Quilts oder Schlafsack beim Sommer-Bikepacking

  • Moin aus Kiel,

    meine Hängemattenfrage kläre ich ja gerade in einem anderen Post, aber für den Kontext. Ich nutze derzeit eine Adventuere Moskito Hammock Thermo, überlege jedoch gerade auf eine Adventure Hero XXL zu wechseln. Ich nutze die Hängematte beim Bikepacking, Gewicht und Volumen ist also ein wichtiger Faktor.


    Derzeit plane ich für meine Isolation (Sommer) den Sea to Summit Spark SpI Schlafsack zu nutzen. Ja, ich weiß, am Rücken quetsche ich die Daunen und verliere dadurch viel Wärmeleistung. Ich bin jedoch letzten September bereits mit einer Chinamatte und einem Decathlon 10° Schlafsack (viel schwerer und größer als der Spark SpI) eine 11 Tage Tour nach Danzig gefahren. Ich hatte damit im Herbst keinerlei Kälteprobleme und war eigentlich sehr zufrieden.


    Nun ist der Spark SpI mit 340g und 2,5 Liter sehr klein und leicht. Limit Temperatur liegt bei 5° (Auch damit ist er besser als mein alter Decatlon). Bei meiner Recherche der letzten 3 Tage habe ich keine Quilt-Kombination gefunden die ähnliche Werte in Gewicht, Volumen und Wärmeleistung hat (auch wenn ich beim Schlafsack am Rücken etwas davon einbüße).


    Habe ich nur nicht gut genug gesucht?

    Ist ein Schlafsack in der Hängematte bei meinem Anwengungsfall eine sinnvolle Option?

    Nutzt jemand von euch beim Bikepacking im Sommer ebenfalls Schlafsack und Hängematte? Wie sind die Erfahrungen?


    Viele Grüße

    Florian

  • Auch "Moin aus Kiel",


    ich denke nicht, dass Du eine Kombination auftun kannst, die weniger/gleich viel Volumen braucht. Für mich kann ich sagen, dass mir nur ein Schlafsack (von unten) zu kalt war, obwohl der Schlafsack damals sogar überdimensioniert war. Wenn das für Dich klappt: fahrt los - allerdings würde ich vorher mal eine Nacht testen, ob das mit dem neuen Schlafsack auch gut geht (der Hegenwohld zwischen Lindhöft und Noer bietet sich an und ansonsten kennt wuppitom bestimmt noch 20 andere nette Plätze in der Umgebung)


    Viele Grüße

    Torsten

  • Ob ein Schlafsack für Dich in der Hängematte funktioniert, kann dir niemand beantworten, das solltest Du vor der Anschaffung einfach ausprobieren.


    Wenn die quilt vs Penntüten-frage dann geklärt ist, ist das beim Vergleich von verschiedenen Anbietern untereinander via Temperatur Rating so eine Sache, da nicht normiert.

    Dazu kommt noch, ob sich das mit deinem persönlichen Kälteempfinden deckt.

    Der bessere Anhaltspunkt zum Vergleich ist die Füllmenge.

    Und da werde ich etwas skeptisch, wenn ich 180g aber 5°C lese, was bei genauerem betrachten wahrscheinlich nicht Komfort-, sondern wohl eher gen Limit Temperatur meint.


    Leichter geht natürlich, siehe z.b. cumulus https://cumulus.equipment/eu_en/sleeping-bags/down.html


    Der xlite200 könnte passen - oder sogar der Magic 100, wenn du weiter runter willst und ggf. eher wenn nötig auf Schlafkleidung als Booster setzt.

    Der xlite300 wiederum wäre schön fast eine Universaltüte für den Großteil des Jahres ohne viel Mehrgewicht.


    Bei den quilts dann der 150er oder 250er.

    Etwas geringere Daunen FP und etwas schwerere Materialien bringen höheres Gesamtgewicht.

    Quilts and comforters - Cumulus® outdoor


    Hast Du eh eine isojacke dabei? Dann tut's auch ein halfbag aka Elefantenfuß - dass kannst Du dann beweisen, wie ernst Du es mit Minimalgepäck meinst ;)

    Half-length Sleeping Bags | Handmade in England by PHD

    Nahanny “Elephant Foot” Semi-bag - Nahanny
    Comfort temperature:   -8 CExtreme temperature:  -18 CTotal weight: 500-1150g* *Weight and volume can vary depending on down quality, fiber composition and…
    nahanny.com


    Viel Erfolg.

