RSBTR-Winter-Hex12 Tarp Kit - erste Schritte

  • Hallöchen,


    Habe mein Tarp Kit und Zubehör nun erhalten und freue mich (immer noch, oder eigentlich noch mehr!) auf die schönen bevorstehenden, harmonischen Stunden mit meiner Nähmaschine und einigen wenigen, gut gewählten Flüchen!


    Doch bevor ich anfange, werde ich mir hoffentlich noch die eine oder andere Anregung von Euch holen können. Damit ich nicht wieder in fremden Themen zu sehr abschweife, habe ich gleich erst mal diesen neuen Faden aufgemacht.


    Firstline

    Die erste grosse Vernähung ist laut Anleitung ja jene. Momentan denke ich, mache ich das wie vom Hersteller vorgeschlagen, also ohne zusätzliches Dachkantenband, 2 - 3 Nähte flach und dafür mit Silikon abgedichtet. Als Silikon geht sicher handelsübliches aus dem Baumarkt (kleine Tube für leichte Applikation), dachte ich mir so.

    Die Variante mit spitzer Dachkante (mit Verstärkungsband statt Silikon), probiere ich dann evtl. bei einem späteren Tarp mal aus. So zumindest mein momentaner Gedanke, habe keine wirkliche Bevorzugung ausser das Bild des fertigen Tarps vor meinem inneren Auge.


    Meine Maschine

    ist eine sehr simple Einsteiger-Singer, ohne Obertransport soweit ich das sehen kann. Was eine Lochplatte ist, weiss ich momentan auch noch nicht. (Braucht man das unbedingt? Ich meine, UNBEDINGT?).


    Garn und Nadel:

    Bisher habe ich noch die Gütermann Mara 70 ausreichend auf der Rolle, mit der bin ich bisher sehr gut gefahren. Es sei denn, ihr ratet mir definitiv von dem ab(?), das dünne Silnylon ist natürlich eine neue Herausforderung, würde mich da Eurer Meinung sicher beugen.

    Welche (leicht erhältliche, da ich nicht in D lebe) Nadel würdet ihr für den gewählten Faden als Minimum ansehen, und auf welche Eigenschaft muss ich achten? Bei meiner HM habe ich einfach die genommen, in die ich den Faden gerade noch durch bekam, bin allerdings schon etwas altersblind. (Brille unterwegs.)

    "Microtex" habe ich schon irgendwo gelesen, das bekommt man sicher auch hier in Finnland. Aber was ist der entscheidende Unterschied, vom "Namen" mal abgesehen?


    Saum- und Kantenhilfen, Rollfuss oder keiner:

    Habe den interessanten Faden zum Rollfuss überflogen. Ich denke, so für den Anfang werde ich das aber sicher erst mal ohne Rollfuss versuchen, da ich nicht genug Stoff für eine extra Rollfuss-Lernkurve habe, und da ich mittlerweile schon einiges an Roll-Säumen (an Stoffen von sehr dick bis ziemlich dünn+rutschig) ohne viel Fachwissen und Spezialgerät hinbekommen habe, zumindest auf den lange Strecken. Werde zur Übung auch erst mit dem beiliegenden Stoffrest den Packsack zu nähen beginnen.


    Ich nähe meist langsam und vorsichtig die ersten paar cm, hin und wieder bügele ich auch vor, zumindest in den Ecken werde ich das sicher auch hier tun. Sobald die ersten cm geglückt sind, ziehe ich das ganze mit zwei Händen unter leichtem Zug durch, dadurch bleibts gerade, stoppe und roll-falte + greife in regenmässigen Abständen nach. Bisher habe ich Nadeln verwendet, vielleicht mach ich die erste Firstnaht diesmal mit Klebestift s.u.) Ich vermute, auf der langen Bahn wird das schon hinhauen. Aber:


    Sorgen machen mir bei diesem rutschigen Stoff eben insbesondere die Nahtanfänge, also Ecken. Die ziehen sich ja gern rein in den Transportmechanismus, und die Nähte zusammen. Da meine Maschine nicht die beste ist, wird das sicher auch hier bicht leichter. Dazu hoffe ich noch auf Tips.


