Zusatz-Daunendecke bzw. Topquilt für Frosttage

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  • So sieht mein erster Grundriss aus. 6 umlaufende (hufeisenförmige) Kammern mit je 12 cm Breite:

    Nahtzugaben (inkl. Nähfalze für Schlaufen oder RVS etc.) habe ich momentan 4,5cm an den Seiten und 6cm oben und unten. Da der Stoff deutlich Übermass hatte (153cm x 205cm) sollte das gut reichen, so die Hoffnung.

    An den Kopfschlitz trau ich mich noch nicht ran. Das probiere ich vielleicht später einmal an einem einfacheren und weniger erfolgskritischen Objekt, zB. an meinem DD UQ...(?)

    Leider ist vor Weihnachten immer so viel los, ich werde mir lieber genug Zeit nehmen und auch brauchen. Vorr. fange ich mit dem Fusskissen an, aus den abgeschnittenen Restdreiecken.

    Bis später, Jörg.

    Dieser Tag ein Leben!

  • Die Ausbeute des heutigen Tages:

    Die Stege waren ursprünglich 8cm geplant, dann auf 7cm reduziert und tatsächlich sinds wohl eher 6cm geworden. Aber Hauptsache, es flufft.

    Schwierig war erstaunlicherweise nicht das Nähen sondern das Ankleben der Stege mit Malerkrepp. Drei widerspenstige, "wibbelige" Materialien mit nur zwei Händen (und zwei störenden Knien) millimetergenau aufeinander zu bringen, lehrt einem die Kraft der Geduld!

    Morgen geht's weiter!

    Dieser Tag ein Leben!

  • Bisher sinds 315g, wird also insgesamt über 800g, es sei denn, ich verwende nicht die ganze Daune.

    Wie man vielleicht sehen kann, habe ich genug Befestigungsschläufchen für eine Brückenreling (wie bei Waldläufer70) oder zur Umverwendung als Underquilt vorgesehen.

    Die Seitenfälze (und natürlich der Einfüll-/Schulterbereich) sind noch nicht abschliessend vernäht, ich überlege, ob ich auch dort mittig noch je eine Öse und dann Längskordeln einziehen sollte, bevor ich die Seitenfälze schliesse. Dann könnte ich die Form noch leicht zum "Körbchen" zurren, hab mal bei TacBlades gesehen, dass das zum Rundum-Abschluss vorteilhaft sein kann(?). Und natürlich auch bei Nutzung als Underquilt (wie beim DD-Ublanket) kann icj die Form dann besser anpassen. Dann werdens natürlich noch paar Gramm mehr...

    (???)

    Dieser Tag ein Leben!

  • ...habs bereits umgesetzt, getestet und für ausgezeichnet befunden:

    Je zwei weitere Ösen und je 80cm Gummikordel 2mm links und rechts, die Kordelstopper jeweils im Bereich der Hüfte, also leicht "under cover" bedienbar ohne zu drücken. Das Ergebnis ist, dass der sonst lockere Bereich zwischen Knien und Schultern schön rangezogen wird.

    Klare Empfehlung!

    Dieser Tag ein Leben!

  • Unter Zuhilfenahme des vorher erwähnten Kammervolumenrechners habe ich nun die Kammer-Gewichtsanteile für meinen angepassten Hufeisen-Kammer-Quilt nachgerechnet. Mit gemessenen Längen und bekannter Daunen-Menge (500g wie bestellt, abzüglich einer kleinen Menge für das Kissen, was ich noch prüfe und anpasse). Also einfach die Anteile errechnet und den Overfill dann dahingehend rechnerisch überschlagen. So siehts aus (wer den als Excel will, lass es mich wissen):

    Jörgs_Daunen_TopQuilt_Nachrechner.pdf

    Den Overfill wie auch die "umkomprimierten Daunenvolumen" und das Gesamt-Prüfgewicht dient mir als Richtlinie beim Befüllen, diese werde ich sicher "live" anpassen (mit Excel ja sehr schnell getan).

