Nähfuß zum Säumen

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  • Hat jemand von euch schon Erfahrung mit dem Einsatz von speziellen Nähfüßen für die Säume?

    Ich habe bei meinem ersten Projekt Kästchen gezählt und feinsäuberlich umgebügelt und festgenäht. Mühsam aber das Endergebnis fand ich sehr okay fürs erste Mal.

    Zugegeben aber das kostet richtig viel Zeit. Von so einem Fuß verspreche ich mir außer der Zeitersparnis auch eine sehr gute Nutzung der kostbaren Stoffbreite, grade bei den 60 Zoll breiten Stoffen die so weit verbreitet sind.

    Ich bin mir sicher, dass unsere Cottage-vendors in den USA auch solche Teile einsetzen um ihre Säume gleichmäßig zu bekommen.

    Bin für Tipps dankbar. Jetzt muss ich aber erstmal auf meine Päckchen warten.

    • Offizieller Beitrag

    Mein Problem mit Rollsaumfüßen ist, dass ich nie einen gefunden habe, der Säume über 4 mm macht. Mir ist das für eine Hängematte zu schmal. Außerdem hat Mittagsfrost recht, wenn er sagt, dass die Verwendung nicht ganz einfach ist. Wenn du schon einen Rollsaumfuß hast, probier es einfach aus. Jellyfish hat zwei Tutorials dazu gemacht:

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    Letztendlich ist es vom Aufwand her aber egal, wie du die Hängematte säumst. Ich habe jetzt ein paar mal Freihand gesäumt, d.h. ich habe die ersten 10 cm fixiert, mit der Maschine angenäht, und danach abschnittsweise gefaltet und genäht. Mit jedem Meter wird man besser darin. Wobei ich immer noch die Methode des Vorheftens bevorzuge. Die dauert aber auch am längsten.

  • Für jede Naht gibts mittlerweile einen optimierten Nähfuß.

    Ich habe mit so einem Säumfuß mal ein UL Tarp versucht zu nähen.

    Naja, war nicht so erfolgreich.

    Der Stoff war so dünn und rutschig, dass er sich selbst IM Nähfuß verschoben hat,

    Falten warf und das Ergebnis scheisse aussah.

    Trotz Fixierung durch dünnes Klebeband und auch testweise Stecknadeln.

    Diese Nähfüße funktionieren am Besten mit normalen Stoffen für normale Leute.

    Für so Projekte wie man sie in den Näh Tutorials auf Youtube sieht.

    Haste da mal ein Silnylon 20d Hauch von Nichts, dann gehts schon nicht mehr.

    Meine persönliche Erfahrung.

    Ging dann mit Kleben und per Hand immer ein paar cm umlegen UND einem OBERTRANSPORT Fuß.

    Dünne Microtex Nadel und eine Stichplatte mit Loch, keine breite für Zickzack.

    Die Kombination von allem, Obertransportfuß, Stichplatte, Garn, Nadel, Fadenspannung und Mondphase brachten das Ergebnis.

    Naht war gut.

    Hab trotzdem abgebrochen. Das war mir zu fummelig. Hab mir ein fertiges Tarp gekauft.

  • Aus meiner Sicht geistern da immer noch ein paar Missverständnisse bezüglich Rollsaum herum:

    Ein Rollsaum wird angewendet, um leichte Bekleidungsstoffe am unteren Abschluss so zu versäubern, dass sie schön hängen. Der Rollsaum kann mit einem Zickzackstich oder mit einem geraden Stich fixiert werden, ist jedenfalls immer ein ganz schmaler "Saum". Nutzt man einen Zickzackstich, so erhält der Saum eher einen runden Querschnitt.

    Hier bei uns nutzen wir einen Einschlag-Umschlag: Der Stoff wird zweimal gefaltet, so dass die Aussenkante ganz verschwindet. Dieser Saum ist meist etwas breiter. Deshalb eignet sich ein Rollsaum-Fuss nur bedingt, um einen Einschlag-Umschlag schön und gleichmässig hinzubekommen. Ich sage nicht, dass das nicht funktioniert. Mit etwas Übung kann das bestimmt einigermassen gelingen. Ich jedenfalls hatte die Geduld dazu nicht.

    Ich falte den Stoff dem Karomuster entlang zweimal um und bügle ihn (nicht zu heiss!) gut fest. Die Falten bleiben dann einigermassen erhalten, so dass ich den Einschlag-Umschlag nähen kann, ohne weitere Hilfsmittel zu benötigen. Wenn ich ganz grossen Wert auf ein schönes Resultat lege, nutze ich auch mal "Wonder Clips" oder Nadeln, um den Stoff zusätzlich zu fixieren. Bei Stoffen, die sich nicht gut umbügeln lassen, kann das hilfreich sein (z.B. Tarpstoffe).