    Sollte man die Naht zB. erst ein, zwei cm NACH der Kante anfangen, um den (anfänglich) recht wiederspenstigen Stoff auf BEIDEN Seiten zwischen die Finger und damit geradegezogen zu bekommen, sodass man nicht so sehr auf den Zug des Transportmechanismus angewiesen ist? Und später die bereits besser fixierte Ecke dann zu Ende zu nähen, oder macht das keinen Sinn?


    Habe bei ExTex gelesen, dass Pritt-Klebestift wasserlöslich sein soll und gut als Saum-Fixierhilfe fungiert. Aber muss noch etwas recherchieren, WELCHE Pritt-Stifte usw. Meinungen?

    Auch fand ich die Idee mit dem eingenähten Papier gut, werd ich definitiv ausprobieren.

    Nähklammern habe ich bisher in Finnland nicht auftreiben können, aber evtl. rutschen die sowieso auch nur weg.(?)


    Also wenn ihr weitere Tips v.a. zu den Ecken/Nahtanfängen habt, wie man die bei dünnem Tarpstoff gleichmässig hin bekommt, dann steht einer langanhaltenden Freundschaft nichts im Wege! :)

    Also das erst mal zum Anfang...

    Danke im Voraus an Euch alle!

    LG Jörg aus Finnland.

    Dieser Tag ein Leben!

  • Zum Thema Nadel und Garn empfehle ich dir diese Tabelle von Der olle Hansen . Das Mara 70 ist auf jeden Fall besser als Haushaltsgarn, da robuster. Andere wissen über das passende Garn für's Tarp bestimmt mehr.


    Das Wort "Lochplatte" habe ich im Zusammenhang mit Nähen noch nie gesehen. Vielleicht ist "Stichplatte" gemeint? Die sollte eigentlich jede Nähmaschine dabei haben. Zum Nähen von einfachen Nähten ohne Zick-Zack ist oftmals eine weitere Platte der Nähmaschine beigelegt, die keinen Schlitz, sondern nur ein einfaches Loch in der Mitte hat ...


    Ich habe bisher alle meine Tarps nur ohne Rollfuß genäht. Das muss ich echt noch üben. Gerade bei glitschigem Material, wie silikonisiertes Nylon, ist es gar nicht so einfach. Daher sind meine Ränder ein wenig breiter als mit dem Rollfuß, was ich aber nicht schlimm finde.


    Klammern haben mir eigentlich ganz gut beim Nähen von langen Strecken geholfen. Beim Silnylon drohen sie auch mal ihre Position zu verändern, aber es geht. Ich hatte die einzelnen Strecken des Silnylon vorher in Etappen zweimal umgefaltet und mit dem Bügeleisen bei sehr niedriger Temperatur "vorgebügelt". Das hat einen Falz im Material erzeugt, an dem ich mich beim Nähen orientieren konnte, selbst wenn die Klammer mal ihre ursprüngliche Position verlassen hat.


    Mit Klebestift habe ich nur meine erste Hängematte genäht. War mir nicht so, da ich es schwer fand den Kleber zu dosieren und jedesmal habe ich ein wenig auf dem Untergrund verteilt :rolleyes: Da ist mir die Bügelmethode sauberer und lieber.


    Dir viel Erfolg!

  • Danke schon mal an Euch beide für die guten Hinweise, Links und Allgemeine Verfühlmichsicherung.


    Furbrain : OK, die Stichplatte ist dann wohl doch vorrätig, wusste bisher nur nicht, wofür das Plastikteil eigentlich da ist - muss mich mal damit befassen.


    Mittagsfrost : Deine Variante mit der stehenden und mit Band abgedeckten Firstline wird nach weiterer Bedenkzeit immer wahrscheinlicher. Ist ja doch ganz schön viel Fläche, was ich da rechts von der Naht noch mit durchbekommen muss, und EIN FALSCHER STICHZUG in tektonisch verschobenes Material und das Tarp hat bereits seine erste Lochreihe... Das Problem hat man mit dem Auf-Kante-Nähen dann ja nicht... Aber ich teste einfach erst mal, wie das mit dem Durchziehen so klappt, und wie ich eingerolltes Material sichern könnte, zB. rechts der Nadel durch eine abgeschnittene PET-Colaflasche ziehen oder sowas. Aber ist halt immer ein erstes Mal = Risiko...)

    Dieser Tag ein Leben!