    Z.B. vermute ich, dass das tatsächliche Gesamt-Daunengewicht durch %RH-Abweichungen etwas höher-ist als spezifiziert(?), oder dass das Overfill ist in der Praxis zuviel wäre(?). All das bemerke ich ja dann hoffentlich beim Befüllen der ersten Kammern aus dem ersten der beiden Daunensäckchen. Am Ende notfalls übrigbleibende Daune kann man immer noch für was anderes verwenden, zB. für einen weichen Kragen an meinem KuFa-Winterschlafsack oder so. Aber das letztliche Overfill-Verhältnis würde ich schon gern für alle Kammern ungefähr gleich einhalten. Und da ich noch nicht hundertprozentig sicher bin, WIE GENAU ich nun befülle und was dabei alles an Planänderungen hinzu kommt...

    Unsicher war ich mir ausserdem, ob ich das "unkompromierte" Volumen der Daune zum Beispiel zum groben Abmessen mit einem grossen Litermass oder Eimer sinnvoll nutzen kann, bevor ich die Wage überhaupt einschalte, und ob ich das rechnerisch überhaupt richtig erfasst habe. Letzendliches Nachprüfen dann über das Gewicht.

    Aber auch das Wiegen ist je nach Waage manchmal schwieriger als erwartet (30s-Auto-OFF mitten im Behältnis-tarierten Befüllvorgang kann einem schon mal die Haare zu Berge stehen lassen.) Zwischendurch unter kaltem Schweissausbruch den offenen, halb befüllten Quilt ablegen hat sicher auch so seine Tücken... Aber das sehe ich ja dann alles und kann das Excel anpassen, um die verbleibenden Kammern optimal bis zum Ende aufzufüllen. Wenn alles gut geht, kann ich ja auch erst mal kleinere Behältnisse (Frostbeutel o.ä.) pro Kammern vorfüllen - diese unter starker Komprimierung. (???)

    Dieser Tag ein Leben!

  • Rovaniemi.

    Obwohl, da wohnt er nicht, da ist nur der international ausgerichtete Santa-Claus-Erlebnispark. Die eigentliche Hütte vom "Joulupukki" liegt voll geheim und noch unaussprechlicher am Korvatunturi-Berg.

    68,0753097, 29,3142898

    Aber bevor ihr eure Hängematten, Wintertarps und Daunenzeugs packt um hinzupilgern: Vorbereitung ist gefragt. Erstens liegt das wohl genau an der russischen Grenze, und zweitens kommt man da eh nur hin, wenn man fliegende Rentiere, E.T. oder zumindest ne rote Nase hat.

    Dieser Tag ein Leben!

  • Aber bevor ihr eure Hängematten, Wintertarps und Daunenzeugs packt um hinzupilgern: Vorbereitung ist gefragt. Erstens liegt das wohl genau an der russischen Grenze, und zweitens kommt man da eh nur hin, wenn man fliegende Rentiere, E.T. oder zumindest ne rote Nase hat.

    Bei den dort hoffentlich herrschenden Temperaturen sollte die rote Nase das kleinste Problem sein. :)

  • Was unter MYOGern mit dem Begriff Overfill gemeint ist, habe ich zugegebenermaßen nie verstanden. Lediglich aus Herstellersicht hat der Begriff einen Sinn: Ich lege nämlich fest, wieviel Daune ich normalerweise einfülle. Wenn jemand mehr Isolation wünscht, ist das dann der Overfill.

    Das ist so nicht richtig, bzw wurde mir von Hammockgear anders erklärt.

    Die Isolation, bzw das Kälte-Rating hängt von der Höhe der Kammern ab, also wieviel Luft zwischen der Innen- und Aussenfläche erwärmt werden kann.

    Das Overfill erhöht nicht den Isolationswert, sondern verhindert Bewegung der Daunen, also eventuelle Isolationslöcher weil die Daunen sich innerhalb der Kammern in eine Ecke verziehen.

    Ein 0° Daunenschlaftsack mit 100g Overfill ist trotzdem für 0°.

    Zitat von Hammockgear - Harry Carlson

    More than anything, overfill helps minimize down movement within the quilt and helps prolong the loft of the down over time. Overfill doesn't change the temperature rating of a quilt, since the loft of that quilt doesn't change, so a 30F Incubator with 3 ounces of overfill will really still only keep you warm down to 30F.

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • Ich habe bei allen meinen Topquilts (EnlightenedEquipment) eine Fussbox mit Reisverschluss an der Seite (ca 30% der Quiltlänge) und Gummischnurbund unten. Damit kann ich den Quilt immer auch als Decke nutzen, z.B. auf der LuMa. Das kleine Loch, dass beim Zuschnüren eventuell bleibt, ist wirlich kein Problem, die Luftmenge ist m.M.n. irrelevant. Ich bin aber ein Warmschläfer und entwickle schnell viel Wärme.

