Wookie Kompression (und Daune im allgemeinen)

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  • Der Wookie XL 0 °F hat in dem mitgelieferten Packsack von Warbonnet gute 11 l Packmaß (eigene Abschätzung).

    Er könnte für den Transport im Rucksack oder der Bike-Packingtasche mit einem Kompressionssack weiter komprimiert werden.

    Es ist natürlich eine sehr allgemeine Frage und wird vielerorts diskutiert.

    Was ist von dieser starken Kompression der Daunen i.A. zu halten?

    Wie kritisch ist das auf Dauer bzw. welche Erfahrungen habt ihr über die Zeit mit eurem Equipment gesammelt?

    Zum Vergleich - Topquilt Thermarest Vesper 7 °C im Aufbewahrungssack und Nalgene 1,5 l

    Zum Vergleich - Topquilt Thermarest Vesper 7 °C im Kompressionssack und Nalgene 1,5 l

    Wookie XL 0 °F im Warbonnet-Aufbewahrungssack und Nalgene 1,5 l:

    Wookie XL 0 °F im Warbonnet-Packsack und Nalgene 1,5l:

  • Bedava,

    Du nanntest zu der Thematik "Wookie-Kompression" in 2020 bereits einen Kompressionssack 6 Liter (entspricht XS), verlinkst in 2021 jedoch einen Kompressionssack 10 l (entspricht S). Bist Du etwa nachsichtiger mit deinem geliebten Wookie geworden? ;)

    Welchen benutzt Du denn tatsächlich? Ich vermute den verlinkten und würde den gerne bestellen.

    PS. Dein Wookie XL überlebt das bisher alles gut? ;)

  • Würde keinen Kompressionssack nehmen, die braucht man nicht. Ein normaler Stuffsack reicht aus, muss nur klein genug sein.

    Deinen Wooki bekommst du in einen 8L Stuffsack auf jeden Fall rein, vielleicht auch in einen 6er. Da man die Daune ja nur auf Touren tagsüber komprimiert mit sich führt und diese sonst immer entspannt loften kann, würde ich mir da keine Sorgen machen. Letztendlich ist es immernoch High-end gear. Wenn nach 15 Jahren ein bisschen Bauschkraft verloren geht, lässt du halt etwas auffüllen.

  • Grundsätzlich ist mehr und/oder längere Kompression weniger gut für die Daunen. Wenn die Daunen feucht sind gilt das nochmal mehr. Je mehr mechanische Beanspruchung um so mehr bricht ab, geht kaputt.

    Aber wie Bikepacker schon sagt. Dafür ist der Kram gemacht. Bei Cumulus werden zum Beispiel kleinere Packsäcke mit mehr Kompression geliefert als bei Warbonnet.

    Ich habe allerdings etwas größere Packsäcke als von den Herstellern, weil sich alles so besser im Rucksack „verteilt“ als bei knüppelharten Eiern und dazu mein Rahmenloser Rucksack einen weichen gleichmäßigen Rücken bekommt. Die Kompression erfolgt bei Bedarf durch Zeugs was daneben geschoben wird. So kriege ich effektiv mit weniger komprimiertem Zeug mehr in den Rucksack.

    Offline ist am schönsten!

    Einmal editiert, zuletzt von Trotz Matte Glatze (25. August 2022 um 12:59)

  • Bedava,

    Du nanntest zu der Thematik "Wookie-Kompression" in 2020 bereits einen Kompressionssack 6 Liter (entspricht XS), verlinkst in 2021 jedoch einen Kompressionssack 10 l (entspricht S). Bist Du etwa nachsichtiger mit deinem geliebten Wookie geworden? ;)

    Welchen benutzt Du denn tatsächlich? Ich vermute den verlinkten und würde den gerne bestellen.

    PS. Dein Wookie XL überlebt das bisher alles gut? ;)

    Hi BX.33,

    Du bekomnst den 0 er Wooki gerade so in den XS rein. Bin dann aber auf S umgestiegen, weils schon arg viel Arbeit is, den rein zu bekommen und nutze den XS nun für den 20 er Wooki.

