocon. Der kleine UL Rucksack kommt mit drunter, das Telefon zur Navigation bediene ich innen, Arme sind I.d.R. auch drinnen, das Mehrgewicht des leichten 3F im Vergleich zur Regenjacke hält sich in Grenzen, dafür würde der Rucksack nicht - und die Beine deutlich weniger nass.


    Die tarp-Option nutze ich eigentlich nie, aber als Dreieck ist er mir am Boden tarp door, wenn's wirklich ollb wird - und auch im Querhänger Modus habe ich damit schon gestückelt. Tarp vorne höher angespannt für mehr Stehhöhe und Platz - und dann mit dem Poncho trotzdem nach vorne dicht gemacht wegen Wetter.

    Mit ein paar extra kam snaps kann nman die flatterteile bändigen und unter dem Rucksack oder an den Beinen zusammenclipsen oder wird auch ein bivy draus - eine leichte dyneema Kordel rafft vorne bei Wind.

    Bei kalten Temperaturen, dauerhaftem Wolkenbruch, anspruchsvollem Gelände, bei dem man die Arme lieber nicht in den Poncho rein zieht (und Wanderpartnern, die trotzdem unbedingt weiter laufen wollen :rolleyes: ) kommt das ganze dann an Grenzen.

    Wenn Beine - und Arme bei fiesem Wetter nass werden, ist das schon unangenehm - und ich würde mir zumindest irgendetwas dafür wünschen (Regenrock, chaps, Hose).


    Regenmantel:

    Das neueste Experiment, ernsthafter Test steht noch aus.

    Gewichtsneutral zum poncho

    Arme und mehr Bein Schutz, einiger flattern, vollflächige 2-Wege front zip Regulierung.

    Und im konkreten Fall auch - Membran, aber Rucksack passt Dank XXL drunter!

    Dafür kein tarp Modus (oder wirklich winzig) aber wie gesagt eh nie genutzt.

    Bivy ginge, hat ein bisschen was von sich selbst in einen Leichensack zippern.

    Tarp door geht auch.

    Klingt vielversprechend, man wird sehen.


    Den hier habe ich

    Ultralight MP+® Waterproof Poncho
    Lighter than any jacket and pants, the Rain Poncho MP+ Ultralight RaidLight is an ideal alternative to the traditional waterproof jacket / waterproof pants…
    raidlight.com


    Den hier fand ich als erstes inspirierend und hatte schon Myog/Regenjacke verlängern gedacht.

    UL All-weather Coat | 山と道 U.L. HIKE & BACKPACKING



    Weil ja auch Rad in Titel steht:

    Kürzere belüftete Ponchos, die zum Lenker reichen (vanmoof boncho, tucano urbano) - und bei Bedarf Rain legs.

    Als city slacker mit faltrad, der sich beim Wolkenbruch einfach in Bus, Bahn, Tram, Carsharing smart oder was auch immer flüchtet aber wohl nicht die Referenz :P

  • Wie macht Ihr das?

    Garnicht bis jetzt bzw. relativ blauäugig.

    Meine Herbsthose ist wasserdicht, mein Fleece ist irgendwie wasserabweisend, meine Softshell etwas mehr.

    Bis jetzt habe ich um das Thema einen Bogen gemacht, werde den Faden hier aber sehr genau im Blick haben.


    Ich suche noch jemanden den Erfahrung mit dem Exped Pack Poncho UL (200g für 145€) hat, mit dem flirte ich schon sehr lange.

  • Hi,


    als Alltagsradler hat man so sein zwei, drei Stücke zur Hand. Allerdings bisher auch nur zum Radfahren zum Einsatz gekommen. Ob rum schützt eine Bergans Super Lett Jacke, die halt dank langer und gut bedienbarer Unterarmreißverschlüsse relativ gut lüften kann.

    Dermizax ist schon eine coole Membrane, die super funktioniert (natürlich abhängig vom Temperaturgefälle innen-außen).


    Hab jene Jacke in XXL, die zwar etwas volumiger ausfällt als die Bergans Letto Vorgängerjacke, aber so geht auch die Kaputze über den Radhelm (nutze ich aber nur bei Sturzregen).


    Für die Beine hab ich schon recht lange eine Löffler Bike GTX Active im Einsatz. Auch jene tut was soll.


    Neben echten Radwinterschuhen auch mit Goretex und damit in wasserdicht, nutze ich für die normen Schuhe Regengarmaschen, die zumindest für die eine Stunde Jobanfahrt die Schuhe/ Füße soweit trocken halten, das es passt.


    Mein neuestes Fundstück, aber nicht im Hause, wäre eine Berghaus Hyper 100 Jacke. Ein Hauch von Nichts, dafür aber im Investitionsvolumen recht "schwer".

  • Berghaus Hyper 100 Jacke

    Gibt's immer mal im Angebot in einzelnen Farben und/oder Größen. Auf dem Rad würde ich allerdings bei Radjacken bleiben, die hinten länger geschnitten sind - zumindest bei sportlicherer Sitzposition.


    Was Membran angeht, soll wohl shakedry derzeit am effektivsten sein, Erfahrungen oder Vergleiche habe ich allerdings nicht.

  • Gibt's immer mal im Angebot in einzelnen Farben und/oder Größen. Auf dem Rad würde ich allerdings bei Radjacken bleiben, die hinten länger geschnitten sind - zumindest bei sportlicherer Sitzposition.


    Was Membran angeht, soll wohl shakedry derzeit am effektivsten sein, Erfahrungen oder Vergleiche habe ich allerdings nicht.

    ...tja, Pech gehabt. Hab mir erst Anfang des Jahres eine andere Regenjacke geholt. Die ist aber auch hinten länger.

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