  • Habe bei ExTex gelesen, dass Pritt-Klebestift wasserlöslich sein soll und gut als Saum-Fixierhilfe fungiert. Aber muss noch etwas recherchieren, WELCHE Pritt-Stifte usw. Meinungen?

    Auch fand ich die Idee mit dem eingenähten Papier gut, werd ich definitiv ausprobieren.

    Nähklammern habe ich bisher in Finnland nicht auftreiben können, aber evtl. rutschen die sowieso auch nur weg.(?)


    Also wenn ihr weitere Tips v.a. zu den Ecken/Nahtanfängen habt, wie man die bei dünnem Tarpstoff gleichmässig hin bekommt, dann steht einer langanhaltenden Freundschaft nichts im Wege! :)

    Meine bisherigen Erfahrungen mit glatten und dünnen Stoffen sind zwar nicht übermäßig, aber ein bisschen was habe ich in den letzten Jahren ausprobiert und gelernt. Kürzlich habe ich erstmals (aus vermutlich Silnylon) ein Tarp genäht. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach okay. Stelle ich bei Gelegenheit mal vor...


    Papier - Zeitungspapier an den Enden bzw. unter dem dünnen Material ist enorm hilfreich um das Knautschen zu verhindern und einen guten Anfang und ein gutes Ende hinzubekommen.


    Klebestift - ich habe mattes, 20mm breites Klebeband von Scotch genommen. Ähnlich wie Tesa, funktionert für´s Nähen aber meiner Meinung nach sehr viel besser und lässt sich gut wieder abziehen. Damit kann man sehr gut knifflige und auch lange Stellen fixieren ohne heften zu müssen. Außerdem hat mir diese Methode sehr viel Zeit erspart.


    Klammern - bei mir rutschen die einfachen, billigen Kunstoffklammern bei sehr dünnem und glatten Stoff. Daher hefte oder klebe ich lieber.


    Viel Erfolg, bin sehr gespannt.

  • Danke mogli ! Ich habe noch nicht angefangen (warte noch auf die Nadeln und Klammern), das mit dem Papier werde ich auf jeden Fall und das mit den Scotchtape eventuell probieren. Das Klebeband hast du mit eingenäht und längs der Löcher dann abgerissen, oder neben der Naht angebracht und wieder abgezogen?


    Gruss Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Ach was, einfach loslegen. Meine erste Angstnaht ging eigentlich erstaunlich leicht von der Hand, gut, dass ich vorher geübt hatte:


    Habbdann nachher auch noch geprüft, ob ich eigentlich die richtigen Seiten vernäht habe:


    Jep.


    Kreppband hält keine Sekunde lang auf dem glitschigen Zeug, aber mit durchsichtigem Klebeband (Scotch oder Tesa oder Wasihrwollt) konnte ich in regelmäßigen Abständen die Firstkanten so fixieren, dass ich das Stöffle auf den Tisch und unter den Nähfuss bekam. Sobald ich mit der Nadel ran war, hab ichs vorher abgezogen.


    Papier ist super, einfach drunter und haste was zum Anfassen und bleibt straff im Vortransport.


    Nach den ersten paar cm dann einfach mit beiden Händen (2x Daumen und Zeigefinger) unter Zug leicht straff durchgezogen, regelmäßig angehalten und nachgegriffen, damit die Bahnen auch seitlich nicht verrutschen. Dann gings eigentlich komplett ohne weitere Hilfsmittel.


    Für die weiteren Nähte warte ich evtl. noch auf die Microtex-Nadeln, obwohl die Löcher auch so OK aussehen. (Hatte meine Nadel unterm Mikroskop angesehen, die Spitze wurde offenbar irgendwie plattgepresst, nicht perfekt aber auch nicht messerscharfe Kanten oder so...)


    Se on moro!

    Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Ich habe in der Tat einfach drübergenäht und danach das perforierte Tesa (also Scotch in diesem Fall) sehr gut abziehen können. Ist ein bisschen Plastikmüll der anfällt, aber wenn man sich an einigen kniffligen Stellen zum üben und lernen damit aushilft, finde ich es vertretbar...


    Malerkrepp hatte ich zuvor getestet und normales (durchsichtiges) "Tesa" auch. Hat beides nicht gut funktioniert.