    Und ja ich komprimiere die dann auf Anschlag in den Packsaecken. Bisher hatte ich da auch keine Probleme. Habe das auch immer mit meinem alten Daunenschlafsack gemacht und der hielt gut 20 Jahre...

    Ich Versuche aber so kurz wie möglich zu komprimieren. Erst am Morgen vor der Tour wird komprimiert, nicht am Abend davor.

    Und lagern natürlich unkomprimiert.....

  • Grundsätzlich ist die wiederholte (!) Kompression von Daune nicht unbedingt zuträglich fürs Material, aber am Ende ist es auch ein Gebrauchsgegenstand und über die Zeit wird die Performance eben nachlassen. Das Problem an sich ist (meinem Verständnis nach) in erster Linie der Vorgang der Kompression und weniger die Zeit. Bei der Kompression kommt es zu Verformungen und hier und da auch Brüchen in der Struktur der Daunen - die sind dann da. Die Zeit ist da eher ein kleiner Faktor (womit ich nicht sagen will, dass über die Dauer nicht ggf. noch weitere Strukturen beschädigt werden können). Es ist aber wie gesagt eh ein Gebrauchsgegenstand. Schweiß, Fette/Öle und Wasser setzen dem Material auch zu und sowohl Nähte als auch Stoff werden ebenfalls nicht ewig halten. Sorgsamkeit ist gut, aber man muss nicht alles zerdenken.

    Die Frage ist viel mehr: wie viel Sinn macht es, den Quilt extrem zu komprimieren bis an die Grenze, um dann eine ziemlich feste Presswurst im Rucksack zu haben, die den Raum nicht mehr ausfüllen kann? Ich Packe meine beiden Quilts (HG Incubator und HG Burrow, beide Premium 20F) zusammen in einen 20l Trocken-Kompressionssack (braucht etwas Überredungskunst beim Befüllen) und komprimiere das dann nur soweit, bis es geradeso unten quer in den Rucksack passt. Ich könnte es locker noch 30% (potenziell noch deutlich mehr) komprimieren, aber wozu, wenn es schon dorthin passt, wo es hin soll und noch Flexibilität da ist, um sich an die Form noch anpassen zu können?

    Wenn ich alles bis ans Maximum komprimieren muss, versuche ich krampfhaft meinen Kram in einen Rucksack zu packen, der eigentlich ein paar Liter zu klein ist (nominell eigentlich nicht, aber die Kompressionssäcke verschwenden am Ende halt auch noch Platz). Ich nehme lieber einen 55l als einen 45l Rucksack, wenn ich dafür bequem packen kann.

    Du kannst auch alles einfach in einen Packliner stopfen. Da hätte ich z.B. mehr Bedenken, dass ich den Quilt (oder Schlafsack oder ...) mit irgendwas Spitzem beschädige. Platztechnisch ist das aber sicherlich die effizienteste Option, weil der Raum im Rucksack optimal ausgefüllt wird. Ich mag die zusätzliche Organisation, die ich mit Packsäcken bekomme.

  • Doch - Zeit ist ein erheblicher Faktor bei dem Thema.

    Aber ich machs genauso wie du - großer Rucksackpackliner für TQ/UQ/Schlafsack/Hängematte und das dann einfach nach unten in den Rucksack komprimieren, so dass er diesen gut ausfüllt.

    http://www.outdoor-buddy.de

    Ich bin Youtuber und werde teilweise von Herstellern mit Produkten ausgestattet.

    Dazu zählen u.a. OneWind, Amazonas, TickettotheMoon, Khibu, GrueziBag, Cocoon

  • Doch - Zeit ist ein erheblicher Faktor bei dem Thema.

    Da wäre ich jetzt ehrlich an einer weiteren Erklärung interessiert. Wenn du da Daten hast, gerne verlinken/zeigen/teilen. Interessiert mich. Es erscheint mir unintuitiv, dass die Zeit einen größeren Faktor spielen soll, als die initiae Krafteinwirkung, aber ich lerne gern was dazu, bin ja auch nur interessierter Laie.

