GE mit diagonalem Schnitt?

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  • Ein großes Plus für die klassische Hängematte ist ja ihr wunderbar simples Design: Im Prinzip nichts als ein rechteckiges Stück Stoff.

    Mir spukt aber seit einiger Zeit die Idee im Kopf, das ganze etwas komplizierter zu machen ;) — aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte (nicht maßstabs- und winkelgetreu! ;-):

    Im Prinzip die bewährte Grundform, aber drei Stücke Stoff statt nur einem.

    Warum der ganze Mehraufwand:

    Nun, afaics gibt es (wenn man nicht die ganze Matte webt) eine Größenbeschränkung durch den verfügbaren Stoff. Die Bahnen sind halt nicht beliebig breit, und Nähte in der Liegefläche (roter Stoff im Bild) können erstaunlich unbequem sein. Mit einem diagonalen Schnitt sollte man genug Reserven auch für große Schläfer haben (mehr als ein Meter Schulterbreite ist zumindest extrem selten).

    Ausserdem könnte man relativ einfach zu beiden Seiten der Liegefläche ein paar "Knopflöcher" einnähen, mit denen man einen passenden Underquilt exakt dort positionieren kann, wo man ihn braucht.

    Hat schon einmal jemand so einen Zuschnitt ausprobiert, oder gibt es womöglich sogar ein fertiges Produkt? Ist womöglich sogar die Blackbird mit ihrer Fußbox nach diesem Prinzip designed?

  • Wenn ich das richtig verstehe, willst du die ursprüngliche Stoffbahn jeweils zum Ende hin diagonal "abschneiden" und an den Seiten wieder annähen, um eine breitere Liegefläche zu erreichen?!

    Das könnte je nach Stoff Probleme mit der Dehnung des Gewebes mit sich bringen. Abgesehen davon, dass die Nähte vermutlich der Schwachpunkt der Matte sein werden und am schnellsten drohen zu reißen, sind jetzt Schuss- und Kettfaden schräg zur Liegerichtung. Der Stoff wird sich beim Reinlegen anders dehnen und bei den Nähten vermutlich gar nicht?!

    Aber: Mache und berichte! Ich bin neugierig, ob mein Gefühl mich täuscht ... ;)

  • Als ich die Ergo Hammock (Wer hat's erfunden? ;)) das erste Mal sah, hatte ich mich gefragt, was das bringen soll. Aber da hatte einfach jemand mal eine ungewöhnliche Idee gehabt und umgesetzt. Letztlich führte es zur Entwicklung der 90°-Hängematten, die z.B. das Problem des zu geringen Baumabstandes lösen. Vielleicht steckt in Tinos Idee ein ähnliches Potential, wenngleich ich im Moment noch keinen Sinn darin entdecken kann. Lassen wir uns überraschen!

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Moin,

    Mir fallen jetzt gerade nur 2 Hm ein wo sich auf der Liegefläche oder in unmittelbarer Nähe Nähte befinden..........

    Einmal die Clark NX 250/270 .........bei der befinden sich Quernähte an den Stellen wo die "Untertaschen" vernäht sind. Der eigentliche Hängematten Körper besteht aber aus einem Stück Stoff.

    Und die Hammock Bliss Skybed Hängematte wurde aus mehreren Stücken 70d Ripstop Nylon genäht. Dabei wurden die Nähte zur Verstärkung in ein Nahtband eingefasst. Diese Hm besitze ich noch........die Clark nicht mehr.

    Ich konnte keinen wirklichen Vorteil der Hammock Bliss gegenüber einer "Standard" GE Hängematte finden. Wenn man die Isomatte fürs Isomattenfach weglässt, bleibt eine nicht sehr bequeme GE Hängematte über...........

    Anstatt eine Hm aus mehreren Stücken zu nähen, würde ich erstmal verschiedene Varianten ausprobieren einen rechteckigen Stoff an den Enden auf verschiedene Weise zu falten um so eine Art "Footbox" zu erhalten.

    Ich habe dies mal mit einem ganz guten Ergebnis versucht..........habe die Hm aber dann verschenkt ohne mir genau aufzuschreiben wie ich den Stoff nach etlichen Versuchen genau gefaltet habe .........😊

    Das Ergebnis war vom Liegegefühl her ähnlich meiner HH Leaf Lounger. Ich erinnere mich noch das ich ein 400x150cm großes 70d Ripstop Nylon als Basis Stück genommen habe............

    Nach dem falten habe ich das Ergebnis mit einem Klett-Kabelbinder fixiert und mit dem an den Enden überstehenden Stoff einen "Knubbel" gebildet um den ich dann mit einem Larks Head einen Continuous Loop gebunden habe. Am Ende hatte ich eine bequeme Hm ohne Calf Ridge......