  • Waldläufer70 das hast du schon mal erklärt, dass es kein richtiger Rollsaum ist.

    So richtig sehe ich den Unterschied aber nicht. Ob ich den Stoff jetzt zweimal Falte oder die Rolle plattdrücke kommt doch aufs gleiche raus?

    Nur, dass man wie Hammock Fairy beschrieben hat natürlich in der Breite beschränkt ist möchte man solche Helferlein nutzen. Breit ist aber gar nicht mein Ziel. Eher im Gegenteil.

    Auch wenn es nach einer echten Trainingsaufgabe aussieht glaube ich bei "normalem" 70D Nylon noch die besten Chancen zu haben.

    Die Tutorials sind übrigens genau das was ich gesucht habe, danke Hammock Fairy.

    Ich werde selbstverständlich berichten.

  • So richtig sehe ich den Unterschied aber nicht. Ob ich den Stoff jetzt zweimal Falte oder die Rolle plattdrücke kommt doch aufs gleiche raus?

    Im Falle des Einschlag-Umschlag, der in der Regel breiter gewählt wird, hast du die volle Kontrolle, wie viele Lagen aufeinander liegen und wie breit der Saum ist. Im Falle des Rollsaums kannst du mit viel Übung vermutlich auch eine gewisse Regelmässigkeit erreichen, hast aber womöglich doch mehr Stoff "verbraucht" als nötig, weil der Stoff vielleicht etwas mehr eingerollt wird als eigentlich gewünscht. Zudem drückt dann eine solche plattgedrückte Rolle eventuell etwas mehr ins Bein, wenn du in der Hängematte sitzt.

    Ansonsten geht es mir darum, dass wir hier im Forum eine möglichst korrekte Terminologie verwenden. Klar, wenn du deine Hängematten mit einem Rollsaumfüsschen säumst, dann erhältst du auch einen Rollsaum. Die meisten nutzen aber einen Einschlag-Umschlag und sprechen dann doch immer von einem Rollsaum, obwohl gar nichts gerollt worden ist. Es handelt sich von der Nähtechnik her um zwei verschiedene Verfahren, die verschiedene Verwendungszwecke haben, die sich aber in gewisser Weise natürlich überschneiden können.

    Ich war zu Beginn meiner Nähkarriere durch all die Begriffe jedenfalls recht verwirrt und bin selber froh, wenn klar ist, wovon man spricht. Man kann dann auch leichter aufeinander Bezug nehmen und es kommt weniger zu Missverständnissen.

    Vielleicht sollte ich meinem Rollsaumfüsschen nochmals eine Chance geben. Wenn das Resultat überzeugen sollte und ich tatsächlich schneller bin, dann könnte ich natürlich auch vom Einschlag-Umschlag auf den Rollsaum umsteigen.

    Ich treffe am Arbeitsplatz jede Woche auf Fachpersonen aus dem textilen Bereich. Ich kann die sonst mal aufs Thema ansprechen. Nähme mich noch Wunder, was die dazu sagen...

  • Das leuchtet mir ein mit der Terminologie. Da hab ich wohl nicht nur in diesem Thread Nachholbedarf was präzises und korrekten Ausdruck angeht.

    Werde dann meinen etwas breiteren Einschlagsaum, zwei mal eingeschlagen und am Ende dann etwa 1cm breit, gegen einen Rollsaum mit dem Nähfuss antreten lassen. Sowohl Endergebnis als auch Workflow. Werde wohl mit dem 6mm Modell, das ist das größte aus meinem 3er Set, als erstes mein Glück versuchen.

    • Offizieller Beitrag

    Soweit ich das beurteilen kann, produziert der Rollsaumfuß letztendlich einen schmalen Einschlag-Umschlag. Und im Englischen ist grundsätzlich von "rolled hems" die Rede. Die Übergänge dürften mindestens fließend sein.

    Hier ist im Übrigen ein Post von einem HF-Mitglied, das sich einen breiteren Rollsaumfuß angefertigt hat. Ich habe das noch nicht selbst ausprobiert; aber es steht auf meiner langen To-Do-Liste X/