    Oben habe ich einen Druckknopfverschluss mit Gummischnur zum Strammziehen.

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • Die Isolation, bzw das Kälte-Rating hängt von der Höhe der Kammern ab, also wieviel Luft zwischen der Innen- und Aussenfläche erwärmt werden kann.

    Das Overfill erhöht nicht den Isolationswert, sondern verhindert Bewegung der Daunen, also eventuelle Isolationslöcher weil die Daunen sich innerhalb der Kammern in eine Ecke verziehen.

    danke, habe auch schon überlegt, ob es in die Richtung geht, konnte es nur nicht sprachlich greifen.

    Allerdings - diesen sweet Spot beim selbst befüllen in der Praxis auch bewusst zu (über)treffen halte ich für eher illusorisch, da kann wohl nur eine ungefähre Näherung das Ziel sein.

  • Die Isolation, bzw das Kälte-Rating hängt von der Höhe der Kammern ab, also wieviel Luft zwischen der Innen- und Aussenfläche erwärmt werden kann.

    Das Overfill erhöht nicht den Isolationswert, sondern verhindert Bewegung der Daunen, also eventuelle Isolationslöcher weil die Daunen sich innerhalb der Kammern in eine Ecke verziehen.


    Ein 0° Daunenschlaftsack mit 100g Overfill ist trotzdem für 0°.

    Hier erlaube ich mir aus praktischer Perspektive einige dicke Fragezeichen. Dass die Höhe der Kammern nicht das entscheidende Kriterium ist, sondern die Füllmenge der Daunen, sieht man schon daran, dass bei Cumulus über die Bandbreite mehrerer Modelle hinweg gleich hohe Kammern verarbeitet werden. Das habe ich zwar nicht selbst überprüft, wurde aber an anderer Stelle (leider weiß ich nicht mehr wo) so berichtet. Alle seriösen Schlafsackhersteller geben folglich das Gewicht und die Qualität der Daunenfüllung an und kein einziger schreibt etwas über die Kammernhöhe.

    Und wenn durch den selbst definierten "Overfill" die Bewegung der Daunen verhindert wird, hat das natürlich direkte Auswirkungen auf die Isolationsleistung. Die "Isolationslöcher", von denen du schreibst, haben unmittelbare Auswirkungen auf den Isolationswert - d.h. die Wärmeleistung -, da kann die Auskunftsperson von Hammockgear behaupten was sie will.

    • Offizieller Beitrag

    Mit Cumulus kenne ich mich nicht aus, aber alle Hersteller von denen ich Quilts besitze oder besessen habe verwenden selbstverständlich unterschiedliche Kammerhöhen - immer abhängig vom gewünschten Temperaturbereich. Leider wird die Kammerhöhe nicht immer angegeben, und meistens muss man zumindest danach suchen. Warbonnet gibt nur für die Diamondbacks die Kammerhöhe an - und das auch nur im Spec Chart. Hammock Gear hat die Kammerhöhe mal angegeben, aber ich finde sie nicht mehr. Ripstopbytheroll und Dutch verkaufen beide vorgeschnittene Netzstreifen für unterschiedlich hohe Kammern.

    Die Füllmenge berechnet sich aus dem zu befüllenden Volumen und der Bauschkraft der Daune. Irgendwo gibt (gab?) es dafür auch einen Rechner auf HammockForums. Allerdings überfüllen alle Hersteller die Kammern zu einem bestimmten Grad (ich meine mich zu erinnern 10%) um zu einfaches Verrutschen zu verhindern. Mehr Daune isoliert natürlich auch etwas besser. Aber um die volle Isolierung zu bieten, muss sie maximal gebauscht sein. Je mehr Daune in eine Kammer gestopft wird, desto weniger kann sie bauschen. Deshalb wird der Quilt irgendwann nicht mehr wärmer, wenn man noch mehr Daune rein quetscht.

  • Mal noch etwas Mathematik:

    • Fillpower wird in Kubik-Zoll (cubic inch) pro Unze (28,35 g) angegeben:
    • 61 cubic inch = 1 Liter (Näherungswert)
    • 850 cubic inch = 13,9 Liter
    • Daune mit 850 cuin "füllt" also 13,9 Liter pro 28,35 g.
    • Das sind 0,492 Liter pro Gramm.