    Aus großen Wolldecken kann man sich ganz gut eine Hm basteln indem man die Decke an den diagonalen Enden gefaltet befestigt (da gibt es mehrere Möglichkeiten)..........und das ist ziemlich bequem. Eine Wolldecke verhält sich unter Last aber wahrscheinlich ganz anders als Hm Stoff ?! Diese Variante habe ich bis jetzt ausser mit einer Bulgarischen Armee Wolldecke nur einmal mit dem British Army Shelter Sheet Tarp gemacht..........das war aber nicht sehr bequem. 

    Ich bin auf dein Ergebnis gespannt.......... :)

    Gruß von der Ostsee 

  • Nähte im Stoff sind immer ein Schwachpunkt - deshalb ist die Kapazität von Hängematten mit Nähten immer niedriger als sie es ohne Nähte wäre. Und deshalb verwenden die Hersteller solcher Hängematten im Allgemeinen auch sehr starke, dicht gewebte (= schwere) Stoffe. Außerdem können Nähte im Stoff das Liegeverhalten stark verändern. Und eine Menge Aufwand ist es auch, wenn man es gut machen will. Ich habe immer noch eine angefangene Hängematte mit 3 Streifen (allerdings gerade) herumliegen, die nach zig Arbeitsstunden noch auf Fertigstellung wartet.

    Wenn das einzige Ziel, das du erreichen willst, mehr Breite ist, ist es einfacher und auch günstiger, einen ausreichend breiten Stoff zu verwenden. Ich würde so einen Aufwand nur treiben, wenn ich die Liegeeigenschaften drastisch verändern will (siehe z.B. das bereits erwähnte Hammock Bliss Sky Bed), oder wenn du dich auf einen ganz bestimmten Stoff eingeschossen hast, den es nun mal nicht in extra breit gibt. Auf meiner To-Do-Liste steht beispielsweise noch eine doppellagige Hängematte aus insgesamt 3 Bahnen 1.0 oz HyperD (also 3 Bahnen aneinander genäht und erst längs in der Mitte gefaltet um mehr Breite zu erreichen, und dann quer gefaltet um 2 Lagen zu bekommen) weil mir die Liegeeigenschaften so gut gefallen haben.

  • Vielleicht kann jemand ein Detailbild der Naht einer HH-Bottom-Entry HM beisteuern -> dort scheint es im Nahtbereich keine Probleme zu geben...

    Wenn ich das richtig sehe, verläuft dort die Naht längs zur Zugrichtung, wird also so gut wie nicht belastet. Die Belastung verschliesst primär einfach die Öffnung.

  • Selber nähen ist ein Faß, dass ich auf absehbare Zeit nicht aufmachen will ;) — aber ich hatte auch gar nicht auf dem Schirm, dass es passenden Stoff auch in knapp 2m Breite gibt (warum gibt es dann noch so viele Minimatten, und so wenig Auswahl für große Menschen? :/ ).

    Tatsächlich spielt bei mir aber auch die Abneigung gegen Underquilts (teuer, groß, unflexibel, kompliziert) eine Rolle, und da Amazon gerade nur 60€ für ein Sky Bed will (afaics billiger als in Amerika), probiere ich jetzt mal spontan diese Lösung.

    Danke für den Hinweis, Hammock Fairy !

  • Tatsächlich spielt bei mir aber auch die Abneigung gegen Underquilts (teuer, groß, unflexibel, kompliziert) eine Rolle

    Teuer - teurer als eine Isomatte - ja. Groß - nur im Vergleich zu Luftmatten wie der NeoAir, die aber mit Hängematten (Ausnahme 90° Hängematten) nur schlecht funktionieren und durch den fehlenden Bodenkontakt wesentlich schlechter isolieren. Unflexibel - kann ich nicht nachvollziehen. Kompliziert - das hängt wohl vom jeweiligen Underquilt ab. Wenn ich meine Erfahrungen mit Isomatten in diversen Hängematten mit meinen Erfahrungen mit Underquilts vergleiche, schneiden die Underquilts besser ab. Wenn ich Isomatten mit den am besten passenden Underquilts vergleiche, ist es kein fairer Wettkampf mehr.

    und da Amazon gerade nur 60€ für ein Sky Bed will (afaics billiger als in Amerika), probiere ich jetzt mal spontan diese Lösung.