  • Hier ein Beispiel. Das sind die Verstärkungen an den Ecken des Tarps... Ohne vorheriges Fixieren bin ich fast Wahnsinnig geworden und mit der Nadel heften konnte ich auch nicht, da sich der Stoff immer verzogen hat. Zumal das Nylon sehr, sehr stretchig ist.



  • Nachdem ich blöderweise einen Teil im falschen Faden berichtet habe, hier kurz so viel:


    Firstline ist jetzt doch Felled Seam (also 3 Nähte flach) geworden. wollte mein Nähergebnis gern vorzeigen, aber der Stoff ist so glitschig , da rutschen die Photonen alle drauf aus:


    Jedenfalls so hab ich das Material bei der 3. Flachlegenaht durch die Singer so durchgezogen (hier hilft die Nähmaschine sogar beim fokussieren):


    An die Abspannpunkte und Umnähung mache ich mich, sobald schlechtes Wetter und freie Zeit mal wieder zusammen treffen.


    Frage dazu: Kordeltaschen an den Abspannpunkten:

    Besser mit dreifachem Stoff (Tarpstoff + 2x Zugentlastungsdreieck) oder einfach als "unterbrochene Quernaht" wie RSBTR es optional anbietet?


    Frage deshalb, weil die Quernaht am Dreieck ja unter Scher(?)-Spannung steht, Unterbrechung hiesse ja Spannungsspitzen und Falten dort(?)...

    Und:

    Braucht man die Quernähte an den Zugentlastungsdreiecken überhaupt (Längsnähte an den Aussenkanten genug?), also sind die nur da, damit sich das Dreieck dort nicht zu arg aufdröselt?

    Aber ich vermute, die Quernähte braucht man schon, damit die Zugspannung das Dreieck nicht zu schmal/spitz zieht und damit in der äussersten Spitze überbelastet...:/


    Ach so, hab dann doch erst jetzt bemerkt, dass ich offenbar Silpoly bestellt (und bekommen) habe. Naja, hat ja auch Vorteile. Und so gibts dann halt auch wieder ein Projekt nach dem Projekt. ^^:thumbup:

    Dieser Tag ein Leben!

  • Hei Jörg,


    ich würde nur die Längsnähte an den Außenkanten machen, und mir die Quernaht sparen. Das belastet den Stoff meines Erachtens falsch. Und zugleich kannst du die Schnur dort verstauen. Die Dreiecke kannst du aus dem gleichen Stoff wie das Tarp machen. Es bringt nicht viel, sie aus einem stärkeren Stoff zu machen, es würde wenn dann eh woanders reißen…

    Viel Spaß!

  • Heute war auch gleich "schlechtes" Wetter, bei 30Grad kann man draussen wirklich nichts machen und sollte tunlichst drinnen bleiben und zB. ein Wintertarp nähen.


    So ist das jetzt auch bis auf die Panel Pulls und die Abdichtung fertig geworden. Naja, geschwitzt habe ich schon, aber daran war nicht die Sommerhitze Schuld.


    Die Aussennaht hat schicke, feine Rüschen bekommen. Das macht ihr bei euren DIY-Tarps doch auch alle so, stimmt's? Sieht toll aus, oder?


    (Das war nicht zu vermeiden, der Stoff ist so elastisch, ohne Zugspannung hätte ich den niemals durch diese Maschine, zumindest ohne Obertransportfuss, durchbekommen. Aufgehängt und angespannt wird das schon straff werden. Teste ich morgen. Vor meinem nächsten Tarp leiste ich mir den Obertransportfuss aber, das steht fest!)


    Kordeltaschen haben wegen der vglw. kleinen Eckenstoffe nicht mehr rein gepasst, das hätte sicher geklappt, wenn ich die Bänder vorher (nur) an die Versteifungsstoffe angenäht hätte, und diese dann ganzflächig hätte nutzen können. Aber da nähe ich später sicher noch Gummibänder ran als Kordelorganisierer.


    Frage zu den Panel Pulls, die Versteifungsvierecke kann man sicher genauso gut innen wie außen annähen, stimmt's?

    Innen wäre sicher dezenter, aussen erhoffe ich mir aber mehr Schutz gegen verhakte Spitzen, wenn man Stangen oder Stöcke verwendet. Oder was meint ihr?


    Gruss Jörg.

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