Hängematte als Bettersatz für Anfänger

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  • Hallo liebe Community =)

    Nach einigem hin- und her möchte ich gerne mein Bett auf Dauer mit einer Hängematte ersetzen.

    Habe zu diesem Thema bisher einiges gelesen und fühle seelisch und moralisch mehr als bereit dazu. Jedoch tue ich mir mit dem ersten Schritt immernoch schwer und hatte gehofft hier meine letzten Unsicherheiten zu zerstreuen.

    Als "Hängematten-Neuling" bin ich wahrlich überrascht welche Vielfalt und Komplexität so eine Hängematte mit sich bringt.

    Aufgrund gegebener Umstände kann ich mir zur Zeit leider nur ein eher günstigeres Modell leisten und das auch nur mit Gestell. Hier liegen entsprechend meine Unsicherheit:

    Macht das ganze dann überhaupt Sinn so?

    Hätte hier gerne eine Vivere Combo genutzt, eine Tuchhängematte welche zu 100% aus Baumwolle besteht und mit ~100€ prima in mein momentanes Budget passen würde.

    Ist es im Falle einer Hängematte überhaupt möglich von einem "Anfängermodell" zu sprechen? Ich weiß, dass man wohl am besten Tuch- oder Netzhängematten nutzen sollte und diese logischerweise auch eine entsprechende Größe haben sollten.

    Gibt es beim Preis/Qualitäts-Verhältnis große, bzw. besondere Unterschiede?

    Hoffe ihr könnte mir da etwas weiterhelfen, das wäre eine ganz großartige Sache =)


    MfG Marc

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe gerade mal nach Vivere Combo gegoogelt und das gefunden. Mein Rat: Finger weg. Schade ums Geld. 9 Fuß Länge (rund 2,7 m) sind für Erwachsene üblicherweise zu kurz. Das kann man auch deutlich auf dem Foto mit dem jungen Mann erkennen. Er hält in dem Modell keine Nacht durch.

    Fairerweise muss ich sagen, daß ich keinen der Hängemattenständer der Massenhersteller für empfehlenswert halte. Alle viel zu kurz und/oder nicht stabil genug. Als Lösung bleibt wohl nur Selberbauen. Unser Forum ist voll mit Anleitungen und Erfahrungsberichten.

    • Offizieller Beitrag

    Ich werde mich diesbezüglich Mittagsfrost anschließen... Einen Hängemattenständer selbst zu basteln ist wirklich kein Problem und nicht teuer. Such mal nach QCD. Eine Hängematte mit halbwegs vernünftigen Abmaßen findest du auch für unter 100€... Eine Warbonnet Traveller XL wäre beispielsweise eine gute Wahl (die habe ich als Bett).

  • Eine einfache Tuchhängematte genügt völlig. Die muss nicht teuer sein. Letztendlich ist es nur ein rechteckiges Stück Stoff, dass an den schmalen Enden zusammengebunden ist. Und das ist als Bettersatz auch völlig ausreichend.

    Bei Hängerattenbequemlichkeit geht es um 3 Dinge:

    Länge, Länge und Länge ;)

    Gerade als Bettersatz mindestens 11 oder gar 12 Fuß Hängematten wählen. Dementsprechend "lang" sollte die Aufhängung sein.

    Optimalerweise sollte man die Höhe der "Aufhängpunkte" variieren können. Ich liege in Hängematten deutlich besser, wenn der Kopfteil der Matte etwas tiefer hängt. Aber das muss jeder individuell entscheiden -> ausprobieren.

    Mit der Tuchhängematte in den Wald oder Park gehen und zwischen Bäume hängen. Solange rumprobieren bis Du bequem liegst. Ausmessen wie lang und hoch die jeweiligen Aufhängpunkte sein müssen. Dann erst über ein Gestell/Wandhalterung oder Ähnliches nachdenken.

    Once you get locked into a serious hammock collection,

    the tendency is to push it as far as you can ...