  • Moin Florian,


    die Adventure Moskito Hammock Thermo hat ja ein Einschubfach für eine Thermo-Liegematte. Falls Du eine solche hast, würde ich es einfach mal damit und einem Schlafsack ausprobieren. Das geht vielleicht sogar indoor mit offenem Fenster. Die Lösung ist zwar nicht der Brüller, könnte aber im Sommer durchaus funktionieren.


    Viele Grüße aus dem Odenwald

    Reinhard

  • noch eine Frage: war der alte Decathlon Schlafsack ein Kunstfaser- oder Daumenmodell? KuFa isoliert bei Kompression noch etwas besser als Daune...

    Ja, der Decathlon war ein KuFa Schlafsack (Forclaz Trek 500) In der XL Variante auch noch zu groß, aber davon hatte ich vor einem Jahr noch keine Ahnung.


    Interessant, das KuFa hier einen Vorteil gegenüber Daune hat, wusste ich auch noch nicht. Danke dafür. Das macht den Abwägungsprozess nun natürlich nicht einfacher :)

  • Hallo Florian,

    Ich bin mit SLD Trailwinder 40F und dem Taiga 150 unterwegs. Für mich eine gute Kombi, die mit Luxustarp , Gurten und Matte bei ca 2.5 KG auf die Waage bringt. Das Volumen geht gegen 8L, hälftig im Cage Re/Li an der Gabel . Berichte nach dem anstehenden Praxis-Einsatz. VG fd

  • Hallo Florian,

    Ich bin mit SLD Trailwinder 40F und dem Taiga 150 unterwegs. Für mich eine gute Kombi, die mit Luxustarp , Gurten und Matte bei ca 2.5 KG auf die Waage bringt. Das Volumen geht gegen 8L, hälftig im Cage Re/Li an der Gabel . Berichte nach dem anstehenden Praxis-Einsatz. VG fd

    Hallo fdd, klingt interessant und 8l bei 2,5kg ist ja ganz akzeptabel. Ich wollte bei mir solange es geht auf die Cages verzichten, da ich von vielen gehört habe, dass die die Fahrdynamik überproportional negativ beeinflussen (solange sie beladen sind). Ausserdem soll es wohl recht wichtig sein beide gleich schwer zu beladen. Ich denke aber, dass ich spätestens bei Wintertouren nicht darum herumkommen werde. Von daher freue ich mich auf deinen Bericht :)

    Den Trailwinder 40F hatte ich mir auch angeguckt, aber wegen KuFa habe ich ihn nicht weiter beachtet. Ich bin neugierig, wie du damit klar kommst.


    Wann geht es bei dir los und wie lange bist du auf Tour?


    BTW, ich war eben noch beim Schlosser und lasse mir an der Hinterradstrebe noch ein paar Montagepunkte anbringen. Ein völlig vernachlässigter Platz am Rad, wenn man ohne Gepäckträger unterwegs ist (was ich immer sein werde). Im Moment ist dort dann aber nur der Schlosshalter befestigt. Potentiell aber auch ein guter Platz für ein kleines Tarp :)

  • In meinem Geschwindigkeitsbereich ist die Fahrdynamik wohl nicht so betroffen :). Allerdings ist auch bei der anstehenden 4 Tagestour das Gepäck auch für mehrere Tage ausgelegt. Die "Notwendigkeit" für die Frontbeladung hat sich aus der Gewichtsbeschränkung für den Gepäckträger hinten ergeben. Das nächste Rad hat dort sicher mehr Kapazität.

    Der Trailwinder hat bisher gut funktioniert, damit bin ich sehr zufrieden. Mein Schlafsack aus KuFa hat bis dato auch alle Wünsche erfüllt. Der Daunenquillt gewinnt natürlich an Volumen und Gewicht. Selbige Vorteile sehe ich für den Underquilt aus Daune, den habe ich hier in der Umgebung auch schon bewundert :thumbup: Vg

  • Hi Flogge,

    hi zusammen,


    ich hatte mal, ich meine das war im Frühjahr, eine Kombination aus meinem Schlafsack, Isomatte, meinem Windschutz und natürlich meiner Cocoon ausprobiert.


    Bei 5c° im Wald und einem relativ gute Wind aber normaler Luftfeuchtigkeit wurd' s nicht kalt. Den Daunenschlafsack hab ich offen als Quillt genutzt.

    Gelegen hab ich auf der Isomatte und halt außen rum nur die Cocoon sowie das Therm-A-Rest Slacker Hammock Warmer.


    Letzeres gibt es aber wohl leider nicht mehr auf dem Markt.

    In meinen Anfangszeiten als Hänger hatte ich mir aber aus einer Rettungsdecke sowas gebastelt. Wind kommt halt nicht durch und zusätzlich wird Körperwärme reflektiert. Auch wenn man den Effekt zweispaltig sehen kann.


