Wasserfilter / Wasseraufbereitung / Trinkwasser

  • Rein von der Beschreibung her sieht die Filterleistung vom Miniwell mit der vom Sawyer ziemlich vergleichbar aus.

    Rein von der Beschreibung ist Faktor 10 im Durchmesser schon noch ein deutlicher Unterschied, aber ich bin a) kein Experte und b) voll bei Dir, wenn Du das Schlagwort Marketing ansprichst.

    Wie viele Probleme dieser Welt könnten wir lösen, wenn kleine handgroße Filter ganze Klärwerke und Wasserwerke ersetzen könnten!

  • Auch in Abwasserbehandlungsanlagen wird diese Technik eingesetzt Membran, Aktivkohlefilter. Die Filter sind dann natürlich nicht handgroß. Die Reinigungsergebnisse werden zudem regelmäßig überprüft. Neben den Membranen ist die Auslegung und der Betrieb eines Aktivkohlefilters auch nicht selbsterklärend und muss den Bedingungen angepasst werden. Die Art der Belastung, Zeitpunkt zum Austausch der Kohle, Körnung, Reinigung und Verkeimung sind hierzu die Stichworte. Ich halte das für den Fachfremden Endnutzer mit Minifilter für nicht umsetzbar.

    Ganz klar, Filter werden auch zur Trinkwasserversorgung im Katastrophenfall verwendet klick. Dabei wird aber auch hingenommen, dass einige Stoffe nicht entfernt werden. Aber das ist ja erstmal besser als Durchfall oder Verdursten.

    Es gibt sicherlich sauberes Trinkwasser aus Quellen in Deutschland. Aber die letzten Jahrhunderte war hier auch einiges los. Berbau klick, Industrie klick, bekannte und unbekannte Mülldeponien klick, Kriege klick, Pestizide, Nitrat und und und.

  • Rein von der Beschreibung ist Faktor 10 im Durchmesser schon noch ein deutlicher Unterschied

    Stimmt, aber beide entfernen (angeblich) 99.9999% aller Mikroorganismen. Und darum geht es ja in erster Linie. Die Schwermetalle und Medikamentenrückstände gehen wohl auch bei einer 0,01 Micron feinen Hohlfasermembran durch.

  • Die Diskussion wird etwas akademisch gerade. Mit was rechnet ihr denn im Wasser? Gehe ich von einem Gebirgsbach aus, vom Rhein oder von einer braunen Pfütze in einer Treckerfurche mit toter Ratte im Industiegebiet?


    In den allermeisten Fällen sollte man, wenn überhaupt, Probleme mit Bakterien und ähnlich großem Gezeugs haben, was Durchfälle und Co veruracht. Das wird man mit den meisten Filtern problemlos erschlagen. Da Viren außerhalb von einem Wirt eher geringe Lebensdauern haben, sollte man bei halbwegs klaren, fließenden Gewässern in unseren Breiten normalerweise keine Probleme haben. Auch Medikamentenrückstände, Nitrat und Co. sind da normalerweise nicht in solchen Konzentrationen enthalten, dass der Verzehr einiger Liter auf Trekking Tour irgendwelche messbaren Effekte hätte. Insofern ist die Aktivkohle dann ein Gimmik für besseren Geschmack.


    Nochmal kurz zur Funktionsweise von Aktivkohle: Diese bindet (adsorbiert) gut Kohlenwasserstoffe (aber auch noch anderes). Faustregel: Je länger die Kette desto besser funktioniert die Adsorption. Medikamente sind meist Kohlenwasserstoffverbindungen. Die Adsorption ist eine Oberflächenreaktion. Das heißt ein Molekül muss quasi an die Wand der Aktivkohle klatschen, damit es hängen bleiben kann. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit für diesen Kontakt ist, hängt von der Schüttung (Korngröße, Art der Aktivkohle) und der Strömung durch das Festbett ab (Wie ist meine Filter aufgebaut) und von Dingen wie Temperatur, Konzentrationen etc. ab. In Verfahrenstechnischen Anlagen oder im Labor kann man das unter fixen Randbedingungen mehr oder weniger exakt bestimmen. Im Outdoorwasserfilter mit Aktivkohle irgendwelchen Qualität ist das eher Handauflegen und ich würde mich nur im Notfall darauf verlassen.

    I put the fun in Funktionsunterwäsche.

  • Auskennen ist zu viel gesagt, das waren ja nur allgemeine Prinzipien.