    Hesmon

  • Bei Hängerattenbequemlichkeit geht es um 3 Dinge:

    Länge, Länge und Länge ;)

    Gerade als Bettersatz mindestens 11 oder gar 12 Fuß Hängematten wählen. Dementsprechend "lang" sollte die Aufhängung sein.

    Warum reden eigentlich alle immer nur über die Länge? Eine Hängematte ist doch zweidimensional. (mit Ridgeline sogar dreidimensional, aber das ist wirklich zweitrangig)

    Ich habe jedenfalls immer das Gefühl, dass ich gerne mehr Breite hätte (350x130cm und 360x1,48cm sind meine Matten) statt mehr Länge.

    • Offizieller Beitrag

    Während die Wühltisch-Hängematten oft 130-140 cm schmal sind, sind die guten Hängematten nicht so viel breiter. Standardmaß für Stoffbahnen scheint 150 cm zu sein, so daß sich viele Qualitätshängematten im Bereich 145-147 cm bewegen.

    Die meisten der Massenware-Hängematten sind etwa 270 cm kurz. Die Hängematten der guten amerikanischen Hersteller sind oft 330-360 cm lang, also wesentlich länger. Deswegen wird hier im Forum soviel Wert auf Länge gelegt.

    Mehr Breite als vielleicht 170 cm bringt mir persönlich keinen Komfortzuwachs sondern eher Probleme mit den herumschlackernden Seiten der Hängematte.

  • Warum reden eigentlich alle immer nur über die Länge? Eine Hängematte ist doch zweidimensional.

    Aus leidvoller Erfahrung ;)

    Ich dachte auch zuerst, dass mehr Breite mehr Komfort bedeutet. Dazu habe ich mir dann diverse Double-Hammocks von Eno gekauft und war enttäuscht, dass die - für mich - nicht bequemer waren.

    Aber dann der Unterschied zwischen 10 Fuß und 11 Fuß Länge war dann ein deutlicher Komfortgewinn.

    Mittlerweile habe ich kleine einzige "breite" Matte mehr, dafür alle Matten mit mindestens 11 Fuß (3,30m) und meine Schlafhängematte (Bettersatz) ist eine Sonderanfertigung mit über 12 Fuß.

    Mein Tipp:

    Immer erst ausprobieren. Je nach Region hast Du bestimmt ein paar Hänger in Deiner Nähe, die mehr als gerne bereit sind, Dich in Ihren 10 Hängematten Probe liegen zu lassen. Hängemattis und Hängemattanten sind meist sehr "zeigfreudige" Menschen :saint:

    Einfach fragen.

    Hier mal ein Youtube Video: HammockLength vs. Hammock Comfort

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    Hesmon

    Einmal editiert, zuletzt von Hesmon (21. April 2020 um 20:51)

  • Ich habe jedenfalls immer das Gefühl, dass ich gerne mehr Breite hätte (350x130cm und 360x1,48cm sind meine Matten) statt mehr Länge.

    Das verstehe ich. Ich denke, die Breite sollte in Relation zur Länge stehen.

    Worum es bei der Länge geht, ist folgendes: Wenn du eine Hängematte primär breiter machst und nicht auch länger, dann kannst du diese Breite nicht sinnvoll nutzen; du liegst dann zwar diagonaler in der Hängematte, die «Liegerinne» ist aber gebogen wie eine Banane.

    Die Länge führt dazu, dass du bei diagonalem Liegen flacher und flacher in der Hängematte liegen kannst. Die Breite muss einfach gross genug sein, dass dabei kein Körperteil von der Hängematte rutscht.

    Mir reichen bei meinen Hängematten 150cm Breite zum Liegen auf dem Rücken aus. Das Problem dabei ist, dass ich bei dieser geringen Breite kaum Spielraum habe: Eine Drehung nach links oder rechts und schon rutschen die Füsse von der Hängematte. Deshalb habe auch ich gerne mehr Breite.