    Fakt ist aber, wenn man eine Isomatte, einen Quilt und sowas in der Art hätte, ist ein kleines Packmaß garantiert.


    Ich guck ma' wo ich dazu was getippt habe.


    *wenig später*


    Und unter dem Link ist der Beitrag zu finden.


    Outdoorgschichten – Boardküche & Co./ 09.01.2022
    Gut, die Tage hatte ich eine wenig mehr über meine Gedanken, Versuche und letztendlich einem gewissen finalen Stand zum Transport von Espresso & Zucker im…
    trainingstipps.wordpress.com

  • Hallo Flogge und Interessierte. Am vorletzten Wochenende waren wir für 4 Tage mit dem Fahrrad unterwegs. Wetter Top, geringe Anforderungen an die Isolation. Die oben erwähnte vorgehaltene Isolation habe ich in 2 Drybags a 1500g an der Gabel mitgeführt. Insgesamt habe ich das Gewicht inklu Speise und Trank von ca 14 Kg auf Gabel, Rahmentasche und auf Gepäckträger (mit 2x12LTasche+1xDrybag) verteilt. Fahrdynamik ist mir nicht negativ aufgestoßen. Vermutlich das Plus der vielen Taschen.
    Die Routine für das was ist wo und wie passt es am besten kann noch verbessert werden.
    Während meiner Versuche, Schlafzimmer in die beiden Gabelbagszu bändigen, konnte meine geduldige Reisebegleitung bereits mit der Routenplanung beginnen ( fertig gepackt)
    Die zu großen Bags (ca19x40cm) waren wie erwähnt für die Fahrdynamik nicht problematisch, allerdings doch fummelig in Handling der Vergurtung. -> Ratio für mich: weniger an der Gabel (Matte , Tarp und Gurte) + Isolation am Lenker.

    Die Isolation mit dem 40F Trailwinder und dem Taiga 150 und auch das "schwere" Tarp wurden bei den Wetterbedingungen nicht wirklich geprüft, wurden teilweise gar nicht verwendet. Ansonsten hatten wir aber tolle Plätze zum Hängen (Campinplatz in Drage, iregndwo am Elbufer und auf dem Campingplatz in Ebstorf) Viele Grüße

  • etwas Offtopic :saint:

    ... Vermutlich das Plus der vielen Taschen.

    ...
    Während meiner Versuche, Schlafzimmer in die beiden Gabelbagszu bändigen, konnte meine geduldige Reisebegleitung bereits mit der Routenplanung beginnen ( fertig gepackt)
    Die zu großen Bags (ca19x40cm) waren wie erwähnt für die Fahrdynamik nicht problematisch, allerdings doch fummelig in Handling der Vergurtung. -> Ratio für mich: weniger an der Gabel (Matte , Tarp und Gurte) + Isolation am Lenker.
    ...

    Moin ins Forum!

    Allen Bikepackern möchte ich unbedingt ans Herz legen, bei Gelegenheit mal einen einspurigen Fahrradanhänger auszuprobieren.


    Das Gewicht komplett vom Rad zu trennen, kann eine Wohltat sein, auch und besonders auf nichtbefestigten Strecken. Einspurigkeit bedeutet, dass der Hänger nicht breiter ist, als das Rad - und man tatsächlich auch überall dort durchkommt, wo man ohne Hänger auch einfach durchgefahren wäre. Sogar Rolltreppen lassen sich mit vollem Gespann nutzen. Einzig Fahrstühle sind i.d.R. nicht lange genug.

    Ich glaube, dass die Vielzahl der ansonsten zu anzuschaffenden Taschen mit dem Preis eines (gebrauchten) Anhängers vergleichbar ist. Für meinen gebrauchtgekauften Anhänger incl. Tasche habe ich 275€ bezahlt.


    Hier (m)ein kleines Video zum BOB YAK.

    Wer mag, mag klicken:

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    Herrliche Grüße von jenshelge aus der whoopigeslingten Warbonnet Traveler XXL ;)

  • Moin Jenshelge, :thumbup: Für deinen Vorschlag. Für erweiterten Hängeparkkomfort wird deine Lösung mit ins Buch aufgenommen. :) Und noch zum Thema, für ausreichend Volumen ist nie genug Platz. Der gestrige Versuch ohne Unterbodenwärmung bei 20° ohne Wind wurde aus Komfortgründen abgebrochen. Zwangsweise habe ich dann auf den 20F Trailwinder installiert - war nicht zu warm.. VG

  • Gelegenheit mal einen einspurigen Fahrradanhänger auszuprobieren

    Damit wird dann aber aus Bikepacking eine Radreise. Es geht ja ursprünglich darum, querfeldein zu fahren. Daher sind die Taschen geländegängig. Und ich meine dabei jetzt nicht die Packtaschen am Gepäckträger. Es geht um Framebags, Lenkerrollen und Arschraketen :D Bikepacking ist ja auch immer mit viel Fahrrad schieben und tragen verbunden und das geht nicht mit Anhänger.