    Das Prinzip beim UV-Pen ist, dass Bakterien und Viren abgetötet werden und so nicht mehr infektiös sind. Also tötet man damit die Biologie und das ganze abgetötete Gezumpel bleibt mit Schwebstoffen usw. in der Suppe drin. Wo kein Licht hinkommt passiert nichts, also sind irgendwelche Trinkblasen mit Falten nicht unbedingt optimal für die Anwendung, auch trübes Wasser beeinträchtigt die Wirkung. Der Rest hängt dann an der Lichtintensität und der Anwendungsdauer. In meinen Augen besser als nichts, aber unsicherer als ein mechanischer Filter. Ergänzend zum Filter kann man damit auch Viren abtöten.

    I put the fun in Funktionsunterwäsche.

  • Moin zusammen,

    und genau da ist der Unterschied! Kann mein Filter nur Bakterien und andere Mikroorganismen bis 0,1 filtern ala Sawyer o.ä. oder kann er auch 10x so kleine Mikroorganismen einschließlich vieler Viren filtern.....

    Der Miniwell Filter wird von verschiedenen Armeen der Welt eingesetzt. Ich denke nicht das sie ohne es zu prüfen alle auf einen Marketinggag reingefallen sind.

    Die Bundeswehr z.B. hat das mit dem Miniwell gefilterte Wasser gründlich in Laboren untersucht und für unbedenklich befunden bevor sie einen Teil ihrer Soldaten damit ausgestattet hat.

    Man kann diese Laborberichte irgendwo auf den Seiten der Bw einsehen. Einfach mal suchen......ich weiß leider nicht mehr wo genau das stand.

    Auch die niederländische und französische Armee rüstet einen Teil ihrer Soldaten mit diesen Filtern aus!

    Es wurde auch nachgewiesen dass bestimmte Schwermetalle und bestimmte Medikamentenrückstände zu einem erheblichen Teil mit raus gefiltert werden.

    Wie vor einiger Zeit schon mal von mir geschrieben: Ich entscheide mich doch viel lieber für einen Filter der mehr filtern kann als für einen der weniger schafft. Selbst wenn der Miniwell nur 50% der Viren, Schwermetalle usw. filtern könnte ist das immer noch besser als 0% des Sawyers, oder irre ich mich da?!

    Das mag ja vielleicht nicht so wichtig sein wenn man sein Wasser nur aus Quellen oder klaren Gebirgsbächen in Mittel-oder Nordeuropa entnimmt.......in vielen Gegenden der restlichen Welt würde ich keine Kompromisse eingehen und immer den Filter wählen der am meisten filtert. Und das sind nun mal Filter wie der Miniwell mit ihrer wesentlich feineren Filterung.

    Wasserwerke nutzen neben der mechanischen Filterung und neben Chlor,

    UV Lampen um alle Organismen abzutöten (wie der Steripen das tut).

    Fast alle Hersteller loben ihre Produkte in höchsten Tönen. Manche haben Recht damit und manche halt nicht. Aber ich versuche bei wichtigen Sachen immer soviel (unabhängige) Infos zubekommen wie möglich bevor ich es dann selbst teste.

    Man kann doch nicht ohne Hintergrundwissen oder das Produkt selbst getestet zuhaben einfach in in den Raum werfen die Herstellerangaben sind nur Marketing oder stimmen so nicht......

    Ich z.B. würde kein Produkt bewerten wenn ich es garnicht kenne....

    Es empfiehlt doch auch niemand eine Hm in der er/sie noch nie gelegen hat oder?!

    Ohne mindestens ein paar Nächte darin geschlafen zuhaben, kann man m.M.n. eh nicht wissen wie gut oder halt nicht gut eine Hm ist! Woher auch?!

    Ich habe den Miniwell nun schon einige Zeit im In-und Ausland im Einsatz und bis jetzt noch nie Probleme mit dem gefilterten Wasser gehabt👍

    Davor hatte ich den Katadyn Pocket plus Steripen Ultralight. Der Katadyn war aber doppelt so schwer und 3x so teuer (plus Steripen🤪)und konnte trotzdem nicht soviel filtern wie der Miniwell.

    Ansonsten abkochen hilft auch .......zumindest bei dem Kleingetier😂👍

    In diesem Sinne........ Gruß von der Ostsee

  • Hey Wuppi, mit meinem Klotz Katadyn Combi komm ich jetzt echt ins Grübeln. Die leichteren hatten mich wegen der "schwächeren Mechanik" abgeschreckt. Als wie wie robust würdest du den Miniwell im Vergleich zum Pocket, der dem Combi ja recht ähnlich ist bewerten?

    I put the fun in Funktionsunterwäsche.