  • Da wäre ich jetzt ehrlich an einer weiteren Erklärung interessiert. Wenn du da Daten hast, gerne verlinken/zeigen/teilen. Interessiert mich. Es erscheint mir unintuitiv, dass die Zeit einen größeren Faktor spielen soll, als die initiae Krafteinwirkung, aber ich lerne gern was dazu, bin ja auch nur interessierter Laie.

    Mein erster Gedanke war auch, das das keinen Unterschied macht, wenn die Daune deformiert ist, ist sie deformiert.

    Aber stell dir mal ein T-Shirt vor das du in den Rucksack stopfst, nur für fünf Minuten. Das holst du wieder raus und es sieht relativ normal aus.

    Jetzt stopf das Shirt wieder rein und hole es nach einer Woche raus, das wird definitiv schlimmer aussehen.

  • Je mehr mechanische Beanspruchung um so mehr bricht ab, geht kaputt.

    (…)

    Ich habe allerdings etwas größere Packsäcke als von den Herstellern, weil sich alles so besser im Rucksack „verteilt“ als bei knüppelharten Eiern und dazu mein Rahmenloser Rucksack einen weichen gleichmäßigen Rücken bekommt. Die Kompression erfolgt bei Bedarf durch Zeugs was daneben geschoben wird. So kriege ich effektiv mit weniger komprimiertem Zeug mehr in den Rucksack.

    Stehen die beiden Aussagen nicht im Widerspruch? Knüppel harte Eier = Einmal reingestopft und keine Bewegung mehr (≠ mechanische Beanspruchung/ kriechen).

    Je lockerer gepackt desto mehr Daune bricht beim Transport durch Bewegung ab?

  • Moin zusammen,

    Ansich sind Daunen durch das Brüzelfett ja sehr geschmeidig und brechen nicht so leicht. Wenn sie aber durch z.B. Schmutz und/oder Hautsalze verschmutzt werden oder die Daunen falsch gewaschen werden, können die Daunen "austrocknen" und dann brüchig werden. Und dadurch verlieren sie auch einen Großteil ihres Bauschvermögens.

    Ob sich daß bei wasserabweisend behandelten Daunen genau so verhält kann ich nicht beurteilen..........

    Ich pflege und behandle meine Ausrüstung immer sehr gut............dann hält sie auch lange.

    Ich packe meine Daunen Sachen unterwegs in einem Rolltop Packsack und komprimiere eher mäßig aber nicht so stark wie meine Kufa Sachen.

    Einmal verpackt passiert den Daunen nicht mehr viel............das Ein/Auspacken ist der Schwachpunkt.

    Ich denke Schmutz/Schweiß und/oder falsches Waschen schaden den Daunen mehr als bloßes Pressen.........solange die Daunen noch gut "gefettet" sind, bleiben sie geschmeidig und brechen nicht so leicht. Deshalb sind gute Daunenwaschmittel rückfettend ausgestattet.

    Gruß von der Ostsee

  • Ich kann nur das wiedergeben was mir auf nem Produkttraining von Grüezibag gesagt wurde, was mir aber durchaus logisch erscheint.

    Daune sollte immer nur so kurz wie möglich komprimiert werden.

    Daher werden die Schlafsäcke von GZBag auch nur unkomprimiert per Schiff verschickt anstelle von komprimiert.

    http://www.outdoor-buddy.de

    Ich bin Youtuber und werde teilweise von Herstellern mit Produkten ausgestattet.

    Dazu zählen u.a. OneWind, Amazonas, TickettotheMoon, Khibu, GrueziBag, Cocoon

  • Stehen die beiden Aussagen nicht im Widerspruch? Knüppel harte Eier = Einmal reingestopft und keine Bewegung mehr (≠ mechanische Beanspruchung/ kriechen).

    Je lockerer gepackt desto mehr Daune bricht beim Transport durch Bewegung ab?