    Bei dem Preis ist es sicherlich einen Versuch wert. Ich habe auch ein Sky Bed, konnte mich aber mit der Liegerichtung (ich bin zu sehr an Rechtslieger gewöhnt) und dem doch sehr anderen Liegeverhalten nicht so recht anfreunden. Vielleicht schreibst du dazu mal einen Erfahrungsbericht im Forum?

  • Moin,

    Mein Skybed stammt aus 2015..........damals gab es wohl öfter Probleme mit einem zu straffen Moskitonetz.

    Meins ist dann tatsächlich nach ein paar Nächten gerissen. Ob dieses Problem mittlerweile behoben wurde weiß ich nicht.

    Ich habe an meinem Skybed das zerrissene Moskitonetz dann komplett entfernt und verwende jetzt die Hm manchmal an kalten Wintertagen als Tagestouren Hm..........

    Richtig "flach liegen" tut man wie von Hammock Bliss versprochen nicht wirklich. Aber ich finde die Hm trotzdem recht bequem.

    Gruß von der Ostsee

  • Na ja, irgendwie ist die Werbung mit dem flach liegen ja immer das gleiche... die Skybed ist inzwischen angekommen, und ich nehme mir vor, woanders noch ein paar Worte dazu zu schreiben.

    Zum Thema Quilt: Den kann kann man vielleicht noch (notdürftig) als Decke oder Poncho verwenden — während man eine Isomatte natürlich auch für ihren eigentlichen Zweck nutzen kann.

    Wenn man auf dem Boden schläft, ist das Ding noch dazu idiotensicher: Hinlegen, rauflegen — keine Karabiner, Gummikordeln oder Anpassungen.

    Das man in einer normalen Hängematte mit Underquilt besser bedient ist, stelle ich überhaupt nicht in Abrede; man merkt aber eben doch ziemlich deutlich, dass das Grundkonzept aus einer Gegend kommt, in der man beim Schlafen über etwas Abkühlung froh war...

  • Na ja, irgendwie ist die Werbung mit dem flach liegen ja immer das gleiche...

    Am flachsten liegst du auf dem Boden. Damit sind die meisten hier aber nicht zufrieden - nicht weil sie flacher sondern weil sie bequemer liegen wollen. Der Clou an der Hängematte ist ja gerade, dass man nicht flach liegt, sondern dass der Körper einsinken kann. Je nachdem wie du genau liegen willst, ist jeweils ein bestimmter Hängemattentyp besser geeignet. Das Sky Bed ist trotz allem noch eine Gathered End Hängematte, und hängt deshalb durch. Wenn du Isomatten toll findest und flacher als in einer GE Hängematte liegen möchtest, schau dir die Cross Hammock und das Haven Tent an. In beiden liegst du vergleichsweise flach und kannst auch auf dem Boden schlafen.

    Zum Thema Quilt: Den kann kann man vielleicht noch (notdürftig) als Decke oder Poncho verwenden — während man eine Isomatte natürlich auch für ihren eigentlichen Zweck nutzen kann.

    Aber wie du siehst, taugen Isomatten nur bedingt für die GE Hängemattennutzung. Kein Ausrüstungsgegenstand kann alles gleich gut. Meine Erfahrung ist, je mehr Zwecke ein Ding erfüllt, desto schlechter erfüllt es sie. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass von einem Hängematten-Set-Up erwartet wird, dass es auch gut auf dem Boden funktioniert. Von wie vielen Gegenständen erwartet man noch eine derartige Multifunktion? Ich verlange doch auch nicht, dass meine Sandalen auch im Winter gut funktionieren. Oder dass mein Fahrrad auch als Kayak taugt. Wenn ich auf dem Boden schlafen will, benutze ich eine Isomatte. Wenn ich in der Hängematte schlafen will, benutze ich einen Underquilt.

    Wenn man auf dem Boden schläft, ist das Ding noch dazu idiotensicher: Hinlegen, rauflegen — keine Karabiner, Gummikordeln oder Anpassungen.


    Das man in einer normalen Hängematte mit Underquilt besser bedient ist, stelle ich überhaupt nicht in Abrede; man merkt aber eben doch ziemlich deutlich, dass das Grundkonzept aus einer Gegend kommt, in der man beim Schlafen über etwas Abkühlung froh war...

    Das klingt, als ob du bisher noch nicht den richtigen Underquilt gefunden hast. Ich muss bei meinem Underquilt nichts anpassen - außer anfangs einmal die Aufhängelänge für die aktuelle Hängematte. Und mit ein Grund, warum ich mein Bett gegen eine Hängematte getauscht habe ist, weil die Hängematte mit dem richtigen Underquilt viel wärmer ist als es mein Bett war :)

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