  • Ich habe bislang etwa 15 Tarps genäht und werde das ab und an auch in Zukunft tun, obwohl ich kein Fan davon bin. Vergiss die oben abgebildeten Füße, die benutzt niemand, der häufiger Tarps näht, weil einmal, wie Hammock Fairy und Waldläufer70 gesagt haben, der per Fuß gerollte Saum nicht breit genug ist (max. 6 mm) und außerdem die ganze Prozedur zu fummelig wird, wie Mittagsfrost schrieb. Auch übers Kästchenzählen kann ich nur den Kopf schütteln. Meine Empfehlung sind eine neue Microtexnadel, Obertransport, wenn du hast Teflonfuss und ein geringer Nähfussdruck. Für mich ist der Kappnahtfuss, den ich seit einem halben Jahr benutze, die entscheidende Innovation beim Tarpnähen. Aber damit säumt man nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke, man muss hier unterscheiden, wofür der Rollsaumfuß benutzt werden soll. Für Tarpsäume ist diese Technik wohl eher nicht geeignet, weil die Kanten nicht gerade sind, und das Material extrem rutschig ist. Bei einer 90° Hängematte sind die zu säumenden Kanten ebenfalls nicht gerade. Aber die langen Säume einer GE Hängematte sollten wunderbar geeignet sein. Auf Grund der sehr exakten und sehr knappen Naht an den Lesovik Spirit-Hängematten, vermute ich, dass hier ein solcher Fuß zum Einsatz kam. Auch bei Wooki-Klons wäre die Technik bestimmt sehr zeitsparend. Immerhin näht man bei einer netzlosen 11' Hängematte ca. 7 m lange Säume. Wenn man den Stoff nur zwei mal einfädeln muss, und dann ohne vorbügeln, heften, stecken, klammern oder falten in einem Rutsch durchnähen kann, wäre das eine beträchtliche Arbeitserleichterung. Natürlich nicht, wenn man nur eine Hängematte näht. Einen Versuch wäre es sicherlich Wert.

    • Offizieller Beitrag

    Für mich ist der Kappnahtfuss, den ich seit einem halben Jahr benutze, die entscheidende Innovation beim Tarpnähen.

    Könntest du den zusammen mit Anwendungsbeispielen und Techniken vorstellen? Mich würde es interessieren.

  • Ich besitze einen 6 mm und einen 12 mm "Einschlag-Umschlag-Fuß", oder wie auch immer der nun heißen mag und habe diese bisher nur an Hängemattenstoffen genutzt, nicht aber mit Tarpstoffen. Den 12 mm Fuß nutze ich gerne für Packsäche, da er perfekte Kordelkanäle produziert. Vom schmalen 6 mm Fuß bin ich allerdings nicht so überzeugt. Bei meiner letzten Matte habe ich wieder komplett freihand (ohne bügeln, stecken usw.) genäht, klappt bei mir genauso gut und ich spare mir das ätzende Gefummel zu Beginn der naht wenn es den Stoff in den Fuß einzufedeln gilt. Außerden kann man mit diesen Füßen nicht rückwärts nähen, z.B. um deine Naht abzuschließen.

  • Auch übers Kästchenzählen kann ich nur den Kopf schütteln.

    Ich zähle sie nicht, ich orientiere mich daran. Beim Kopf- und Fussende der Hängematte brauche ich eine saubere Naht. Meine erste Hängematten waren vom Liegegefühl recht zufällig, eigentlich unbrauchbar. Auch einige professionelle Anbieter nähen die Tunnelzüge eher nach Gefühl, mit dem Resultat, dass zwei gleiche Hängematten sich recht unterschiedlich anfühlen können.

  • Ich zähle sie nicht, ich orientiere mich daran.

    Ich habe bei meiner ersten Hängematte tatsächlich Kästchen gezählt. Hat was meditatives :saint:

    Nur bügeln ging nicht. Der Stoff hat sofort unschön reagiert, weshalb ich auch auf einen solch speziellen Fuß aufrüsten wollte.

    Wenn das hier so lese, dann zähle ich vielleicht doch lieber wieder Kästchen..

  • Also ich habe mich mal an einem Stück 70D ripstop nylon probiert. Dürfte nah dran sein an dem hammock nylon von extex. Fasst sich etwas steifer an als so ein Hexon 1.7.

    Ich bin den tutorials von jellyfish gefolgt. Also vorgefaltet, unter den Fuß, nadel senken, Fuß wieder hoch, einfädeln und dann los. Ein Mal vor und zurücknähen und los geht's.

    Ich mache das so wie sie mit den leichteren Stoffen. Also die Rolle in der Hand falten und etwas auf Zug halten. Der Fuß sorgt dann dafür dass die Naht immer schön an der gleichen Stelle sitzt. Frei Hand würde ich niemals so nah dran kommen.

    Das Bild ist mit dem größten der drei Füße, ich glaube 6mm

    Übung macht sicherlich den Meister. Ich werde mich jetzt mal an einem etwas leichteren/ seidigeren Stoffen probieren und sehen ob ich das auch damit hinbekomme.

    Was der Fuß sicher nicht kann: die Rolle komplett selber machen wie bei manchen Baumwollstoffen. Dafür sind unsere Stoffe einfach zu dünn, leicht und glatt.

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