  • Moin,

    ich besitze den Miniwell jetzt über 3 Jahre und kann keine Gebrauchsspuren am Gehäuse oder der Pumpe feststellen. 2-3 mal ist er mir auch schon runtergefallen......dabei gab es einen kleinen Kratzer. Mein Pocket hatte teilweise ein Glasgehäuse. Ich weiß nicht ob das heute bei den Katadyns noch so ist?

    Das Pumpgestänge des Miniwells besteht aus Edelstahl. Da braucht man sich also keine Sorgen machen.

    Die Filterelemente wirken auch sehr robust und können einfach ausgetauscht werden 👍

    Ingesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät und kann eigentlich nichts nachteiliges berichten.

    Wieviel er wovon jetzt wirklich filtert kann ich natürlich schlecht kontrollieren....... aber das kann ich bei all den anderen auch nicht.

    Alle anderen Menschen die ich kenne und auch diesen Wasserfilter benutzen (überwiegend BW Veteranen) sind ohne Ausnahme auch zufrieden mit dem Gerät.👍

    Von der gleichen Firma gibt es auch einen „Strohhalm“ Filter. Den hatte ich selbst aber noch nie in der Hand.

    Nach Möglichkeit vermeide ich Wasser aus größeren Gewässern zu entnehmen und versuche Gewässer zu finden wo die Wahrscheinlichkeit dass sie verunreinigt sind geringer ist. Das funktioniert aber leider nicht immer und man muss oft nehmen was da ist. Bis jetzt konnte ich aber keinerlei gesundheitliche Beschwerden durch das trinken des gefilterten Wassers bemerken......egal woraus ich das Wasser entnommen habe 👍

    Gruß von der Ostsee

  • Ich bin mit dem sawyer erstaunlich zufrieden. Viele jammern ja über die Flow Rate, aber bei den geringen Mengen, die man idR filtert halte ich das für Makulatur, ob ich da nun ein paar Minuten länger filtere.
    Bzw. frage ich mich auch, wie zugesetzt die Filter von Manchen sein müssen, wenn ich lese, wie die Wasserbeutel undicht gequetscht werden vor lauter Gedrücke =O

    Desinfiziert habe ich meinen noch nicht, aber gründlich getrocknet - womit sich das Problem von Keimen wohl auch erledigt haben sollte?


    Den Micro würde ich ansonsten mal testen, wen der Mini nicht mehr macht, mehr flow bei geringem Mehrgewicht.

    Und den/die/das Faircap Mini finde ich auch interessant. Flow wie ein BeFree, aber normales Gewinde und der Filterteil sitzt geschützt im Wasserreservoir. Allerdings "Einweg", kein Backflush, wenn dicht ist, ist dicht, aber hat eine recht hohe Literzahl, das sollte eine ganze Weile reichen.


    Unter den Steripens hatte ich mich auch mal umgesehen, aber da liest man immer wieder von plötzlichem Batteriehunger und darauf folgendem Totalausfall. Nichts, womit ich mich auf Tour herumschlagen möchte, auch wenn auch ich immer ein paar micropur dabei habe.

    Insgesamt halte ich das Thema für etwas zu hoch aufgehangen, wenn ich lese, wo und wie lange die Meisten hier i.d.R. unterwegs sind.
    Allerdings hat es mich auch noch nie so richtig erwischt - und wenn man einmal unfreiwillig ein paar Tage länger im Waldlager verbracht hat mit flüssigkeitsverlust aus allen erdenklichen Körperöffnungen ist man da wahrscheinlich präventiv etwas anders unterwegs, das kann man niemandem absprechen.

  • und wenn man einmal unfreiwillig ein paar Tage länger im Waldlager verbracht hat mit flüssigkeitsverlust aus allen erdenklichen Körperöffnungen ist man da wahrscheinlich präventiv etwas anders unterwegs, das kann man niemandem absprechen.

    oder einfach nur eine Nacht auf dem Pott in Lateinamerika fern der Heimat. Da will Mann dann heim zu Mama;(

    Spreche aus Erfahrung8o

    il dolce far niente:sleeping:

  • und genau da ist der Unterschied! Kann mein Filter nur Bakterien und andere Mikroorganismen bis 0,1 filtern ala Sawyer o.ä. oder kann er auch 10x so kleine Mikroorganismen einschließlich vieler Viren filtern.....

    Nach deiner Logik wäre ein Filter mit 0,001 großen Poren dann ja ultra-effektiv. Wenn allerdings der kleinste Mikroorganismus bereits bei 0,1 zurück gehalten wird, warum brauche ich dann 0,01? Beide Filter filtern Mikroorganismen mit gleicher Effektivität. Alles andere ist Marketing-Blabla.