    Wenn ich das mutmassliche Volumen eines Quilts kenne, kann ich grob die benötigte Daunenmenge ermitteln (quasi ohne "Overfill").

    Daunenmenge (g) = Volumen (Liter) * 61,02 * 28,35 / Fillpower

    Etwas mehr Daune zu kaufen, dürfte sich empfehlen, da sich das Volumen mathematisch bestimmt nicht so leicht korrekt ermitteln lässt. Da die Fillpower mit der Zeit eher nachlässt als zunimmt, würde ich diese auch eher etwas kleiner einsetzen als angegeben.

  • Danke für die Zahlenangaben, mit denen ich jetzt mal folgende Rechnung anstelle: Der von Hammock Fairy angeführte längste Blackdiamond Scandinavian Topquilt mit den Maßen von 1,50 m Breite mal 2,15 m Länge bei 10 cm Loft (was nicht dasselbe ist, wie die Kammernhöhe - dazu später) hat ein Raumvolumen von 322,5 Litern, wenn er unbelastet und voll aufgeplustert glatt auf dem Boden liegt. Die knapp 30 Unzen 850 er Daune könnten sich aber laut der Formel von Waldläufer70 bis auf 417 Liter ausdehnen. Der "Overfill", der standardmäßig eingefüllt wird, beträgt also nicht 10%, sondern satte 30%. Logisch weitergefolgert müsste man bei zusätzlicher Überfüllung also vom Over-Overfill sprechen. Oder man lässt - mein Vorschlag - diesen Begriff einfach weg und nennt Füllgewicht und Qualität der Daunen als maßgebliche Orientierungsgrößen.

    Und jetzt noch mal zur Kammernhöhe. Wenn man konsequent mathematisch denkt, müsste die im genannten Fall 12 cm hoch sein, nämlich 10 cm fürs Raumvolumen und 2 cm für die Naht am Außen- und Innenstoff. Guckt man jetzt in die Shops von Dutch und Ripstop, stellt man fest, dass das breiteste Kammernband nur 3,5 Zoll, also knapp 9 cm breit ist, was abzüglich der Nahtzugaben knapp 7 cm Kammernhöhe ergibt. Ist das nicht viel zu wenig? Ich bin mir sicher: nein. Die effektive Höhe von 7 cm reicht für den dicksten Loft völlig aus. Kein Hersteller würde in unserem Fall 12 cm breite Kammerbänder verarbeiten. Warum? Jetzt kommt man zur Praxis. Für die Wärmeleistung ist es wichtig, dass sich die Daune eben nicht völlig frei entfaltet, sondern ein gewisses, wenn auch geringes, Maß an Komprimierung erhalten bleibt. Dadurch kann sie weniger verrutschen, aber es steigt auch die Isolationswirkung. Natürlich sollte es nicht so sein, dass die Daune im aufgerollten Zustand des Quilts "gequetscht" wird, die Proportionen zwischen Loft und Kammernhöhe sollten schon stimmen. Aber in jedem Fall ist es - meiner Meinung nach - wichtig, die Kammern nicht zu hoch zu dimensionieren. Ich habe bei meinem dicksten Daunenschlafsack (750 g 850er Daune) etwa 8 cm breite Stege verarbeitet und glaube mit den effektiv 6 cm Kammerhöhe gut gefahren zu sein.

  • Da die einzelnen Kammern sich wölben ist der Grossteil der Fläche des Schlafsacks oder Quilts ohnehin dicker als die durch die Stege gegebene Kammerhöhe. Übertrieben hohe Stege würden zu einem viel zu dicken Endprodukt oder zu übermässigem Herumrutschen der Daune führen. Die Stege müssen ein ganzes Stück weniger dick sein als die gewünschte Dicke des Endprodukts, damit sich der Quilt/Schlafsack auf die gewünschte Dicke aufplustern kann. Denn erst das "Aufplustern" führt zu einem funktionierenden Endprodukt.

    Meine Sicht und damit die Sicht eines Nutzers, der noch nie ein Produkt mit Daunenfüllung genäht hat.

    PS: Aus meiner Sicht könnte man schon von 10 cm Kammerhöhe sprechen, sind die Kammern ja im Endeffekt auf 10 cm Höhe aufgeplustert. Damit das aber in der Praxis funktioniert, muss man die Stege eben deutlich schmaler machen.

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