  • Es geht um Framebags, Lenkerrollen und Arschraketen :D Bikepacking ist ja auch immer mit viel Fahrrad schieben und tragen verbunden und das geht nicht mit Anhänger.

    Ich danke jenshelge für die Vorstellung, noch anspruchsvoller als die Parcours in seinem Video will ich eh nicht fahren. Und wenn das sogar im Alltag beim Einkaufen noch gut nutzbar ist: prima! :)

  • Damit wird dann aber aus Bikepacking eine Radreise. Es geht ja ursprünglich darum, querfeldein zu fahren. Daher sind die Taschen geländegängig. Und ich meine dabei jetzt nicht die Packtaschen am Gepäckträger. Es geht um Framebags, Lenkerrollen und Arschraketen :D Bikepacking ist ja auch immer mit viel Fahrrad schieben und tragen verbunden und das geht nicht mit Anhänger.

    ... Zustimmung. Wobei ich sagen muß, die Idee gefällt mir trotzdem.


    Alleine die Möglichkeit eine echte Macchina mit zu nehmen... 8o

  • ... Bikepacking ist ja auch immer mit viel Fahrrad schieben und tragen verbunden und das geht nicht mit Anhänger.

    Achso, es geht beim Bikepacking also nicht nur darum, das Rad an sich zu bepacken, sondern auch noch das Rad samt Gepäck auf sich selbst zu packen?

    Ihr seid ja hardcore! 8)

    Herrliche Grüße von jenshelge aus der whoopigeslingten Warbonnet Traveler XXL ;)

  • Danke, jenshelge, für deinen Beitrag. Tatsächlich denke ich aktuell über die Anschaffung eines einspurigen Anhängers nach. Aus den von dir genannten Gründen.


    Wie fährt sich denn der Yak im Vergleich zum gefederten Ibex? Lohnt sich wohl der Aufpreis / das Mehrgewicht.


    Und da wäre ich bei meinem zweiten Fragezeichen: Mich erschreckt insgesamt etwas das Eigengewicht solcher Anhänger. Ich habe ja - mit Speis und Trank - oft nur so acht bis 15 kg Gepäck dabei. Da nimmt der Anhänger einen grossen Teil davon ein. - Sollte man vielleicht mal Karbon-Versionen entwickeln?


    Ich bin nun jahrelang fast ausschliesslich gewandert. Nun habe ich gemerkt, dass das Biken meinen Knie tendenziell besser bekommt und zudem ein gutes Knietraining fürs Wandern abgibt. Daher meine Frage.

  • Hallo Waldläufer70!

    Den Vergleich zwischen YAK und IBEX kann ich mangels praktischer Erfahrung nicht ziehen.


    Eine Karbonversion bei BOB ist mir unbekannt.


    Wenn Dir Gewicht wichtig ( :saint: ) ist und es ein BOB sein soll, nimm einen YAK.

    Der Mantel Schwalbe Big Apple wird, seiner komfortablen Federwirkung wegen, gern bei Lastenrädern und Anhängern genutzt. Ich habe meinen YAK damit ausgerüstet und ihn mit 2bar Druck befüllt. Da ist nix gehüpft...
    Aus einem alten Pocketbike hatte ich mal ein Federbein in der Hand - vergleichbar groß und grottenschwer.

    Wenn Du nicht ganz furchtbare Steinpisten brettern oder gar Downhill fahren willst, scheint mir ein Federbein unverhältnismässig schwerer (und teurer).

    Federbeine machen im Prinzip auch nur dann wirklich Sinn, wenn sie stets dem zu federnden Gewicht angepasst werden.


    Aber: Das ist meine ganz eigene Haltung. Die IBEX-Nutzenden würden mir bestimmt widersprechen. :*


    Der YAK wiegt lt. Liste (wenn ich mich recht erinnere) etwa 6kg. Hinter dem Rad merkt man ihn nicht.

    Zerlegt und im blauen Müllsack als Handgepäck getarnt in der Bahn mitgenommen, ist er auch nicht schwer beim Ein- und Aussteigen.


    kurzer Bike- und Hängercheck hier ab 36`36:

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    Herrliche Grüße von jenshelge aus der whoopigeslingten Warbonnet Traveler XXL ;)

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