  • Nach deiner Logik wäre ein Filter mit 0,001 großen Poren dann ja ultra-effektiv. Wenn allerdings der kleinste Mikroorganismus bereits bei 0,1 zurück gehalten wird, warum brauche ich dann 0,01? Beide Filter filtern Mikroorganismen mit gleicher Effektivität. Alles andere ist Marketing-Blabla

    Moin,

    das ist nicht meine Logik sondern Physik und Biologie........

    Viren z.B. können viel kleiner sein als Bakterien. Also unter 0,1 Micron und die werden dann von einem Filter der nur bis 0,1 Micron filtern kann einfach nicht mit gefiltert.

    Es gibt in den Tropen z.B. auch noch andere, krankmachende Mikroorganismen die kleiner als 0,1 Micron sind.

    Alles was größer als 0,01 Micron ist, wird von dem Miniwell gefiltert. Also 10x kleinere Mikroorganismen als z.B. 0,1 Micron beim Sawyer.

    Die Hersteller die nicht damit werben Viren filtern zu können, können das dann auch nicht......sonst würden sie es ja tun!

    Wenn ich die Wahl habe zwischen Viren filtern und nicht Viren filtern, dann wähle ich mit Viren filtern!

    Und fast jede Firma, in allen Branchen, versucht seine Produkte durch „Marketing-Blabla“ zu verkaufen!

    Was wären das für Kaufleute wenn sie nicht die Vorzüge ihres Produkts anpreisen?!

    Ob die Angaben der Hersteller stimmen kann man bestimmt nicht beim lesen deren Homepage oder anderer, nicht wissenschaftlicher Berichte beurteilen.

    Aber das ist bei allen anderen Herstellern ja das gleiche oder?!

    Ich kann hier bei mir zuhause nicht kontrollieren ob der Sawyer oder der Katadyn wirklich das filtert was der Hersteller angibt. Genauso wenig wie beim Miniwell.

    Also verlasse ich mich dann auf Herstellerangaben, seriösen Testergebnissen oder im besten Falle auf Aussagekräftige Laborberichte. Und die gibt es ja mittlerweile von verschiedenen Wasserfiltern (z.B. von verschiedenen Armeen dieser Welt).

    Viele Sawyer Besitzer haben den Sawyer gekauft weil er günstig, klein und leicht ist und weil viele andere Outdoorer den haben und nicht auf Grund ihres Hintergrundwissen über pathogene Mikroorganismen.

    Gruß von der Ostsee

  • Noch einmal: beide Filter filtern angeblich 99,999% aller Mikroorganismen. Obwohl die Porengröße unterschiedlich ist. Vorausgesetzt diese Behauptung stimmt, heißt das doch wohl, dass die kleinere Porengröße keinen Unterschied macht - vermutlich weil die Mikroorganismen größer sind als selbst die größere Porengröße.


    Ich bin zwar kein Fischer, aber wenn die kleinsten Fische in einem See einen Durchmesser von 15 cm haben, fängt man mit einem Netz mit 1 cm großen Maschen auch nicht mehr Fische als mit einem Netz mit 10 cm großen Maschen.


    Wenn du dich mit einem 0,01 Micron Filter der 99,999% aller Mikroorganismen filtert sicherer fühlst als mit einem 0,1 Micron Filter der ebenfalls 99,999% aller Mikroorganismen filtert, dann verwende den 0,01 Micron Filter. Sofern er nicht noch andere wichtige Vorteile bietet, reicht mir der 0,1 Micron Filter - vor allem dann, wenn er zudem etwas leichter ist.


    Wenn mein Leben davon abhängt, würde ich das Wasser ohnehin abkochen. Das ist die einzige, 100% zuverlässige Methode sich vor krankmachenden Mikroorganismen zu schützen. In den Gebieten in denen ich bisher unterwegs war, wäre das schlimmste Resultat aber nur Durchfall gewesen.

  • Ich habe vor Jahren gelesen tut mir leid, aber die Quelle habe ich wirklich nicht mehr) dass Filter nie so kleine Durchmesser haben, dass sie Viren filtern können.

    Denn Viren seien so klein, dass so eine kleine Porengrösse im Filter dazu führen würde, dass man kaum mehr das Wasser durch bekommt und der auch viel zu schnell mit größeren Schwebeteilchen zugesetzt würde.

    Andererseitsscheint es wohl so zu sein, dass Viren meistens an größeren Schwebeteilen anhaften. Damit wäre aber wieder kein Filter notwendig der nur 0,01 Micron Porengröße hat.

    Also im Zweifelsfall Dreck aus dem Wasser mit dem Filter rausholen und dann noch mal mikropur oder abkochen.

    il dolce far niente:sleeping:

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