    Etwas salopp formuliert sind 1.9mal deine Körpergrösse ein luxuriöser Ansatz für die Länge. Für die Breite ist es nicht schlecht, wenn du wenigstens 0.9mal deine Körpergrösse zur Verfügung hast. Bei mir ergäbe das eine Hängematte mit rund 350cm Länge und etwa 165cm Breite. Ich finde aber für die Breite auch 0.95mal meine Körpergrösse nicht schlecht: Bei 175cm Breite muss ich noch etwas weniger darauf achten, dass nichts neben der Hängematte landet. Dafür flattert mir unter Umständen etwas Stoff ins Gesicht. Da muss man halt abwägen, was einem wichtiger ist. Wenn eine Stoffbahn (gut) 180cm breit ist, dann ist mir aber auch diese Breite recht; da schneide ich nichts weg, auch wenn das dann eher auf der üppigen Seite ist.

    Also nochmals zusammengefasst: Die Länge ist für das (möglichst) gestreckte Liegen verantwortlich. Dazu kann die Breite nichts beitragen. Die Breite brauche ich aber, damit ich auf der Hängematte ausreichend Platz habe und mich nicht darauf achten muss, dass kein Körperteil von der Matte rutscht. Insofern hast du recht: Auch die Breite trägt ihren Teil zum Komfort bei.

    • Offizieller Beitrag

    Als Bettersatz-Hängematte würde ich momentan wohl eine mexikanische Hängematte empfehlen. Ich habe zwar selbst bisher in diversen Campinghängematten geschlafen, werde demnächst aber zum Teil auf eine Mexi 3 (ich bin nur 165cm groß) umsteigen. Letztes Jahr durfte ich eine Mexi 5 testen, und war vom Liegekomfort schwer beeindruckt. Mit meiner brasilianischen Familienhängematte komme ich im Übrigen gar nicht zurecht. Im Gegensatz zum Tuch passt sich das voll bewegliche Netz der mexikanischen Hängematte magisch an jede Liegeposition an.

  • Je nach Region hast Du bestimmt ein paar Hänger in Deiner Nähe, die mehr als gerne bereit sind, Dich in Ihren 10 Hängematten Probe liegen zu lassen. Hängemattis und Hängemattanten sind meist sehr "zeigfreudige" Menschen

    Das halte ich auch für den besten und einfachsten Weg der Herangehensweise. Da du dich noch nicht vorgestellt hast, weiß ich nicht, aus welcher Gegend du kommst. Aber wenn du mal auf die Hängerkarte schaust, siehst du schon, ob es bei dir in der Nähe jemanden gibt, der dir vielleicht gern sein Setup zeigt und dich probieren läßt. Das spart viel Zeit, Geld und Nerven....

  • Oben stehen gute Ratschläge. Ja, die verborgene Komplexität eines scheinbar so einfachen Gegenstandes ist verführerisch faszinierend.

    Seit 2013 habe ich jede Nacht in einer Hängematte geschlafen. Ich habe keine bessere Hängematte für den ständigen Gebrauch in Innenräumen gefunden als die Carolina der deutschen Firma LaSiesta, die in Kolumbien hergestellt wird. Der Stoff ist schwerer als jeder andere, den ich gefunden habe, und widersteht daher dem Verschleiß besser als andere Baumwollhängematten. Ich persönlich würde Nylon nur zum Campen verwenden.

    Wenn Sie die Möglichkeit haben, Wand- oder Deckenhaken anzubringen, ist dies bei weitem die sauberste und billigste Aufhängelösung. Achten Sie darauf, die Haken hoch genug und weit genug auseinander zu platzieren. Es ist einfacher, zu große Höhen und Spannweiten zu korrigieren als zu niedrige und zu nah.

    Vernachlässigen Sie bei Ihrer Planung nicht die untere Isolierung. Selbst in Innenräumen wird Ihnen ohne Unterdecke wahrscheinlich zu kalt sein. Sie können aus fast jeder Steppdecke billig eine solche anfertigen, da die Eigenschaften einer Campingausführung im Inneren unnötig sind.

    (Gestelzt aus dem Englischen übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator)

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