    Ich verstehe Deinen Gedanken dahinter nicht ganz, glaube ich. Kriechen* ist ein Vorgang im Material um Spannungen abzubauen. Mehr Spannung durch mehr Kompression = mehr Kriechen und längere Spannung = auch mehr kriechen. Ermüdung mit anschließendem Bruch durch Bewegung ist ein anderer Mechanismus der auch noch existiert. Beides sind mechanische Effekte, der eine eher dynamisch (Anzahl Lastwechsel bist zum Bruch = Ermüdung) der andere statisch (was passiert im Material während es unter Spannung steht und wie lange dauert das = Kriechen).

    *Der Begriff Kriechen ist eigentlich aus Materialwissenschaften für Metalle, Kunststoffe etc und beschreibt Gefügeänderungen im Material. Ähnliches wird in Daunen zwar auch passieren, aber das Konzept lässt sich nur bedingt übertragen, weil noch andere Effekte wie Verkleben und mechanisches Verhaken mit reinspielen und wir dazu keine homogene Materialstruktur haben. Verkleben/Verhaken führt dann beim dekomprimieren zu Schäden, aber hat im Grunde nichts mit Gefügeänderungen innerhalb der Daune zu tun.

    Das lockere Packen hat bei mir mit beidem nichts zu tun. Da geht es um einen bequemen Rucksack und das das optimale Ausfüllen des Rucksacks.

    Offline ist am schönsten!

  • Daher werden die Schlafsäcke von GZBag auch nur unkomprimiert per Schiff verschickt anstelle von komprimiert.

    Die Frage ist letztlich: wie lang muss Daune um einen Faktor x komprimiert werden, um in der Schädigung bzw dem Verschleiß einem erneuten Kompressions-Dekompressions-Zyklus zu entsprechen? Natürlich werden Spannungen auftreten (gerade bei extremer Kompression), allerdings ist das Material auch ziemlich elastisch. Ohne konkreten Materialeigenschaften zu kennen und ohne das jetzt systematisch getestet zu haben, sagt mir meine Intuition, dass der Faktor Zeit signifikant weniger Einfluss haty als der eigentlich Kompressions-Dekompressions-Zyklus selbst, da hier die stärksten Verformungen erst einmal auftreten.

    Es wäre Mal interessant, wenn man das Mal systematisch durchtesten würde. Im Prinzip benötigt man dafür ja nur ein paar identisch große Behälter, Daunen und Gewichte zur Kompression. 1x Kontrolle, 1x wiederholte Kompression und Dekompression in leicht, einmal in schwer je einmal statisch leicht und statisch schwer. theoretisch müsste Fischertechnik schon ausreichen, um die regelmäßige Kompression zu realisieren.

  • Ohne konkreten Materialeigenschaften zu kennen und ohne das jetzt systematisch getestet zu haben, sagt mir meine Intuition, dass der Faktor Zeit signifikant weniger Einfluss haty als der eigentlich Kompressions-Dekompressions-Zyklus selbst, da hier die stärksten Verformungen erst einmal auftreten.

    Deine Intuition widerspricht nur irgendwie jeder Nutzungsempfehlung für Daunenzeug. ;)

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  • Deine Intuition widerspricht nur irgendwie jeder Nutzungsempfehlung für Daunenzeug. ;)

    Nicht zwangsläufig. Die Frage ist dann wieder, über welche Zeiträume wir reden: ein Wochenende, einen Monat oder ein Jahr? Das eine ist eine singuläre Schädigung und das andere ist ein Prozess mit einer gewissen Schädigungsrate. Nehmen wir einen gleichen Kompressionsfaktor an, dann wird ab einer gewissen Zeit der andauernde Prozess den Schaden eines Kompressions-Dekompressions-Zyklus übersteigen. Ich sehe da so erstmal keinen Widerspruch. Die Frage ist letztlich: wann dominiert welcher Effekt?

    P.S.: nur weil ein Hersteller eine Empfehlung gibt, bedeutet das nicht, dass das auch wirklich korrekt ist. Frag mal Motorenbauer, was sie von Long Life Ölwechselintervallen halten.

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